Wirtschaft Afrikas


Die Wirtschaft Afrikas umfasst mehr als 800 Millionen Menschen in 54 verschiedenen Staaten. Afrika ist bei weitem der ärmste Kontinent, und er ist heute im Durchschnitt ärmer als vor 25 Jahren.

In einem Entwicklungsbericht der Vereinten Nationen von 2003, der 175 Staaten umfasste, waren auf den Positionen 151 (Gambia) bis 175 (Sierra Leone) ausschließlich afrikanische Staaten zu finden.

Während China und neuerdings auch Indien rasant wachsen und auch in Südamerika moderate Wirtschaftszuwächse vorhanden sind, leben in Afrika Millionen unter dem Existenzminimum; die Wirtschaft stagniert. Handel, Investitionen und auch das Durchschnittseinkommen fallen, die daraus resultierende Massenarmut hat weitreichende Folgen wie geringe Lebenserwartung, Gewalt und politische Instabilität. Seit mehreren Jahrzehnten existieren die unterschiedlichsten Verbesserungsvorschläge und auch an ernsthaften Versuchen hat es nicht gefehlt, aber zu nachhaltigen Verbesserungen ist es nie gekommen.

Inhaltsverzeichnis

Regionale Unterschiede

Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (in US Dollar) der verschiedenen afrikanischen Staaten im Jahr 2002 nach Angaben der Weltbank

Während es bisher keiner einzigen afrikanischen Nation gelungen ist, in der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) den Rang einer entwickelten Nation wahrzunehmen, ist nicht der ganze Kontinent grundsätzlich verarmt. Hinsichtlich der Verarmung gibt es bemerkenswerte regionale Unterschiede. Die wohlhabendsten Regionen befinden sich im hohen Norden und im Süden des Kontinentes. Nordafrika war für lange Zeit eng mit den Wirtschaften Europas und im Nahen Osten verbunden. Im Süden ist Südafrika der reichste Staat auf den afrikanischen Kontinent. Daneben gibt es noch ein paar wenige wohlhabende ölproduzierende Staaten: Gabun und Äquatorialguinea.

Westafrika, welches eine lange Geschichte und ein hohes Entwicklungsniveau in der vorkolonialen Zeit hatte, tendiert dazu, etwas reicher und stabiler zu sein als der Durchschnitt Afrikas. Die Inselnationen, wie etwa die Seychellen, Kap Verde und Mauritius, sind ebenfalls etwas wohlhabender als der kontinentale Durchschnitt. Wobei dies nicht für alle zutrifft: die Komoren sind instabil und arm.

Die ärmsten Staaten Afrikas befinden sich im Bürgerkrieg oder stehen kurz vor einem neuen. Dieses trifft für die Demokratische Republik Kongo, Sierra Leone, Burundi, Liberia und Somalia zu. In jüngster Zeit war das Horn von Afrika die ärmste Region, obgleich es historisch gesehen zu den reichsten Regionen der afrikanischen Sahara gehörte; insbesondere Äthiopien hat eine lange und erfolgreiche Geschichte. Die derzeitige Armut dieser Region, und die damit zusammenhängenden Hungersnöte und Kriege, sind seit Jahrzehnten ein Problem.

Und auch innerhalb einzelner Staaten gibt es erhebliche Unterschiede. Städtische Regionen, insbesondere die Hauptstädte, sind erheblich reicher als die ländlichen Gebiete. Die soziale Ungleichheit ist in den meisten afrikanischen Ländern stark ausgeprägt: Die Oberschichten haben ein wesentlich höheres Einkommen als die Bevölkerungsmehrheit.

Geschichte

Alexandria, Sphinx aus Rosengranit, ptolemäisch

Aus historischer Sicht ist Nordafrika, insbesondere Ägypten, eine der Wiegen der menschlichen Zivilisation. Vor dem Aufstieg des Römischen Reiches war das antike Ägypten die fortschrittlichste und blühendeste Zivilisation der Menschheit. Der von Alexander dem Großen 331 v. Chr. gegründete Hafen von Alexandria war für Jahrhunderte der Mittelpunkt des Handels für alle Mittelmeervölker. Bis ins 19. Jahrhundert war Ägypten die am höchsten entwickelte Region außerhalb Europas.

Südlich der Sahara verlief die Entwicklung jedoch anders. Von undurchdringlichen Wäldern und gigantischen Wüsten vom Handel zwischen Nord und Süd abgeschnitten war eine wirtschaftliche Entwicklung sehr schwierig, weshalb diese Regionen auch nie so aufblühen konnten wie der Rest der Welt. Nur Nubien und Äthiopien hatten Handelsrouten zu den mediterranen Zivilisationen.

Markt von Douz (Tunesien). Einst ein Handelspunkt für Karawanen durch die Sahara und heute ein Anziehungspunkt für westliche Touristen.

Neue Technologien und andere zivilisatorische Weiterentwicklungen vereinfachten den Handel weltweit. Für das erste Jahrtausend unserer Zeitrechnung war das Königreich von Aksum die blühendste Handelsmacht an der Ostküste Afrikas auf dem heutigen Gebiet von Äthiopien und Eritrea. Das Königreich von Aksum unterhielt eine starke Marine und hatte Handelsbeziehungen, die vom byzantinischen Reich bis nach Indien reichten. Die Einführung der Kamele durch in Nordafrika eingefallene arabische Eroberer im 10. Jahrhundert öffnete zum ersten Mal Handelsrouten quer durch die Sahara. Mit den Handelsgewinnen aus Gold und Salz ermöglichte sie den Aufstieg einer Reihe von mächtigen und ausgedehnten Reichen in der westlichen Sahelzone: Unter anderem dem Königreich von Ghana, dem Mali-Reich und dem Kanem-Bornu-Reich. Ebenso spielten die Araber eine bedeutende Rolle beim Aufbau eines florierenden maritimen Handels entlang der Ostküste des afrikanischen Kontinentes. In der Zeit des Elfenbein- und Sklaven-handels durch die Swahili, der den gesamten Indischen Ozean umfasste, blühte diese Region besonders auf.

Bis auf eine bemerkenswerte Ausnahme (Groß-Simbabwe) gab es im Süden Afrikas keine großen Reiche. Lediglich die Regionen mit einer großen Bevölkerung und einem landwirtschaftlichen Überschuss um die großen Seen Afrikas konnten sich zu stark zentralisierten staatlichen Einheiten entwickeln, wie etwa Ruanda, Burundi und Buganda.

Im 15. Jahrhundert umgingen die portugiesischen Händler den Saharahandel und handelten direkt mit Guinea. Jahrzehnte nach den Portugiesen kamen andere Europäer und schufen mit ihrem Handeln die Grundlage für das Entstehen weiterer Staaten, wie etwa den Königreichen von Benin, Dahomey und Ashanti. Ebenfalls weit verbreitet in dieser Region war der lose Zusammenschluss einzelner Stadtstaaten. Ihr Reichtum beruhte hauptsächlich auf dem Sklavenhandel, welcher nach der Abschaffung der Sklaverei und der späteren Kolonialisierung durch die Europäer vollständig zusammenbrach.

Während die Europäer angeblich hingebungsvoll ihre Kolonien entwickelten, herrschte in den ersten Jahren der Kolonialisierung eine Art von laissez-faire-Stil, in welchem die Hoffnung vorherrschte, die Europäer würden den Aufbau vorantreiben, wenn ihnen ein sicheres Umfeld gegeben würde. Aber dies geschah nur in wenigen, besonders reichen Regionen. In den 1920ern wurde es offensichtlich, dass die Kolonien nicht durch die Europäer weiterentwickelt werden konnten. Sie erhielten von ihren Kolonialherren nur wenig oder gar keine finanziellen Mittel, um sich zu entwickeln. Lediglich in den 1930ern mit dem Aufkommen des Keynesianismus wurde die Wirtschaft vielversprechend aufgebaut. Die große Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg verhinderten aber neue Entwicklungsmöglichkeiten. Und in den Wirren der Nachkriegsjahre gingen die Entwicklungsprojekte vollständig unter.

