Der Turiner Papyrus ist eine altägyptische Landkarte, die als bedeutendste erhaltene topografische Karte aus der Zeit um 1160 v.Chr. gilt. Der Bogen wurde vor 1824 in Deir el-Medina in Theben, von Bernardino Drovetti gefunden, der als Napoleons Prokonsul in Ägypten arbeitete. Das Dokument wird heute im Ägyptischen Museum in Turin aufbewahrt.
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Die Karte wurde um 1160 v.Chr. vom bekannten Schreiber Amennachte (dem Sohn Ipuys) angefertigt und diente einer Forschungsreise Ramses IV. zum Wadi Hammamat in der Östliche Wüste. Das Ziel waren präkambrische Metagrauwacke-Felsen, sogenannte „Bekhen-Steine“, eine Sandsteinart) der Arabisch- Nubischen Platte, aus denen Königsstelen gemacht werden sollten. Obgleich bereits verschiedentlich in der ägyptologischen Fachliteratur die Gegend um Bir Umm el-Fawakhir mit Wadi Hammamat in der ägyptischen Ostwüste als die Lokalisation des Papyrus genannte wurde, konnten erstmals von Klemm & Klemm (1989) anhand von Luftbildern diese Vermutungen eindeutig bestätigt werden.
Die Karte Zeigt eine 15 Kilometer lange Strecke des Wadi Hammamat, seinen Zusammenfluss mit dem Wadi Atalla und El-Sid, die umgebenden Hügeln, den Bekhenstein Steinbruch, eine Goldmine und die Siedlung bei Bir Umm Fawakhir.
Auf der Karte befinden sich außerdem zahlreiche Anmerkungen zu den Abbildungen den Zielen der Wadiverläufe, den Distanzen zwischen Steinbruch und Mine, den Goldlagerstätten in den Hügeln, und den Bekhensteinblöcken im Steinbruch. Die Karte ist oben nach Süden in Richtung der Nilquelle ausgerichtet. Wie im Turiner Museum rekonstruiert, soll die Karte die Maße 2,8 x 0,41 m haben, was jedoch nicht mit neueren Untersuchungen von Harrell and Brown (1992a, 1992b) übereinstimmt.
Es handelt sich bei dem Dokument nicht nur um die erste, doch bereits erstaunlich modern gestaltete topographische Karte, sondern gleichzeitig um die älteste bekannte geologische Karte, da sie die als schwarze und rosa Hügel gekennzeichneten Lagestellen der verschiedenen Felsarten sowie die unterschiedlichen, als braune, grüne und weiße Punkte markierten Wadi-Kiesarten angibt und außerdem Informationen zur Gewinnung der Steine und Minenprodukte enthält.
Der Zeichner stellte die Geländemerkmale klar, sorgfältig und in Übereinstimmung mit den tatsächlichen Gegebenheiten dar und steigerte den Informationsgehalt durch Anmerkungen und kontrastiere Farben. In dieser Hinsicht kann der Papyrus als erstes Geoinformationssystem betrachtet werden.
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