| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Schwaben | |
| Landkreis: | Unterallgäu | |
| Höhe: | 607 m ü. NN | |
| Fläche: | 56,44 km² | |
| Einwohner: | 14 185 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 251 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 87711–87719 | |
| Vorwahl: | 08261 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MN | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 7 78 173 | |
| Stadtgliederung: | 7 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Maximilianstraße 26 87719 Mindelheim |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Stephan Winter (CSU) | |
Mindelheim ist Mittelzentrum und Kreisstadt des schwäbischen Landkreises Unterallgäu.
Inhaltsverzeichnis |
Mindelheim liegt in Mittelschwaben, am namensgebenden Fluss Mindel, am sogenannten Riedelrücken im bayerischen Alpenvorland, rund 60 Kilometer südlich der Bezirkshauptstadt Augsburg und etwa 90 Kilometer westlich der Landeshauptstadt München.
Ausdehnung des Stadtgebietes
Das Stadtgebiet besteht aus den Gemarkungen Mindelheim, Gernstall, Heimenegg, Mindelau, Nassenbeuren, Oberauerbach, Unterauerbach und Westernach.
Zu Mindelheim gehören die Orte Bergerhausen, Doldenhausen, Gernstall, Heimenegg, Jägersruh, Katzenhirn, Lohhof, Mindelau, Nassenbeuren, Oberauerbach, Sankt Anna, Sankt Georg, Unggenried, Unterauerbach, Untere Ziegelhütte, Weihermühle, Westernach und Wiesmühle.
Entwicklung des Stadtgebiets
Folgende Gemeinden wurden eingegliedert:
Bereits in vorchristlicher Zeit war die Mindelheimer Flur besiedelt, wie zahlreiche Grabfunde belegen. Im 6./7. Jahrhundert ließen sich alemannische Ackerbauern an der Mindel nieder. 858 wurde die erste Kirche gegründet. Mindelheim wurde 1046 erstmals urkundlich erwähnt und um 1250 zur Stadt erhoben. 1467 kauften die Frundsbergs Stadt und Herrschaft Mindelheim und regierten bis 1586 hier. Seit 1616 und wieder seit 1714 mit dem Ende des Reichsfürstentums Marlborough gehörte die Herrschaft unterbrochen durch die Zeit des kaiserlich-königlichen Interregnums 1778 bis 1780 zum Rentamt München des Kurfürstentums Bayern. Mindelheim besaß das Stadtrecht mit weitgehenden Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Stadtgemeinde.
| Römisch-katholisch | 9.874 | 67,0 % |
| Evangelisch | 1.764 | 12,0 % |
| Sonstige | 3.104 | 21,0 % |
Der Stadtrat der Stadt Mindelheim in der Amtsperiode 2008–2014 wird von Stephan Winter (CSU) als erstem Bürgermeister geführt, sein Stellvertreter ist Herbert Kugler (CSU). Der Stadtrat mit 24 Sitzen ist folgendermaßen besetzt:
Die Stadtteile Heimenegg, Mindelau, Unterauerbach und Westernach haben jeweils einen Ortssprecher.
Wappenbeschreibung: In Silber über blauen Wellen schwebend eine schwarze Glocke mit goldenen Reifen und goldenem (auch schwarzem) Klöppel.
Das Wappen ist seit etwa 1330 nachweisbar. In der Marktordnung von 1337 ist es im Siegel bereits dargestellt. Die heute verwendete Zeichnung wurde 1963 von Ernst Göhlert geschaffen.
Das fließende Wasser deutet auf den namensgebenden Fluss Mindel hin. Das Symbol der Glocke verweist auf das Marktrecht. Beginn und Ende der Märkte wurde durch Glockenzeichen gegeben. Ebenso wurde die Ratsversammlung vom Rathausturm mit Glockenzeichen angekündigt. Die fünf Zinnen oder Türme versinnbildlichen die „Stadtkrone“.