In den 1950ern konnten die Wirtschaften wieder auf ihr Vorkriegsniveau wachsen. Dieses Wachstum wurde vor allem durch die unersättliche Nachfrage nach Rohstoffen aus den wiederaufbauenden Wirtschaften Europas und Asiens und dem starken Wachstum in Nordamerika getragen, welches die Rohstoffpreise rapide steigen ließ. Nach dem Ende der Kolonialzeit in den 1960ern bestand die große Hoffnung, dass Afrika sein Wachstum aus sich heraus weiter beibehalten konnte. Einigen Ländern gelang während ihrer Unabhängigkeit durchaus sporadisches Wachstum, sie endeten aber alle in einer chronischen Überschuldung durch die Abhängigkeit von ausländischem Öl.

In den 1970ern wurde Afrika schwer vom weltweiten Niedergang und dem Ansteigen der Ölpreise getroffen; und in den nachfolgenden Jahrzehnten wurde Afrika, verglichen mit dem Rest der Welt, immer ärmer. Damit stand Afrika in starkem Gegensatz zu dem soliden Wachstum Südamerikas und dem spektakulärem Wachstum in Ostasien in dieser Periode.

Während, nach Angaben des World Economic Forum, 1970 10% der Ärmsten Menschen Afrikaner waren, waren es im Jahr 2000 über die Hälfte. Zur gleichen Zeit sank das durchschnittliche Einkommen von 2.000 $ auf $200.

Wirtschaftszweige

Landwirtschaft

Bauern in Burkina Faso
Warentransport in Mosambik

Kein anderer Kontinent ist wirtschaftlich so abhängig von der Landwirtschaft wie Afrika, Über 60% aller Afrikaner arbeiten in der Landwirtschaft. Über drei Fünftel aller afrikanischen Landwirte bewirtschaften so kleine Farmen, dass nur ein minimaler Überschuss zum Kauf anderer Waren übrig bleibt. Es gibt aber auch eine beträchtliche Anzahl großer Farmen, die Kaffee, Baumwolle, Kakao oder Kautschuk anbauen. Sie agieren in großen Kooperationen, erstrecken sich über viele Quadratkilometer und beschäftigen eine große Anzahl von Tagelöhnern.

Der Anbau von Feldfrüchten für den Export in den zahlungsstarken Westen ist oft kritisiert worden, weil zeitgleich Millionen Afrikaner verhungern. Viele lasten diese Praxis der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten an, da beide ihre eigenen Landwirte so hoch subventionieren, dass dort eine Überproduktion von z. B. Milch und Getreide verursacht wird. Diese Überproduktion drückt die Weltmarktpreise derart stark, dass die Afrikaner hier nicht mehr mithalten können. Afrikanische Landwirte können deshalb nur das verkaufen, was in anderen Klimazonen nur schwer zu kultivieren ist. Afrikas Landwirtschaft beschränkt sich deshalb auf einige wenige exportfähige Landwirtschaftsprodukte. Mit verheerenden Folgen: bei den kleinsten Krisen oder Missernten stehen faktisch keine Nahrungsmittel mehr zur Verfügung um einen Ernteausfall auszugleichen.

Bodenschätze

Die bei weitem wichtigsten Exportgüter Afrikas sind Minerale und Erdöl; deren Vorkommen aber auf einige wenige Staaten beschränkt sind. Die südlichen Nationen haben große Gold-, Diamanten- und Kupfervorkommen. Nigeria und dessen Nachbarstaaten sowie Libyen exportieren beträchtliche Erdölmengen, während die restlichen afrikanischen Staaten kaum etwas zu diesem Export beitragen.

Während der Bergbau und die Förderung von Erdöl mit Abstand die größte Einnahmequelle Afrikas ist, sind in dieser Industrie jedoch nur sehr wenige beschäftigt (ca. 2 Millionen), wodurch die Gewinne entweder an große Kooperationen oder an die Regierungen fließen. Beide verschleudern ihre Gewinne meist, um den Luxus ihrer Eliten zu finanzieren oder Großprojekte ansetzen zu können. In vielen Fällen ist der Reichtum auch Ursache blutiger Verteilungskämpfe zwischen den Eliten des jeweiligen Landes.

Diamantenwäscher in Sierra Leone

Industrie und Handwerk

Afrika ist der am spätesten industrialisierte Kontinent; nur Südafrika hat eine nennenswerte Fertigung. Trotz vieler billiger Arbeitskräfte vor Ort, werden nahezu alle natürlichen Ressourcen zur Weiterverarbeitung exportiert. Nach Angaben der Afrikanische Entwicklungsbank arbeiten nur 15% aller Arbeiter im industriellen Sektor.

Multinationale Großkonzerne, die weltweit die meisten Industrien steuern, benötigen politisch stabile Verhältnisse, um leistungsfähige Strukturen aufbauen zu können; aber diese sind in Afrika eher selten. Ebenso muss ein bestimmtes Bildungsniveau, eine gute Infrastruktur und eine zuverlässige Energieversorgung vorhanden sein, um eine Investition in Betracht ziehen zu können - aber auch daran mangelt es großflächig in Afrika.

Es gab in vielen afrikanischen Staaten Versuche ausländische Investitionen zu begrenzen um den ausländischen Einfluss zu begrenzen. Strenge staatliche Reglementierungen schreckten zahlreiche Investoren ab. Versuche die eigene Industrie zu fördern scheiterten aber oft an fehlenden finanziellen Mitteln, einem Mangel an Technologie und fehlender Ausbildung. Das Fehlen eigener lokalen Märkte und die Schwierigkeit Waren von den afrikanischen Zentren in den Weltmarkt zu bringen erschwerten außerhalb Südafrikas die Industrialisierung ebenso.

Finanzsektor

Das Geschäftsviertel von Johannesburg

Das Bankenwesen ist in Afrika seit langem problematisch. In weiten Teilen Afrikas sind lokale Banken tonangebend. Diese sind meist korrupt und instabil, weshalb sich Regierungen und Industrien nur auf internationale Banken verlassen. Lediglich Südafrika bildet hier eine Ausnahme, welches einen florierenden Bankensektor hat. Es stand hier die Apartheidspolitik Südafrikas Pate. Sie verursachte internationale Sanktionen und erzwang den Abzug der Britischen Banken aus Südafrika, die Südafrika bisher dominiert hatten.

In den ersten Jahren der Unabhängigkeit regulierten die meisten afrikanischen Regierungen ihren Bankensektor sehr restriktiv und schränkten deren internationale Wettbewerbsfähigkeit stark ein. Sowohl der Internationale Währungsfonds wie auch die Weltbank sahen in den vergangenen Jahrzehnten eine ihrer Hauptaufgaben darin, dies zu ändern und konnten auch tatsächlich einige signifikante Änderungen herbeiführen. Besonders wichtig hierbei war es zu erreichen, dass auch ausländische Banken in den jeweiligen Ländern Fuß fassen konnten. Südafrika war besonders erfolgreich ausländische Banken anzuziehen, um sie im Land zu operieren zu lassen.

Ausländische Investitionen sind nicht sonderlich erfolgreich. Selbst Afrikaner sind sehr zögerlich, in ihrem eigenen Land zu investieren. Vierzig Prozent aller Ersparnisse aller Nicht-Saharastaaten werden zu Investitionen in anderen Geschäften genutzt. Viele Investitionen müssen deshalb entweder von ausländischen Regierungen getätigt werden, deren Motive nicht immer unbedingt ehrenhaft sind, oder aber von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds, welche aber strenge Forderungen an die Vergabe von Krediten knüpft.

