Der Ausdruck Mystik (von griech. griechisch μυστικός mystikós „geheimnisvoll“) bezeichnet heute im allgemeinen Sprachgebrauch Berichte und Aussagen über die Erfahrung einer höchsten Wirklichkeit sowie die Bemühungen um eine solche Erfahrung.
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Der deutsche Ausdruck "Mystik" geht zurück auf das griechische griechisch μυστικός mystikós „geheimnisvoll“. Dieses steht in Verbindung mit griechisch μύειν myein, „sich schließen, zusammen gehen“, was zunächst auf die Augen bezogen war, sowie mit griechisch μυέειν myéein, beginnen oder initiiert werden. Diese Ausdrücke wurden anfangs auf Mysterien und Geheimriten bezogen und später auch generell im Sinne von dunkel und geheimnisvoll verwendet.
In der Spätantike findet der Ausdruck dann auch im philosophischen Kontext Verwendung, wenn der verborgene Sinn einer Äußerung angesprochen ist, und wird insbesondere von Proklos auf den Bereich des Göttlichen bezogen.[1]
Die neuzeitliche Verwendung im Sinne einer spezifischen Variante religiöser Praxis und einer spezifischen Sorte religiöser Literatur ist - folgt man dem Mystikforscher Michel de Certeau - Ergebnis einer Begriffsverschiebung, die an der substantivischen Verwendung kenntlich ist: es wird nicht mehr gesprochen von "mystischer Theologie" als einem konstitutiven Bestandteil religiösen Denkens, sondern von "Mystik" als einem Typus außergewöhnlicher Verfahren.
Ähnlich wie hin und wieder Mystik selbst bezeichnen davon abgeleitete Wörter wie Mystizismus und mystisch in der heutigen Umgangssprache auch als unverständlich, rätselhaft oder unsinnig empfundene Redeweisen – ohne dass ein Bezug auf spezifische Traditionen religiöser Mystik mitgemeint wäre.
Das Thema „Mystik“ ist Forschungsgegenstand innerhalb der Theologien der Offenbarungsreligionen und der Religionswissenschaften, in Kultur-, Geschichts- und Literaturwissenschaft, in der Philosophie und Psychologie. Ein fachwissenschaftlicher Konsens zur Begriffsbestimmung konnte bisher nicht hergestellt werden.
Im alltäglichen Sprachgebrauch sowie in populärer Literatur steht das Thema „Mystik“ meist in Beziehung zu religiösen oder spirituellen Erfahrungen, die als solche nicht objektiv zugänglich scheinen. Die Literatur, in welcher der Ausdruck „Mystik“ in unterschiedlichem Sinne verwendet wird, ist vielfältig.
Trotz aller Unklarheiten lassen sich Merkmale angeben, die zumeist für mystisches Erleben für typisch gehalten werden. Auch ist für mehrere Personen unstrittig, dass diese weithin als Mystiker gelten.
Religionsgeschichtlich versteht man unter Mystik eine Form religiösen und damit auf ein Absolutes oder Jenseits ausgerichteten Erlebens und Beschreibens. Mystische Erfahrungen werden stets im Rahmen eines individuellen Kontextes ausgedrückt.
In theistischen Religionen ist das transzendente Element stets Gott. Als Gotteserfahrung gedeutete mystische Erlebnisse kennen u. a. Strömungen des Judentums, des Christentums, des Islams und des Hinduismus. Sie finden in unterschiedlichsten Begriffen und Wendungen Ausdruck, die von späteren Mystikern für die Darlegung ihrer mystischen Theologie oder Berichte ihrer Gotteserfahrung verwendet wurden: Nacht und Dunkelheit, Feuer (Mose), „sanftes, leises Säuseln“ (1 Kön 19,12), Liebe (Johannesbriefe), göttliches Du, Gott als innerstes Innen (z.B. bei Augustinus); göttliche Mutter (Ramakrishna).
Nichttheistische Traditionen wie Buddhismus, Jainismus und Daoismus setzen mystische Erfahrungen mit einer letztendlichen Wirklichkeit ohne Bezug auf eine göttliche Wesenheit in Beziehung.
