Nationalallegorie Austria


Personifikation der friedfertigen Austria, aus der Werkstatt von Moritz von Schwind 1867

Die Figur der Austria galt in der Habsburgermonarchie als Personifikation des Vielvölkerstaates Österreich. Später wurde sie zur Allegorie für den österreichischen Nationalstaat. Ihr Name entspricht der lateinischen Bezeichnung für Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung zur Zeit der Monarchie

Die Verkörperung des k. k. Österreich durch eine Frauenfigur wurde vor allem zur Mitte des 19. Jahrhunderts häufig als künstlerisches Motiv verwendet. Es entstanden mehrere Statuen und Bilder der Allegorie. Bekannt wurde unter anderem der Austriabrunnen auf der Freyung im Stadtzentrum Wiens. Auch für zahlreiche Gebäude, die damals in Wien entstanden, wie das Parlamentsgebäude oder die Staatsoper, wurden Austria-Statuen entworfen und hergestellt.

Das Wortpaar „Felix Austria" aus dem 15. Jahrhundert ist ursprünglich auf die Dynastie der Habsburger, das so genannte Haus Österreich, gemünzt. Man schrieb ihnen Außenpolitik nach dem Motto Bella gerant alii, tu, felix Austria, nube! ("Andere mögen Krieg führen, du, glückliches Österreich, heirate!") zu und meinte die Heiratspolitik des Hauses Habsburg, die ebenso zu Machtgewinn führte wie die von anderen Monarchen geführten Kriege. Später wurde Felix Austria mit der vermeintlich glücklichen Lebensart der Völker Altösterreichs in Verbindung gebracht.

Bedeutungswandel nach 1918

Nach 1918 wurde die Allegorie national nur für die Republik Österreich weiter genutzt. Sie findet sich etwa auf Entwürfen für Schillingnoten, die aber nicht zur Verwirklichung gelangten [1]. Die Austria setzte sich im republikanischen Österreich jedoch nie wirklich als Indentifikationssymbol durch.

Erich Kästner thematisierte den österreichischen Opfermythos in einem Spottlied, in dem er die Nationalallegorie Austria folgendes singen ließ:

„Ich habe mich zwar hingegeben, doch nur weil ich gemußt.
Geschrien habe ich nur aus Angst und nicht aus Liebe und Lust.
Und daß der Hitler ein Nazi war – das habe ich nicht gewußt!“[2]

Einzelnachweise

  1. Vom Schilling zum Euro - Kontinuität und Stabilität: Wien 2002, Eigenverlag KHM und Österreichische Nationalbank, S. 218. ISBN 3-85497-039-0
  2. Vgl. Walter Simon: Mehr Hitze als Licht, S. 32. In: Academia, S. 32–34

Literatur

  • Selma Krasa-Florian, Die Allegorie der Austria, Böhlau, Wien, 2007

Weblinks







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