Ökonomisches Umfeld

Die hartnäckige Armut in Afrika ist für die meisten modernen ökonomischen Theorien nur schwer zu fassen und verursacht heftigste Debatten. Es ist schwierig festzustellen, was die Ursache und was die Wirkung der Armut ist. Einheimische Kriegsführung und Unruhen, weitverbreitete Korruption und despotische Regime sind sowohl Ursache wie Wirkung der anhaltenden wirtschaftlichen Probleme.

Geographie

Afrika (Höhenprofil, NASA)

Afrikas Geographie ist für den Handel sehr hinderlich und behindert deshalb das Wirtschaftsleben. In der Mitte des Kontinents, zumindest im Westen, ist ein nahezu undurchdringlicher Regenwald der jeden wirtschaftlichen Transfer verhindert. Einige der reichsten Regionen Südafrikas sind durch die Kalahari vom restlichen Afrika abgeschnitten. Und auch die Sahara behindert jede Handelstätigkeit. Während Afrika über viele große Wasserläufe verfügt, wie etwa den Nil, den Niger, den Kongo oder den Sambesi so sind diese jedoch nicht so verbunden, wie dies in Europa oder China der Fall ist. Außerdem blockieren Stromschnellen und Wasserfälle viele Flüsse. Um sie schiffbar zu machen müssten umfangreiche Umbauten in Angriff genommen werden. Ebenso erschwert die hohe Nässe jeden Transport. Die wenigen befestigten Straßen werden insbesondere in der Regenzeit zu einem unbefahrbarem Schlamm.

Von allen Kontinenten ist Afrika der Kontinent mit den meisten Nationen, die keinen direkten Meereszugang haben, was auch den internationalen Handel erheblich erschwert. Dies trifft insbesondere für das bevölkerungsreiche Zentrum zu. Nordamerikas und Chinas Zentren bestehen z. B. aus weit ausgedehnten Steppen oder Ebenen die keine hohe Besiedelung unterstützen. Besonders beachtenswert ist auch der Gebirgsgrad, bestehend aus massiven vulkanischen Gestein, der Afrika von Simbabwe bis nach Äthiopien durchschneidet und auch das Klima Afrikas beeinflusst

Ein Satellitenbild von Afrika

Innerhalb Afrikas steht der Reichtum einer Nation mit dessen geographischer Breite im Zusammenhang. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass sich moderne Zivilisation dort ausbilden, wo hierzu die besten Temperaturen vorherrschen. Was aber gegen die Entstehung von Hochkulturen in den Tropen sprechen würde, was nachweislich nicht der Fall ist. Dennoch finden sich die wohlhabendsten und die am dichtesten besiedelten Kulturen in klimatisierteren Zonen. Historisch gesehen expandierte Eurasien fast nur in einer klimatisierten Epoche, hatte solide Landverbindungen und konnte so Technologien und Innovationen verteilen. Außerdem waren diese medizinischen und landwirtschaftlichen Techniken für die gemäßigten Klimaten ausgelegt, weshalb diese um so weniger in südlicheren Regionen genutzt werden konnten. Diese Theorie kann ansatzweise erklären, warum Südafrika bei weitem die reichste Region in Afrika ist, und warum andere tropische Regionen in Südamerika und Indonesien Afrikas Armut teilen. Während kein tropisches Land in der OECD ist, haben einige wenige Länder ein Bruttoinlandsprodukt über den Weltdurchschnitt. Natürlich ist der geographische Breitengrad kein Garant für eine Armut, aber im Weltmaßstab kann ein Zusammenhang zwischen Wohlstand und Klima beobachtet werden. Variationen der Theorie lassen sich auf Montesquieu zurückdatieren, werden aber auch noch von modernen Wissenschaftlern wie William Masters, Jeffrey Sachs und Jared Diamond vertreten.

Afrika ist reich an Bodenschätzen. Die weltgrößten Vorkommen an Gold, Diamanten liegen ebenso in Afrika wie beträchtliche Erdöllagerstätten. Einige sehen in Afrikas Reichtum an Bodenschätzen eine Art von Fluch der Bodenschätze, welcher insbesondere ärmere Staaten zwingt sich über ihre Rohstoffe zu finanzieren und alles andere zu vernachlässigen. Afrikas Geologie ist - im Vergleich zu anderen Kontinenten - bestens für die Landwirtschaft geeignet. Die vulkanischen Gesteine rund um die großen Seen zählen in einigen Gesichtspunkten zu den besten der Welt.

Unterhalb der Sahara mangelt es in Afrika an soliden Steinen zum Errichten dauerhafter Gebäude. Dies hatte zur Folge, dass nahezu alle vorkolonialen Zivilisationen hauptsächlich mit Lehmziegeln gebaut wurden, welche zu Staub zerfielen. Lediglich das Königreich von Groß-Simbabwe hinterließ der Nachwelt beachtliche Bauwerke. Da die ersten europäischen Forscher deshalb keine historischen Bauwerke finden konnten, folgerten sie, Afrika hätte nie große Zivilisation hervorgebracht.

Krankheiten

AIDS-Aktivisten in Südafrika
Aufklärungskampagne in Tanzania

Eng verbunden mit der Geographie ist das Problem der Krankheiten in Afrika. Die Tropen waren immer – und sind es immer noch – stärker mit Krankheitserregern verseucht als andere Klimazonen. Die bedeutungsvollste Krankheit war bisher Malaria. Südlich der Sahara ist aber neuerdings die massenhafte Verbreitung von Aids die neue Hauptsorge Afrikas. Die Verbreitung von AIDS hängt in gewissen Umfang mit der Massenarmut zusammen und traf Afrika am härtesten in den reichsten Ländern, inklusive Botsuana, Swasiland und Südafrika. AIDS hat vielen afrikanischen Staaten besonders die Altersgruppe der arbeitsfähigen Bevölkerung getroffen, wobei derzeit das Ende der Ausbreitung noch nicht abzusehen ist.

Die Kosten zur Gesundheitsführsorge, einschließlich der Kosten zum Import von antiretroviralen AIDS-Medikamenten aus dem Westen, ist für viele afrikanischen Gesundheitssysteme eine erhebliche Belastung. Viele afrikanische Staaten fordern deshalb die Preise für AIDS-Medikamente zu senken oder billigere Generika herzustellen. Aber tropische Krankheiten sind auch dann teuer zu kurieren, wenn Behandlungen bestehen. Da tropische Regionen oft arm sind, lohnt es sich für die wenigsten Pharmaunternehmen nach Medikamenten zur Behandlung tropischer Krankheiten zu forschen.

Krankheiten entziehen der Wirtschaft nicht nur Arbeitskräfte und erhöhen die Kosten zur Gesundheitsvorsorge, sie haben auch einen einschneidenden Effekt auf die Landwirtschaft und das Transportwesen. Da in Afrika vorkommenden Nutztiere nur gegen die in ihrer Region vorkommenden Krankheiten resistent waren, konnten diese Nutztiere auch nur innerhalb ihrer Region eingesetzt werden. Die Afrikaner hatten deshalb in ihrer Geschichte nicht die Möglichkeit, Tiere zum Transport, zum Arbeiten oder Pflügen einzusetzen.

