Tote im Zweiten Weltkrieg


Während des Zweiten Weltkrieges fanden Schätzungen zufolge ungefähr 50 bis 55 Millionen Menschen den Tod, darunter nicht nur viele Soldaten, sondern auch Zivilisten. Ein bedeutender Teil sind die politisch oder rassistisch Verfolgten (Juden, Slawen (vor allem Russen, Ukrainer, Polen und Weissrussen), Roma, Sinti, Jenische, Homosexuelle, „Asoziale“, „Wehrkraftzersetzer“, Geistliche und Oppositionelle), die in den Vernichtungs- und Konzentrationslagern der Nationalsozialisten umkamen (siehe auch Holocaust). Allein in der Sowjetunion und China wurden ca. 16 Millionen Zivilisten getötet. Hinzu kommen als Ursachen für die zivilen Verluste Bombardierungen der Städte, die Härte der Kriegswinter und Hungersnöte, Arbeits- und Internierungslager der Sowjetunion, Japans und des deutschen Reiches und die vielfache gewaltsame Vertreibung während und nach dem Krieg durch verschiedene Nationen (vor allem Deutsches Reich und Sowjetunion, z. B. als Folge der deutschen Siedlungspolitik, später auch als Folge der Beneš-Dekrete).

Inhaltsverzeichnis

Zahlen

Putzger

Nach F. W. Putzger: Historischer Weltatlas, Velhagen & Klasing, 1969

Beim Verwenden dieser Zahlen sei Vorsicht geboten, da in den letzten 40 Jahren die Zahlen mehrfach revidiert wurden. Die Zahlen enthalten gefallene, ermordete, getötete und vermisste Menschen im Zweiten Weltkrieg. Außerdem beziehen sich die Zahlen auf die Länder, aus denen die Soldaten, Zivilisten, Juden und Volksdeutsche stammten. Personen werden in 10.000-Schritten aufgelistet. Dieses Material wurde für einen Atlas aufbereitet, der im Unterricht an Schulen in der Bundesrepublik Deutschland (Westdeutschland) verwendet worden ist.

Land Soldaten Zivilisten
(Luft- und Partisanenkrieg)
Juden Volksdeutsche
(bis 1949)
Gesamt
Belgien 10.000 50.000 30.000 0 90.000
Bulgarien 10.000 0 10.000 0 20.000
Danzig 20.000 80.000 0 0 100.000
Deutschland 3.200.000 2.100.000 170.000 0 5.470.000
Estland 0 140.000 0 0 140.000
Finnland 90.000 0 0 0 90.000
Frankreich 250.000 270.000 80.000 0 600.000
Griechenland 20.000 80.000 60.000 0 160.000
Vereinigtes Königreich 330.000 60.000 0 0 390.000
Italien 330.000 70.000 10.000 0 410.000
Jugoslawien 300.000 1.300.000 60.000 180.000 1.840.000
Lettland 0 120.000 80.000 10.000 210.000
Litauen 0 170.000 130.000 0 300.000
Niederlande 10.000 100.000 100.000 0 210.000
Norwegen 10.000 0 0 0 10.000
Österreich 230.000 40.000 60.000 0 330.000
Polen 100.000 2.500.000 3.000.000 300.000 5.900.000
Rumänien 200.000 40.000 220.000 140.000 600.000
Sowjetunion 13.600.000 6.000.000 1.000.000 300.000 20.900.000
Tschechoslowakei 0 70.000 240.000 450.000 760.000
Ungarn 140.000 80.000 200.000 90.000 510.000
USA (in Europa) 170.000 0 0 0 170.000
Gesamt (Europa) 19.020.000 13.270.000 5.450.000 1.470.000 39.410.000
Australien 30.000 0 0 0 30.000
Britisch-Indien 40.000 0 0 0 40.000
China 3.500.000 10.000.000 0 0 13.500.000
Japan 1.700.000 550.000 0 0 2.250.000
Neuseeland (im pazif. Raum) 10.000 0 0 0 10.000
USA (im pazif. Raum) 50.000 0 0 0 50.000
Gesamt (Asien) 5.330.000 10.360.000 0 0 15.690.000
Gesamt 24.350.000 23.630.000 5.450.000 1.470.000 55.100.000

