| Stein am Rhein | |
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| Basisdaten | |
| Kanton: | Schaffhausen |
| Bezirk: | (Der Kanton Schaffhausen kennt keine Bezirke) |
| BFS-Nr.: | 2964i1f3f4 |
| PLZ: | 8260 |
| Koordinaten: | (706710 / 279728)47.65958.8592413Koordinaten: 47° 39′ 34″ N, 8° 51′ 33″ O; CH1903: (706710 / 279728) |
| Höhe: | 413 m ü. M. |
| Fläche: | 5.75 (ohne Seeanteil) km² |
| Einwohner: | 3182 (31. Dezember 2008)[1] |
| Website: | www.steinamrhein.ch |
| Karte | |
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Stein am Rhein (zur Zeit der Zürcher Herrschaft auch Lithopolis) ist eine politische Gemeinde im so genannten oberen Kantonsteil des Kantons Schaffhausen in der Schweiz.
Das Städtchen liegt im Wesentlichen nördlich des Rheins auf etwa 413 m ü. M., wo der Rhein seinen Auslauf aus dem Bodensee nimmt, und war Hauptort des gleichnamigen Bezirks. Stein ist vor allem wegen des gut erhaltenen Altstadtkerns bekannt. Viele mittelalterliche Bauten prägen das Bild – die bemalten Häuserfassaden, Fachwerkhäuser, Erker und kleine Gassen sind das touristische Potential dieser Stadt. Des Weiteren sind die Inselgruppe Werd (althochdeutsch Werid, ein darauf gelegener früher gewaltiger Gneisfelsen gab der Stadt ihren Namen), die Propstei Wagenhausen und die Burg Hohenklingen in der allernächsten Umgebung zu erwähnen. 1972 erhielt die Gemeinde für die beispielhafte Pflege dieses einzigartigen Ortsbilds den ersten Wakkerpreis.
Die Kleinstadt am Rhein zählt 3224 Einwohner (Stand 2008[2]). Als einzige Gemeinde des Kantons Schaffhausen verfügt Stein am Rhein über einen Zugang zum Bodensee und mit einem Brückenkopf über eine namhafte Fläche südlich des Rheins.
Der Heilige St. Georg ist der Schutzpatron von Stein am Rhein. Auf dem Wappen ist er im Kampf mit einem Drachen zu sehen.
Inhaltsverzeichnis |
Archäologische Funde sowie eine fragmentarisch erhaltene Bauinschrift belegen, dass sich auf dem heutigen Stadtgebiet bereits in der Spätantike eine römische Grenzfestung (etwa 90 x 90 Meter) namens Tasgetium befand, die eine Rheinbrücke kontrollierte. Die Festung wurde um 300 unter Kaiser Diokletian errichtet und befand sich links des Rheins; Überreste der südlichen Außenmauer bilden heute die Begrenzung eines Friedhofs und sind gut sichtbar. Noch Anfang des 5. Jahrhunderts wurden weitere Arbeiten an dem Kastell ausgeführt. Rechts des Flusses befand sich zudem noch ein kleinerer Brückenkopf, und auch ein spätrömischer Friedhof wurde bei Grabungen um 1900 entdeckt. Eine gewisse Siedlungskontinuität ins Mittelalter lässt sich nachweisen, so wurden mehrere mittelalterliche Gebäude auf den Fundamenten römischer Bauten errichtet. Der römische Name des Ortes geriet aber in Vergessenheit.
Stein am Rhein wird erst 1267 erstmalig als Stadt urkundlich erwähnt. Grund- und Marktherr der Stadt war damals das Kloster St. Georgen. Durch den Abt wurde zur Verwaltung der niederen Gerichtsbarkeit ein Schultheiss ernannt, zu dem sich ein Stadtrat entwickelte. Die Reichsvogtei, das heisst die hohe Gerichtsbarkeit und das Mannschaftsrecht, gehörte zuerst den Herzögen von Zähringen, dann den Kastvögten des Klosters St. Georgen, den Freiherren von Hohenklingen, schliesslich der Familie Klingenberg.
Das älteste Stadtrecht Steins stammt aus dem Jahr 1385. Am 22. Januar 1457 gelang es den Stadtbehörden, die Vogteirechte von den Klingenberg zu erwerben und so den Status der Reichsfreiheit zu erlangen.