Erbe des Kolonialismus

Diese Karte zeigt die europäischen Ansprüche im Jahr 1913
██ Belgien
██ Deutschland
██ Frankreich
██ Großbritannien
██ Italien
██ Portugal
██ Spanien
██ Unabhängig Staaten

Die Auswirkungen der Kolonisierung sind heftig umstritten. Afrika erreichte seinen größten relativen Wohlstand kurz vor seiner Unabhängigkeit. Seit dem haben viele Länder bis heute noch nicht einmal das Wohlstandsniveau von 1960 erreicht. Manche sehen dies als Beweis, dass die Kolonisierung die lokalen Wirtschaften eine gute Zeit war, während andere argumentieren, dass der Kolonialismus ein geschwächtes Afrika hinterlassen habe.

Während der Kolonialzeit wurde der relative Wohlstand Afrikas durch den Export von Rohmaterialien erreicht. Ägypten wurde zum Produzenten von Baumwolle, Ruanda-Urundi widmete sich fast ausschließlich dem Anbau von Kaffee und Obervolta wurde zum Produzenten von Palmöl. Die einseitige Ausrichtung der jeweiligen Volkswirtschaften auf einige wenige Waren hatte in den Folgejahren schwächende Effekte. Diese Monokulturen machten die Wirtschaften extrem verletzlich hinsichtlich der Preisschwankungen und erschwerten die wirtschaftliche Planung. Einige Autoren, wie etwa Walter Rodney in seinem 1972 erschienenen Buch How Europe Underdeveloped Africa (Deutsche Fassung Afrika - Die Geschichte einer Unterentwicklung, 1974 erschienen bei Wagenbach, Berlin, ISBN 3803110564), sehen die Kolonialpolitik als direkte Ursache für Afrikas heutigen Probleme.

Andere nachkoloniale Gelehrte, wie etwa Frantz Fanon, haben dargelegt, dass die wahren Effekte des Kolonialismus psychologisch seien und dass die fremdbestimmte Vorherrschaft ein bleibendes Gefühl der Unterjochung und Minderwertigkeit und so eine Abneigung gegen Wirtschaftswachstum und Weiterentwicklung hinterlassen habe.

Die Europäer des späten 19. Jahrhunderts wurden vom Rassismus und dem Sozialdarwinismus beeinflusst. Der Aufstieg der „weißen Rasse“ gegenüber der Schwarzen hatte bleibende Auswirkungen auf die betroffenen Länder, die eine bedeutsame Einwanderung aus den europäischen Ländern zu verzeichnen hatten; insbesondere in Südafrika und Rhodesien. Aber weitaus mehr Schaden richtete die Idee der Überlegenheit der nördlichen Völker, wie etwa der Äthiopier oder Tutsi an. Die daraus resultierenden Gesellschaftsteilungen in rivalisierende ethnische Gruppen hat bis heute weitreichende Auswirkungen, besonders in Ruanda und Burundi.

Zur Kolonialisierung richteten die Europäer in einigen Fällen entsprechende Protektorate ein. In allen Protektoraten wurde durch entsprechende Gesetzgebung sichergestellt, dass die Oberschicht nur durch Europäer besetzt war. In Regionen mit gebildeten Einheimischen, wie z. B. in der Goldküste und dem Maghreb, wurden diese grundsätzlich verdächtigt, Nationalisten oder Antiimperialisten zu sein. Viele Kolonialregierungen investierten deshalb nur wenig Geld in den Aufbau lokaler Eliten, wenn Bildung gefördert wurde, dann beschränkte sich dies fast ausschließlich auf einfaches Grundwissen. Nach der Unabhängigkeit kam es in vielen afrikanischen Staaten zu massenhaften Auswanderungen der europäischen Bevölkerungsanteilen. Mit dieser Auswanderung verschwand Afrikas Oberschicht und es fehlte an Personen, die diese Lücken schließen konnten. Französisch-Äquatorialafrika zerfiel z. B. in vier unabhängige Nationen, aber in ganz Französisch-Äquatorialafrika gab es nur fünf Einheimische mit universitärem Abschluss.

Wenn die Kolonialisierung eine Auswirkung auf die Wirtschaften Afrikas hatte, dann kann dies am besten an den unterschiedlichen wirtschaftlichen Praktiken und deren Ergebnissen in den jeweiligen Kolonien abgelesen werden. Sehr schnell konnte dies in den Regionen gesehen werden, in denen Raubbau betrieben wurde, wie z. B. durch Leopold II in Belgisch-Kongo, welches nie aufblühte. Das lange Festhalten Portugals an seinen Kolonien führte zu langen Unabhängigkeitskriegen und hatte offensichtlich negative Auswirkungen auf Mosambik und Angola. Im Gegensatz hierzu können die Länder unter französischer Verwaltung bessere wirtschaftliche Ergebnisse vorweisen, während die Länder unter britischer Vorherrschaft die erfolgreichsten von allen sind. Britannien hatte allerdings in der Epoche des Wettlaufs um Afrika die größte Macht und konnte sich so die wohlhabendsten Teile des Kontinents heraussuchen. Frankreich, das ebenfalls eine mächtige Marine besaß, konnte sich auch blühende Regionen sichern, während die Belgier sich nur noch das Innere Afrikas aneignen konnten, welches schon damals der ärmste Teil Afrikas war.

Grenzen

Nach dem sog. Wettlauf um Afrika (englisch: Scramble for Africa) in der Hochphase des Imperialismus im späten 19. Jahrhundert wurden durch die Europäer in den europäischen Landkarten Grenzen für Afrika südlich der Sahara etabliert. Diese richteten sich häufig mehr an Längengraden oder Breitengraden aus, als an natürlich vorkommenden Grenzen. In manchen Fällen wurden so ganze Bevölkerungszentren von ihren Nahrungsquellen oder ihren natürlichen Ressourcen abgeschnitten. Fast alle afrikanischen Staaten wurden ursprünglich innerhalb künstlicher Grenzen gegründet, die in vielen Fällen keine Rücksicht auf die bestehenden landwirtschaftlichen, sprachlichen, religiösen oder stammesgeschichtlichen Grenzen nahm. Durch die künstliche Erschaffung dieser Grenzen entstand eine Vielzahl von ethnischen und religiösen Randgruppen, die eine nationalstaatliche Herausbildung erschwert hat und interne Spannungen verursacht.

Die Staaten, die ihre vorkolonialen Grenzen erhalten konnten, sind dennoch nicht erfolgreicher als diejenigen mit Grenzen aus der Kolonialzeit. Ein paar dieser Staaten haben heute sogar mehr Probleme wie Ruanda und Burundi, deren Grenzen nahezu identisch mit ihrem vorkolonialen Stand sind. Diese beiden Staaten hatten zuvor ein gemeinsames florierendes Königreich. Das nur kurzzeitig kolonialisierte Äthiopien ist einer der ärmsten Staaten Afrikas und ethnisch mit Somalia vereinigt, so dass man von einer eigenständigen Existenz dieses Staates eigentlich nicht sprechen kann.

Ebenso ist Afrika ein sehr zersplitterter Kontinent mit vielen kleinen Staaten. Jede erfolgreiche Wirtschaft braucht regionale Kooperationen, welche in Afrika aufgrund politischer lokaler Spannungen nur schwer hergestellt werden kann. Wirtschaftliche Hilfe muss deshalb, um effektiv zu sein, multilateral gesteuert werden, da die Leistungsfähigkeit der lokalen Regierungen damit oft überfordert ist.