→ siehe auch: Liste von Mystikern
→ siehe Hauptartikel Christliche Mystik
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In zahlreichen Texten mystischer Literatur werden biblische Motive aufgegriffen. Beispielsweise wird die Seligpreisung „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.“ (Mt 5,8) auf die Reinheit von Affekten, sinnlichen Wahrnehmungen und Handlungsmotiven bezogen. Das „Gott schauen“ noch zu Lebzeiten wiederum kann als das klassisch mystische Motiv schlechthin angesehen werden.
Im Anschluss an Paulus verbanden bereits frühe christliche Theologen wie Augustinus die Lehre von der Kirche mit der Eucharistie und damit dem Leib Christi. Daran knüpfte Thomas von Aquin an: die Kirche sei der mystische Leib Christi.[2] Dies war nicht selbstverständlich, denn zumeist wurde der Ausdruck "mystischer Leib" direkt auf die Eucharistie bezogen, und erst von daher die Kirche als wahrer Leib Christi verstanden.[3] Im Anschluss an Augustinus bestimmte die katholische „Glaubensenzyklika“ Mystici corporis, der mystische Leib Christi und die Römisch-katholische Kirche seien „ein und dasselbe“.
Ein großer Teil der hochmittelalterlichen Literatur zur mystischen Theologie besteht in Kommentaren zum Werk des Pseudo-Dionysius Areopagita. Es bilden sich zwei Auslegungstraditionen heraus: eine stärker affektive mystische Theologie, wie sie etwa von Hugo von St. Victor, Thomas Gallus, Robert Grosseteste, Vinzenz von Aggsbach vertreten wurde, und eine stärker intellektuelle, wie sie etwa von Jean Gerson, Nicolaus von Kues und anderen vertreten wird.
Jean Gerson unterscheidet die Theologia mystica als experimentelle Erkenntnis Gottes bzw. Erfahrungswissen von Gott (cognitio dei experimentalis) von einem lehrhaft vermittelten theoretischen Wissen von Gott (cognitio dei doctrinalis).
Im christlichen Kontext wurden, wie auch in anderen Religionen, unterschiedliche Auffassungen darüber vertreten, ob mystische Erfahrungen durch bestimmte religiöse Techniken vorbereitbar oder gänzlich davon unabhängig sind.
Zahlreiche Autoren haben im Kontext der Mystik naheliegende Ansatzstellen für einen interreligiösen Dialog gesehen - insbesondere mit dem Buddhismus. Daisetz T. Suzuki beispielsweise zeigte sich bereits in den 1950er Jahren von Meister Eckhart sehr beeindruckt.
Nach hinduistischen Lehren ist eine Einheitserfahrung mit dem göttlichen Brahman möglich. Das ist in Worten kaum wiederzugeben, da Begriffe es nicht fassen. Typische Beschreibungen bedienen sich Metaphern wie: das Bewusstsein weitet sich ins Unendliche, ist ohne Grenzen, man erfährt sich aufgehoben in einer Wirklichkeit unaussprechlichen Lichts und unaussprechlicher Einheit (Brahman). Dieser Einheitserfahrung entspricht die Lehre der Einheit von Atman („Seele“) und göttlichem Brahman.
Das Einssein fassen verschiedene Vertreter unterschiedlich auf:
Nach hinduistischer Lehre ist die alltägliche Wahrnehmung auf Vieles gerichtet, die mystische Erfahrung aber eine Einheitserfahrung. Das göttliche Eine ist in Allem gegenwärtig, jedoch nicht einfachhin erfahrbar. Es zu erfahren setzt voraus, die Wahrnehmungsart zu ändern. Dazu dienen Konzentrationstechniken des Yoga (Meditation) und die Askese (Enthaltung, Verzicht). Askese führt zur Freiheit gegenüber weltlichen Bedürfnissen. Dies kann u.a. Essen und Trinken, Sexualität oder Machtstreben einschränken.
