| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Tag (Begriffsklärung) aufgeführt. |
Das deutsche Wort
der Tag?/i bezeichnet folgende Sachverhalte:
Dieser Bedeutungsunterschied führt dazu, dass auch der Anfang eines Kalendertages in verschiedenem kulturellen Kontext unterschiedlich gesetzt wird.
Der Begriff wird sowohl zur Bezeichnung für ein Zeitmaß, von Zeitspannen als auch von Zeitpunkten verwendet: Auf heute, den aktuellen Tag bezogen, bezeichnet gestern den vergangenen und morgen den folgenden Tag.
Inhaltsverzeichnis |
| Einheit | |
|---|---|
| Norm | ISO 1000, DIN 1301 |
| Einheitenname | Tag |
| Einheitenzeichen | d [1] |
| Beschriebene Größe(n) | Zeit, Zeitspanne, Dauer |
| Größensymbol(e) | ![]() |
| Dimensionsname | Zeit |
| Dimensionssymbol | t |
| In SI-Einheiten | ![]() |
| Abgeleitet von | d .. lat. dies „Tag“ |
| Siehe auch: Jahr, Monat, Stunde, Minute Anm.:[1] ein hochgestelltes d ist nicht normgerecht, aber üblich |
|
Im Messwesen wird der Tag als Zeitmaß formelhaft beschrieben als eine
Der Kalendertag ist in der Kalenderrechnung als Zeitspanne neben dem Kalenderjahr und bisweilen dem Kalendermonat die grundlegende Größe:
In dem bei uns gebräuchlichen gregorianischen Kalender ist ein Tag die Zeitspanne von einer Mitternacht bis zur nächsten Mitternacht.
Eine Kombination wie 5. Mai, also bestimmt durch Monat und Tagesnummer, aber ohne Jahr, nennt man einen Kalendertag.
Die Kalendertage werden nach der ISO 8601 innerhalb eines Monats von „1“ ausgehend als Kalenderdatum fortlaufend nummeriert und in einem Datumsformat schriftlich fixiert. Außerdem wird ihnen, von Monat und Jahr unabhängig, in fester Reihenfolge ein Wochentag zugewiesen. Damit beschreibt das Datum des Tages eine fortlaufende Zeitskala (lineare Zeit), in Unterscheidung zum Wochentag, das sich in seinem Ablauf regelmäßig wiederholt (zyklische Zeit).
Der Tagesbeginn um Mitternacht ist von astronomischen Konventionen beeinflusst. Andere Kalendersysteme setzen den Tagesbeginn aus den Sonnenaufgang. Im jüdischen und islamischen Kalender umfasst der Tag die Zeit von einem Sonnenuntergang bis zum nächsten Sonnenuntergang. Diese Auffassung war im europäisch-vorderasiatischen Raum insgesamt lange vorherrschend. Die römische Zählung der Nachtstunden (vigiliae) und bestimmte Elemente des christlichen Ritus können als Beispiele genannt werden. Das bekannteste Beispiel dürfte der Beginn des Weihnachtsfestes (25. Dezember) bereits an seinem Vorabend sein, der nach moderner Rechnung noch zum 24. Dezember gehört (Heiligabend). Die Setzung des Tagesbeginns auf den Sonnenuntergang ist besonders in Kombination mit Mondkalendern zweckmäßig, bei denen der Monat ebenfalls abends mit der dann sichtbaren neuen Mondsichel beginnt.
Eine Besonderheit sind die synodischen lunaren Tage Tithi der Vedischen Zeitrechnung, die in ihrer Dauer zwischen 19 und 26 Stunden variieren, mit 1 masa (Lunarmonat) = 30 tithi
Es gibt verschiedene dem Kalendertag ähnliche Größen, die ihren Ursprung in den komplexen Bewegungen der Himmelskörper und den verschiedenen Bezugspunkten himmelsmechanischer Berechnungen haben:
Besondere Bedeutung haben beziehungsweise hatten die Sonnen- und Sternzeit des Nullmeridians für die Festlegung der Weltzeit oder zur Angabe von Sternörtern.
In erweitertem Sinn kann ein Tag als die Rotationsperiode von Himmelskörpern betrachtet werden. Es gibt dann neben dem Tag auf der Erde beispielsweise auch einen „Marstag“ (24 Stunden, 37 Minuten), „Merkurtag“ (58 Tage, 15 Stunden).
Mit lichter Tag bezeichnet man den Zeitabschnitt eines Kalendertages, der von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang reicht, also den helllichten Tag, den vom Sonnenlicht erhellten Abschnitt eines Kalendertages, in dem es nicht „Nacht“ ist. Das ist das ursprünglichere Konzept des Tagesbegriffs. In den antiken Kulturen und während des Mittelalters besaß der Unterschied zwischen Tag und Nacht eine weitaus größere Bedeutung als in Gesellschaften, deren Lebensrhythmus durch künstliche Beleuchtung verschoben wird.
Dem Begriff des lichten Tags entspricht der astronomische Begriff Tagbogen der Sonne. Mit Ausnahme einer Position am Äquator hängt die Länge des hellen Abschnitts von geografischer Breite und der Jahreszeit ab, in Mitteleuropa schwankt er zwischen etwa 15 und 17 Stunden im Sommer und etwa 7 und 9 Stunden im Winter. Vom Breitengrad 66½ an geht die Sonne nicht mehr an jedem Tag des Jahres über den Horizont und auch nicht mehr an jedem Tag unter selbigen. Näheres zu diesem Sachverhalt siehe Aufgang (Astronomie).