Sprachen

Offizielle Sprachen in Afrika

In vielen Fällen haben die ausgeprägten Unterschiede innerhalb Afrika einschneidende Wirkung auf das wirtschaftliche Wachstum, dies gilt auch für die sprachliche Vielfalt. Sieben von zehn der am meisten linguistisch heterogensten Länder sind in Afrika. 1996 war die Zentralafrikanische Republik das Land mit den meisten Sprachen. Es umfasste 68 Sprachgruppen bei einer Bevölkerung von gerade einmal 3,4 Millionen (Zum Vergleich: Berlin hatte im Jahre 2006 ebenfalls 3,4 Millionen Ew.). Der größten Sprachgruppe, dem Sango, gehören noch nicht einmal 350.000 Personen an. Dabei ist die Zentralafrikanische Republik hierbei keine Ausnahme, viele kleine Sprachgruppen in einer großen Vielfalt sind in Afrika üblich. Dabei umfassen die 68 Sprachgruppen keineswegs alle gesprochenen Sprachen in einer Nation. Afrikas bevölkerungsreichster Staat Nigeria zählt über 400 Sprachgruppen, während Kamerun 279 umfasst, die Demokratische Republik Kongo 221, Tansania 131 und der Tschad 127. Andere afrikanische Nationen haben vergleichbar hohe Zahlen.

In vielen afrikanischen Ländern kommt hinzu, dass die Hauptsprachen nach wie vor die aus der Kolonialzeit erhaltenen Sprachen sind: Englisch, Französisch oder Portugiesisch. Das politische Leben sowie der Zugang zum Bildungssystem findet in europäischen Sprachen statt. Da aber die Wenigsten diese Sprachen wirklich beherrschen, können sie nur vom Hörensagen am politischen Leben teilnehmen. Dies spaltet in betroffenen Staaten die Eliten vom restlichen Volk ab.

Neidgesellschaft

Im 21. Jahrhundert nimmt die Diskussion des bislang oft als rassistisch verworfenen Einflusses der Mentalität und des Volksglaubens südlich der Sahara auf die wirtschaftliche Entwicklung zu. Ethnografische Beobachtungen legen nahe, dem unabhängig von der offiziellen Religion in Subsahara-Afrika flächendeckend verbreiteten Glauben an Hexerei in Verbindung mit Stammesbewusstsein eine nicht zu vernachlässigende Bedeutung beizumessen. Für das einzelne Mitglied der Gesellschaft lohnt es sich nicht, wirtschaftlich zu handeln und Erfolg zu haben, da alle Mitglieder der erweiterten Familie und des Heimatortes erwarten, dass jeder Besitz großzügig mit ihnen geteilt wird; andernfalls wird der Besitzende verhext, verflucht und von den Geistern verfolgt.

Selbst formal gebildeten und dem Hexenglauben skeptisch gegenüberstehenden sozialen Aufsteigern ist es nur schwer möglich, sich diesem Druck zu entziehen, wenn sie nicht den sozialen Kontakt zu Familie und Heimat abbrechen wollen.

Regierungsformen

Die problematische politische Situation kann zu großen Teilen auf die hartnäckige Armut in Afrika zurückgeführt werden. Demokratische Ansätze waren bisher in weiten Teilen Afrikas kaum erfolgreich; mit wenigen Ausnahmen haben Militärdiktaturen oder ähnlich zentralistische Regierungsformen wieder schnell die Oberhand gewonnen. Während einige Regierungen tatsächlich an einer allgemeinen Verbesserung arbeiten, bereichern sich andere zu ihrem eigenen Nutzen. Einer der berüchtigtsten von ihnen war Joseph-Désiré Mobutu, der von 1965 bis 1997 Präsident Zaires war, durch die Bereicherung wurde seine Regierungsform auch als Kleptokratie bezeichnet. In vielen internationalen Beurteilungen hat Afrika die korruptesten und bestechlichsten Regierungen der ganzen Welt. Viele sehen sie als ein Mischprodukt aus dem Kolonialismus, der schlecht durchgeführten Dekolonisation, dem Verhalten der Supermächte während des Kalten Krieges und der Armut des Kontinentes selbst.

Volkswirtschaftler sehen die Unterschiede zwischen der asiatischen und afrikanischen Wirtschaftsentwicklung (die in den 1960ern beide vergleichbares Durchschnittseinkommen hatten) darin, dass in Afrika die Korruption hauptsächlich zur Abschöpfung ins Ausland fließenden Gewinne gesehen wird. Mit der Folge, dass Geld mehr im Ausland investiert wird, als im eigenen Inland. Die afrikanischen Diktatoren wollen ihre Gelder aus Sicherheitsgründen und zur Korruptionsverschleierung oft auf schweizer Bankkonten transferieren, deswegen investieren sie im Ausland.

Asiatische Diktatoren wie z. B. Hadji Mohamed Suharto haben oft die Korruption bekämpft, viel in die Infrastruktur investiert und so den Lebensstandard der eigenen Bevölkerung verbessert. Die Wissenschaftler der University of Massachusetts schätzten, dass von 1970 bis 1990 die Kapitalflucht von 30 afrikanischen Ländern südlich der Sahara insgesamt 187 Milliarden US$ betrug, was deren Auslandsschulden weit übersteigt.[1] Die Ergebnisse einer solchen Fehlentwicklung hat der Wirtschaftswissenschaftler Mancur Olson in einer seiner Theorien dargelegt.

Die politischen Instabilität Afrikas und die Tatsache, dass neue Regierungen oft nach dem Sturz der alten Regime deren korrupt erworbenes Vermögen kurzerhand konfiszieren, trägt ebenfalls dazu bei, dass Gelder eher ins Ausland fließen, da die noch Regierenden ihren Reichtum vor künftigen Enteignungen im Ausland in Sicherheit bringen.

Die so durch die Korruption geschaffene massive soziale Ungerechtigkeit ist der wirtschaftlichen Entwicklung abträglich. Die wohlhabende Elite vermeidet nicht nur heimische Investitionen, sondern importiert darüber hinaus Luxuswaren für den eigenen Konsum, die es so auf dem eigenen heimischen Markt nicht gibt. Der so entstehende Kapitalentzug bremst dann den eigenen Markt aus. In der Geschichte war der Aufbau einer Volkswirtschaft immer bisher mit der Herausbildung eines Mittelstandes verbunden, die genug sparen (und investieren) konnte, aber nicht unbedingt an der politischen Gestaltung mitwirken konnte. In jedem Land, in denen es die Eliten nicht geschafft haben, einen Mittelstand zu etablieren, war noch nie eine wirtschaftliche Entwicklung möglich. Lediglich Ländern, die mit Bodenschätzen gesegnet waren (insbesondere mit Erdöl) konnten ein illusorisches und selbstzerstörerisches Wirtschaftswachstum aufweisen.

Kriege

In vielen Ländern Afrikas kam es nach der Erlangung ihrer Unabhängigkeit zu Kriegen und Bürgerkriegen. Dies trug nicht zuletzt auch zur Armut des Kontinents bei, da die Regierungen ihre spärlichen Mittel für Kriegsführung einsetzten. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus wurden durch die Kriegsführung Investoren abgeschreckt, Infrastrukturen zerstört und bleibende Animositäten geschaffen.

Viele dieser Konflikte hatten ihren Ursprung im Kalten Krieg. Beide Militärblöcke versuchten durch großzügige Unterstützung ihre eigenen Interessensphären in Schwung zu bringen. Aber die so erhaltenen Mittel hatten einen fragwürdigen Effekt: da so viel Geld verfügbar war, wurden massenhaft Waffen gekauft, und die Geberländer tolerierten die Korruption, die sich in Afrika ausbreitete. Auch nutzten die Supermächte Afrika als Bühne für ihre Interessen und Machtkämpfe. Im Rahmen sogenannter Stellvertreterkriege unterstützen beide Militärblöcke jeden Aufstand oder Separationsbewegung, die ihnen geeignet erschien, um ihren Einfluss zu sichern.

