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Dieser Artikel behandelt die Pflanze Palme. Zu anderen Bedeutungen siehe Palme (Begriffsklärung) |
| Palmengewächse | ||||||||||||
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Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis) |
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Ordnung | ||||||||||||
| Arecales | ||||||||||||
| Bromhead | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Familie | ||||||||||||
| Arecaceae | ||||||||||||
| L. |
Die Palmengewächse oder Palmen (Arecaceae, veraltet Palmae (Lat. für Hand) oder Palmaceae) sind die einzige Familie der Ordnung der Palmenartigen (Arecales) innerhalb der Einkeimblättrigen Pflanzen (Liliopsida). Verwandte Arten waren schon vor etwa 70 Millionen Jahren in der Kreidezeit weit verbreitet. Die Familie der Palmengewächse (Arecaceae) enthält laut aktuellen Schätzungen etwa 200 Gattungen mit etwa 2600 Arten.
In der Familie der Palmen findet sich das längste Blatt (bei Palmen der Gattung Raphia mit bis zu 25 Meter Länge), der größte Same (von der Seychellenpalme (Lodoicea maldivica) mit bis zu 22 Kilogramm Gewicht), sowie der größte Blütenstand (in der Gattung Corypha mit geschätzten 10 Millionen Blüten pro Infloreszenz) des Pflanzenreichs.
Inhaltsverzeichnis |
Palmengewächse sind verholzende Pflanzen mit einem charakteristischen Blattschopf. Der Stamm weist, anders als bei Bäumen, kein sekundäres Dickenwachstum auf. Palmengewächse weisen vielmehr ein primäres Dickenwachstum auf und wachsen nach dem Auskeimen aus der Nuss zunächst in die für ihre Art charakteristische Enddicke hinein. Der Vegetationskegel entwickelt dabei eine Scheitelgrube. Erst nach fünf bis 15 Jahren beginnt das Längenwachstum. Durch diese Wachstumsweise haben Palmen einen von unten nach oben fast durchgehend gleich dicken Stamm.[1] Selten sind Palmen verzweigt, Ausnahme sind zum Beispiel die Hyphaene-Arten und wenige Arten in der Gattung Dypsis. Einige Arten kriechen oder klettern (z. B. Rotang-Palmen). Die gestielten Laubblätter der Palmengewächse heißen Palmwedel. Die Blattspreite wird anfangs immer ungeteilt gebildet und teilt sich erst später.
Die Blütenstände befinden sich meist seitlich oder seltener an der Spitze. Befindet sich der Blütenstand an der Spitze der Palme (endständig = terminal), dann stirbt die Pflanze nach dem Blühen und der Samenbildung ab; diese Arten sind hapaxanth, also mehrjährig, alle anderen sind ausdauernd. Die meistens stark verzweigten Blütenstände sind im knospigen Zustand von einer Spatha als Schutz umhüllt. Die Blüten können zwittrig sein, aber meistens sind sie eingeschlechtig. Es gibt einhäusige (monözische) und zweihäusige (diözische) Palmen-Arten. Die Blüten sind immer dreizählig und sind meistens radiärsymmetrisch, selten ist der Blütenaufbau schraubig. Es sind meist drei Kelch- und Kronblätter vorhanden; sie sind frei oder verwachsen. Es sind meist sechs, selten weniger Staubblätter vorhanden; davon sind oft einige zu Staminodien reduziert. Die drei Fruchtblätter können vollkommen frei oder an ihrer Basis verwachsen sein. Jedes Fruchtblatt enthält ein bis zwei Samenanlagen. Selten kann man einen Griffel erkennen und so sind die drei Narben je Blüte meist sitzend. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie) oder durch den Wind (Anemophilie).
Palmen bilden Schließfrüchte, meistens harte Beeren oder Steinfrüchte. Das Perikarp ist glatt, behaart, mit Stacheln oder Schuppen besetzt. Die Früchte enthalten meist einen oder zwei bis drei oder selten bis zu zehn Samen.
Palmen sind weltweit in tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet, auch auf zahlreichen ozeanischen Inseln. Die nördlichsten natürlichen Vorkommen liegen in Europa bei 42° nördlicher Breite in Südfrankreich für die Zwergpalme, in der Schweiz im Kanton Tessin (verwilderte Hanfpalmen), in Nordamerika in Kalifornien und Georgia bei 33° nördlicher Breite. Das südlichste Vorkommen liegt bei 44°18´ südlicher Breite auf den Chatham-Inseln, wo die Nikau-Palme und die Princilia-Palme vorkommen. Die Palmen wachsen je nach Art in Höhenlagen von Meeresniveau als auch bis zu 4000 Metern.
