Als Lapplandkrieg wird der dritte und letzte während des Zweiten Weltkrieges auf finnischem Boden ausgetragene Krieg bezeichnet. Er richtete sich gegen die in Lappland stationierte deutsche Wehrmacht. Jedoch führte die Wehrmacht auch Kampfhandlungen gegen die Rote Armee. Die Kriegshandlungen auf deutscher Seite wurden von Generaloberst Lothar Rendulic befehligt.
Als am 19. September 1944 der Waffenstillstand von Moskau den Fortsetzungskrieg zwischen Finnland und der Sowjetunion beendete, wurde Finnland verpflichtet, die bisher verbündeten deutschen Truppen mit militärischen Mitteln zu vertreiben. Aus dem finnisch-russischen Waffenstillstandsabkommen ergab sich für die Wehrmacht eine 14-tägige Räumfrist, die jedoch aufgrund der Gegebenheiten unmöglich eingehalten werden konnte, so dass es unweigerlich zu Kampfhandlungen kommen musste, die bis zum Frühling 1945 dauerten. Dabei beschränkten sich die Deutschen nicht nur auf den bloßen Rückzug, sondern wendeten im Rahmen von Kampfhandlungen auch die Taktik der verbrannten Erde an. Dabei wurden fast alle Dörfer, einzelne Häuser, Straßen und Brücken zerstört oder vermint. Durch ein Feuer, ausgelöst durch die Explosion eines Munitionszuges, brannte die Stadt Rovaniemi restlos nieder.
Der Lapplandkrieg wird auch Kinderkreuzzug genannt, da in dem Waffenstillstandsabkommen mit der Sowjetunion auch die Demobilisierung der finnischen Armee gefordert wurde und dies dazu führte, dass auf finnischer Seite sehr junge Alterskohorten an der Front zum Einsatz kamen. Allein durch die Verwendung von Landminen sind 1/3 der finnischen Soldaten gefallen.
Nach dem Abzug der deutschen Soldaten wurden von den finnischen Behörden jene finnischen Frauen und deren Kinder in Internierungslager eingewiesen, die mit einem deutschen Soldaten eine Familiengründung vollzogen hatten (Besatzungskinder).
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