Rüdiger Nehberg (* 4. Mai 1935 in Bielefeld) ist ein deutscher Survival-Experte und Aktivist für Menschenrechte.
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Im Alter von vier Jahren verschwand Rüdiger Nehberg ohne Vorankündigung und wurde erst zwei Tage später von der Polizei gefunden. Von 1951 bis 1960 begann Nehberg mit „Radtouren um die halbe Welt“. Ab 1965 arbeitete er dann als selbständiger Konditor in Hamburg. Seine Konditorei mit bis zu 50 Mitarbeitern führte er 25 Jahre.
Mit zwei Freunden, Hinrich Finck und Michael Teichmann, befuhr er 1972 erstmals in einem selbstkonstruierten Boot den Blauen Nil. Eine zweite Überfahrt unternahm Nehberg im Januar 1975 zusammen mit seinem Freund Andreas Scholtz, erneut begleitet von Michael Teichmann als Fotograf und Kameramann. Am Abend des 11. Januar wurde die Gruppe von einheimischen Räubern überfallen, wobei es zu einer Schießerei kam. Teichmann wurde dabei von mehreren Kugeln tödlich in den Rücken getroffen.[1] Die Einheimischen konnten ausfindig gemacht werden und wurden wegen Mordes angeklagt.
Seit 1980 setzt Nehberg sich für das Indianervolk der Yanomami in Südamerika ein. 1981 durchquerte er – begleitet von einem Fernsehteam – Deutschland ohne besondere Ausrüstung und lebte nur von dem, was er unterwegs in der Natur fand. Im Jahre 1983 unternahm Nehberg seine erste Reise nach Südafrika. Nur mit einem Diarium ausgestattet durchwanderte er eine Strecke von fast 400 Kilometern, von De Aar bis East London. Seinen Tagebucheinträgen - die später in Auszügen in einem seiner Bücher veröffentlicht wurden - ist zu entnehmen, dass Nehberg zwei Tage ohne Flüssigkeit lebte. 1987 überquerte Rüdiger Nehberg mit einem Tretboot den Atlantik. Dabei kam ihm seine Kampfschwimmer-Ausbildung in Eckernförde zugute.
Bei seiner Aktion „The Tree“ überquerte er im Jahre 2000 den Atlantik auf einem aus einer 350 Jahre alten Tanne bestehenden Floß. Damit trug er dazu bei, dass den Yanomami-Indianern ein geschütztes Reservat zugestanden wurde.[2]. Am 31. Juli 2003 ließ er sich von einem Hubschrauber aus 50 Metern und ohne jegliche Ausrüstung in den brasilianischen Urwald abseilen, um den Regenwald mit all seinen Gefahren, wie z. B. den giftigen Pflanzen und Tieren, zu bezwingen. Zwischenzeitlich galt er als verschollen. In 25 Tagen durchquerte er jedoch den Urwald.
Nehberg ist außerdem der Initiator der Nachforschungen über den vermeintlichen Häuptling Tatunca Nara, einen ausgewanderten Deutschen namens Günther Hauck. Nara gilt seitdem als Hochstapler und Betrüger. Mehrere Menschen starben auf Touren durch den brasilianischen Urwald auf mysteriöse Weise. Naras angeblicher Stamm der Ugha Mongulala, der in der unterirdischen Stadt Akakor wohnhaft sein soll, weckte das Interesse mehrerer Abenteuerlustiger, die sich vom „selbstgemachten Häuptling“ (Nehbergs gleichnamiges Buch) dorthin führen lassen wollten, dort aber nie ankamen. Die Tode der Begleitern konnten nie aufgeklärt werden.
Im September 2000 gründete er die Menschenrechtsorganisation TARGET, die gute Erfolge im Kampf gegen die Beschneidung weiblicher Genitalien erzielt. Im November 2006 organisierte und finanzierte TARGET eine Konferenz unter der Schirmherrschaft des ägyptischen Großmuftis Ali Gum'a an der Al-Azhar-Universität in Kairo. Als Ergebnis dieser Konferenz verurteilten führende islamische Rechtsgelehrte die Praxis der Genitalverstümmelung. Im März 2009 besuchte Nehberg den in Qatar lebenden islamischen Rechtsgelehrten und Publizisten Yusuf Abdallah al-Qaradawi, der als die wichtigste zeitgenössische Autorität des sunnitischen Islam gilt. In einer ausgefertigten Fatwa des anerkannten Rechtsgelehrten wird die genitale Verstümmelung von Mädchen als „Teufelswerk“ bezeichnet und unter allen Umständen verboten, da sie gegen die Ethik des Islam gerichtet sei.[3][4]
Nehberg lebt heute mit seiner Lebensgefährtin Annette Weber in Rausdorf, Schleswig-Holstein.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Nehberg, Rüdiger |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Menschenrechtsaktivist, Konditor und Überlebenskünstler (Survival) |
| GEBURTSDATUM | 4. Mai 1935 |
| GEBURTSORT | Bielefeld |
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