Mallersdorf-Pfaffenberg


Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Mallersdorf-Pfaffenberg
Mallersdorf-Pfaffenberg
Deutschlandkarte, Position von Mallersdorf-Pfaffenberg hervorgehoben
48.76666666666712.233333333333411
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 411 m ü. NN
Fläche: 72,61 km²
Einwohner:

6.479 (31. Dez. 2008)[1]

Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84066
Vorwahl: 08772
Kfz-Kennzeichen: SR
Gemeindeschlüssel: 09 2 78 148
Marktgliederung: 9 Ortsteile
Adresse der Marktverwaltung: Steinrainer Straße 8
84066 Mallersdorf-Pfaffenberg
Webpräsenz: www.mallersdorf-pfaffenberg.de
Bürgermeister: Karl Wellenhofer (CSU)

Mallersdorf-Pfaffenberg ist eine Marktgemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Mallersdorf-Pfaffenberg liegt, mit jeweils 30 km nach Straubing, Regensburg, Landshut und Dingolfing und jeweils etwa 100 km nach München und Nürnberg, im Herzen Bayerns.

Mallersdorf-Pfaffenberg liegt an der Kleinen Laber im niederbayerischen tertiären Hügelland.

Die Marktgemeinde ist laut Landesentwicklungsprogramm (LEP) des Freistaats Bayern als raumstrukturelle Einheit und als „mögliches Mittelzentrum“ eingeordnet, da sie für das ländlich geprägte Umland durch seine zentralörtliche Infrastrukturausstattung eine mittelzentrale Position einnimmt.

Geschichte

Die Geschichte des Ortes Mallersdorf reicht vermutlich bis in die Römerzeit zurück, da die erste Burg, die dem Ort "Madilhardisdorf" den Namen gab auf den Resten eines römischen Kastells errichtet worden sein soll. Diese Burg war im Besitz von Mathilde von Lupburg, der 9. Äbtissin des Reichsstifts Niedermünster in Regensburg, die hier ausgedehnte Güter besaß und von deren Name sich „Mallersdorf“ letztendlich ableitet.

Mallersdorf gehörte während der Karolingerzeit zur Gaugrafschaft Kirchberg. Die Grafen Heinrich und Ernst stifteten hier 1107 ein Kloster, welches, mit der Bestätigung der Schenkung durch Kaiser Lothar III., 1129 erstmalig urkundlich erwähnt wird.

Die von Benediktinermönchen geführte Lateinschule im Kloster Mallersdorf auf dem Johannisberg, die dort von 1109 bis 1803 nachweisbar ist, genoss einen vorzüglichen Ruf. Auch die bedeutende Bibliothek war Grund für die überregionale Bedeutung Mallersdorfs auf wissenschaftlichem Gebiet. Der Ehrentitel „sedes sapientiae“ (Sitz der Weisheit) bezeugt diese Stellung.

Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster zu einem Landwirtschaftsbetrieb mit Brauerei umfunktioniert; die Bibliothek sowie wertvolle sakrale Gegenstände wurden nach München gebracht. Eine Neubelebung erfuhr das Kloster 1869 als dort der Franziskanerinnen-Orden der Mallersdorfer Schwestern ihr Mutterhaus errichtete.[2] (Siehe auch: Franziskaner)

Nach der Säkularisation erhielt Mallersdorf zunächst ein Landgericht, 1862 das Amtsgericht, Bezirksamt, Rentamt und Notariat. Damit war der Ort Kreissitz geworden.

Die Geschichte des Ortes Pfaffenberg reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. In einem Schutzbrief von Papst Eugen III. wird der Ort das erste Mal schriftlich erwähnt.

1972 wurden die Orte Mallersdorf, Pfaffenberg, Holztraubach, Ascholtshausen, Oberellenbach, Oberlindhart zum Markt Mallersdorf-Pfaffenberg zusammengeschlossen. Die Gemeinden Niederlindhart, Haselbach und Upfkofen kamen am 1. Januar 1978 hinzu.[3]

Am 1. Juli 1972 verlor Mallersdorf den Sitz des Landratsamtes und wurde in den Landkreis Straubing-Bogen umgegliedert. Das Kennzeichen MAL verschwand somit größtenteils von den Straßen. Die Gemeinde war einer der wenigen Kreishauptorte in Deutschland, der als Sitz einer Kreisverwaltung keine Stadtrechte besaß.

