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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Organisation des Güter-, Informations-, Energie- und Personenflusses; zur Begrifflichkeit „Logistik“ als veraltetes Synonym für formale Logik (auch mathematische oder symbolische Logik) siehe dort. |
Die Logistik ist die Lehre der ganzheitlichen Organisation, Steuerung, Bereitstellung und Optimierung von Prozessen der Güter-, Informations-, Energie-, Geld- und Personströme in einem System. Sie sichert den quantitativen und qualitativen Erfolg der Prozesse und die räumliche Mobilität der betrachteten Objekte.
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In den Wirtschaftswissenschaften wird die technische Ebene der Logistik abstrahiert. Das logistische System einer Unternehmung verknüpft Quelle und Senke der Wertschöpfung mit den unternehmensinternen Orten der Verarbeitung und Speicherung bzw. Lagerung. Ursprünglich als Hauptfunktion der Materialwirtschaft verstanden, wird Logistik heute vor allem als betriebliche Querschnittsfunktion über die Bereiche Beschaffung, betriebliche Leistungserstellung (Produktion im weiteren Sinne) und Absatz betrachtet.
Die Ingenieurwissenschaften beschäftigen sich mit der technischen Ausführung der Transporteinrichtungen und Ausgestaltung der Transportnetzstrukturen. Zu den Disziplinen gehört die Fördertechnik, die Materialflusstechnik, die Lagertechnik und die Verkehrsbetriebstechnologie. Informationstechnik und Telematik dient der Kontrolle und Steuerung der Ortsänderungsprozesse. Automatisierungstechnik erlaubt logistische Prozesse zu automatisieren.
Historisch hat die Logistik ihren Ursprung im Militärwesen (Napoleonische Kriege und europäische Befreiungskriege). Sie stellte den Nachschub für die Kämpfer sicher oder genauer: Die Logistik beinhaltete die Verwaltung, Lagerung und Steuerung des Transports der für die Kriegsführung notwendigen Güter (Waffen, Munition, Verpflegung etc.) zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort.
Konkreter wird Logistik daher definiert als integrierte Planung (Logistikplanung), Organisation, Steuerung, Abwicklung und Kontrolle des gesamten Material- und Warenflusses mit den damit verbundenen Informationsflüssen, beginnend bei der Absatzplanung / Marketing; Entwicklung über Produktion, durch die (eigenen) betrieblichen Wertschöpfungsstufen (z. B. Produktions- und/oder Distributionsstufen), Beschaffung bis zur Auslieferung der Produkte beim Kunden, inklusive der Abfallentsorgung und des Recyclings.
Die Ziele der Logistik sind die Erbringung einer hochwertigen Leistung, Qualität und Kostensenkung. Hierbei entstehen Zielkonflikte. Beispielsweise wird ein hoher Lagerbestand zwar die Fehlmengenkosten vermindern sowie die Lieferbereitschaft erhöhen, jedoch steigen dadurch automatisch die Lagerhaltungskosten. Die Logistik-Kostenrechnung dient hierbei als Instrument zur Optimumsermittlung.
Generell wird versucht, überflüssige Transporte zu vermeiden. So kann es sein, dass ein Zulieferer mehrere Teile zusammen montiert, weil hierdurch unter dem Strich weniger Transportarbeit anfällt. Bei einer Warenverteilung kann es sinnvoll sein, hiermit eine Spezialfirma (eine Spedition) zu beauftragen. Diese hat dann auch andere Auftraggeber, setzt z. T. moderne Flottensteuerungslösungen ein und kann so teure Leerfahrten besser vermeiden.
Sobald dieser Teil reibungslos funktioniert, liegt es auf der Hand auch die Terminplanung mit der Bestellung der Vorprodukte und dem Versand der Fertigprodukte hiermit zu verknüpfen. Alle Fachabteilungen haben durch ein Warenwirtschaftssystem die gleiche Informationsbasis. Schließlich erfolgt die Bewertung aller Vorgänge unter buchhalterischen Gesichtspunkten.
Pragmatischer wird die Aufgabe auch durch Reinhardt Jünemann (1989) formuliert: „Der logistische Auftrag besteht darin, die richtige Menge, der richtigen Objekte als Gegenstände der Logistik (Güter, Personen, Energie, Informationen), am richtigen Ort (Quelle, Senke) im System, zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Qualität, zu den richtigen Kosten zur Verfügung zu stellen.“ [1]
Eine der Aufgaben der Logistik ist der Transport. Logistik ist verantwortlich für den Transport vom Hersteller zum Unternehmen, den innerbetrieblichen Transport, sowie den Transport zum Kunden. Sie ist damit zuletzt stark abhängig von einer ausgebauten und effizienten Verkehrsinfrastruktur.
Spezialaufgaben sind z.B. in der Distributionslogistik die Sicherung der Güter während der Lagerung und während des Transportes, dies nicht nur bei wertvollen Gütern wie Geldtransporte, sondern auch ganz besonders beim Gefahrgut.
