| Tunnel Bleßberg | ||
|---|---|---|
|
|
||
| Nutzung | Eisenbahntunnel | |
| Verkehrsverbindung | Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt (zweigleisig) | |
| Ort | Bleßberg | |
| Länge | 8314 m | |
| Anzahl der Röhren | 1 | |
| Querschnitt | 92 m²dep1 | |
| Größte Überdeckung | 330 m | |
| Bau | ||
| Baubeginn | 4. Dezember 2006 | |
| Lage | ||
|
|
||
| Koordinaten | ||
| Nordportal | 50° 29′ 54″ N, 10° 59′ 45″ O50.49833333333310.995833333333 | |
| Südportal | 50° 25′ 30″ N, 11° 1′ 15″ O50.42511.020833333333 | |
Der Tunnel Bleßberg ist der längste von 22 Eisenbahntunneln der Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt. Der Tunnel unterquert in der Nähe des 865 m hohen[1] Bleßbergs, zwischen Truckenthal und Goldisthal, den Hauptkamm des Thüringer Waldes mit dem Rennsteig und trägt daher seinen Namen. Mit einer geplanten Länge von 8314 m (Streckenkilometer 41,637 bis 41,951[1]) wird er nach seiner Fertigstellung die drittlängste zweigleisige Fernbahn-Tunnelröhre in Deutschland sein (hinter dem Landrückentunnel und dem Mündener Tunnel).
Inhaltsverzeichnis |
Das Südportal liegt bei 50° 25′ 30″ N, 11° 1′ 15″ O50.42511.020833333333Koordinaten: 50° 25′ 30″ N, 11° 1′ 15″ O, das Nordportal bei 50° 29′ 54″ N, 10° 59′ 45″ O50.49833333333310.995833333333. Die Gradiente steigt im Tunnel zum Nordportal hin kontinuierlich an. Das Südportal liegt dabei auf einer Höhe von 502,4 m über NN, das Nordportal, bei einer Steigung von bis zu 1,0916 %, auf 593,2 m[1]. Die Überdeckung liegt zwischen 6 und 330 m.[1]
Der Eisenbahntunnel hat eine lichte Höhe von 8,23 m ab Schienenoberkante sowie eine lichte Weite von 13,64 m, bei einem Maulprofil mit einer Nutzquerschnittsfläche von 92 m² über Schienenoberkante[1]. Als Oberbau ist eine Feste Fahrbahn vorgesehen, der Gleisabstand beträgt 4,5 m bei einer Entwurfsgeschwindigkeit von 300 km/h.
Der Tunnel durchquert das Thüringer Schiefergebirge mit Schwarzschiefer-, Grauwacke- und Frauenbachquarzitschichten und der sogenannten „Fränkischen Störung“ mit Muschelkalk, bei einem Gebirgswasserspiegel bis 300 m Wassersäule.
Der zweischalige Tunnel wird bei 126 m² Ausbruchquerschnittsfläche[2] mit bergmännischem Sprengvortrieb und einer Querschnittsunterteilung in Kalotte, Strosse und Sohle aufgefahren. Die Sicherung erfolgt durch Spritzbetonausbau nach der neuen österreichischen Tunnelbauweise. Der Tunnelvortrieb läuft kontinuierlich rund um die Uhr, bei vier Sprengungen pro Tag. Der Tunnelausbruch beträgt bei den ersten beiden Baulosen ungefähr 900.000 m³ und wird unter anderem auf einer 32,5 ha großen und maximal 14 m hohen Deponie bei Stelzen gelagert. Weitere Ausbruchsmassen sollen am Südportal zwischengelagert und für Dämme an der Strecke verwendet werden.
Die Herstellung erfolgt dabei in drei Baulosen. Das erste Baulos umfasste den Bau des 965 m[1] langen Querstollens. Dieser wurde in einem Jahr bis August 2006 aufgefahren und dient als Zwischenangriffstollen. Die Kosten belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro, die Ausbruchsmenge liegt bei rund 55.000 m³.
Das zweite Baulos beinhaltet den südlichen 4643 m langen Teil des Tunnels, mit dem Zwischenangriffsstollen als Hauptangriffspunkt. Dieses wurde im August 2006 für rund 70 Millionen Euro vergeben und soll Anfang 2010 abgeschlossen sein. Das dritte Baulos umfasst den 3671 m langen nördlichen Tunnelteil, sowie den anschließenden Tunnel Goldberg inklusive zweier Talbrücken. Die Bahn rechnet mit einer Gesamtbauzeit von sieben Jahren.
