Wildenfels


Dieser Artikel beschäftigt sich mit der sächsischen Stadt Wildenfels. Weitere Orte gleichen Namens siehe unter Wildenfels (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wildenfels
Wildenfels
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wildenfels hervorgehoben
50.657512.582777777778353Koordinaten: 50° 39′ N, 12° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Zwickau
Höhe: 353 m ü. NN
Fläche: 20,66 km²
Einwohner: 3936 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 191 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08134
Vorwahl: 037603
Kfz-Kennzeichen: Z
Gemeindeschlüssel: 14 5 24 310
Stadtgliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Poststraße 26
08134 Wildenfels
Webpräsenz:
Bürgermeister: Tino Kögler
Die Stadt Wildenfels vom Ochsenkopf aus gesehen
Die Wildenfelser Steinbrüche
Der Rote Hirsch

Wildenfels ist die kleinste Stadt im Landkreis Zwickau. Schon innerhalb der Ortslage ist die Stadt Wildenfels mit ihren Ortsteilen Wildenfels, Härtensdorf, Schönau, Wiesenburg und Wiesen in eine bergige Landschaft eingebettet, umrahmt von viel Grün und den Höhenzügen des Erzgebirges. Von den Bewohnern wird die westerzgebirgische Mundart gesprochen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geologie

Durch die Vielzahl der aufgelassenen Steinbrüche hat sich eine reiche Kalkflora ausgebildet, die für das „Wildenfelser Zwischengebirge“, ein Kleinod für Geologen und Naturfreunde, prägend ist.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind die Städte Kirchberg und Hartenstein, Langenweißbach, Mülsen, Reinsdorf sowie die Stadt Wilkau-Haßlau.

Stadtgliederung

Neben der Kernstadt Wildenfels gehören die Ortsteile Wiesenburg, Schönau, Wiesen und Härtensdorf zur Gemeinde.

Geschichte

Archäologische Funde deuten darauf hin, dass es eine sehr frühe Besiedlung des Raumes Wildenfels gegeben haben muss. Ausgrabungen, 1958/59 im Bereich des sogenannten „Schönauer Ringwalles“ vorgenommen, sowie Funde keramischer Gegenstände an der alten Grünauer Straße lassen darauf schließen, dass bereits um 1200 vor unserer Zeitrechnung zeitweise Menschen in der Gegend angesiedelt waren.

Erstmals erwähnt wurde Wildenfels 1233, die Entstehung einer dauerhaften Siedlung wird jedoch schon viel früher vermutet. Auf einem Felssporn liegt das alte Schloss, deren Besitzer die Herren zu Wildenfels und von 1602 bis 1945 die Grafen von Solms-Wildenfels waren.

Von der Kalkgewinnung, erstmals 1533 erwähnt, zeugt noch heute ein erhaltener Hochofen zum Kalkbrennen im Ortsteil Schönau.

1995 fassten der Gemeinderat von Härtensdorf und der Wildenfelser Stadtrat den Beschluss über die Eingemeindung Härtensdorfs. Am 1. Oktober 1995 wurde dieser Beschluss dann umgesetzt. Nicht ganz so reibungslos ging der Gemeindezusammenschluss mit Wiesenburg und seinen Teilen Wiesen und Schönau vonstatten. Am 14. Mai 1998 fassten die Bürgermeister von Wiesenburg sowie der angrenzenden Gemeinde Silberstraße die Vereinbarung über den Zusammenschluss beider Gemeinden. Dem entgegen standen die Vorgaben aus dem Entwurf der Gemeindegebietsreform der sächsischen Staatsregierung gegen den dann auch geklagt wurde. Am 25. August 1999 verwarf der Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen die Klage Wiesenburgs, wodurch der Gemeindezusammenschluss mit Wildenfels rechtskräftig wurde.

