| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Siersleben (Begriffsklärung) aufgeführt. |
| Siersleben
Stadt Gerbstedt
|
|
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 36′ N, 11° 33′ O51.60361111111111.543888888889209Koordinaten: 51° 36′ 13″ N, 11° 32′ 38″ O |
| Höhe: | 209 m |
| Fläche: | 10,02 km² |
| Einwohner: | 1.472 (31. Dez. 2008) |
| Eingemeindung: | 1. Jan. 2010 |
| Postleitzahl: | 06308 |
| Vorwahl: | 03476 |
| Lage von Siersleben in Gerbstedt | |
Siersleben ist ein Ortsteil der Stadt Gerbstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz rund 9 km nördlich der Lutherstadt Eisleben und etwa 5 km südlich von Hettstedt. Siersleben, zusammen mit Thondorf , Hübitz und Augsdorf werden auch als die Griftdörfer, bzw. als Dörfer am Griftbach bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis |
Der Ursprung des Ortes geht wahrscheinlich zurück auf eine Siedlung der jungen Bronzezeit. Als ältester Fund allerdings gelten eine mittelneolithische Tontrommel in der Flur Apfelborn, sowie viele Grabfunde in unmittelbarer Nähe des heutigen Ortes. Erste Funde in der Ortslage (450 m südöstlich der Kirche) ließen sich aber erst auf etwa 650 n. Chr. datieren, wobei es sich um in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung ausgerichtete Gräber handelte.
Neben weiteren Siedlungen übergab König Otto III. am 6. Januar 992 den Ort Sigerslevo an die Reichsabtei zu Quedlinburg, mit der Maßgabe, die Erträge der Stiftskirche Walbeck (bzw. dem Kloster) zufließen zu lassen.[1] Dieses gründete in Siersleben einen Klosterhof, welcher im Zuge der Reformation säkularisiert wurde. Als Vorwerk der Grafen von Mansfeld-Vorderort und nach weiteren mehrfachen Besitzerwechsel gelangte das spätere Gut schließlich in die Hände Wilhelm von Humboldts. Dieser hatte im benachbarten Altdorf (heute Stadtteil von Hettstedt) einen Sommerwohnsitz (das Humboldtschlößchen; heute Sitz des Mansfeld-Museums). Es ist anzunehmen das Siersleben zum Zeitpunkt der ersten Urkundlichen Erwähnung schon 600 Jahre bestand.
Der älteste Kern Sierslebens (um 300 n.Chr.) liegt nördlich der Andreaskirche, entlang des Rüsterbaches, der heutigen Teichstraße. Er hatte die Form eines Rundlings, in der Mitte wurde an der Quelle des Rüsterbaches ein Teich, der noch heute besteht, angelegt.Das Dorf war großzügig angelegt, Gemeindeflächen wie Kuhweiden wurden schon sehr früh miteinbezogen. Das damalige Straßennetz bestand aus einem von Osten her kommenden Weg, der um den Dorfteich führte und den Ort dann wieder in Richtung Osten verließ. Erste Erweiterungen erfolgten nördlich des Rundlings, es wurde eine sackförmige Siedlung entlang eine neuen Angers angelegt. Dann wurde ein Anger westlich des Ortes an der heutigen Schulstraße angelegt, hier wurden früher mehrere Gärten, die bis ins 19. Jahrhundert bestanden, bewirtschaftet. Später erfolgte eine weitere Erweiterung des Ortes, der Pfingstanger (heute Augsdorfer Straße) südlich des Ortes wurde angelegt. Hier wurde dann ein Rittergut (der spätere Klosterhof) errichtet.
Aufgrund der Abteufung der Kupferschieferschächte Glückhilf und Niewandt entstanden Ende des 19. Jahrhunderts neue Siedlungshäuser zwischen der Straße und dem Fußweg nach Thondorf einerseits und zwischen den Straßen nach Hettstedt und Welfesholz andererseits.
Siersleben war bis 1945 Gemeinde im Mansfelder Gebirgskreis und ging dann 1949 an den Kreis Eisleben. Um 1950 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Thondorf eingemeindet. Um 1994 kam Siersleben in die Verwaltungsgemeinschaft Mansfelder Platte des neu gegründeten Landkreis Mansfelder Land. 2005 wurde diese dann Aufgelöst, Siersleben kam nun an die Verwaltungsgemeinschaft Gerbstedt . 2007 fusionierten der Landkreis Mansfelder Land und der Landkreis Sangerhausen zum Landkreis Mansfeld-Südharz. Am 1. Januar 2010 schlossen sich die Gemeinden Siersleben, Friedeburgerhütte, Hübitz, Ihlewitz, Rottelsdorf, Augsdorf, Welfesholz und Zabenstedt mit der Stadt Gerbstedt zur neuen Stadt Gerbstedt zusammen. Die Verwaltungsgemeinschaft Gerbstedt, zu der Siersleben gehörte, wurde aufgelöst.
