Eine Ressource [rɛˈsʊrsə] (französisch la ressource [ʀəˈsuʀs], „Mittel, Quelle“, von lateinisch resurgere, „hervorquellen“) ist ein Mittel, um eine Handlung zu tätigen oder einen Vorgang ablaufen zu lassen. Eine Ressource kann ein materielles oder immaterielles Gut sein. Meist werden darunter Betriebsmittel, Geldmittel, Boden, Rohstoffe, Energie oder Personen und (Arbeits-) Zeit verstanden, in der Psychologie auch Fähigkeiten, Charaktereigenschaften oder eine geistige Haltung, in der Soziologie auch Bildung, Gesundheit und Prestige. In Managementprozessen und in der Technik wird die Zuteilung von Ressourcen als Ressourcenallokation bezeichnet.
Üblich ist die französische Schreibweise, „Ressource“, und eine daran angelehnte Aussprache. Die englische Variante „Resource“ ist nach deutscher Rechtschreibung falsch, wird aber im Computerumfeld teilweise verwendet.
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In der Volkswirtschaftslehre werden als Ressourcen typischerweise Arbeit, Boden, Umwelt und Kapital als Produktionsfaktoren, je nach Analyseziel aber auch nach Land oder andere Produktivkräfte betrachtet, zum Beispiel natürliche Produktionsfaktoren (Rohstoffe) oder auch gesellschaftliche, wie Ausbildung oder Forschung.
In einem engeren Sinn bezeichnen die Ressourcen die auf der Erde vorhandenen Rohstoff- und Energiequellen. Dabei wird zwischen Reserven und Ressourcen unterschieden. Die Reserven sind die bekannten, mit heutiger Technik wirtschaftlich abbaubaren Vorkommen. Die Ressourcen sind die mit zukünftiger Technik vermutlich abbaubaren Vorkommen, unabhängig von der Wirtschaftlichkeit.
Siehe auch: Ressourcentheorie, Natürliche Ressource
Die Soziologie benennt neben den ökonomischen Ressourcen auch kulturelle Ressourcen, die den sozialen Status eines Akteurs in einer gegebenen Gesellschaft beeinflussen.
Der Soziologe Nan Lin definiert das (individuelle) soziale Kapital als mobilisierungsfähige, in der sozialen Struktur verwurzelte Ressourcen.[1] Als positive Auswirkungen für das Individuum hebt er den gesteigerten Informationsfluss, den vergrößerten individuellen Einfluss, das soziale Netzwerk als ein soziales „Zeugnis“ des Individuums und die soziale Unterstützung und Bestätigung hervor.[2] Dabei spielen unter anderem die hierarchische Position (als struktureller Faktor) und die Stärke der Bindungen (als individueller Faktor) eine Rolle.[3]
Die Erlangung der Ressource individuelles soziales Kapital verlangt eine Investition in soziale Beziehungen.
Der Ressourcen-Begriff tritt auch in der Informatik in unterschiedlichen Bedeutungen auf:
Die Summe aller bekannten Lagerstätten und Vorkommen in einer bestimmten Region bilden die dortigen Vorräte oder Ressourcen. Im Deutschen werden von den abbauwürdigen Ressourcen einer Lagerstätte die nicht wirtschaftlich zu nutzenden Vorkommen oder Reserven unterschieden. Die Abbauwürdigkeit ist von wirtschaftlichen, technischen und politischen Faktoren bestimmt.
Der sogenannte Ressourcenfluch weist auf die verschiedenen negativen Folgen hin, die der Reichtum an natürlichen Ressourcen für ein Land und seine Bevölkerung haben kann, besonders das scheinbare Paradox, dass das Wirtschaftswachstum in Ländern, die stark vom Export mineralischer und fossiler Rohstoffe abhängig sind, in der Regel geringer ist als in rohstoffarmen Ländern.
In der Psychotherapie sind Ressourcen innere Potentiale eines Menschen und betreffen z. B. Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse, Geschicke, Erfahrungen, Talente, Neigungen und Stärken, die oftmals gar nicht bewusst sind. Innerhalb einer Psychotherapie können diese Kraftquellen genutzt werden, um den Heilungsprozess zu fördern. Die Therapie kann insgesamt ressourcenorientiert angelegt sein oder ganz gezielt bestimmte Ressourcen hervorheben und festigen. Eine Methode hierfür ist das sogenannte „Verankern“, ein Begriff aus der Hypnotherapie, der auch in verschiedenen anderen Formen der Psychotherapie verwendet wird, beispielsweise dem EMDR.
Beispiel: Zum Verankern erinnert sich der Mensch an eine positive Situation (im EMDR: „point of power“ genannt), die mit besonders reichhaltigen Ressourcen angefüllt ist. Um einen guten Zugang zu bekommen, ist es nötig, die dazugehörigen Sinneseindrücke wahrzunehmen, z. B. bildhafte Erinnerungen, Gerüche, Geräuschkulissen, Stimmungslagen oder Körperwahrnehmungen. Diese besonders gute Stimmungslage (also die Ressource) soll mit dem Verankern auf eine Situation übertragen werden, die bisher als unangenehm, ängstigend oder bedrohlich empfunden wird.
Fachlich ausgedrückt ist dies eine Methode, mit der bewusst eine dauerhafte „Reiz-Reaktions-Kopplung“ herbeigeführt wird (siehe hierzu auch Kognitive Verhaltenstherapie und operante Konditionierung). Das bedeutet, dass z. B. die unangenehme Situation eines Zahnarztbesuches (das ist oftmals ein angstauslösender „Reiz“) mit einer Ressource verknüpft wird. Dies könnte dann zu dem entlastenden Ergebnis führen, dass der Mensch sich als Reaktion stark genug und dem gewachsen fühlt, also mit einer Sicherheit statt einem Angstgefühl zum Zahnarzt gehen kann.
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