Eine wissenschaftliche Publikation ist eine schriftliche wissenschaftliche Arbeit von einem oder mehreren Autoren, deren Veröffentlichung (Publikation) bei einem Wissenschaftsverlag vorgesehen oder bereits erfolgt ist. Häufig wird in einem call for papers zum Verfassen wissenschaftlicher Publikationen aufgefordert.
Wissenschaftliche Publikationen unterliegen einem sogenannten peer review, in welchem andere Wissenschaftler die Korrektheit und Relevanz der zu publizierenden Arbeit prüfen. Die Zeitspanne zwischen Einreichung und der effektiven Publikation kann unter Umständen mehr als ein Jahr betragen.
Um falsche oder gefälschte Resultate zu unterbinden, wird es den Forschern in der Regel nicht gestattet, eine Publikation nachträglich zurückzuziehen – so dass der Ruf, der mit einer nicht korrekt geleisteten Arbeit verbunden ist, kaum zu tilgen ist.
Schon seit einigen Jahrzehnten ist bei wissenschaftlichen Publikationen ein Trend weg von nur einem Autor und hin zur multiplen Autorenschaft zu beobachten. Noch bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war es die Regel, dass ein Forscher seine wissenschaftlichen Erkenntnisse alleine erhob und als einziger Autor veröffentlichte. Heute ist das nur noch ganz selten der Fall: So waren nur sechs von über siebenhundert der im Jahr 2008 in der Fachzeitschrift Nature bis einschließlich September veröffentlichten wissenschaftlichen Originalarbeiten Einzelautor-Publikationen und auch in anderen renommierten Wissenschaftszeitschriften ist der Anteil an Publikationen mit nur einem Autor verschwindend gering.[1] Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass wissenschaftliche Forschung heute weitestgehend durch gemeinschaftliche Anstrengung und Kooperation von häufig international zusammengesetzten Teams getragen wird.
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Wissenschaftler publizieren, um
Überhaupt ist die Publikation das Rückgrat der Wissenschaft, da Wissenschaft davon lebt, dass man auf den Arbeiten anderer Wissenschaftler aufbauen kann (unter Einhaltung der Zitierregeln, natürlich).
Unter den Begriff wissenschaftliche Publikation fallen alle veröffentlichten Buchhandelsmedien. Ebenfalls anerkannte Publikationen sind Patente und Gebrauchsmuster. Auch die sogenannte graue Literatur wird hinzugezogen. Damit sind z.B. Hochschulschriften, working papers von Forschungsinstituten sowie Unternehmensschriften gemeint. Internet-Dokumente, die analog in die oben genannten Bereiche gehören, sind ebenfalls gängige Arten von wissenschaftlichen Publikationen.
Die Hinterlegung einer Arbeit in Archiven oder Bibliotheken ist keine ausreichende Form der Veröffentlichung. Gutachten, Artefakte, Geschmacksmuster, Warenzeichen oder interne Berichte finden ebenfalls keine Beachtung als Publikationsträger. Dasselbe gilt für Internet-Dokumente, die z.B. ohne Verlag auskommen wie etwa eine private Homepage.
Die Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse oder Lehrmeinungen kann auf mehrere Arten erfolgen. Man unterscheidet zwischen selbständigen Publikationen (Monografie) und unselbstständigen Publikationen (Aufsatz, Artikel, Bericht usw.)
Monografien und Sammelbände können in Buchreihen erscheinen, womit sie einem meist klar umrissenen Themenfeld zugeordnet werden.
Die verschiedenen Fachgebiete legen unterschiedliches Gewicht auf einzelne Veröffentlichungsarten: So werden etwa in Physik, Biologie und Volkswirtschaftslehre hauptsächlich Veröffentlichungen in Fachzeitschriften wahrgenommen, Artikel in Konferenzbänden jedoch weniger; in der Informatik dagegen wird stärker auf Konferenzen publiziert; in den Geisteswissenschaften treten die Publikationsformen Fachzeitschrift-Artikel, Sammelband-Aufsatz und Monographie nebeneinander auf.
