Wilhelm (Nassau)


Dieser Artikel befasst sich mit Wilhelm dem Reichen, Graf von Nassau-Dillenburg. Zu Wilhelm dem Reichen, Herzog von Jülich-

Kleve-Berg, siehe: Wilhelm (Jülich-Kleve-Berg)

Wilhelm genannt der Reiche (* 10. April 1487 in Dillenburg; † 6. Oktober 1559 ebenda) war von 1516–1559 Graf von Nassau-Dillenburg, Siegen, Vianden und Dietz.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Abstammung

Wilhelm war der Sohn des Grafen Johann V. von Nassau-Diez und der Landgräfin Elisabeth von Hessen (* 1466; † 1523), der ältesten Tochter des Landgrafen Heinrich III. von Hessen. Wilhelm wurde nach dem Tod seines Vaters 1516 Graf von Nassau-Dillenburg.

Wilhelms älterer Bruder Heinrich III. hatte bereits 1504 den nassauischen Besitz in den Niederlanden von Johanns V. Bruder Engelbert II. geerbt, so dass die deutschen Erblande dieser nassauischen Linie für Wilhelm frei wurden.

Regierung

Wilhelm wurde gemäßigter Lutheraner und führte 1533 in Nassau-Dillenburg die Reformation ein, seit 1535 Mitglied im Schmalkaldischen Bund, blieb er aber gegenüber Kaiser Karl V. loyal.

Wenig ehrgeizig lehnte Wilhelm 1528 die Statthalterschaft von Luxemburg ab. Er förderte die Landwirtschaft und gründete Schulen.

Wilhelm ließ seinen ältesten Sohn Wilhelm "den Schweiger", der ursprünglich so Lutheraner war, ab dessen 11. Lebensjahr römisch-katholisch erziehen, wofür der Kaiser im Gegenzug zusicherte, dass dieser das Fürstentum Orange in Südfrankreich erben durfte, das Renatus, ein Neffe Wilhelms des Reichen, seit 1530 regierte. Renatus starb 1544, so dass seitdem Wilhelm der Schweiger Fürst von Oranien wurde und zur weiteren Ausbildung in die Niederlande geschickt wurde.

Nachfolger von Wilhelm als Graf von Nassau-Dillenburg wurde so sein zweitältester Sohn, Johann.

Nachkommen

Wilhelm der Reiche war zweimal verheiratet. Seine erste Frau war Walburga von Egmond (* 29. Oktober 1490; † März 1529), die er 1506 in Koblenz geheiratet hatte. Sie hatten zwei Töchter:

  • Elisabeth (1515–1523)
  • Magdalena (1522–1567)
    ∞ 1538 Graf Hermann von Neuenahr und Mörs († 1578)

In zweiter Ehe heiratete er am 20. September 1531 Gräfin Juliana zu Stolberg, die 25-jährige Witwe des Grafen Philipp II. von Hanau-Münzenberg. Sie hatten zwölf Kinder:

  • Wilhelm (der Schweiger) (1533–1584), Fürst von Oranien-Nassau
  • Hermanna (*1534, jung verstorben)
  • Johann (1536–1606), Graf von Nassau-Dillenburg (1535–1606)
  • Ludwig (1538–1574), gefallen
  • Maria (1539–1599)
    ∞ 1556 Graf Wilhelm IV. von Berg-s'Heerenberg (1537–1586)
  • Adolf (1540–1568), gefallen
  • Anna (1541–1616)
    ∞ 1559 Albrecht von Nassau-Weilburg-Ottweiler (1537–1593)
  • Elisabeth (1542–1603)
    ∞ 1559 Graf Konrad von Solms-Braunfels (1542–1592)
  • Katharina (1542–1624)
    ∞ 1560 Graf Günther XLI. von Schwarzburg-Arnstadt (1526–1583)
  • Juliane (1546–1588)
    ∞ 1575 Graf Albrecht VII. von Schwarzburg-Rudolstadt (1537–1605)
  • Magdalena (1547–1633)
    ∞ 1567 Graf Wolfgang von Hohenlohe-Weikersheim (1546–1610)
  • Heinrich (1550–1574), gefallen

Trivia

Wilhelm machte hohe Schulden, war also alles andere als reich. Sein Beiname ist wohl auf seinen Kinderreichtum zurückzuführen.

Wilhelm soll sich einst an den Theologen Philipp Melanchthon gewandt haben, um ein Horoskop für seinen ältesten Sohn Wilhelm zu erstellen. Er prophezeite diesem das Erbe von Macht und Reichtum, ein turbulentes Leben und ein gewaltsames Ende. So wie alles später auch eintrat.

Literatur

  • Pierre Even: Dynastie Luxemburg-Nassau. Von den Grafen zu Nassau zu den Großherzögen von Luxemburg. Eine neunhundertjährige Herrschergeschichte in einhundert Biographien. Luxemburg 2000. S. 94f.






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