Siehe auch: Landkreis Mallersdorf

Wappen

Mallersdorf Pfaffenberg
Wappen
Wappen

Das Wappen der Gemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg wurde aus den bestehenden, traditionsreichen Wappen der beiden Orte zusammengefügt. Der so entstandene Schild ist mittig geteilt, wobei das Wappen Paffenbergs die rechte Flanke (vom Betrachter aus links) und Mallersdorfs die linke Flanke (rechts) innehat. Das Schildhaupt ist als Symbol der Zugehörigkeit zum Freistaat Bayern weiß-blau gerautet. Blasonierung siehe bei: Mallersdorf-Pfaffenberg: Wappengeschichte vom HdBG

Geschichte der Wappen

Das Wappen Paffenbergs wurde dem Gerichtssitz am 22. Oktober 1558 von dem Wittelsbacher Herzog Albrecht verliehen. Das Wappen von Mallersdorf wurde am 14. Dezember 1886 verliehen und wurde von dem 1803 verliehenen Wappen des Benediktinerklosters übernommen. Der Johannesadler wurde seit 1495 nachweislich von dem Kloster als Siegel verwendet.

Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl zeigt folgende Tabelle: [4]

Stichtag Bevölkerung
01.12.1840 3185
01.12.1871 4590
01.12.1900 4462
16.06.1925 5014
17.05.1939 5101
13.09.1950 7232
06.06.1961 5964
27.05.1970 6116
25.05.1987 6091
31.12.2002 6732
30.06.2005 6669
31.12.2005 6592
31.12.2006 6571
30.06.2007 6514

Politik

Gemeinderat

Wahljahr CSU FW SPD ödp Unabhängig Gesamt
2008 10 5 2 2 1 20
2002 11 6 2 1 - 20
1996 10 7 3 - - 20
1990 12 5 3 - - 20

Bürgermeister

Amtszeit Name Partei
seit 2002 Karl Wellenhofer CSU
1996–2002 Norbert Bauer CSU
bis 1996 Hans Daffner CSU

Städtepartnerschaften

Partnerstädte sind Paderno del Grappa in Italien und Jedlicze in Polen.

Aufgrund der Verdienste zur europäischen Integration durch ihre Städtepartnerschaften wurde der Marktgemeinde am 3. November 2007 die Ehrenfahne des Europarates als Dank für deren Einsatz zugunsten eines friedlichen und freiheitlichen Europas verliehen. [5]

Patenschaft

1985 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus Krajková, ehemals Gossengrun, übernommen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Kloster Mallersdorf

Das Franziskanerinnenkloster Mallersdorf, das eine Klosterrealschule betreibt, liegt auf einer Anhöhe über dem idyllischen Labertal. Die dem Kloster angehörige Basilika wurde 1109 begonnen und erhielt in der Mitte des 18. Jahrhunderts ihre heutige Rokokoausstattung. In der Pfarrkirche St. Johannes befindet sich ein Hochaltar von Ignaz Günther. Der Orden wurde von Paul Josef Nardini gegründet.

Jüdisches Ehrenmal

Bei Pfaffenberg befindet sich ein Ehrenmal für jüdische KZ-Opfer, die im Ortsteil Oberlindhart begraben wurden. Das Denkmal wurde 1947 errichtet und durch Spenden von jüdischen Einwohnern der Region finanziert. Es handelt sich um eine Grabstätte für 67 KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch aus dem Konzentrationslager Buchenwald im Frühjahr 1945 von SS-Männern erschossen wurden, bevor sie von den Alliierten befreit werden konnten.[6]

Sonstige

  • Zollhof Pfaffenberg
  • Bonifatius-Statue Westen
  • Schloss Oberellenbach
  • Schloss Oberhaselbach
  • Kirche Mariä Opferung in Westen
  • Pfarrkirche St. Peter in Pfaffenberg
  • Die ehemalige Benediktinerkirche in Mallersdorf ist heute die Pfarrkirche St. Johannes.
  • Die Kirche St. Johannes der Täufer Oberlindhart mit Teilen aus dem späten 10. Jahrhundert ist eine der ältesten ländlichen Sakralbauten Ostbayerns. Sie ist ein spätgotischer Bau mit Sterngewölbe und romanischem Turm.