Nach Eingemeindung der bisher selbständigen Gemeinde Siersleben wurden Siersleben, Thondorf und Ortsteile der Stadt Gerbstedt. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Siersleben und künftigen Ortsteile Siersleben und Thondorf werden zur Ortschaft der aufnehmenden Stadt Gerbstedt.
|
|
|
|
Siersleben liegt 209 m über dem Meeresspiegel inmitten der Mansfelder Platte, einer welligen Ebene, die im Süden nach Eisleben hin abfällt. Im Osten zerschneidet das Schlenzetal die Ebene,ferner das Saaletal,und im Westen und Norden der Fluss Wipper (Harz).Die Landschaft dominieren neben den großen Bergbauhalden Brosowski und Thälmann Raps-und Getreidefelder; kleinere Wälder wie zum Beispiel das Welfesholz im Norden und der Regenbeck im Westen sind auch aufzufinden. Bei guter Sicht kann man im Osten den Petersberg erkennen. In der Mitte des Dorfes befindet sich ein verlandender Teich,welcher die Quelle des Rüsterbaches markiert, welcher nach Augsdorf abfließt. In diesem Teich leben verschiedene Froscharten und Enten; Anwohner wollen außerdem Bisamratten gesehen haben. Ein relativ breiter Schilfgürtel ist ausgeprägt
Zur gerbstedter Ortschaft Siersleben gehören die beiden Dörfer Siersleben und Thondorf, sowie der Wohnplatz Bahnhof Siersleben.
In der Mitte des Dorfes befindet eine größere Kreuzung, in der sich zwei Landesstraße , eine nach Thondorf und Klostermansfeld, die andere nach Gerbstedt und Könnern ,und früher auch die Bundesstraße B 180, trafen. Die Bushaltestelle des Dorfes befindet sich dort. Zusätzlich führen vom Ort sternförmig kleinere Straßen nach Hübitz, Augsdorf und Thondorf. Es existiert ein Radweg zwischen Siersleben und seinem Ortsteil Thondorf, welcher parallel zum versiegten Bach Wickengraben verläuft. Die Mansfelder Bergwerksbahn unterhält einen Haltepunkt in Siersleben, die nächsten Bahnhöfe der Deutschen Bahn (DB) sind Klostermansfeld und Hettstedt, von denen aus stündlich Züge in Richtung Magdeburg oder Erfurt abfahren. Am 2 km nördlich gelegenem Bahnhof Siersleben halten keine Züge mehr. Autobahnanschluss- stellen in der Umgebung sind Plötzkau Bundesautobahn A 14 im Nordwesten und Lutherstadt Eisleben Bundesautobahn A 38 im Süden.
Die "Grundschule Siersleben" befindet sich neben der ev. Kirche an der Augsdorfer Straße und wird zur Zeit von ca. 60 Schülern besucht. Das Schulgebäude selbst hat 4 Etagen plus Keller , das Schulgelände ist in einen großen Schulhof mit Spielgeräten und den Schulgarten unterteilt, beide nehmen es zu gleichen Teilen ein. Eine Turnhalle befindet ich 100 m entfernt.
In Siersleben gibt es eine Apotheke, zwei allgemeinmedizinische Praxen, einen Zahnarzt sowie einen Gynäkologen.
Siersleben teilt mit den anderen Griftdörfern Hübitz, Augsdorf und Thondorf das Gewerbegebiet Apfelborn. Es befindet sich südlich des Dorfes.
Am südöstlichen Dorfrand existiert der Sportplatz des Dorfes. Er ist aufgebaut aus einem Fußballfeld, das von einer 400 m langen Laufbahn umrandet wird. Nördlich davon befindet sich eine kleinere Tribüne und westlich davon ein paar kleine Übungsplätze. Das gesamte Gelände ist von großen Pappeln gesäumt, einige davon wurden auf Grund von Morschheit gefällt. Siersleben hatte noch einen älteren, kleineren Sportplatz, dieser befand sich am östlichen Ortsrand und wird heute als Kuhweide genutzt. Die alte Kegelbahn in der Teichstraße ist auch nicht mehr zu erkennen, das Grundstück wird heute als Garten genutzt. Aus Siersleben kommt der Sportverein SV Teutonia 1920 Siersleben.
In Siersleben finden regelmäßig Veranstaltungen statt, sie werden von den verschiedenen Vereinen, der Feuerwehr und der Kirchengemeinde des Dorfes organisiert. Alljährliche Veranstaltungen sind zum Beispiel das Weinachtsfest und eine Feier zum 1. Mai am Teichplatz, und Osterfeuer auf dem Sportplatz. Auch in der Kirche werden verschiedene Feste gefeiert. Die Mehrzweckhalle bietet Austellungsfläche für Kaninchenschauen und ähnliche Austellungen.
Die Dorfkirche St.-Andreas sowie das Pfarrhaus in der Teichstraße gehören zur protestantischen, die kleinere Kirche am Westrand des Dorfes zur katolischen Kirchengemeinde.
Der Suffix -leben legt nahe, dass es sich um eine altthüringische Siedlung handelt. Als Vorläufer des Namens Siersleben selbst entstand im frühen Mittelalter die Bezeichnung Sigihersleiba (Wohnstätte des Sigiher), am 6. Januar 992 erwähnte König Otto III. den Ort als Sigerslevo. Die These, der Name stamme aus der Zeit der Schlacht am Welfesholz 1115 und bedeute "Sieh, hier's leben!", ist falsch.
Augsdorf | Bösenburg | Freist | Friedeburg (Saale) | Friedeburgerhütte | Heiligenthal | Hübitz | Ihlewitz | Rottelsdorf | Siersleben | Welfesholz | Zabenstedt
stock | retire | vm
Why are we here?
All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License
This page is cache of Wikipedia. History