Das Schlagwerk ist ein selbständiger Mechanismus in einer Räderuhr, mit dessen Hilfe die Uhrzeit als Uhrschlag zusätzlich zur optischen Anzeige (Uhrzeiger) mitgeteilt wird. Der Schlag erfolgt nach Auslösung durch das Gehwerk automatisch zu diskreten Zeitpunkten, in der Regel maximal alle viertel Stunde. Bei Schlagwerken mit Repetition wird der zuletzt ausgeführte Schlag auf Anforderung wiederholt. Die aufwändigsten Ausführungen schlagen zusätzlich die inzwischen vergangenen Minuten an (Minutenrepetition).
Eine Räderuhr kann mit einem oder mehreren Schlagwerken ausgestattet sein, mit denen eine Vielzahl von Schlag-Mustern möglich ist. Die folgende Beschreibung beschränkt sich auf Räderuhren mit nur einem Schlagwerk und behandelt die grundsätzlichen Funktionen und ihre technischen Lösungen, insbesondere die Konstruktions-Details für die "Warnung" und die Steuerung der Schlagfolge. Solche Räderuhren sind vorwiegend Pendeluhren (Wand-, Stand- und Tischuhren).
Im einfachen Fall werden nur die vollen Stunden angeschlagen: Stunden-Schlag von einmal für 1 Uhr bis zwölfmal für 12 ;Uhr. Das Schlagwerk kann erweitert sein für die Angabe der halben Stunden (je ein Zwischenschlag) oder sogar der viertel Stunden (einmal für das erste Viertel, zweimal für das zweite viertel und dreimal für das dritte Viertel). Um Verwechslungen mit dem Schlagen der vollen Stunden 1 Uhr bis 3 Uhr zu vermeiden, werden die viertel Stunden in der Regel auf einen zweiten Klangkörper geschlagen.
Der auf einen Klangkörper schlagende Hammer wird von einem Rad mit Stiften (Hebnägelrad) bewegt (siehe Abb.1). Er fällt mit seinem biege-elastischen Stiel auf einen kurz vor dem Klangkörper angebrachten, ebenfalls elastischen Anschlag. Damit wird erreicht, dass er nach dem Schlag keinen Kontakt mehr mit dem Klangkörper hat, so dass dieser ungedämpft schwingen kann.
Dem Hebnägelrad folgen im Räderwerk weitere Übersetzungsstufen (siehe Abb.2). Am Ende befindet sich der Windfang, der eine hohe Drehzahl benötigt, um als aerodynamische Bremse die Geschwindigkeit des ablaufenden Schlagwerkes zu begrenzen. Die beiden Zwischenräder werden zusätzlich zum Auslösen des Schlagwerkes benutzt. Es gibt zwei Auslösehebel, der zweite wird vom ersten gestoßen. In der Zeit zwischen dem ersten Kontakt des Arms g mit einem Auslösestift am Minutenrad des Gehwerks (siehe Abb.3) und seinem Rückfall in die Ruhelage erfolgt ein kurzes Anlaufen (die Warnung) des Schlagwerkes. Das erste Anlaufrad wird bald nach Hebe-Beginn des Arms g vom blockierenden Arm d frei, aber nach kurzem Lauf vom zweiten Anlaufrad und mit ihm das Schlagwerk wieder blockiert. Das zweite Anlaufrad wird nämlich vom Arm h blockiert. Es wird erst nach dem Rückfall des Arms g wieder frei, wonach der eigentliche Ablauf beginnt. Der schlagartige Rückfall ist ein deutlich eingegrenzter Auslösemoment. Die vorangehende Hebung dauert zu lange, um damit zeitlich stabil auslösen zu können.
Die Zahl der Hebnägel ist so groß wie die Übersetzung vom Hebnägel- aufs erste Anlaufrad. Es erfolgt nur ein Schlag, denn das erste Anlaufrad wird nach einem Umlauf wieder blockiert.
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Heben des Hammers mittels Hebnägelrad |
Räderwerk |
Anlauf, ausgelöst vom Minutenrad |
Mit der Schloßscheibe wird erreicht, dass das Schlagwerk nach dem Auslösen mehr als einen Schlag machen kann. Sie dreht sich zusammen mit dem Beisatzrad (auf gleicher Welle befestigt) und kann den zweiten Auslösehebel b+d hindern, zusammen mit dem ersten Auslösehebel in die Ruhelage zurück zu kehren (siehe Abb.4). Das ist der Fall, wenn das Messer am Arm K auf den Umfang der Schloßscheibe trifft. Dann dreht das erste Anlaufrad weiter. Es erfolgen weitere Schläge (zweiter bis zwölfter), bis das Messer wieder eine Lücke in der weiter gedrehten Schloßscheibe gefunden hat, der zweite Auslösehebel auch in die Ruhelage zurück gefallen ist.