Zeittafel

  • 1150 – Weihe einer Wegekapelle zu den Drei Marien am böhmischen Steig im heutigen Härtensdorf
  • 1233 – Wildenfels wird erstmals urkundlich erwähnt
  • 1251 – Die Wiesenburg wird erstmals urkundlich erwähnt
  • 1238 – Der heutige Ortsteil Schönau wird erstmals erwähnt
  • 1322 – Der heutige Ortsteil Härtensdorf wird erstmals erwähnt, Fritz von Melrin, Geistlicher in Härtensdorf mit Wildenfels
  • 1450 – Guss der Marienglocke, der ältesten Glocke der Kirche zu den Drei Marien in Härtensdorf
  • 1509/10 – Peter-Breuer-Altar für die Kirche zu den Drei Marien in Härtensdorf geschnitzt
  • 1529 – Einführung der Reformation in Härtensdorf mit Wildenfels
  • 1531 – Georg Taschner, erster evangelischer Pfarrer in Härtensdorf mit Wildenfels
  • 1533 – Die Kalkbrennerei in Schönau wird erstmals erwähnt
  • 1580 – Weihe eines Filials von Härtensdorf als erste Kirche (Betsaal ohne Turm) in Wildenfels
  • 1589 – Der Wildenfelser Betsaal brennt am 31. Juli nieder und bleibt zunächst als Ruine liegen
  • 1600 – Beginn der Kirchenbuchführung an der Kirche zu den Drei Marien in Härtensdorf für Härtensdorf mit Filial Wildenfels
  • 1605/06 – Neubau einer Kirche mit Turm in Wildenfels; im November findet in diesem Neubau die erste Taufe in der Kirche Wildenfels statt
  • 1636 – Am 16. März brennt die Wildenfelser Kirche erneut nieder; der Neubau wird zu Weihnachten geweiht
  • 1767 – Stiftung der Freimaurerloge „Zum goldenen Apfel“
  • 1800 – Beginn der Kirchenbuchführung in Wildenfels; bis dahin befinden sich alle Daten (Kirchenbücher) im Pfarrarchiv Härtensdorf
  • 1858 – Wiesenburg wird an die Eisenbahn angeschlossen
  • 1866 – Ausgründung der Kirchgemeinde (Parochie) Wildenfels aus der Parochie Härtensdorf; Abriss der baufälligen Wildenfelser Kirche
  • 1869 – Weihe der heutigen Wildenfelser Kirche
  • 1885 – Bau der heutigen Schönauer Kirche St. Rochus
  • 1934 – Gründung der ersten geschlossenen Bekennenden Gemeinde in Sachsen in Härtensdorf
  • 1974 – Schönau wird an Wiesenburg angegliedert
  • 1994 – Das Wildenfelser Zwischengebirge wird am 21. März 1994 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt
  • 1995 – Der Ortsteil Härtensdorf wird zum 1. Oktober eingemeindet (Beschluss 13. Juni 1995)
  • 1999 – Der Ortsteil Wiesenburg wird mit Wiesen und Schönau im Zuge der Gemeindegebietsreform am 1. Januar 1999 mit Wildenfels vereinigt.
  • 2006 – Ein Zusammenschluss mit der Stadt Hartenstein wird durch einen Bürgerentscheid verhindert.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1998 31. Dezember):

  • 1834 – 2.038
  • 1933 – 2.545
  • 1998 – 4.200
  • 1999 – 4.184
  • 2000 – 4.120
  • 2001 – 4.156
  • 2002 – 4.089
  • 2003 – 4.081
  • 2004 – 4.013
  • 2007 – 3.936
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Kirche „Zu den drei Marien“ im Ortsteil Härtensdorf mit Flügelaltar von Peter Breuer
  • St. Rochus-Kirche im Ortsteil Schönau mit Figuren von Peter Breuer
  • Schloss Wildenfels mit u.a. Blauen Salon, Wintergarten, Schlosskeller und Schlosssaal

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

  • Anbindungen an die BAB 72 (E441), BAB 4, B 93, S 277, S 282, S 283
  • Anschluss an den Muldenradweg (OT Wiesenburg)

Öffentliche Einrichtungen

  • Asklepios Fachklinikum Wiesen (Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie)

Bildung

  • Grundschule Wildenfels
  • BFS Wildenfels (im OT Wiesenburg gelegen)
  • Niederlassung der Kreismusikschule „Clara Wieck“

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung

Weblinks

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