Die Logistik stellt für Gesamt- und Teilsysteme in Unternehmen, Konzernen, Netzwerken und virtuellen Unternehmen kunden- und prozessorientierte Lösungen bereit. Logistik (im betriebswirtschaftlichen Sinne Warenbewegung) verbindet die betrieblichen Bereiche Lagerung und Transportwesen. Unter dem Lohnkostendruck und mit Hilfe eines Warenwirtschaftssystems war es notwendig und möglich diese beiden Bereiche unter einer gemeinsamen Strategie zusammenzufassen.
Das Alter eines logistischen Organisationsansatzes ist der erste Hinweis auf einen Zustand des Beharrens. Der Beweis der überwiegend technischen Bewertung erschließt sich bei dem Versuch, Prozesskosten der Logistik in einer Prozesskostenrechnung erfasst zu sehen. In über 95 % der logistischen Systeme jenseits der Projektlogistik wird
die klassische pauschale auftrags- oder verfahrensorientierte Summenkalkulation (lump-sum-costing) betrieben.
Trotz der resultierenden schwachen wirtschaftlichen Robustheit zeigt sich die Resistenz der Logistik gegenüber einem wettbewerbsorientierten Vorgehen. Vielfach wird die Verweigerung erst durch Insolvenz gebrochen. Zuletzt werden die stetig steigenden Energiekosten und Treibstoffkosten diese Neigung zum Beharren aufbrechen.
Man untergliedert in der Betriebswirtschaftslehre die Logistik im engeren Sinne daher horizontal auch in die vier Subsysteme:
Die Ersatzteillogistik (Sicherstellung der Einsatzfähigkeit der verkauften Produkte durch Ersatz- oder Wartungsprodukt) ist ein Teilgebiet der Distributionslogistik und für einen erfolgreichen After-Sales-Service in der Investitionsgüterindustrie von großer Bedeutung.
Im Rahmen der Distributionslogistik wird auch von Marketinglogistik gesprochen. Die Personallogistik ist hingegen Kernaufgabe der Personalabteilung (Personaleinsatzplanung).
Durch moderne Konzepte wie Efficient Consumer Response, Supply Chain Management, Category Management (CM) und Technologien wie z. B. EDI (Electronic Data Interchange) kann Logistik effizienter gestaltet werden. Beispiele sind Just-in-time-Produktion und Kanban.
Nach Art der Tätigkeit wird auch zwischen Lagerlogistik (Lagerwesen), Verpackungslogistik und Transportlogistik unterschieden. Häufig taucht in diesem Zusammenhang auch der Begriff Intralogistik auf, der in der Regel die kompletten logistischen Vorgänge an einem Standort übergreifend zusammenfasst und je nach Betrieb eine Kombination aus Produktionslogistik, Lagerlogistik und Verpackungslogistik darstellt.
Beispiele für Logistische Kosten sind Lagerhaltungskosten, Transportkosten, Kommissionierungskosten, Verpackungs- und Versandkosten, Entsorgungskosten sowie Auftragsabwicklungskosten. Die Kostenrechnung für den Logistik Bereich beinhaltet die Erfassung und Verrechnung der von den logistischen Tätigkeiten verursachten Kosten.
In der Regel erfordert eine gut funktionierende Logistik hohe Investitionskosten. Dem stehen eingesparte Lohnkosten gegenüber. Die technischen Beschreibungen übergehen den entscheidenden betriebswirtschaftlichen Aspekt des Kosten/Nutzen-Verhältnisses. Die Vereinfachung führt zum Gleichgewicht der Parameter Kosten und Nutzen, häufig mit Gewichtung der Kosten und weniger auf Betrachtung des Nutzen. So steht es in vielen Anwendungsfällen der Logistik noch aus, durch einen Neuentwurf der Prozesse für eine Steigerung des Nutzens zu sorgen und dadurch eine Senkung der Kosten herbeizuführen.
Die logistische Kette ist der Weg vom Lieferanten bis zum Kunden die ein Prozess durchläuft. Dabei sind die Schnittstellen die Beschaffung (Bestellungen: Material, Dienstleistungen), die Produktion (Prozesse) und der Vertrieb (Kundenauftrag: Produkte, Dienstleistungen). Beeinflusst wird dieser Ablauf durch die vorhandenen logistischen Prozessen und die Materialressourcen. Das Ziel ist es, diese Schnittstellen in Nahtstellen zu transformieren, indem sie durchgängig abgestimmt und Prozessabläufe systemübergreifend gesteuert werden.
Die logistische Kette bringt u. a. folgende Vorteile:
Bei Vergleichen logistischer Fachzeitschriften erreichen das Journal of Business Logistics, das International Journal of Physical Distribution & Logistics Management und das Journal of Supply Chain Management regelmäßig die höchsten Platzierungen.
Beim Handelsblatt Betriebswirte-Ranking 2009, das die Forschungsleistung von 2100 Betriebswirten in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz gemessen an der Qualität der Publikationen seit 2005 analysiert, erreichten unter den logistiknahen Betriebswirten Stephan M. Wagner, Richard F. Hartl, Stefan Minner, Henrik Sattler, Ulrich W. Thonemann, Karl Inderfurth, Hartmut Stadtler, Dirk Briskorn, Stefan Irnich und Heinrich Kuhn die zehn besten Plätze.[2]
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