Weil die Schloßscheibe Zeit benötigt, sich soweit zu drehen, dass sich das Messer nicht mehr über einer Lücke befindet, ist die "Herzscheibe" als eine weitere Einrichtung nötig. Sie dreht sich zusammen mit dem ersten Anlaufrad auf derselben Welle. Am verlängerten Hebel d befindet sich der Stift s, der Kontakt mit der Herzscheibe hat. Der zweite Auslösehebel wird von ihr seit der Warnung bis kurz vor das Ende der ersten Umdrehung des ersten Anlaufrades in Freistellung gehalten. Ab jetzt kann die Schloßscheibe für die Freistellung sorgen, das Messer kann nicht mehr in die zur Ruhelage gehörenden Lücke zurück kehren. Die Distanz zwischen den Lücken entspricht der Zahl der zusätzlichen Schläge (einer bis elf). Die Erhebung zwischen den beiden Lücken vor 1 Uhr und 2 Uhr entfällt (große Lücke), da bei 1 Uhr nur einmal zu schlagen ist. In einem Zyklus von 12 Stunden werden 78 Schläge ausgeführt. Dabei dreht sich die Schloßscheibe ein mal, das erste Anlaufrad 78 mal. Die Schloßscheibe heißt auch Schlußscheibe, denn sie macht mit ihren Lücken Schluß mit einer Schlagfolge.
Ist das Werk zusätzlich für einen Halbstunden-Schlag vorgesehen (zweiter Stift am Minutenrad, siehe Abb.3), werden 90 Schläge pro Zyklus ausgeführt. Die Übersetzung von der Schloßscheibe zum ersten Anlaufrad ist größer. Dieses dreht sich jetzt 90 mal pro Zyklus, während sich die Schloßscheibe wie bisher ein mal dreht. Die zehn normalen Lücken entsprechen je zwei Schlägen (Halbstunden-Schlag und erster Schlag jeder Vollstunde), die große Lücke zwischen 12 Uhr und 2 Uhr entspricht jetzt vier Schlägen (zwei Halbschläge, ein Schlag für 1 Uhr und der erste Schlag von 2 Uhr). Die Schloßscheibe in Abbildung 5 ist für 90 Schläge geformt. Jeder der 90 Punkte kennzeichnet ein Neunzigstel des Umfangs und die Ausführung eines Schlages.
Das Schloßscheiben-Schlagwerk wird vom Minutenrad des Gehwerks nach jeder Stunde (oder halben Stunde) ausgelöst. Welcher Schlagzahl jeweils erfolgt, hängt nur von der momentanen Lage der Schloßscheibe ab. Die Zuordnung zwischen Gehwerk und Schlagwerk einer Räderuhr kann verloren gehen, zum Beispiel wenn der Antrieb des Schlagwerks abgelaufen ist, das Gehwerk aber weiter läuft.
Dass nach dem Auslösen mehr als einen Schlag erfolgen kann, wird beim Rechen-Schlagwerk mit dem Rechen und der Staffel ermöglicht (siehe Abb.6). Die Staffel-Scheibe sitzt auf dem Stundenrad, wird also vom Gehwerk der Räderuhr angetrieben. Damit ist erreicht, dass die gegenseitige Zuordnung von angezeigter und angeschlagener Uhrzeit nicht verloren gehen kann.
Nach Beginn des eigentlichen Ablaufs erfolgt wie beim Schloßscheiben-Schlagwerk der erste Schlag. Der zweite (bis zwölfte) Schlag kann nur erfolgen, wenn der Rechen gefallen ist und den Auslösehebel d+a des ersten Anlaufrades in Auslösestellung blockiert. Einer entsprechenden Rechen-Lage entspricht das zweit-höchste (bis tiefste) Segment der Staffel. Mit dem Schöpfer wird der Rechen bei jeder Drehung um eine Stufe (Zahn) zurück gehoben. In seiner obersten Lage gibt er den Hebel d+a wieder frei. Die passende Zahl der Schläge ist erfolgt, das Schlagwerk ist wieder in Ruhe.
