Sic semper tyrannis ist eine lateinische Phrase. Sie bedeutet wörtlich übersetzt „So immer den Tyrannen!“. Der Satz wird im Deutschen meist wiedergegeben mit „So soll es immer den Tyrannen ergehen!“. Eine falsche Übersetzung ist „Tod den Tyrannen!“. Sic semper tyrannis wird Marcus Iunius Brutus zugeschrieben, der dies bei der Ermordung Julius Caesars gesagt haben soll.
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Das Motto wurde 1776 von George Mason, dem „Vater der Bill of Rights“, der Virginia Convention vorgeschlagen. Nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg wurde es Staatsmotto und Wahlspruch des US-Bundesstaates Virginia.
Das Siegel zeigt die Personifikation der Tugend, ein Schwert in der Hand, den Fuß auf der Brust des Tyrannen, dessen Krone neben ihm liegt. Es wurde von George Whyte gestaltet, der die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten unterzeichnete und Thomas Jefferson im Recht lehrte.
Sic semper tyrannis ist außerdem das Motto des Atom-U-Boots USS Virginia, des Atomkreuzers USS Virginia und der Stadt Allentown, der drittgrößten Stadt im US-Bundesstaat Pennsylvania. Es wird in der offiziellen Staatshymne des US-Bundesstaates Maryland aufgegriffen.
Laut einigen Zeugen und eines Auszugs aus dem Tagebuch von John Wilkes Booth hat dieser den Spruch nach der Ermordung des US-Präsidenten Abraham Lincoln am 14. April 1865 im Ford Theater in Washington ausgerufen. Es hießen sowohl sein Vater als auch sein Bruder Junius Brutus. Es lassen sich Parallelen zum Attentat auf Caesar feststellen.
Timothy McVeigh trug ein T-Shirt mit der Aufschrift Sic semper tyrannis und einem Bild von Abraham Lincoln, als er am 19. April 1995 nach dem Bombenanschlag auf das Murrah Federal Building in Oklahoma City festgenommen wurde.
Im Film Das Vermächtnis des geheimen Buches aus dem Jahr 2007 wird die Ermordung Abraham Lincolns gezeigt. Später sprechen einige der Hauptdarsteller über den Tod Abraham Lincolns und in diesem Zuge wird auch der Ausruf Sic semper tyrannis referiert.
Auch im Film into the blue von 2005 wurde das Motto aufgegriffen, welches in lateinisch auf dem gefundenen Revolver eines aus der Sklaverei entflohenen Piraten graviert war und in dem Film schlussendlich Aufschluss über die Identität des Trägers des Revolvers gab.
In einer Episode von Seinfeld („The Pilot“), wird Jerry Seinfeld während seines Monologs von „Crazy“ Joe Davola unterbrochen, der „Sic semper tyrannis!“ kreischt (von Jerry inkorrekt in „Death to tyrants“ / „Tod den Tyrannen“ übersetzt) und dann aus dem Publikum von der unüberdachten Tribüne auf das Set springt, im Bestreben, Jerry anzugreifen.
Die US-amerikanische Sketch-Comedy-Truppe Whitest Kids U’Know benutzte den Satz in einem satirischen Sketch über das Attentat auf Abraham Lincoln, in dem John Wilkes Booth in Abraham Lincolns Loge springt und ihn mit zufälligen Gegenständen bewirft. In einem anderen Sketch („It’s illegal to say“) wird Sic semper tyrannis als die Parole einer Gruppe gebraucht, die sich stets Freitag Mitternacht unter der Brooklyn Bridge trifft.
Das Motto wurde ebenfalls in einer Episode der Venture Bros. („I Know Why the Caged Bird Kills“) verwendet.
Eine modifizierte Version dieser Phrase findet sich in der sechsten Episode von Clerks: The Animated Series. Dante beschwert sich darüber, dass Neid auf die „Golden Girls“ nicht als Ärger kosten würde. Randal antwortet darauf mit „Ich bereue nichts! Sic semper Bea Arthur!“.
In Rom (Fernsehserie) benutzt Cassius, nicht aber Brutus, den Satz unmittelbar nach der Ermordung Caesars. Tatsächlich läßt Brutus in dieser Interpretation sogar deutliche Ablehnung gegen den Gebrauch der Phrase erkennen.
Die Phrase wurde des Weiteren in politisch motivierten Liedern verwendet:
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