Nahezu alle entwickelten Länder haben ihre Unterstützung seit dem Ende des Kalten Krieges zurückgefahren, und obwohl vielfach die Hoffnung bestand, dass so die Gewalttätigkeiten in Afrika abnehmen würden, war dies nur teilweise der Fall. Bürgerkriege grassierten etwa in Somalia, Sudan, Liberia, Sierra Leone, der Elfenbeinküste und Guinea-Bissau. Afrika blieb auch nicht von zwischenstaatlichen Kriegen verschont: die Demokratische Republik Kongo und deren Nachbarn waren involviert am ersten und am zweiten Kongokrieg, und es gab auch militärische Auseinandersetzungen zwischen Äthiopien und dessen früherer Provinz Eritrea.

Außenhandel

Ob der Außenhandel Afrika mehr geschadet als genützt hat, ist unter Wissenschaftlern umstritten. In der Dependenztheorie z. B. wird behauptet, dass der Wohlstand und die Prosperität der Industrieländer Europas, Nordamerikas und Ostasiens von der Armut im Rest der Welt abhängig sind. In dieser, in der Mitte der 1960er Jahre entwickelten Theorie, wird versucht zu erklären, warum die wirtschaftliche Entwicklung von Südamerika und Afrika gescheitert ist. Entsprechend der Dependenztheorie wird davon ausgegangen, dass der Westen billig Rohstoffe, Arbeitskräfte und Märkte braucht, um seinen eigenen Wohlstand zu erhalten. Durch Ausübung von Macht gelinge es den entwickelten Ländern die unterentwickelten auch weiterhin arm zu halten, dies funktioniere durch ungleiche Handelsbedingungen.

Beispiele:

  • Niedrige Löhne in Entwicklungsländern
  • Technologieexporte aus Industrie- in Entwicklungsländer
  • Rohstoffexporte aus Entwicklungs- in Industrieländer
  • Transfer der in Entwicklungsländern erzielten Gewinne durch Unternehmen aus Industrieländern in Industrieländer

Entgegen der klassischen marxistischen Weltbild glauben die Anhänger der Dependenztheorie den Handel mit den höher entwickelten Nationen unterbinden zu müssen, um ihre eigenen Wirtschaften zu stärken.

Auswirkungen der Massenarmut

Wellblechsiedlung in Soweto
Lebensqualität aufgrund der Einstufung des United Nations Development Programme von 2004. Je geringer der Index, desto höher die Lebensqualität
Index der menschlichen Entwicklung für alle Länder nach den Angaben der UNO im Jahr 2004

Ursache und Wirkung der katastrophalen wirtschaftlichen Situation verstärken sich gegenseitig. Krankheiten, Kriege, Misswirtschaft und Korruption mit eingeschlossen. Über ihre Wirkungen und Auswirkungen wurde an früherer Stelle schon berichtet.

Das geringe Bruttoinlandsprodukt bedingt einen geringen Lebensstandard und eine geringe Lebensqualität in Afrika, die entsprechenden Eliten ausgeschlossen, wenn man von einigen wenigen wohlhabenderen Gegenden wie etwa Südafrika und den Maghreb absieht. Lebensqualität und volkswirtschaftlicher Reichtum müssen jedoch nicht immer korrelieren, Angola z. B. fördert jährlich gigantische Mengen an Diamanten, ist aber nach den Bürgerkriegsjahren immer noch arm. Automobile, Fernseher und selbst Radios sind in Afrika seltene Luxusgüter. Die meisten Afrikaner sind durch eine digitale Kluft von Nutzung moderner Kommunikationsmitteln und dem Internet ausgeschlossen.

Afrikanische Länder besetzten mit Massen den unteren Teil des Index der menschlichen Entwicklung der UNO. Die Säuglingssterblichkeit ist hoch, während die Lebenserwartung, die Alphabetisierungsrate und das Bildungsniveau erschreckend niedrig sind. Die UNO sieht in Afrika auch die Region, in der die Ungleichheiten höher ist wie in anderen Regionen. Die best Gebildetsten werden oft auserkoren, Afrika zu verlassen, um im Westen oder dem Persischen Golf ein besseres Leben zu führen.

Besonders tödlich sind die großen Dürreperioden. Verheerende Hungersnöte durchziehen regelmäßig Afrika, besonders aber das Horn von Afrika, unmittelbare Ursache hierfür sind meist Zerrüttungen infolge eines Krieges, mehrjährige Dürren und manchmal auch Heuschreckenplagen.

Von 1990 bis 2002 lag die durchschnittliche Inflation bei über 60% pro Jahr. Allerdings lagen in dieser Zeit die Inflationsraten in Angola und der Demokratische Republik Kongo im dreistelligen Bereich. Für die meisten afrikanischen Staaten liegt die Inflation bei 10 % im Jahr.

Die Arbeitslosigkeit ist in Afrika erschreckend hoch und eines der wichtigsten Probleme in Afrika überhaupt. Besonders in den Metropolen wie Lagos in Nigeria und Kinshasa in der Demokratische Republik des Kongo, die dort in großen Slums leben müssen.

Diese Umstände haben katastrophale Folgen für die Umwelt. Für Landwirte nahe am Hungertod ist das Schicksal des Regenwaldes auf der Suche nach neuem Ackerland zweitrangig. Auch ist es Verhungernden kaum zu verdenken, wenn diese nicht die Seltenheit bestimmter Tierarten berücksichtigen, wenn sie diese zur Nahrung verarbeiten (siehe Buschfleisch). Allein entlang der Sahelzone hat die Entwaldung und die Überweidung zu einer Desertifikation (Wüstenbildung) geführt, die so groß ist wie die Sahara nach Süden reicht.

Die illegale Wilderei von seltenen und auch geschützten Tierarten, der Abbau von Tropenhölzern und das Abschlachten von Elefanten zum Elfenbeinhandel ist nicht selten die einzige Einnahmequelle der Verarmten. Die lokalen Regierungen haben, wenn sie überhaupt an der Bekämpfung dieser Verbrechen interessiert sind, zu wenig Geld um ihre Umwelt zu schützen.

Versuche zur Wirtschaftsförderung

Die relative wirtschaftliche Erfolglosigkeit Afrikas ist seit langem eine wichtige Frage, sowohl innerhalb als auch außerhalb Afrikas. Zwar gab es viele Versuche die Armut auf dem Kontinent zu bekämpfen, aber nur die wenigsten davon hatten auch nur ansatzweise Erfolg.

Sozialismus

In den ersten Jahren ihrer Unabhängigkeit konnten viele afrikanische Nationen die rasante Industrialisierung der Sowjetunion und Chinas unter den kommunistischen Ideologien wahrnehmen. Dies führte zu planwirtschaftlichen Wirtschaftsstrukturen und großen Investitionen in der Schwerindustrie wie der Produktion von Kohle und Stahl, in der Absicht, das Wirtschaftswachstum zu stimulieren. Aber diese planwirtschaftlichen Maßnahmen hatten nur geringen Erfolg. Nur eine Handvoll Staaten übernahmen den Sozialismus formal und noch weniger verschworen sich dem Marxismus. Jeder staatliche Eingriff in das Wirtschaftsleben wurde als Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum erachtet. Insbesondere auch deshalb, weil private Investitionen höchst ungern in diesen Regionen tätig waren.