Für zusätzlichen Halbstunden-Schlag wird beispielsweise der Auslösehebel mit dem zweiten Stift am Minutenrad nur soweit bewegt, dass das erste Anlaufrad frei wird, der Rechen aber noch nicht fällt. Für die Ausdehnung auf Viertel-Schlag ist eine zusätzlich geformte Staffel von Vorteil (siehe Abb.7): Zwischen nacheinander immer tieferen Einschnitten für die zusätzlichen Stunden-Schläge bei 2 Uhr bis 12 Uhr ist die Staffel nicht eingeschnitten (erstes Viertel), gefolgt von einem einfach tiefen (zweites Viertel) und einem doppelt tiefen (drittes Viertel) Einschnitt.
Das Schloßscheiben-Schlagwerk ist die ältere Bauart. Die Steuerung der Schlagfolge geschieht innerhalb dieses Uhrwerkteils. Die akustische Anzeige kann beim Gebrauch der Uhr (Aufziehen, Nachstellen und anderes) gegenüber der optischen Anzeige außer Tritt geraten. Beim späteren Rechenschlagwerk wird die Schlagfolge vom Gehwerk vorgegeben, Abweichungen zwischen Schlag und Anzeige durch fehlerhafte Bedienung werden dadurch vermieden.
Die Bezeichnung der mechanischen Teile des Schloßscheiben-Schlagwerkes nach:[1][2][3][4]
In manchen Schloßscheiben-Schlagwerken sind Auslösehebel und Sperrhebel in einem Hebel vereint, der für die unterschiedlichen Funktionen verschiedene definierte Positionen einnehmen kann.
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Schlagwerk Vorderseite |
Schlagwerk geöffnet |
Videos zu Beispielen, die die Funktion anschaulich zeigen:
Das Schlagwerk ist typischerweise vom Gehwerk der Uhr entkoppelt, sodass allein aus dem letzten ausgeführten Schlag geschlossen wird, welcher Schlag als nächstes auszuführen sein wird. Es gibt unterschiedliche typische Ursachen für den Verlust der Synchronisation:
Die Beseitigung dieser Asynchronität ist über manuelle Auslösung von Schlägen an einem dafür vorgesehenen Griffbereich des Auslösehebels des Uhrwerkes oder an einem daran befestigtem Faden möglich.
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Holzplatinenwerk mit Schlossscheibe |
Schlossscheibe |
Uhrwerk mit Schlossscheibe |
Es gibt noch eine Reihe weiterer Varianten des Schloßscheiben-Schlagwerkes, zum Beispiel auch Uhren, die keinen Halbstundenschlag haben und deren Schlossscheibe daher in anderer Winkelteilung gefertigt ist.
Angewendet werden Schloßscheiben-Schlagwerke noch heute für den Viertelstundenschlag von 4/4 Westminster Schlagwerken: Analog wird hier nach dem Spielen von vier Noten jeweils auf der Schlossscheibe per Einfallhebel überprüft, ob die zu spielende Anzahl von Noten bereits erreicht wurde. So werden dann vier Noten zur Viertelstunde, acht Noten zur halben Stunde, zwölf Noten zur Dreiviertelstunde und 16 Noten zur vollen Stunde gespielt. Im Gegensatz zu der ursprünglichen Ausprägungsform des Schloßscheiben-Schlagwerkes haben viele moderne Werke mit 4/4 Westminster Schlag eine automatische Synchronisation.
Beispiele von Winkelteilungen:
Westminster-Schlages Diese Beispiele zeigen, wie exakt die Schloßscheibe und ihre Abtastung durch den Einfallhebel auszuführen ist, um tatsächlich die exakte Zahl von Schlägen zuverlässig zu reproduzieren.
Die Besonderheit des Rechen-Schlagwerks liegt darin, dass es im Gegensatz zu dem früheren Schloßscheiben-Schlagwerk auch bei Wiederholung der Auslösung (vor dem nächsten Auslösen durch das Gehwerk) stets die gleiche Anzahl Schläge ausführt. Diese Eigenschaft erlaubt die willkürliche Wiederholung (Repetition) des Schlages.
Die vier Hauptkomponenten des Rechen-Schlagwerks sind die Staffel, der Schöpfer, der Rechenhebel und der Rechen.
