Unternehmen Zeppelin


Das Unternehmen Zeppelin war eine zum Teil militärisch organisierte Spionage- und Sabotageorganisation des Reichssicherheitshauptamtes im Zweiten Weltkrieg u. a. mit dem Ziel, auf Josef Stalin einen Mordanschlag zu verüben. Die Kurzbezeichnung der Organistion bzw. des Unternehmens lautet RSHA, Amt VI C/Z. Tätigkeit dieser Organisation gegen Militär- und Industrieobjekte in der damaligen Sowjetunion wurde mit dafür ausgebildeten sowjetischen Krieggefangenen unter Anleitung von Offizieren des RSHA und der Waffen-SS realisiert. Die geplanten Aktionen seitens des Unternehmens "Zeppelin" konnten aus vielfältigen Ursachen heraus nur selten erfolgreich durchgeführt werden. (Literatur u. a. hierzu: S. Ostrjakow "Militärtschekisten", deutsche Übersetzung hrsg. von der Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit, 1982; S. 198 ff.)

Anfang Juli 1944 startete das Unternehmen Zeppelin/RSHA Amt VI C/Z mit Unterstützung des Kampfgeschwaders 200 (KG 200) und der zugeteilten Arado Ar 232 A-08 mit dem Flugzeugführer Unteroffizier Bruno Davids und dem Kommandanten Leutnant Paul Goldstern von Riga aus vergeblich, zwei übergelaufene russische Agenten, einen Mann und eine Frau, in der Nähe von Moskau auf einem verlassenen ehemaligen deutschen Feldflugplatz abzusetzen. (Siehe hierzu a.a.O.: S. 231 ff.) Die beiden, mit allem dafür Nötigen ausgestattet, sollten mit einem mitgebrachten Beiwagenmotorrad nach Moskau gelangen und dort auf Stalin einen Anschlag verüben. Dieses sorgfältigst vorbereitete Unternehmen hatte wegen vielfacher Widrigkeiten abgebrochen werden müssen. Das Flugzeug, das dort nicht gelandet war, hatte auf dem Rückflug mit einem der Fahrwerke Schwierigkeiten, deren Ursache sogar auf Sabotage schließen ließ. Das Unternehmen sollte aber auf jeden Fall erneut versucht werden. So forderte das KG. 200 von der 14./TG. 4 eine andere Arado an, diesmal eine viermotorige. Die Wahl fiel auf die Arado Ar 232 B-05.

Die Besatzung bestand aus dem mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichneten Flugzeugführer Oberfeldwebel Helmut Vierus, mit Feldwebel Gerhard Tiedt als Beobachter und Navigator, Unteroffizier Gerhard Haberecht als Bordfunker, Unteroffizier Wilhelm Braun als Bordmechaniker und Unteroffizier Gerhard Schneider als Bordschütze. Vorsorglich zusätzlich mitgenommen wurde der 1. Wart des Flugzeugs, Obergefreiter Eugen Hätterich. Das Flugzeug, ebenfalls von Riga aus gestartet, erreichte zwar das Ziel bei Rschew, etwa 200 km vor Moskau, landete aber auf einer anderen als der vorgesehenen Fläche, einer großen Waldlichtung. Dabei streifte es in der Dunkelheit anscheinend einen Baum, der die Arado so schwer beschädigte, dass ein Wiederstart unmöglich war. Die beiden mitgebrachten Russen, in Offiziersuniformen und mit entsprechenden Ausweisen versehen, machten sich zwar mit dem Motorrad auf den Weg nach Moskau, fielen aber unterwegs auf und wurden verhaftet. Von keinem der Besatzungsmitglieder tauchte je ein Lebenszeichen mehr auf.

Literatur

  • P.W. Stahl/Manfred Jäger: Geheimgeschwader KG 200. 1984, ISBN 3613010348.
  • Jet & Prop Ausgabe 2/96






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