Lapis Satricanus


Der Lapis Satricanus, oder „Stein von Satricum“, ist ein gelber Stein, der in den Ruinen des uralten Satricum, nahe Borgo Montello, einem Dorf im südlichen Latium (41° 31′ N, 12° 47′ O41.51666666666712.783333333333) gefunden wurde. Er wurde auf das späte 6. bis frühe 5. Jahrhundert v. Chr. datiert. Seine Inschrift

(?)IEI STETERAI POPLIOSIO VALESIOSIO SVODALES MAMARTEI

lautet übersetzt: „Die (?) widmeten dies, als Begleiter von Publius Valerius, dem Mars.“

Mit „Popliosio Valesiosios“ ist wahrscheinlich der römische Senator Publius Valerius Publicola gemeint.

Die Inschrift ist in Frühlatein oder einem ihm ähnelnden Dialekt geschrieben. Sie ist wichtig für die indogermanistische Sprachvergleichung, da sie den einzigen lateinischen Beleg für die Genitivendung „-osio“ der thematischen Nominalflexion darstellt. Das spätere Latein hat „î“ als Endung dieses Falls. Aus dem Vergleich mit anderen altitalischen Sprachen und mit dem Griechischen ergibt sich jedoch, dass die ursprüngliche Endung -osio lautete.

Literatur

  • Robert Stephen Paul Beekes: Comparative Indo-European linguistics. An introduction. John Benjamins Publishing Company, Amsterdam/Philadelphia 1995.

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