Offiziell angeschlagen wurde der Tunnel am 4. Dezember 2006.[1] Die Tunnelpatenschaft für den Südabschnitt hat die SPD-Politikerin Iris Gleicke übernommen[3], entsprechend wird die Röhre auch als Iris-Tunnel bezeichnet.
Bis Mitte Juli 2007 waren 800 m ausgebrochen.[4] Pro Sprengung werden 1,7 bis 2,2 m ausgebrochen.[3] Rund 160 Menschen arbeiten auf der Baustelle in zwei Schichten rund um die Uhr, eine weitere Schicht hat frei[5]. Pro Schicht sind 16 bis 20 Menschen unter Tage.[3] Anfang November 2007 waren über zwei Kilometer des Fahrtunnels ausgebrochen, vier der acht Notausgänge im Bau.[5]
Am 30. März 2008 stießen die Mineure, rund 240 m vom Südportal entfernt, auf eine Tropfsteinhöhle, die den Namen Bleßberghöhle erhielt. 60 m vor dem Durchschlag am Südportal wurde eine weitere Karsthöhle entdeckt. Am 3. Juni 2008 begutachteten Fachleute diese vertikal zur Tunnelröhre verlaufende Höhle, die aufgrund ihrer geringen Standsicherheit anschließend verschlossen wurde.[6] Die Haupthöhle sollte im Januar 2009, während einer 14-tägigen Baupause, erneut zur Erkundung geöffnet und anschließend dauerhaft verschlossen werden.[7] An ihrer höchsten Stelle befindet sich die Haupthöhle etwa zehn Meter unter dem Tunnel. Im Kreuzungsbereich zwischen Bahntunnel und Höhle wurde der Tunnel bis auf das untere Niveau der Höhle vertieft, um eine stabile Gründung zu schaffen.[8] Auf einer Länge von rund 500 m wurde im Bereich der Höhle die Tunnelschale auch im Bereich der Sohle rund ausgeführt. Darüber hinaus wurde die Sohle im Bereich der Querung der Höhle mit Gestein und Beton zusätzlich verfestigt.[9]
Tunneldurchbruch in der Kalotte am Portal Süd war, nach 14 Monaten Bauzeit, am 14. Juni 2008. Der offizielle Durchschlag am Südportal fand am 24. Juni statt[2] Gegen 12:45 Uhr löste die Tunnelpatin eine symbolische Sprengung aus[10]. Für den ersten, 4,6 km langen, Bauabschnitt wurden insgesamt 70 Millionen Euro investiert[2]. Mit der Realisierung des Südabschnittes ist eine Arbeitsgemeinschaft von drei Unternehmen beauftragt.
Auf der Baustelle sind rund 170 Menschen beschäftigt[10]. Der Vortrieb im Südabschnitt soll 2009 abgeschlossen werden[2].
Der nördlich anschließende Goldbergtunnel (1163 m), die Saubachtalbrücke (55 m) und die Grubentalbrücke sollen nach ihrer Fertigstellung (Rohbau) als Zufahrt zur Baustelle am Nordportal des Bleßbergtunnels dienen.[11][1]
Insgesamt entstanden mehr als 20 Kilometer Baustraßen, die nach Abschluss der Bauarbeiten teils zurückgebaut, teils als Zufahrt zu den Notausgängen erhalten bleiben sollen.[1]
Das Bauwerk wird im Abstand von maximal 1000 m acht Notausgänge aufweisen.
Insgesamt entstehen Schräg- und Parallelstollen mit einer Gesamtlänge von 4477 m.[1] Die Feste Fahrbahn und die Stollen sind von Straßenfahrzeugen befahrbar, eine trockene Löschwasserleitung mit unterirdischen Löschwasserbehältern an den Tunnelportalen ist vorgesehen.
An beiden Portalen sowie an den Punkten, an denen die Notausgänge an die Oberfläche treten, ist die Anlage von Rettungsplätzen vorgesehen.[11] Diese dienen ebenfalls als Landemöglichkeit für Hubschrauber.[1]
|
Südportal Dezember 2006 |
Blessbergtunnel Südportal Juni 2007 |
Portal Notausgang 1, Juli 2007 |
Schacht Notausgang 4, August 2007 |
|
Südportal August 2008, Aufbau des Schalwagens |
Südportal Januar 2009 |
Nordportal April 2009 |
Notausgang 8, April 2009 |
stock | retire | vm
Why are we here?
All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License
This page is cache of Wikipedia. History