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Dieser Artikel erläutert die thüringische Stadt Lehesten; die thüringische Gemeinde gleichen Namens findet sich unter Lehesten (bei Jena) |
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Saalfeld-Rudolstadt | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Probstzella-Lehesten-Marktgölitz | |
| Höhe: | 640 m ü. NN | |
| Fläche: | 35,96 km² | |
| Einwohner: | 2003 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 56 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 07349 | |
| Vorwahl: | 036653 | |
| Kfz-Kennzeichen: | SLF | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 73 046 | |
| Stadtgliederung: | 3 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Obere Marktstraße 1 07349 Lehesten |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Helmut Färber (SPD) | |
| Lage der Stadt Lehesten im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt | ||
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Lehesten ist eine kleine Stadt im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen. Die Stadt gehört der Verwaltungsgemeinschaft Probstzella-Lehesten-Marktgölitz an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Probstzella hat.
Inhaltsverzeichnis |
Lehesten liegt im südöstlichen Teil des Thüringer Waldes, dem Thüringer Schiefergebirge direkt am Rennsteig.
Zur Stadt gehören die Gemeindeteile Bärenstein, Brennersgrün, Kloppenbach, Kohlhauhäuser, Röttersdorf, Schiefermühle, Schmiedebach, Staatsbruch und Thomas-Müntzer-Siedlung.
Erstmals wurde Lehesten 1071 urkundlich erwähnt. Das Dorf gehörte im Mittelalter zum Besitz des Klosters Saalfeld. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts entwickelte sich der Ort aufgrund seiner Lage an der Straße von Kronach nach Pößneck zur Stadt. Ab 1651 ist ein aus einem Bürgermeister und drei Beisitzern bestehender Rat nachgewiesen.
Im Stadtteil Schmiedebach wurden zur Zeit des Zweiten Weltkrieges Triebwerke für die V2-Rakete von 1.227 Kriegsgefangenen gebaut und getestet. Wenn Zwangsarbeiter durch die unmenschlichen Lebensbedingungen starben oder erkrankten, wurde die Belegung durch Neuzugänge aus dem KZ Buchenwald oder von Stammlagerern aufgefüllt. Zu den 603 nachgewiesenen Todesopfern kamen mindestens eintausend weitere Häftlinge, die in die KZ Bergen-Belsen und Dora-Mittelbau deportiert wurden. Auf den Evakuierungsmärschen im April 1945 starben zahlreiche weitere Häftlinge. Seit 1956 erinnert an die Tragödie ein zuerst errichteter Gedenkstein und seit 1979 eine Gedenkstätte, die seit 1989 schrittweise umgebaut wurde.[2]
Zu einer Namensänderung kam es am 1. Mai 1992, als sich die Stadt von Lehesten/Thür. Wald in Lehesten umbenannte.
Der Rat der Stadt Lehesten besteht aus 14 Ratsfrauen und Ratsherren.
(Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)
Der ehrenamtliche Bürgermeister Helmut Färber wurde am 27. Juni 2004 gewählt.
Blasonierung: „In Gold eine stilisierte bewurzelte Tanne.“
Etwa vier Kilometer südlich von Lehesten findet sich der Wetzstein, der zweithöchste Berg des Frankenwaldes. Etwas unterhalb des Gipfels wurde in den Jahren 2000–2004 der Altvaterturm erbaut. Eine der alten Schiefergruben, etwa einen Kilometer südlich von Lehesten, ist mit Wasser vollgelaufen und bildet eine Badegelegenheit mit klarem und erfrischendem Wasser im Hochsommer, die durch die Schiefer erwärmt wird. Allerdings sollte das Wasser aufgrund des Alaungehaltes nicht getrunken werden.
Wirtschaftliche Grundlage der Stadt war der ab Ende des 15. Jahrhunderts belegte Schieferabbau. Es existierten zwei große Schieferbrüche, der dem Herzogtum gehörende Herrschaftsbruch und der nach seinem Besitzer genannte Oertelsbruch. Die herzoglichen Schieferbrüche wurden Ende 1918 vom Freistaat Sachsen-Meiningen übernommen, bis sie schließlich 1920 in den Besitz des Landes Thüringen übergingen, die Gewinnung wurde 1999 eingestellt. Die Lehestener Tagebaue gelten als die umfangreichsten des europäischen Festlandes und sind als Schiefer-Besucherbergwerk zugänglich.
Im Gefolge der Schiefergewinnung entstand in Lehesten ein bedeutendes Dachdeckergewerbe. Bis zum Bau der Eisenbahnstrecke nach Lehesten waren in der Stadt auch zahlreiche Fuhrunternehmen ansässig, deren überwiegendes Transportgut gleichfalls der Schiefer war (Schieferfuhrordnung von 1698).
Am 1. Dezember 1885 wurde durch die Bayrische Staatsbahn die 7,6 km lange Bahnstrecke Ludwigsstadt–Lehesten eröffnet. Da nach Ende des 2. Weltkriegs die Strecke über die Zonengrenze zwischen amerikanischer und sowjetischer Zone lief, wurde der Personenverkehr nicht mehr aufgenommen. Von 1947 bis 1951 gab es aber noch Güterverkehr zur Schieferabfuhr, am 11. Juli 1951 wurde die Strecke durch die DDR endgültig geschlossen.
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