Allgemein ist die Gewichtung und Anerkennung von elektronischen Internet-Publikationen, besonders von solchen, die nur im Internet veröffentlicht sind, noch im Fluss (Stand 2006). Auch hier unterscheiden sich die Wissenschaftsdisziplinen. Im Selbstverlag publizierte wissenschaftliche Werke, ob im Internet oder zum Beispiel auch als Book on Demand, genießen allgemein wenig bis keine Anerkennung, zumindest wenn bei dem Werk kein Peer-Review stattgefunden hat oder der Autor wenig bekannt ist. Vielfach werden überhaupt nur solche Arbeiten als publiziert gewertet, die sich einer ISBN zuordnen lassen. [2]
(Natur)wissenschaftliche Aufsätze weisen oft folgende Gliederung auf:
Diese Struktur ist aber nicht starr. Oft wird der Abschnitt „Materialien und Methoden“ am Ende (noch vor dem „Dank“) eingefügt, da er nur für wenige Leser – zum Beispiel für diejenigen, welche die Methodik kritisieren oder verbessern möchten – von Belang ist. Die Autorenliste ist oft eine „Rangliste“; jene Person, die am meisten zum Werk beigetragen hat, wird zuerst genannt. Der Leiter der Arbeitsgruppe erhält den letzten Platz, oft erfüllt er auch die Funktion des Korrespondenzautors, welcher Arbeitsjournale und Rohdaten für eventuelle Anfragen bereithält.
Die Gliederung bei geisteswissenschaftlichen Arbeiten ist weit weniger festgelegt als die der naturwissenschaftlichen. Der Aufbau des Textes selbst folgt meist lediglich pragmatischen Erwägungen, schließlich gibt es keine einheitlichen Forschungsmethoden. In der Regel folgt die Arbeit dem Prinzip einer Sach- bzw. Problemerörterung; eine geschichtswissenschaftliche Arbeit folgt oft der Chronologie. Ein allgemeingültiger Aufbau über die Grenzen der einzelnen Fachrichtungen hinaus hat sich – im Gegensatz zur Naturwissenschaft – nicht etablieren können. Es ist jedoch eine Entwicklung zu beobachten, dass – angelehnt an das Vorbild aus den Naturwissenschaften – auch hier vielfach eine Art "abstract" sowie ein "summary" zum Haupttext kommen.
Über die Autorschaft bei wissenschaftlichen Publikationen gibt es ethische Diskussionen, und die nicht korrekte Nennung der Autoren gilt als eine Verfehlung (siehe Betrug und Fälschung in der Wissenschaft).
Unrichtige Autoren-Nennungen gibt es vor allem seit wissenschaftliche Leistung oftmals als Zahl veröffentlichter Beiträge gemessen wird ("publish or perish"). Es gab und es gibt immer noch Institutionen, bei deren Publikationen der Institutsleiter ungeachtet seines Beitrags automatisch als Ko-Autor genannt wird. Dieselbe Konflikte gibt auch es bei der Nennung von technischen Mitarbeitern oder Geldgebern. Die Motivation hinter unwahren Autoren-Angaben ist vielfältig:
Nach einer Arbeit im Jahre 1998 enthielten 19% der medizinischen Fachartikel Hinweise auf eine "Ehrenautorschaft", 11% Hinweise auf Ghostwriter, sowie 2% solche auf beides. Dazu waren Review-Artikel deutlich häufiger von "Ehrenautoren" geplagt als Forschungsarbeiten.[3] Im Jahre 2002 förderte eine ähnliche Studie über die sogenannten Cochrane-Reviews Hinweise auf "Ehrenautoren" bei 39% aller Arbeiten zutage.[4] Dass Reviews eher unter "Ehrenautoren" leiden erklärt sich damit, dass diese viel eher zitiert werden – denn es ist oft einfacher, auf ein übersichtliches Review zu verweisen als für jedes Detail eine Originalarbeit heranzuziehen.
Die International Committee of Medical Journal Editors (ICMJE, auch als "Vancouver group" bekannt) veröffentlichte Richtlinien für die Autorschaft bei wissenschaftlichen Publikationen, namentlich:
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