Bezeichnung der Teile des Rechen-Schlagwerkes sind nach:[3][4]
Videos zu Beispielen, die die Funktion anschaulich zeigen:
Rechen-Schlagwerke dieser Bauart werden nur in ortsfesten Uhren eingesetzt. Deshalb ist der Mechanismus oft tatsächlich so aufgebaut, dass die Schwerkraft in einer Richtung wirken muss, um Rechen und Einfallhebel zu den fallenden Bewegungen zu veranlassen, die für die Funktion des Rechen-Schlagwerkes erforderlich ist. Auslösehebel und Hammerhebewelle haben selbst bei ortsfesten Uhren oft eine Rückstellfeder. Für bewegliche Uhren (zum Beispiel Reiseuhren, Taschenuhren) werden zusätzlich Rechen und Einfallhebel mit Federn versehen, die mit ihrer Federkraft die entsprechende Bewegung von Rechen und Einfallhebel in jeder Lage der Uhr sicherstellen oder eine bestimmte Dynamik des Bewegungsvorganges zu gewährleisten. Mobile Uhren werden typischerweise mit Rechenschlagwerken versehen, um die wichtige Funktion der Repetition realisieren zu können.
Selbst bei Rechen-Schlagwerken kann es auftreten, dass der Schlag nicht zur angezeigten Stunde passt. Dafür gibt es vier Ursachen:
Im Foto ist ein Uhrwerk von Firma FHS mit 4/4-Westminster-Schlag zu sehen. Im linken Bereich ist der Rechen des Rechen-Schlagwerkes erkennbar, welches die vollen Stunden schlägt. Auf der linken Seite befindet sich das Schlagwerk für den Viertelstundenschlag. Dieses wird über eine kleine Schloßscheibe gesteuert. Die Schloßscheibe ist leicht an der komplizierten Außenkontur und den vier Vertiefungen erkennbar, die jeweils der Schlag einer Viertelstunde beenden. Die Schloßscheibe des Viertelstundenschlages hat neben den Vertiefungen für die jeweilige Beendigung des Viertelstundenschlages auch eine Erhöhung (Nocke) im Bereich des Viertelstundenschlages der vollen Stunde. Hiermit wird der Schlag der vollen Stunde ausgelöst, sobald der vorangehende Schlag der Viertelstunden der vollen Stunde zum Ende kommt. Direkt unterhalb der Schloßscheibe verläuft quer vom linken Bildrand bis knapp neben dem Zeigerwerk der Hebel des Schlagabstellers. Der Hebel des Schlagabstellers befindet sich in der oberen Position und verhindert damit das Herabfallen des Auslösehebels des Viertelstundenschlages und unterbindet dadurch den Schlag des Uhrwerkes.
Bei Comtoise-Uhren ist der Rechen mitunter auch gerade ausgeführt:
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Comtoise-Uhr |
gerader Rechen |
Bei Morbier-Uhren findet über einen mit zwei Spitzen versehenen Auslösehebel die Auslösung des Schlages zur vollen Stunde wenige Minuten nach der vollen Stunde erneut statt.
Von einem Repetitionsschlagwerk spricht man, wenn der der aktuellen Uhrzeit entsprechende Schlag auf Anforderung wiedergegeben wird.
Historisch betrachtet stammt das Repetitionsschlagwerk aus einer Zeit, vor dem elektrischen Licht. Zum nächtlichen Ablesen der Uhrzeit musste damals eine Kerze angezündet werden. Daraus entstand der Wunsch, die aktuelle Uhrzeit auf Anforderung hörbar mitgeteilt zu bekommen.
Die einfachste Form des Repetitionsschlagwerkes ist ein Rechen-Schlagwerk, bei dem der Auslösehebel nicht nur vom Hebedaumen des Stunderohres ausgelöst werden kann, sondern auch über Betätigung des Auslösehebels direkt mit der Hand oder über zum Beispiel eine Schnur.
Mit dem Wunsch zu jeder Zeit die aktuelle Zeit schlagen zu können stiegen die Anforderungen an die Genauigkeit der Staffel, da ja nicht schon zum Beispiel 5 Minuten vor 5 Uhr fünf Uhr geschlagen werden sollte.
Aus dieser Anforderung heraus wurde der Stern in das Schlagwerk integriert. Bei einer Staffel mit 12 Abstufungen für die 12 Stunden wurde auf demselben Rohr der Staffel dieser Stern angebracht. Je nach Konstruktion wird entweder der Stern zur vollen Stunde durch einen Mitnehmer um einen Zacken weiterbewegt und dann wieder von einer Feder in dieser Position bis zur nächsten vollen Stunde festgehalten oder eine durch die Auslösung des Schlages an die Zacken des Sterns aufgedrückte Feder verursacht die Positionierung von Stern und Staffel.