Die Stadtfarben schwarz/gelb (= gold) erinnern an die Herzöge von Teck und an die Ritter von Frundsberg, die in Tirol (Schwaz) beheimatet waren.
Im ehemaligen Jesuitenkolleg ist seit 1986 ein „Schwerpunktmuseum“ des Bezirks Schwaben beheimatet, das auch Sonderausstellungen zeigt. Die ständige Ausstellung enthält drei Museen völlig unterschiedlicher Ausrichtung:
Seit der Übernahme der alleinigen Betreuung der Sammlung durch die Mindelheimer Museen im Jahr 2003 wurde das Textilmuseum einer umfassenden Neugestaltung unterzogen. Drei neue Abteilungen sollten Ausschnitte aus den Sammlungsbeständen präsentieren.
Die erste neue Abteilung mit einem Überblick über die Entwicklung der Damenmode wurde 2004 eröffnet. Im Jahr 2006 folgte die Abteilung zur Geschichte der geistlichen Gewänder (Paramente) mit kostbaren Exponaten vom Mittelalter bis in die Gegenwart. 2008 wurde die Umgestaltung abgeschlossen mit der dritten Abteilung zur Wohnkultur in der zweiten Hälfte des 19. und im frühen 20. Jahrhundert.
Weitere Museen in Mindelheim sind:
Eine eigenartige Faszination geht von den tickenden, rasselnden, läutenden oder pfeifenden Uhren aus. Wer meint, Turmuhren seien lediglich wenig ansprechende Gebrauchsgeräte wird angesichts ihrer künstlerischen Gestaltung, ihrer technischen Finesse und handwerklichen Meisterschaft eines Besseren belehrt.
Die Mindelburg auf dem Georgenberg, deren Ursprung ungeklärt ist, wurde um 1305 komplett zerstört und unter Herzog Friedrich von Teck 1370 wieder aufgebaut. Seit da an war sie Sitz der Herren von Mindelheim. Vor allem unter Georg von Frundsberg wurde groß Hof gehalten und hohe Gäste empfangen: Kaiser Maximilian I., Herzog Francesco II. Sforza von Mailand, Karl von Bourbon, Kaspar III. Winzerer, Paracelsus (er soll auf der Burg den „Stein der Weisen“ vergraben haben), Johannes von Staupitz, Karl Münzerer u.a. Die Burg beherbergt heute eine Druckerei, weswegen die Innenräume nicht zugänglich sind. Burgrundgang und Bergfried bieten eine Aussicht über Stadt und Umland. Früher hat es auch einen Fluchtstollen von der Mindelburg zur Stadtkirche gegeben. Dieser wurde zugeschüttet.
Das Rathaus aus dem 18. Jahrhundert mit prächtiger Front und Giebelgliederung von Eugen Drollinger mit Standbild des Georg von Frundsberg beherrscht den Marienplatz.
Die Kirche Mariä Verkündigung, im Volksmund Jesuitenkirche genannt, hat ihren Ursprung 1263. Mit ihren hervorragenden Stuckarbeiten italienischer Mönche ist sie ein Kleinod des Rokoko. Die von Rudolf Kubak aus Augsburg generalüberholte und erweiterte Barockorgel bietet ein beeindruckendes Klangbild. In der Advents- und Weihnachtszeit ziehen die barocke Jesuiten-Krippe mit ca. 80 bis etwa 1 Meter großen Figuren und eine Krippe aus Klosterwald mit zahlreichen biblischen Szenen Besucher an. Kleines Kuriosum: es handelt sich hier um eine Kirche ohne Kirchturm. Den hat man sich schwäbisch schlau eingespart, da das Gotteshaus direkt an das 40 m hohe Untere Tor grenzt. Die Glocken befinden sich direkt auf dem Chordach der Kirche. In unmittelbarer Nachbarschaft der Stadtpfarrkirche St. Stephan mit ihrem fast 70 Meter hohen Turm befindet sich das Franziskanerinnenkloster Hl. Kreuz, welches seinerzeit der Säkularisation entging und seit über 550 Jahren ohne Unterbrechung fortbesteht.