In der buddhistischen Mystik, die insbesondere in den Strömungen des Mahayana und Vajrayana verbreitet ist, geht es wie in allen buddhistischen Schulen nicht um direkte Erfahrung eines göttlichen Wesens. Die Natur des Geistes wird als nicht-dual verstanden. Dies ist jedoch in der Regel nicht bewusst und wird durch das Anhaften am Ich verschleiert. Aus dieser grundlegenden Unwissenheit entsteht die Vorstellung eines unabhängig von anderen Phänomenen existierenden Ichs. Damit geht das Auftreten der Geistesgifte Verwirrung/Unwissenheit, Hass, Gier, Neid und Stolz einher, die Ursachen allen Leidens. Ziel ist es, die Geistesgifte in ursprüngliche Weisheit umzuwandeln, die Ich-Vorstellung aufzulösen und die den unerleuchteten Wesen eigene Aufspaltung der Phänomene in Subjekt und Objekt zu überwinden. Die den fühlenden Wesen innewohnende, bis dahin verschleierte Buddhanatur wird als immer schon zugrundeliegend erkannt. Wer dies erreicht wird erleuchtet oder schlicht Buddha genannt. Praktiken wie Meditation, Gebet, Opferdarbringungen, verschiedene Yogas und spezielle tantrische Techniken sollen dies ermöglichen.
Die in China entstandene Philosophie und Religion des Daoismus besitzt in ihren verschiedenen Formen eine spezifische Mystik. Schon die ältesten Texte die sich mit dem Dao, dem Urgrund des Daseins, befassen, das Daodejing und Zhuangzi, beschäftigen sich mit der Idee des Erlangens des Ureinen und der mystischen Inneschau sowie einer bestimmten geistigen Haltung, die den daoistischen Mystiker auszeichnet. Die ab dem 2. Jh. entstandene daoistische Religion hatte dann in ihren verschiedenen Schulen einen ausgeprägten Hang zu mystischen Formen von Ritual und Magie, Meditation und Innenschau, basierend auf komplexen Annahmen über die Natur des Dao und des daraus entstandenen Kosmos.
Vertreter des Sufismus (islamische Mystiker) lehren, dass Gott in jeden Menschen einen göttlichen Funken gelegt hat, der im tiefsten Herzen verborgen ist. Diesen Funken verschleiert die Liebe zu allem, was nicht Gott ist - etwa Wichtignehmen der (materiellen) Welt, sowie Achtlosigkeit und Vergesslichkeit (siehe Nafs). Nach dem Propheten Mohammed sagt Gott den Menschen: „Es gibt siebzigtausend Schleier zwischen euch und Mir, aber keinen zwischen Mir und euch.“
Die Sufis praktizieren eine tägliche Übung namens Dhikr, was Gedenken (also Gedenken an Gott, bzw. Dhikrullah) bedeutet. Da rezitieren sie bestimmte Stellen aus dem Koran und wiederholen eine bestimmte Anzahl der neunundneunzig Attribute Gottes. Darüber hinaus kennen die meisten sufischen Orden (Tariqas) ein wöchentliches Zusammentreffen in sogenannten Tekkes, bei dem neben der Pflege der Gemeinschaft und dem gemeinsamen Gebet ebenfalls ein Dhikr ausgeführt wird. Je nach Orden kann dieser Dhikr auch Musik, bestimmte Körperbewegungen und Atmungsübungen beinhalten.
Einer der wichtigsten Vertreter der islamischen Mystik war Yunus Emre.
siehe auch: Kategorie:Sufi
Im Judentum hat die Mystik besonders in der Kabbala eine breite Tradition. Mehr auf rationale Sicht des Glaubens bedachte Denker haben diese Bewegung oft kritisiert.
Nennenswerte Vertreter und Quellen sind:
Die meisten fachwissenschaftlichen Forschungsansätze analysieren Berichte über mystische Erfahrungen, psychologische Korrelate oder philosophisch-theologische Interpretationskategorien derselben.