Es entstand dabei auch der Wunsch nicht nur die vollen Stunden, sondern auch die Viertelstunden im Repetitionsschlag darzustellen. Dafür sind dann eine eigene Staffel und ein eigener Rechen für die Viertelstunden erforderlich. Bei einem Repetitionsschlag von Viertelstunde und Stunde ergeben sich zusätzliche Anforderungen an das Werk:
Bei Taschenuhren gibt es auch eine Minutenrepetition. Ergänzend zum Schlag der vollen Stunden und Viertelstunden erklingt dann noch der Schlag der Minuten. Für 6:53 würde zum Beispiel sechs Schläge für die vollen Stunden, drei Schläge für die Viertelstunden und acht (53-45) Schläge für die Minuten nach der letzten vollen Stunde ertönen. Diese Uhren verfügen dann über Stundestaffel, Viertelstundenstaffel und Minutenstaffel. Bei Taschenuhren mit Minutenrepetition ist der Schlag oft mit nur zwei Tonfedern realisiert:
Uhren, die neben der Repetition auch einen regulären Schlag ausführen werden Selbstschläger genannt. Uhren, die ausschließlich auf Anforderung schlagen können mit einem deutlich vereinfachten Schlagwerk ausgestattet werden. Eine typische Ausführung ist, dass über das herausziehen einer Schnur das Schlagwerk erst aufgezogen wird. Je nach Position der Stundenstaffel muss die Schnur unterschiedlich weit herausgezogen werden, bis der Schlag freigegeben wird. Umfangreiche Erklärungen dazu finden sich in [4]
Uhren benutzen zur hörbaren Zeitmitteilung verschiedene sogenannten Schläge:
Das akustische Signal wird zum Beispiel mittels Rundgong, Stabgong, Röhrengong, Glocke, Pfeifen (zum Beispiel bei der Kuckucksuhr), Tonfeder oder Spieldosenwerk erzeugt.
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Rundgong |
Stabgong "4/4-Westminster" |
Stabgong "Bim-Bam" |
Stabgong "Bim-Bam" |
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Röhrengong |
Glocke |
Kuckuckspfeife |
Pfeifen einer Musikuhr |
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Tonfeder |
Spieldosenwerk |
Der Ton wird mit Ausnahme der Pfeifen über den Anschlag eines Hammers erzeugt. Der Hammer muss auf den konkreten Einsatzzweck abgestimmt sein, wenn der erzeugte Klang besonderen Ansprüchen genügen soll. Der Vorgang des Hammerschlages ist bestimmt durch ein Anheben des Hammers, ein Herabfallen des Hammers und eine Begrenzung der Bewegung der Hammerwelle kurz vor dem Auftreffen des Hammers auf dem Tonstab des Gongs oder auf der Glocke. Wegen der fein abgestimmten Dynamik der Bewegung und der Elastizität der Drähte, die den Hammer halten, setzt das Massestück des Hammers die Bewegung noch ein wenig fort, obwohl die Welle bereits in ihrer Bewegung gestoppt wurde. Dies ergibt ein sanftes Auftreffen des Hammers auf dem Tonstab des Gongs oder auf der Glocke. Für Gongs ist üblicherweise am Hammerkopf weiches Leder oder weiches Kunststoffmaterial angebracht, um den Anschlag des Hammers auf dem Tonstab des Gongs noch sanfter zu gestalten.
Gemäß[5] läßt sich der Klang der mit Hämmern angeschlagenen Klangkörper anpassen,[6] indem:
Bei manchen Uhren kann zwischen mehreren Melodien umgeschaltet werden.
Gemäß[5] werden neben den oben genannten Schlagwerksmelodien folgende genannt:
Bei einigen Uhren kann das Schlagwerk ganz, teilweise oder zu bestimmten Zeiten (zum Beispiel nachts) abgeschaltet werden. Dazu blockiert meist ein manuell bedienter Metallschieber das Schlagwerk. Bei anderen Varianten werden dagegen lediglich die Schlaghämmer mit Seilzügen von den Tonstäben ferngehalten. Zur Nachtabschaltung verhindert manchmal eine mechanische Zusatzeinrichtung die Auslösung des Schlagwerks oder manchmal die Durchführung des Schlages.
Die Elektronik hat auch bei Schlagwerken für Heimuhren längst Einzug gehalten. Dazu sind auf einem Chip Melodien und Stundenschläge in digitalisierter Form gespeichert, die zu gegebener Zeit über einen kleinen Lautsprecher abgespielt werden. Auch elektronische Armbanduhren geben oft ein akustisches Zeitsignal zur vollen Stunde.
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