Unabhängig vom natürlichen Vorkommen werden Palmen in weiten Teilen der Welt in öffentlichen und privaten Gärten gepflanzt. Insbesondere die Araber begannen bereits im Frühmittelalter, in den von ihnen bewohnten Gebieten große Palmenhaine gezielt anzulegen. Eine der größten noch existierenden Anlagen dieser Art befindet sich in Elche. In den südeuropäischen Ländern sind kanarische Dattelpalmen an öffentlichen Plätzen allgegenwärtig. Diese von den kanarischen Inseln stammende Fiederpalme ist preiswert, schnellwüchsig und pflegeleicht wodurch die Bepflanzung und Pflege nur mit geringen Kosten verbunden ist. Obwohl die Kälteresistenz dieser Art nur zwischen -5 °C und -10 °C liegt, ist diese Art auch in kälteren Gebieten Südeuropas zu finden, die eigentlich nicht dafür geeignet sind, da sich erfrorene Pflanzen aufgrund des geringen Anschaffungswertes und überschüssigen Produktion leicht ersetzen lassen. In Mitteleuropa ist die selbige Art als Kübelpflanze beliebt, die mit Ausnahme der Frosttage das ganze Jahr im Freien stehen können. Bei einer Auspflanzung müsste diese Art an den kältesten Wintertagen beheizt werden, wobei aufgrund der entstehenden Energiekosten die Haltung als Kübelpflanze bevorzugt wird.
Als sehr kälteresistent gilt die chinesische Hanfpalme, die Temperaturen bis -12 °C sicher überstehen kann und sogar in Teilen Südschwedens anzutreffen ist. In Deutschland sind viele Exemplare in den Weinbaugebieten zu finden, wobei die Auspflanzung von Palmen durch Stadtgärtnereien bislang sehr unpopulär ist. In privaten Gärten sind sie immer häufiger anzutreffen, was vor allem daran liegt, dass zur Aufpflanzung geeignete Pflanzen in immer mehr Gärtnereien und z. T. sogar Baumärkten zum Sortiment gehören. Allgemein wird eine Auspflanzung ohne Winterschutzvorkehrungen jedoch nur in Regionen mit mildem Winter - beispielsweise an der Küstenregion oder im Oberrheintal empfohlen.
Neben den beiden erwähnten Arten gibt es eine Reihe weiterer Arten, die in Mittel- oder Südeuropa wachsen können und eine ähnlich hohe Kälteresistenz wie die Hanfpalmen aufweisen können. Diese Arten sind ebenfalls käuflich erwerblich, jedoch sehr teuer, da sie sehr schwierig zu züchten sind und zum Teil unter Naturschutz stehen. Die seltenen Arten sind außerhalb ihrer natürlichen Umgebung von daher meist nur in botanischen Gärten zu finden.
Die Kälteresistenteste unter den bekannten Arten ist die Sabal Minor. Unter guten Bedingungen kann sie Temperaturen bis zu -26°C überleben. Da diese Art nur sehr schwer und meist sehr teuer ist, gibt es nur eine sehr geringe Verbreitung.
Für viele Menschen ist die Palme als Nutzpflanze von großer Bedeutung. So lässt sie sich auf vielfältige Weise nutzen:
Von rund 100 Palmen sind die Früchte essbar (Dattelpalme, Palmyrapalme), von anderen die Samen (Kokosnuss, Betelnuss, Palmyrapalme). Den essbaren Vegetationskegel bezeichnet man als Palmherz, aus dem Mark des Stammes einiger Arten lässt sich Sago gewinnen. Im indomalayischen Raum hat die Sagopalme eine große Bedeutung als Stärkelieferant. Der Saft von Palmen wird zur Herstellung von Getränken benutzt, aus ihm kann auch Zucker gewonnen werden. Durch Gärung entsteht Palmwein. Auch durch die Vergärung von Fruchtfleisch lassen sich Getränke herstellen. Wenige Palmenblüten locken Bienen an, Palmhonig wird nicht von Bienen gewonnen sondern entsteht durch Einkochen des Palmensaftes etwa wie Ahornsirup.
In vielen Ländern ist die Palme das Grundmaterial für den Hausbau, wobei die Stämme als Holz und die wasserabweisenden Blätter für die Dacheindeckung genutzt werden. Aus Rotangpalmen (Calamus) werden Rattan-Möbel hergestellt.
Palmen werden sowohl als Stilelement zur Vermittlung eines südländischen Eindrucks genutzt als auch in regenarmen Gebieten zur Stabilisierung des Bodens an Böschungen und (evtl. bewässerten) Grünanlagen. Sie sind auch wesentlich unempfindlicher gegen Windbruch als Laubbäume, sodass sie gut an windexponierten Stellen gedeihen können.
In der heute meistgebrauchten Klassifikation nach Dransfield und Uhl von 1986 [2] sind Palmen in sechs Unterfamilien unterteilt. Diese gliedern sich wiederum in Tribus und Subtribus. Die Anzahl der jeweiligen Gattungen und viele Palmen-Gattungen oder bekanntere Palmen-Arten sind als Beispiele aufgeführt.
Seit 1995 gibt es einen phylogenetischen Stammbaum der Palmen die die Klassifikation von 1986 nur teilweise bestätigt. Er zeigt die Nipapalme (Nypa fruticans) als Schwesterart aller übrigen Palmen. Unter allen Palmen ohne die Nipapalme ist die Unterfamilie Calamoideae die Schwestergruppe der restlichen.[4]
Palmen (Arecaceae)
├─Nipapalme (Nypa fruticans)
└─NN
├─Calamoideae
└─Alle übrigen Palmen
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