Zu den bekannteren Forschern zählen für die jeweiligen Einzelwissenschaften beispielsweise:
Dabei ist eine nähere Bestimmung des Begriffs sehr unterschiedlich und teilweise kontrovers. Zur Problematik trägt bei, dass das Thema Mystik unterschiedlichste Wissenschaftsdisziplinen betrifft, innerhalb welcher nochmals sehr unterschiedliche Forschungsrichtungen existieren.
Weltabgewandtheit (Vermeidung von körperlichen Freuden durch Fasten, Askese und Zölibat oder den Rückzug in die Einsamkeit als Eremit) hat in vielen Religionen eine lange Tradition. Teilweise wird beansprucht, eine solche Haltung sei Vorbedingung mystischer Erfahrung. Andere Traditionen betonen die Zusammengehörigkeit von Kontemplation und aktivem Leben. Die christliche Mystik spricht in diesem Zusammenhang von „vita activa“ und „vita contemplativa“. Beide Seiten gehören etwa für Meister Eckhart stets zusammen. Teilweise wird auch ein wesentlicher Zusammenhang von Mystik und Politik beansprucht, wie er sich etwa bei Nikolaus von Flüe, Meister Eckhart, Martin Luther, Juliane von Krüdener, Mahatma Gandhi, Dag Hammarskjöld, Dalai Lama u.a. findet.
Auch Traditionen des Zen betonen, dass Spiritualität und Alltag nicht entkoppelt werden dürfen. So beschreiben etwa die Verse „Der Ochse und sein Hirte“ den Entwicklungsweg eines Zen-Schülers im alten Japan und enden mit der Rückkehr auf den Marktplatz. Auch der Zen-Meister Willigis Jäger betont: „Ein spiritueller Weg, der nicht in den Alltag führt, ist ein Irrweg.“
In der mystischen Erfahrung lassen sich Erfahrung und Erfahrenes unterscheiden. Die christliche Mystik bezeichnet die Erfahrung als Mysterium oder Unio Mystica, im buddhistischen Kulturraum wird sie etwa als Satori oder Kensho benannt, im hinduistischen Raum als Nirvikalpa Samadhi. Sie bezieht sich immer auf das Erfahrene, die höchste Wirklichkeit, die im christlichen Kulturraum mit Gott, im buddhistischen Raum etwa mit Nirwana, im hinduistischen mit Atman/Brahman bezeichnet wird. Diese höchste Wirklichkeit hat stets ihren spezifischen individuellen Hintergrund (Religion, Kultur, Wissenschaft). Aus phänomenologischer Sicht ist daher unentscheidbar, ob die in unterschiedlichen Strömungen beschriebene höchste Wirklichkeit identisch ist und gleich erlebt wird.
Die von religiösen Strömungen im Judentum und Christentum beanspruchte mystische Erfahrung wird als Glaubenserfahrung verstanden, als intensive Form der Spiritualität. Dabei ist teilweise beansprucht, das Göttliche nicht mehr personal zu erfahren. Dieses Merkmal kann zumindest religionsphänomenologisch von Prophetien abgrenzen, sofern hier Gott stets als personales Gegenüber erfahren wird.
Viele Berichte von mystischer Erfahrung betonen, dass kein Begriff und keine Aussage auch nur annähernd passen. Das Erfahrene ist, abhängig von soziokulturellen Bedingungen, vielfältig umschreibbar.
Vor theistischem Hintergrund liegt der Name Gott nahe. Atheisten sprechen etwa von der wahren Natur allen Seins oder der tiefen kosmischen Einheit aller Dinge. Gleichwohl heben viele Beschreibungen die Erfahrungsweise von weltlicher Objekterkenntnis ab. Beispielsweise, da hier kein Ich einem Höheren gegenüberstehe, sondern von diesem Höheren „umfasst“ werde. Bei gleichzeitiger Nichtbenennbarkeit und dem Verlangen, von der Erfahrung dennoch nicht nur zu schweigen, bedient sich Mystik oft ungewöhnlicher Stilmittel.
Häufig werden Mystik und Rationalität einander entgegengesetzt. Eine Beurteilung des Verhältnisses ist abhängig davon, wie beide Begriffe verstanden werden.