van Mourik

Nach W. van Mourik: Bilanz des Krieges, Lekturama-Rotterdam, 1978

Die Zahlen enthalten gefallene und vermisste Soldaten bzw. Zivilisten, die in Kampfhandlungen umgekommen sind. Außerdem beziehen sich die Zahlen auf die Länder, aus denen die Soldaten und Zivilisten stammten.

Land Soldaten
Australien 30.000
Belgien 10.000
Bulgarien 10.000
Republik China 3.500.000
Deutschland 3.250.000
Finnland 90.000
Frankreich 250.000
Griechenland 20.000
Vereinigtes Königreich 370.000
Italien 330.000
Japan 1.700.000
Jugoslawien 300.000
Lettland
Litauen
Neuseeland 10.000
Niederlande 23.000
Norwegen 10.000
Österreich 230.000
Polen 200.000
Rumänien 200.000
Sowjetunion 13.600.000
Tschechoslowakei 20.000
Ungarn 120.000
USA 220.000
Gesamt 24.413.000
Land Zivilisten
Australien
Belgien 50.000
Bulgarien
Republik China 10.000.000
Deutschland 3.640.000
Estland 140.000
Frankreich 270.000
Griechenland 80.000
Vereinigtes Königreich 60.000
Italien 70.000
Japan 360.000
Jugoslawien 1.300.000
Lettland 120.000
Litauen 170.000
Neuseeland
Niederlande 112.000
Norwegen
Österreich 40.000
Polen 6.000.000
Rumänien 40.000
Sowjetunion 6.000.000
Tschechoslowakei 70.000
Ungarn 80.000
USA
Gesamt 25.102.000

Opferzahlen der Sowjetunion

Bis zur Perestroika galt in der Sowjetunion die offizielle Zahl von 20 Millionen Kriegstoten. Russische Forscher geben die Zahl mittlerweile mit 8,6 Millionen gefallenen Soldaten und 17 Millionen getöten Zivilisten an.[1] Eine Kommission die 1987 bis 1991 vom Verteidigungsminister Dmitri Jasow eingesetzt wurde, beziffert die Verluste sogar auf 37 Millionen Menschen, darunter 8,6 Millionen Soldaten und 27 bis 28 Millionen Zivilisten.[2]

Opferzahlen Polens

Die bisher gültige Opferzahl von 6 Millionen Tote, war nach dem Krieg relativ willkürlich festgelegt worden. Mittlerweile hat das Institut für Nationales Gedenken im Auftrag des Kultusministeriums und die Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung ein Projekt zur konkreten Ermittlung der Kriegsopfer gestartet.[3]

Literatur

  • F. W. Putzger: Historischer Weltatlas, Velhagen & Klasing, Bielefeld Berlin Hannover, 1969
  • W. van Mourik: Bilanz des Krieges, Lekturama-Rotterdam, 1978
  • Boris C. Urlanis: Bilanz der Kriege. Die Menschenverluste Europas vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1965
  • Micheal Clodfelter: Warfare and armed conflicts: a statistical reference to casualties and other figures, 1500-2000, McFarland, Jefferson, N.C., 2002 (2nd ed.) ISBN 0-7864-1204-6
  • Rüdiger Overmans: Deutsche militärische Verluste im Zweiten Weltkrieg, Oldenbourg, München, 2004 (3. Aufl.) ISBN 3-486-56531-1

Einzelnachweise

  1. Richard Overy: Russlands Krieg. Hamburg 2003, S. 435 ff.
  2. http://de.rian.ru/russia/20090507/121492894.html
  3. http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2170412

Weblinks

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