Mit der Piaggio P.180 Avanti entstand ein ungewöhnlich aussehendes Geschäftsreiseflugzeug. Es basiert auf dem „Drei-Flächen-Konzept“, das heißt vorne an der Bugspitze kleine Stützflügel, Tragflächen mit hoher Streckung am Heck und einem Höhenleitwerk nur für Richtungsänderungen. Die Propeller sind bei der P.180 hinter den Tragflächen angeordnet. Die Avanti erreicht für Propellermaschinen ungewöhnlich hohe Geschwindigkeiten bei gegenüber von Jets wesentlich geringerem Treibstoffverbrauch, was sowohl an der optimierten Aerodynamik als auch an den starken Triebwerken liegt.
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Erstflug des Prototyps war am 23. September 1986. Nicht einmal 4 Jahre später - am 29. Januar 1990 folgte der Erstflug der ersten Serienmaschine. Bis Ende 1998 wurden 36 Maschinen hergestellt. Es folgte eine kleine Pause. Neue Aufträge folgten, u.a. neun Maschinen für die italienische Luftwaffe (insgesamt 15) und je drei für das Heer und die Marine, weitere für Polizeien, die Feuerwehr und den Zivilschutz. Bis Anfang 2009 wurden etwa 175 Maschinen ausgeliefert, weitere Bestellungen von Kunden im In- und Ausland liegen vor so dass die Produktion bis 2012 ausverkauft ist. Die Testflüge für die Militärmaschinen fanden und finden u. a. in Pescara statt. Ab Mitte 2005 wurden dabei Maschinen der Serie II gebaut. Diese unterscheiden sich durch zwei auf ebenfalls 625 kW gedrosselte PT6A-66B Triebwerke und ein Rockwell Collins Pro Line 21 Glascockpit mit drei 20x25 cm großen Flachbildschirmen ausgerüstet. Ab Mitte 2008 wird auch die Ausstattungsvariante "it" mit neuem Kabinendesign ausgeliefert.
Die Avanti besteht zu 95% aus Aluminiumlegierungen ähnelt von der Form her Entenflugzeugen, wobei jedoch die vorderen Stützflügel keine Höhenruderfunktion besitzen (diese wird vom T-Leitwerk übernommen) und mit Landeklappen ausgerüstet sind. Die langen, dünnen, schmalen und aus einem Aluminiumblock gefrästen Tragflächen mit großer Streckung sind am Heck angebracht und sehr widerstandsarm, da auf der Hälfte der Flächen Laminarströmung auftritt. Auch der Rumpf ist auf Widerstandsarmut ausgelegt und als elliptischer Körper mit spitzen Enden konstruiert. Die beiden gegenläufigen Pratt & Whitney PT6A-66A oder B Turboprop Triebwerke sind in Schubkonfiguration am Heck hinter den Flügeln angebracht.[1]
| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Länge | 14,41 m |
| Kabine (LxBxH): | 4,55 m x 1,85 m x 1,75 m |
| Flügelspannweite | 14,03 m |
| Höhe | 3,98 m |
| Flügelfläche | 16 m² |
| Antrieb | 2 Pratt & Whitney Canada PT6A-66 Turbinen mit je 850 PS |
| Höchstgeschwindigkeit | 732 km/h auf 8625 m |
| max. Dauergeschwindigkeit | 644 km/h auf 11.890 m |
| Normale Reichweite | mit 6 Personen und IFR-Reserve: 2637 km |
| Besatzung | Ein oder zwei Piloten |
| Dienstgipfelhöhe | 12.500 m |
| Nutzlast | 7-8 Passagiere oder 1860 kg Nutzlast |
| Rüstmasse | 3402 kg |
| Startmasse | 5239 kg |
| Steiggeschwindigkeit | 14 m/s |
| Preis | etwa 5,3 Mio. Euro |
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