Die Grenzen zwischen diesen Abschnitten sind fließend und sowohl vom Kulturkreis, den Jahreszeiten als auch von den persönlichen Lebensumständen beeinflusst. So werden zum Teil auch die Dämmerungszeiten mit in den lichten Tag einbezogen. Der Wechsel der hellen Tageszeit mit der Nacht hilft, die innere Uhr des Menschen zu synchronisieren.
Im täglichen Leben wird der subjektive Tag, englisch auch awake time period, durch den Rhythmus von Aufstehen und Schlafengehen bestimmt. Der Tag wird oft abstrahiert in die Abschnitte Nacht, Morgen, Vormittag, Mittag, Nachmittag, Abend und Mitternacht gegliedert. Mittag und Mitternacht können dabei sowohl die genaue Uhrzeit als auch Zeiträume in der Nähe dieser Zeiten bezeichnen.
Für die überwiegende Mehrzahl der Menschen fallen die verschiedenen Tagesbegriffe zusammen. In den gemäßigten Breiten korrespondiert allerdings heute der Tagesablauf nicht mit dem lichten Tag, im Sommerhalbjahr erwacht man lange nach, im Winter lang vor Tagesanbruch, während die Sonne über dem Horizont steht, halten viele Menschen sich nicht im Freien auf. Das wird als eine der Ursachen der saisonalen Depression (Winterdepression) gesehen.
Weniger leicht ist die Situation für Menschen, deren subjektiver Tag oft oder regelmäßig nicht dem bürgerlichen Tagesablauf (sozialer Tag) folgt, so etwa bei Schichtarbeit. Solche Personen bezeichnen intuitiv die Zeit nach Mitternacht als zum vorhergehenden Tag gehörig. Die Verschiebung zum Kalendertag fällt nur etwa beim Verfassen schriftlicher Datumsangaben auf, da die Kommunikation zur – schlafenden – übrigen Gesellschaft eingeschränkt ist. Problematischer ist der Widerspruch zum lichten Tag, der zu gesundheitlichen Störungen (shiftworker syndrom) führen kann oder beim Wachdienst die gefürchtete Hundswache verursacht. Endgültig verwirrend ist aber die Situation, wenn der persönliche Tag sich soweit verschiebt, dass er sich mit dem nächsten sozialen Tag überschneidet, wie es bei extremer Schichtarbeit oder gravierenden Schlafstörungen auftreten kann. Menschen, deren persönlicher Tag als Lebensstil permanent gegen den lichten Tag verschoben ist, bezeichnet man als Nachtmenschen.[1]
Ein weiterer Widerspruch ergibt sich aus Zeitverschiebung gegenüber anderen Zeitzonen. Bei der Kommunikation mit Menschen, deren Ortszeit beträchtlich gegen die eigene verschoben ist, ist eine Abklärung, welcher Tag dort gerade ist, unabdingbar. Im modernen computerunterstützen Leben wird das durch Zeitzonenuhren unterstützt, oder die Funktion, dass E-Mails in UTC datiert und erst vor Ort umgerechnet werden. Bei Fernreisen in andere Zeitzonen tritt aufgrund der Desynchronisation der inneren Uhr mit verschiedenen örtlichen lichten Tagen der Jetlag auf.
Im Mittelalter, aber auch noch bis in das frühe 19. Jahrhundert – und in vielen Weltgegenden außerhalb Europas bis heute – wird den ganzen Tag von „früh bis spät“ gearbeitet, der Arbeitstag – die tägliche Arbeitszeit – beträgt bis zu 16 Stunden. Das Tagewerk ist synoym zur dabei verrichteten Arbeit. Bis heute ist es Pflicht des Arbeitnehmers, ausgeruht zur Arbeit zu erscheinen, daher zählt die Nacht als Schlafzeit zu den Verpflichtungen des arbeitenden Menschen. Erst damit, dass gesetzliche Regeln über die erlaubte maximale tägliche Arbeitszeit (Arbeitszeitgesetze) eingeführt werden, tut sich nach der Arbeit ein Zeitfenster auf, das weder für Arbeit noch für Ruhe genutzt werden muss. Am Anfang der geschichtlichen Entwicklung ist das der Feierabend, der nur ein, zwei Stunden beträgt. Mitte des 20. Jahrhunderts aber reduziert sich die tägliche Arbeitszeit von 10 auf meist 8 Stunden, und der beträchtliche Zeitraum bekommt den Namen Freizeit, als „freie“ Zeit zwischen Tag und Nacht.
Ähnlich verlaufen die Entwicklungen beim Schultag und der Unterrichtszeit.
Heute kommt dieser Begriff des Tages als Arbeitszeit hauptsächlich in manchen sprachlichen Wendungen zum Ausdruck, etwa Halbtagsarbeit, der Frage „Wie war der Tag?“ (auch wenn das Kind zu Mittag nach Hause kommt), „mit seinem Tagewerk zufrieden sein“, und dem „Feierabend“ als Ende der Arbeitszeit am späten Nachmittag.
In früherer Zeit begann der neue Tag nicht erst wie heutzutage um Mitternacht, sondern schon bei der lokalen Abenddämmerung. Deshalb werden viele Feiertage noch heute schon am Vorabend begangen (z. B. Heiligabend, Nikolausabend etc.).
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