Für viele afrikanische Regierungen war es üblich, so viel Geld wie möglich vom Ausland aufzunehmen und dieses zum Aufbau ihrer eigenen Wirtschaft zu nutzen, bis sie es schaffen, aus eigener Kraft ihre Schulden zurück zahlen zu können. Vereinzelt konnte so auch nach der Unabhängigkeit Wirtschaftswachstum erzielt werden. Jedoch wurde das Wirtschaftswachstum so ausgelegt, dass damit vorrangig Exporte zur Begleichung der aufgenommenen Kredite stattfinden. Die Ölkrise von 1973 traf Subsahara-Afrika schwerer als andere Länder Afrikas. Obgleich Afrika auch einige ölexportierende Länder hat, so waren doch die meisten hochgradig auf die importierten Petroprodukte angewiesen. Die betroffenen Wirtschaften kamen ins Stocken und verursachten Hungersnöte in den 1980er Jahren. Der Zusammenbruch der Sowjetunion, welche durchweg die sozialistischen Experimente unterstützt hatte, untergrub die Legitimation für weitere planwirtschaftliche Wirtschaftsformen.

Afrikanischer Sozialismus

Eine besondere Eigenart des Sozialismus in Afrika war der sogenannte afrikanische Sozialismus. In ihm verkörperte sich der Glaube, dass die wirtschaftlichen Ressourcen in einer "traditionell" afrikanischen Art, verglichen mit dem Sozialismus, genutzt werden könne. Viele afrikanische Politiker zwischen 1950 und 1960 glaubten an den afrikanische Sozialismus trotz einer breiten Auslegung dessen, was der afrikanische Sozialismus eigentlich sein sollte.

Nach ihrer Unabhängigkeit während der 1960er konnten die neuen afrikanischen Regime nur schwer einen großen Sieg gegenüber den Europäern herausstellen, wenn ihre Wirtschaftspolitik in großen Teilen von der europäischen glich. Besonders der Kapitalismus, der von allen imperialen Nationen gepflegt wurde war sehr unpopulär. Der Sozialismus hingegen erschien als ideales Mittel um mit dieser imperialen Tradition brechen zu können.

Die Anhänger des afrikanische Sozialismus behaupteten, ihr Sozialismus sei nicht das Gegenteil des Kapitalismus oder eine Antwort auf diese, sondern etwas vollständig anderes. Die Nationalisten hingegen beanspruchten, das ihr Sozialismus voll afrikanisch sei. Er entspreche der afrikanischen Identität die etwas stärker sei wie eben der Anti-Kapitalismus. Kurzum: der afrikanische Sozialismus sei bloß eine Wiederbelebung des Geistes, von etwas was eben afrikanisch war.

Für die Richtigkeit des afrikanische Sozialismus wurden die verschiedene Rechtfertigungen verwendet. Einige glaubten, dass Afrika einfach zu unterentwickelt sei um mit den entwickelten Wirtschaften mithalten zu können. Andere appellierten an ein Zusammenhaltsgefühl, dass eben nicht durch ein wettbewerbsorientiertes System hervorgebracht werden kann. Andere glaubten aber auch, dass das Wirtschaftswachstum in Afrika geplant werden könne und so die Verschwendung von knappen Ressourcen verhindert werden könne, oder aber dass so Klassenkämpfe vermieden werden könnten.

Liberalismus

Da die sozialistischen Experimente wenig erfolgreich waren, sah man den 1980ern die Lösung der wirtschaftlichen Probleme im freien Markt, so wie er 1990 im Washington Consensus beschrieben wurde. Vierzig südafrikanische Nationen stimmten 1990 dem Plan des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur rigorosen Umstrukturierung der Wirtschaft zu. Die Empfehlungen des IWF sahen eine Kürzung der Währungen um 50 % vor, den Verkauf der staatlichen Industrien und die Streichung öffentlicher Unterstützungen.

Nach 20 Jahren waren diese Maßnahmen genauso wenig erfolgreich wie die zuvor durchgeführten sozialistischen Experimente. Das jährliche durchschnittliche Wirtschaftswachstum nahm lediglich von 2,3 % auf 2,8 % zu. Nur eine Handvoll afrikanischer Staaten erreichen ein höheres Wohlstandsniveau, aber viele wurden ärmer durch diese Wirtschaftspolitik.

Weshalb diese Politik fehlschlug, ist bis heute umstritten. Einige gingen davon aus, dass diese rein wirtschaftlichen Maßnahmen ohne Demokratisierung ohne gesetzlichen Rahmen nicht funktionieren können. Andere hingegen sahen den Washington Consensus als grundsätzlich fehlerhaft an. Wiederum andere sahen die mangelhafte Liberalisierung als Problem. Ferner ist darauf hingewiesen worden, dass während die hochentwickelten Handelsnationen auf die Öffnung des afrikanischen Marktes und die Streichung von staatlichen Zuschüssen bestanden haben, diese nur einseitig durchgeführt worden sind. So erfolgte insbesondere für afrikanische Agrarprodukte keinerlei Öffnung in die Märkte der höherentwickelten Handelsnationen. In den WTO Verhandlungen forderten die afrikanischen Führer regelmäßig die Abschaffung der staatlichen Fördermittel und die Öffnung der Märkte für afrikanische Produkte. Dabei wurde argumentiert, dass die Abschaffung der staatlichen Fördermittel folgende heilsame Effekte für die Entwicklung der Welt und Afrikas hätte:

  • Die entwickelten Nationen würden weniger Nahrung produzieren und müssten so mehr aus anderen Ländern importieren, was deren Wirtschaften ankurbeln würde
  • Ohne künstliche Stützung würden die Nahrungsmittelpreise steigen und somit könnte Gewinn aus dem Handel mit den entwickelten Nationen entstehen
  • Die entwickelten Volkswirtschaften könnten eine ausgeglichenere Landwirtschaftspolitik betreiben und Nahrungsmittel für den Export produzieren. Aus dem so entstehenden Zuwachs könne man sich besser vor Hungersnöten wappnen.

Autarkie

Mit wirtschaftlicher Autarkie, wie sie von Anhängern der Dependenztheorie vertreten wird, haben einige afrikanische Staaten einige begrenzte Versuche unternommen. In den 1980ern verbot Nigeria den Import von Nahrungsmitteln, um die heimische Produktion anzukurbeln. Mit dem Lagos Plan of Action von 1982 wurde ganz Afrika aufgerufen, den Import aus dem Rest der Welt zu stoppen. Aber nur wenige Länder setzten diese Idee auch um, und selbst Nigeria stimmte der Liberalisierung gelegentlich zu.

Den vielversprechendsten Versuch der Autarkie unternahm Malawi unter seinem ersten Präsidenten Hastings Kamuzu Banda, der aus der Einsicht, dass sein Land keine Rohstoffe habe, den Schluss zog, dass er den Staat auf Kleinbauern gründen müsse. Mit der landwirtschaftlichen Organisation ADMARC schuf er eine logistische und ökonomische Infrastruktur im Lande, die seinen Bürgern den Zugang zu Märkten und berechenbaren Einkommen schuf. Diese Politik begann zu scheitern, als die Weltbank Mitte der 1980er Jahre zunehmend den Anbau von Exportprodukten (Cash Crops) erzwang, und büßte endgültig jede Tragfähigkeit ein, als Ende der 1990er Jahre unter seinem Nachfolger eine ganze Jahresernte aus den Silos verschwand.

Ausländische Hilfe

Seit der Unabhängigkeit gibt es einen konstanten Zufluss an Entwicklungshilfe nach Afrika. In vielen Fällen wurden diese Gelder jedoch von skrupellosen Anführern unterschlagen. Während des Kalten Krieges war Entwicklungshilfe ein probates Mittel, sich die Loyalität der jeweils Herrschenden zu erkaufen, weshalb man großzügig über die entsprechenden Unterschlagungen hinwegschaute. Viele behaupten jedoch, dass diese Mittel nicht gestohlen wurden, sondern nur einfach falsch adressiert worden waren. Nach dem Ende des Kalten Krieges haben die meisten entwickelten Länder ihre Zuwendungen gekürzt. Über viele Jahrzehnte hinweg glaubte man, die Entwicklung durch staatliche Großprojekte vorantreiben zu können. Heutzutage herrscht jedoch die Auffassung, dass kleine Projekte die lokalen Wirtschaften besser entwickeln.

