Die Via Claudia Augusta war die wichtigste Römerstraße als Verbindung zwischen dem süddeutschen Raum und Norditalien. Vom Kastell „Submuntorium“ (48°39' N, 10°49' O)48.65036898055610.821534580833410 (Burghöfe, Gemeinde Mertingen bei Donauwörth) folgte sie dem Lauf des Lechs über die damalige Provinzhauptstadt Augusta Vindelicorum (Augsburg) bis nach Füssen. Von dort aus zog sie über Fern- und Reschenpass zur Etsch, um dieser bis Trient (Tridentum) zu folgen. Hier teilte sich die Straße. Der westliche Strang erreichte über Verona den Po bei Ostiglia (Hostilia), der östliche über Feltre die Adria bei Altinum. Ein bedeutsamer Kreuzungspunkt dieser antiken Straße war Abodiacum, das heutige Epfach am Lechrain, wo die durch Rätien verlaufende Ost-West-Magistrale von Salzburg nach Bregenz (Brigantium) den Lech überquerte.
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Kaiser Augustus ließ im Jahre 15 v. Chr. von seinen Stiefsöhnen Tiberius und Drusus die noch freien Gebiete der Alpen und das Voralpengebiet erobern. Zur Erschließung der neuen Provinz wurde bereits damals die Strecke von Feltria/Feltre über Tridentum (Trient) und den Reschenpass, das Oberinntal und den Fernpass bis ins Lechtal ausgebaut; endgültig fertiggestellt, erneuert und bis zur Donau verlängert wurde die Straße unter Kaiser Claudius.
Die Via Claudia Augusta stellte in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten die wichtigste Verbindung zwischen Adria/Poebene und Donauraum dar. Von besonderer Bedeutung war die Straße für den Cursus publicus, die römische Reichspost. Überwacht wurde sie wie üblich von den Benefiziariern, einer Art Straßengendarmerie, die für den Erhalt der Straße und für die Sicherheit ihrer Benutzer zu sorgen hatte. Im Laufe der Jahre bildete sich entlang der Straße eine lebhafte Infrastruktur. Es entstanden Gasthäuser und Pferdewechselstationen (mansiones, mutationes), die im Laufe der Jahre zum Teil zu Städten anwuchsen.
Mit dem Ausbau eines zweiten Straßenzweiges über den Brennerpass, Teriolae/Zirl, Partanum/Partenkirchen und Bratananium/Gauting verlor die Via Claudia Augusta ab dem 2. Jahrhundert etwas an Bedeutung, blieb jedoch für viele Jahrhunderte bis ins Mittelalter ein regional bedeutsamer Verkehrsweg.
Spuren der Via Claudia Augusta finden sich auch heute noch entlang der gesamten Strecke.
In Osterreinen im Gemeindegebiet von Rieden am Forggensee beispielsweise verläuft die Trasse am Grund des 1954 aufgestauten Forggensees und ist während des winterlichen Abstaus deutlich sichtbar. Während des Aufstauens im Frühjahr ist sie bei einer Stauhöhe von etwa 775 m über NN für kurze Zeit als im Wasser verlaufender Damm zu sehen.
Mitte der 1990er Jahre wurde die Via Claudia in einer grenzüberschreitenden touristischen und kulturellen Zusammenarbeit wiederentdeckt und revitalisiert. Vor allem für kulturell und kulinarisch interessierte Touristen ist die Strecke gedacht, die manche auch mit dem Fahrrad bewältigen.
Im deutschen Teil ist die Route meist sehr gut beschildert, zwischen Augsburg und Füssen durchgehend mit neuer Beschilderung nach ADFC und FGSV, im Rahmen des INTERREG IIIb-Projektes umgesetzt. Auch im österreichischen Teil ist die Route größtenteils beschildert und dokumentiert. In Italien sind die Hinweisschilder für die Via Claudia seltener aufzufinden. In allen Staaten fehlen teilweise die Schilder/Markierungen aufgrund von Vandalismus oder Bauarbeiten. Für Radfahrer verkehren auf Fernpass und Reschenpass zeitweise Shuttlebusse mit Fahrrad-Transportmöglichkeit.
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