Der Spitzbogen ist ein aus zwei Kreisen konstruierter Bogen mit Spitze. Er gilt in der Architektur als ein zentrales Element der Gotik.
Inhaltsverzeichnis |
Ein Spitzbogen wird aus zwei Kreisen, beziehungsweise deren Segmenten oder Kreisbögen, konstruiert.
In einer weitergefassten Definition zählen auch Bögen, die aus mehr als zwei Kreisbögen konstruiert werden zu den Spitzbögen, so der Vorhangbogen, der Kielbogen (bzw. Eselsrücken) und der Tudorbogen.[2]
Der Spitzbogen gilt als ein zentrales Element der Baukunst der Gotik. Der Begriff Spitzbogenstil findet sich auch als eine ältere Bezeichnung für die gotische Baukunst als solche.[3] Die Verwendung von Spitzbögen hatte sowohl formale, als auch konstruktive Gründe. Gegenüber dem vorher dominierenden Rundbogen bedeutete der Spitzbogen eine Annäherung an diejenige Bogenform, die dem statischen Kräfteverlauf entspricht, die Parabel.
Erste Spitzbögen fanden sich bereits in der Burgundischen Romanik.[4] In der gotischen Sakralarchitektur (St. Denis) wurden sie seit der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts verwendet.[5] Von Frankreich aus verbreitete sich diese Bogenform um 1200 nach Deutschland, wurde bis in das frühe 16. Jahrhundert hinein benutzt und jahrhunderte später, in der Neogotik, wieder aufgegriffen.[5]
Eine Sonderform des Spitzbogenfensters ist das Lanzettfenster. Es handelt sich um ein schlankes Fenster mit einem überhöhten Spitzbogen (Lanzettbogen) als Abschluss. Das Lanzettfenster gilt, wie der Lanzettbogen, insbesondere als ein Element der englischen Frühgotik.[6] Dort wurde dieser Fenstertyp häufig in Gruppen verwendet.[7] Als Beispiele dafür wird ein einfaches Lanzettfenster in Witney in der Grafschaft Oxfordshire um 1220, ein Lanzett-Zwillingsfenster in Lincoln um 1250 und auch ein Lanzett-Drillingsfenster in Salisbury um 13. Jh. aufgeführt.[8]. Bei einem Lanzett-Drillingsfenster, überragt das mittlere der drei Fenster die beiden anderen[9]. Das Motiv des Lanzett-Drillingsfensters wird im Historismus wiederaufgenommen.
Ein Spitzbogenfries ist eine in der Gotik entwickelte Friesornamentik aus kleinen Spitzbögen.
stock | retire | vm
Why are we here?
All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License
This page is cache of Wikipedia. History