Ein viel kritisiertes Beispiel für ausländische Entwicklungshilfe ist die Lieferung von Nahrungsmitteln. In manchen Kreisen wird geglaubt, dass Nahrungsmittelhilfe die Probleme nicht wirklich löst, sondern vielmehr die Abhängigkeit von außen verfestigt und die einheimische Landwirtschaft und Industrie schädigt. Mit Nahrungsmittellieferungen lokale Nahrungsmittelengpässe bekämpfen zu wollen, ist in aller Regel kontraproduktiv. Wie der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, Amartya Sen, gezeigt hat, entstehen Hungersnöte durch einen Mangel an Finanzkraft und nicht durch einen Mangel an Nahrungsmitteln. Wenn in solchen Situationen Nahrungsmittel geliefert werden - im Gegensatz zu finanziellen Zuwendungen - hat dies den Effekt, dass die lokale Nahrungsmittelproduktion zusammenbricht. Nahrungsmittellieferungen dienen nicht zuletzt auch den Lieferanten, die auf diese Weise ihre Überschüsse abbauen können und damit jedes Interesse haben, die Lieferungen fortzusetzen.

Schuldenerlass

In jüngerer Zeit gibt es Fürsprecher, die sich für einen Schuldenerlass aussprechen. Jedes Jahr überweist Afrika mehr Geld in die Industrieländer, um seine Schulden zu begleichen, als es Entwicklungshilfe aus diesen Ländern bekommt. Schuldenerlass ist kein Allheilmittel, aber viele glauben, dass die Befreiung von dieser Last den Volkswirtschaften Afrikas helfen könnte, zu wachsen und zu prosperieren. Allerdings gibt es auch eine Reihe von Argumenten gegen einen vollen und bedingungslosen Schuldenerlass.

Eines dieser Argumente ist, dass dieser Schuldenerlass die Nationen bestraft, die mit ihrem geborgten Mitteln gut gewirtschaftet haben und deshalb keinen Schuldenerlass brauchen. Ein weiteres Argument ist, dass eine bedingungslose Schuldenbefreiung die betroffenen Nationen natürlich nicht automatisch dazu bewegt mehr in ihre sozialen Programme und Dienstleistungen zu investieren.

Und letzten Endes wurde argumentiert, dass ein Schuldenerlass die Aufnahme weitere Kredite erschweren würde. Da die Auslandsschulden Zahlungen aus Afrika heraus in einer Größenordnung verursachen, die in ungefähr mit der Höhe der Entwicklungshilfe übereinstimmt, behaupten einige, dass mit einem Schuldenerlass die Entwicklungshilfe zu 90 % eingestellt werden würde.

Zwischenstaatliche Kooperation

Der Ansatz der Kooperation geht bis in die Unabhängigkeitszeit der ersten afrikanischen Staaten zurück und war von wechselhaften Ergebnissen begleitet. Es bestehen verschiedene zwischenstaatliche Organisationen, in deren Rahmen regionale Probleme angegangen werden sollen (CILSS, IGAD) und die regionale wirtschaftliche Integration mit Freihandelszonen, Zoll- und Währungsunionen vorangetrieben werden soll.

Einige solche Organisationen zu wirtschaftlichen Zwecken sind:

Ein Problem dieser Ansätze ist, dass sich die regionalen Wirtschaftsorganisationen vielfach überschneiden und auch konkurrenzieren. So engagieren sich Kenia und Uganda nur mehr wenig in der IGAD, da sie sich auf die Ostafrikanische Gemeinschaft konzentrieren, und Tansania trat 2000 aus der COMESA aus, da es bereits zu SADC und EAC gehört.

Afrikanische Währungen

Länder die den CFA-Franc nutzen. Gruppiert nach Währungsunion.

Afrika hat zwei Währungsunionen, die UEMOA und die CEMAC. Beide nutzen den CFA-Franc als gemeinsame Währung.


Die nachfolgende Tabelle umfasst die Währungen aller afrikanischen Staaten.

Land Währung ISO 4217-Code
Algerien Algerischer Dinar (Abk: DA) DZD
Angola Kwanza (Abk: Kz) AOA
Benin CFA-Franc XAF
Botsuana Pula BWP
Burkina Faso CFA-Franc XAF
Burundi Burundi-Franc BIF
Kamerun CFA-Franc XAF
Kap Verde Kap-Verde-Escudo CVE
Zentralafrikanische Republik CFA-Franc XAF
Tschad CFA-Franc XAF
Komoren Komoren-Franc KMF
Demokratische Republik Kongo Kongo-Franc (Abk: F, FC) CDF
Republik Kongo CFA-Franc XAF
Elfenbeinküste CFA-Franc XAF
Dschibuti Dschibuti-Franc DJF
Ägypten Ägyptisches Pfund EGP
Eritrea Nakfa (Abk:Nfa) ERN
Äthiopien Birr (Abk: Br) ETB
Äquatorialguinea CFA-Franc XAF
Gabun CFA-Franc XAF
Gambia Gambia Dalasi XAF
Ghana Cedi XAF
Guinea Franc Guinéen GNF
Guinea-Bissau CFA-Franc XAF
Kenia Kenia-Schilling KES
Lesotho Loti LSL
Liberia Liberianischer Dollar LRD
Libyen Libyscher Dinar LYD
Madagaskar Ariary MGA
Mali CFA-Franc XAF
Malawi Malawi-Kwacha ZMK
Mauretanien Ouguiya MRO
Mauritius Mauritius-Rupie MUR
Marokko Marokkanischer Dirham MAD
Mosambik Metical MZM
Namibia Namibia-Dollar NAD
Niger CFA-Franc XAF
Nigeria Naira NGN
Ruanda Ruanda-Franc RWF
São Tomé und Príncipe Dobra (Abk: Db) STD
Senegal CFA-Franc XAF
Seychellen Seychellen-Rupie SCR
Sierra Leone Leone SLL
Somalia Somalia-Schilling SOS
Südafrika Rand ZAR
Sudan Sudanesischer Dinar SDD
Swasiland Lilangeni SZL
Tansania Tansania-Schilling TZS
Togo CFA-Franc XAF
Tunesien Tunesischer Dinar TND
Uganda Uganda-Schilling (Abk: Ush, UGS) UGX
Demokratische Arabische Republik Sahara Marokkanischer Dirham MAD
Sambia Kwacha ZMK
Simbabwe Simbabwe-Dollar ZWD

Siehe auch

Literatur

  • J.D. Fage: A History of Africa (Routledge, 4th edition, 2001 ISBN 0415252474) (Hutchinson, 1978, ISBN 0091328519) (Knopf 1st American edition, 1978, ISBN 0394322770)
  • Steve Kayizzi-Mugerwa: The African Economy: Policy, Institutions and the Future (Routledge, 1999, ISBN 0415183235)
  • Richard E. Moshomba: Africa in the Global Economy (Lynne Rienner, 2000, ISBN 1555877184)
  • Walter Rodney: How Europe Underdeveloped Africa. (Washington: Howard UP, 1982, ISBN 0882580965)
  • David E. Sahn, Paul A. Dorosh, Stephen D. Younger: Structural Adjustment Reconsidered: Economic Policy and Poverty in Africa (Cambridge University Press, 1997, ISBN 0521584515)
  • David Signer: Die Ökonomie der Hexerei oder warum es in Afrika keine Wolkenkratzer gibt (Peter-Hammer-Verlag, 2004, ISBN 3779500175)
Quellen, Zeitschriftenartikel
  1. http://www.newstatesman.com/Economy/200503140015

Weblinks







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