Das Einlaßtor, auch Westernacher Tor genannt, wurde erstmals urkundlich 1469 erwähnt. Es hat seinen Namen daher, weil früher die Spätheimkehrer auch nach Torschluss gegen Entgelt hier in die Stadt gelangten.
Weitere Türme, Kirchen, Kapellen, Klöster und Reste der Stadtmauer prägen das mittelalterliche Stadtbild. Das Verkehrsamt bietet Führungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten an.
Alle drei Jahre (nächster Termin 2009) findet in der Mindelheimer Altstadt das Frundsbergfest, eines der größten historischen Feste Deutschlands, statt. Es wird zu Ehren des Ritters und Kaiserlichen Feldhauptmannes Georg von Frundsberg gefeiert, der seinen Sitz auf der Mindelburg hatte, die sich hoch über der Stadt befindet. Viele Bewohner tragen historische Trachten und große Festzüge sowie Altstadtfeste und Lagerleben erwecken die damalige Zeit wieder zum Leben.
Mindelheim gilt auch als Faschingshochburg. Sogar das 28 m hohe Obere Tor wird dann komplett verkleidet. Auf der Westseite hängt hier der Durahansl, eine Harlekinsfigur. Auf der Ostseite findet man die Amme, die Narramuatr. Neben den alteingesessenen Mindelheimer Faschingsgesellschaften gibt es seit 1992 auch den Durahaufa, der sich der schwäbisch-alemannischen Fastnacht verschrieben hat. Zum zehnjährigen Jubiläum fand 2003 der große Narrensprung mit 5000 Teilnehmern aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich statt.
Im Frühjahr finden die Mindelheimer Jazztage Jazz isch statt, die auch überregional auf sich aufmerksam machen. Ende Mai treten jedes Jahr Läufer zum Mindelheimer Altstadtlauf an. Im September findet das Mindelheimer Altstadt-Radkriterium statt.
Der jährlich im Innenhof der Burg stattfindende Töpfermarkt zieht Besucher und Aussteller aus ganz Süddeutschland an.
Ebenfalls jährlich veranstaltet die Mindelheimer Handballabteilung ein zweitägiges Jugendturnier aller Altersklassen mit weit über 150 internationalen Mannschaften – dadurch einer der größten Sportveranstaltungen im gesamten süddeutschen Raum.
Die Stadt liegt verkehrsgünstig an der A 96 München–Memmingen–Lindau (Ausfahrt 19 – Mindelheim), welche in diesem Bereich Teil der Europastraße E 54 ist und der B 16 Günzburg – Füssen. Der 2007/08 mit einem Kostenvolumen von rund 8 Millionen Euro modernisierte und behindertengerecht ausgebaute Bahnhof liegt zum einen an der Bahnlinie Augsburg – Memmingen – Lindau (KBS 971), zum anderen stellt er einen Endpunkt der Mittelschwabenbahn (KBS 978) dar, die über Krumbach nach Günzburg führt.
Die nächsten Flughäfen sind der Flughafen Memmingen (28 km), der Flughafen Augsburg (70 km) sowie der Flughafen München (120 km). Der zu den Grob-Werken gehörende Motorsportflugplatz Mindelheim-Mattsies ist nur etwa neun Kilometer entfernt.
Die Mindelheimer Zeitung, eine Lokalausgabe der Augsburger Allgemeinen, ist in der Stadt mit einer Tageszeitung vertreten. Des weiteren berichtet der Mindelheimer Wochenkurier, eine Lokalausgabe des Memminger Kuriers als wöchentliches Blatt über das Geschehen vor Ort. Der ebenfalls in Memmingen beheimatete Lokalsender hitradio.rt1-Südschwaben ist als lokaler Radiosender zu hören.
Neben dem Landratsamt des Landkreises Unterallgäu befinden sich in der Stadt zahlreiche staatliche und kommunale Ämter und Behörden.
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