1459 verbündete sich Stein mit Zürich und Schaffhausen, um sich vor Übergriffen der Habsburger zu schützen. 1468 gab sich die Stadtgemeinde eine Verfassung mit Bürgermeister, Räten, Reichsvogt (Hohes Gericht) und Schultheissen (Niederes Gericht). Die Zünfte hatten keine direkte politische Mitsprache. Stein erwarb bis ins 16. Jahrhundert im Umland ein kleines Untertanengebiet bestehend aus Hemishofen, Ramsen mit Wiesholz, Wilen, Karolihof und Bibern, Wagenhausen mit Bleuelhausen und Reichlingen.
Am 29. September 1484 begab sich Stein aus finanziellen und politischen Gründen unter die Schutzherrschaft Zürichs und kam so zur Eidgenossenschaft. Es gelang der Stadt infolgedessen nicht, die Schirmherrschaft über das Kloster St. Georgen zu erwerben, da Zürich ihr zuvorkam. Nach der Aufhebung des Stifts in der Reformation baute Zürich als Rechtsnachfolger des Klosters schrittweise seine Landesherrschaft über Stein auf.
Die Zugehörigkeit zu Zürich endete in der Helvetik, als Stein im Mai 1798 an Schaffhausen angeschlossen wurde. Zwar versuchte Stein 1802 wieder zu Zürich zurückzukehren, musste aber schliesslich mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung 1803 seine Zugehörigkeit zu Schaffhausen akzeptieren.
Im Mittelalter und der frühen Neuzeit kam Stein vor allem strategische Bedeutung zu, da es über eine der wenigen Brücken über den Rhein verfügte. Im Schwabenkrieg wurde Stein für die Eidgenossen zu einem Einfallstor in den Hegau. Im Dreissigjährigen Krieg erzwangen die Schweden den Rheinübergang bei Stein auf ihrem Weg nach Konstanz. Die spätmittelalterliche Rheinbrücke wurde bei Kämpfen zwischen Russen und Franzosen während der Franzosenzeit zerstört.
Stadtpräsident: Franz Hostettmann (SVP)
Zwischen April und Oktober wird Stein am Rhein mehrmals täglich durch die Kursschiffe der URh Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein angefahren.
Der Bahnhof liegt auf linksrheinischem Gebiet und ist somit der einzige Bahnhof des Kantons Schaffhausen, der nicht nördlich des Rheins gebaut worden ist. Verbindungen gibt es nach Schaffhausen, Winterthur und entlang dem Bodensee über die Seelinie bis nach Romanshorn und weiter nach Rorschach und St. Gallen. Ausserdem bestehen Nachtverbindungen (Freitag/Samstag) von und nach Schaffhausen, Winterthur, Kreuzlingen und Romanshorn. Das Bahnstreckennetz wird von der Thurbo AG betrieben.
Stein am Rhein ist Endstation der Buslinien Stein am Rhein – Singen und Stein am Rhein – Radolfzell.
Es gibt zwei Stadtteile in Stein am Rhein: „Stein am Rhein“ und „Stein am Rhein vor der Brugg“. Nördlich des Rheins liegt die Altstadt, die Schule, Einkaufszentren, das Kloster, die Burg Hohenklingen sowie die Wohnquartiere Oberdörfli, im Boll, Niederfeld und Klingenried. Im südlich des Rheins gelegenen Teil „Stein am Rhein vor der Brugg“ liegen der Bahnhof, der grössere Teil des Industriegebiet sowie die Wohnquartiere Espi, Burg, Burgacker, Degerfeld, Köhlerweid und das Bahnhofsviertel inklusive Bahn- und Bushof. Als Kuriosum wirkt sich die Stadtteilzugehörigkeit auch auf den Steuertarif aus (reformierte Kirchensteuer).
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Stein am Rhein aus der Vogelperspektive |
Luftaufnahme der Altstadt |
Stadtteil am linken Rheinufer |
Kloster St. Georgen |
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Blick auf Häuserzeile am Rhein |
Rathausplatz |
Häuserfassaden am Rathausplatz |
Untertor |
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Markt in Stein am Rhein |
Schild in der Altstadt |
Schild in der Altstadt |
Der Rhein kurz nach Stein |
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