Die Sammelschiene ist ein Begriff aus der Elektrotechnik, Energieversorgung bzw. Hochspannungstechnik. Unter einer Sammelschiene versteht man eine Anordnung von Leitern (zum Beispiel in einem Umspannwerk), die als zentraler Verteiler von elektrischer Energie dienen, da an die Sammelschienen alle ankommenden und abgehenden Leitungen angeschlossen sind.
Einzelsammelschienen bieten den Vorteil, besonders übersichtlich zu sein. Zur Erzielung von Redundanz werden in Schaltanlagen für Hochspannung normalerweise Mehrfachsammelschienen verwendet. In sehr großen Anlagen kommen Vierfachsammelschienen zum Einsatz. Diese Mehrfachsammelschienen sind dann parallel aufgebaut und können wahlweise verwendet werden. Oft sind Sammelschienen auch in Längsrichtung in zwei oder mehr Teile, die sogenannte Blöcke bzw. Sammelschienenabschnitte, unterteilt. Einzelne Abschnitte einer Sammelschiene können so unabhängig von einander betrieben werden. Der Einsatz mehrerer Sammelschienen bietet die Möglichkeit, ruhige und unruhige Verbraucher an verschiedenen Sammelschienen zu betreiben oder Sammelschienenabschnitte für Wartungsarbeiten frei zu schalten, während die Verbraucher auf die anderen Sammelschienen geschaltet sind.
In Umspannwerken erfolgt der Anschluss der Leitungen und Trafos an die Sammelschiene über so genannte Schaltfelder, die üblicherweise gleichartig aufgebaut sind. In Hochspannungsanlagen besteht ein Feld in der Regel aus einer Anzahl von Sammelschienentrenner (entsprechend der Anzahl paralleler Sammelschienen), dem Strom- und Spannungswandler oder Kombiwandler, dem Leistungsschalter und dem Leitungstrenner (auch Abgangstrenner genannt). Mit Hilfe mehrfach vorhandener Sammelschienentrenner kann den Abgang auf verschiedene Sammelschienen legen.
Man kann zwischen folgenden Feldtypen unterscheiden:
Neben der Hochspannungstechnik wird der Begriff Sammelschiene oft auch in der Niederspannungstechnik für Schienensysteme in Unterverteilungen verwendet. In der Elektroinstallation einer Wohnung entspricht eine Sammelschiene praktisch der Verbindung der Sicherungsautomaten im Sicherungskasten. Dafür gibt es ein- und dreipolige Kammschienen. Die Sicherungsautomaten stellen dann praktisch die Abgänge bzw. Schaltfelder dar.
Dampfkraftwerke sind teilweise als „Sammelschienenanlage“ aufgebaut, was bedeutet, dass mehrere Kessel ihren Dampf in eine Dampf-Sammelschiene einspeisen, aus der mehrere Turbinen versorgt werden können.
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