Viele mittelalterliche Autoren unterscheiden ratio (Vernunft) und intellectus (Verstand) in der Weise, dass der Intellekt als diskursives Vermögen verstanden Unterscheidungen trifft; während die Ratio höheren Ranges ist, weil auf Einheit ausgerichtet. Dass mystische Erfahrung kein Fall diskursiven Erkennens sein kann, bestreitet kein Mystiker. Eine solche Trennung der Hierarchien ermöglicht, den Anschein eines Gegensatzes aufzulösen. Oft wird für mystische Erfahrung eine höhere (nämlich absolute) Gewissheit gegenüber sonstigem für wahr gehaltenem reklamiert.
Bezieht man Rationalität auf die aristotelisch durchformte Wissenschaftskultur des Mittelalters, so stehen dieser viele Mystiker aus Kontexten mittelalterlicher Laienbewegungen fern. Auch viele Mystiker, die sich philosophisch-theologisch artikulieren, suchen Denkformen, die der aristotelischen Wissenschaftstheorie ferner stehen und stärker einem weisheitlichen Konzept des Wissens und höchsten Wissens nahestehen. Einige greifen dazu zurück auf die Konzeptionen von Augustinus, Boethius und der so genannten Schule von Chartres.
In modernen Kontexten unterscheidet sich ein Zugang zur höchsten Wahrheit durch unmittelbare individuelle Erfahrung von der Methodik neuzeitlicher Wissenschaft, da diese Verallgemeinerbarkeit und Reproduzierbarkeit beansprucht.
In ihrem wohl bekanntestem Werk, dem 1997 erschienen Buch Mystik und Widerstand, spricht sich die evangelisch-lutherische Theologin Dorothee Sölle für die Überwindung des vermeintlichen Gegensatzes von kontemplativer Transzendenzerfahrung und politisch-gesellschaftlichem Engagement aus. Sie zeigt auf, dass z.B. Persönlichkeiten wie der Sklavenbefreier und Quäker John Woolman, der ehemalige Generalsekretär der UNO Dag Hammarskjöld und der Bürgerrechtler Martin Luther King ihre Kraft zum Widerstand gegen gesellschaftliches Unrecht aus ihren mystischen Erfahrungen schöpften. Mystische Erfahrung bedeute demnach kein bewusstes Abwenden von der Welt, sondern die direkte Transzendenzerfahrung fördere gerade ein demokratisches Glaubensverständnis.
Mystiker beschreiben ihre Erfahrungen sprachabhängig in Redewendungen und Bildern ihres Kulturkreises. Viele betonen allerdings die Notwendigkeit, von allen Bildern zu lassen. Bekannt dafür ist in christlichen Kontexten Meister Eckhart, daneben auch das Bilderverbot in dem selten vollständig zitierten ersten der "Zehn Gebote" Moses'.
Halluzinationen treten im Wachzustand auf. Von mystischen Erlebnissen sind sie schwer unterscheidbar. Anhand einer Reihe von Merkmalen wie Inhalte der Erfahrung, Dauer, Kommunikationsfähigkeit, Ausdruck, Vokabular und Emotionalität versucht man Unterschiede zwischen mystischen und psychotischen Zuständen zu fassen. Als wesentlich für mystische Erfahrungen wird etwa die Umorganisation handlungsleitender Motive, Affekte, Welt- und Selbstbildvorstellungen herausgestellt. Ob mystische Erfahrung nur eine Halluzination ist, lässt sich objektiv nicht klären.
Mystische Erfahrungen werden in einem Bewusstseinszustand eigener Art erlebt, der auch als mystisches Bewusstsein bezeichnet wird. Es fällt allerdings durchaus nicht leicht, sie allein aufgrund ihrer Beschreibungen in ihrer Art immer sicher auch von Bewusstseinszuständen anderer Art zu unterscheiden – etwa von (über "Begeisterung" deutlich hinausgehenden) enthusiastischen, fanatischen bis ekstatischen Erlebnissen verschiedener Art.
siehe auch: Literaturliste Sufismus
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