Sport

  • Im Ortsteil Mallersdorf befinden sich Sportplätze des TV Mallersdorf und eine Tennisanlage.
  • Im Ortsteil Pfaffenberg sind im Sport- und Freizeitzentrum Igeltal Sportplätze des TSV Pfaffenberg und eine Kegelbahn zu finden. Ein Frei- und ein Hallenbad mit großer Liegewiese, Sportplatz, Laufbahn, Beachvolleyball-Anlage, Kiosk mit Terrasse, 50 m-Wettkampfbecken, 66 m langer Wasserrutsche mit Freizeitbecken, Sprungbecken mit zwei Türmen und ein Kinderplanschbecken mit Wasserpilz sind ebenfalls vor Ort. Angrenzend dazu befindet sich ein Skatepark mit Fun-Box, Skater-Quarter-Pipe, Skate-Rail und Trick-Box. Außerdem die Sportanlagen des Burkhart-Gymnasiums mit Dreifachturnhalle.
  • Im Ortsteil Oberlindhart befinden sich die Sportplätze des SV Oberlindhart, außerdem gibt es dort angrenzend noch einen Beachvolleyballplatz.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jedes Jahr am ersten Augustwochenende findet das beliebte Pfaffenberger Volksfest an den Laaberauen statt.

Kulinarische Spezialitäten

  • Biere der Klosterbrauerei und der Privatbrauerei Stöttner wurden von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft prämiert[7].
  • Griechische, italienische und gut bürgerliche Restaurants, sowie türkische Dönerschmieden

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch Mallersdorf-Pfaffenberg verläuft die St2142 über die Straubing erreicht werden kann. Außerdem ist die Gemeinde an die B 15 angebunden, die Regensburg und Landshut verbindet.

Im Ortsteil Mallersdorf und Niederlindhart befindet sich jeweils ein Bahnhof.

Entlang der Kleinen Laber führt der Labertalradweg an Mallersdorf-Pfaffenberg vorbei.

Ansässige Unternehmen

Im Industrie- und Gewerbegebiet Ettersdorf sind unter anderem

  • Kautex,
  • Johnson-Controls
  • und eine Aussendienstagentur eines Wirtschafts-Inkasso-Services ansässig.
Nahversorgung

Neben den Nahversorgungsangeboten für den täglichen und mittelfristigen Bedarf in den jeweiligen Ortskernen, hat sich zwischen den Ortsteilen Mallersdorf und Pfaffenberg eine Verdichtung von Einzelhandels- und Dienstleistungsstandorten entwickelt. Dieses neue Zentrum in der Mitte beider Ortsteile soll auch in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Öffentliche Einrichtungen

  • Polizeistation Mallersdorf
  • Kreiskrankenhaus Mallersdorf
  • Ärztehaus
  • BRK Seniorenheim
  • Kindergarten "Zum Schutzengel"
  • Kindergarten "St. Elisabeth"

Bildung

  • Burkhart-Gymnasium
  • St. Martin Volks- und Hauptschule
  • Förderschule St. Benedikt
  • Nardini-Realschule für Mädchen
  • Fachakadedemie für Sozialpädagogik
  • Berufsfachschule für Krankenpflege
  • Kurse der Volkshochschule
  • Kreismusikschule

Persönlichkeiten

Weblinks

Commons Commons: Mallersdorf-Pfaffenberg – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes zum 31.12. (Hilfe dazu)
  2. Moosauer, Donatus / Wöhrl, Jochen (1996): Große und Kleine Laber - Luftportrait der altbayerischen Zwillingsflußlandschaft. Straubing
  3. Gemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg
  4. Statistikdaten
  5. Landauer Zeitung
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 162f.
  7. DLG-Prämierung








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