| Lanxess AG | |
|---|---|
| Unternehmensform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE0005470405 |
| Gründung | 1. Juli 2004 |
| Unternehmenssitz | Leverkusen / Köln |
| Unternehmensleitung |
Axel C. Heitmann (CEO)
|
| Mitarbeiter |
14.612 (Stand: 31. März 2009) |
| Umsatz |
6,576 Milliarden EUR (2008) |
| Branche | Chemische Industrie |
| Produkte |
Spezialchemikalien, Kunststoffe, Kautschuke, Zwischenprodukte |
| Website | |
Die Lanxess AG (LANXESS AG) ist ein Spezialchemie-Konzern mit Sitz in Leverkusen und entstand 2004 aus einem Spin-Off der Chemie- und Teilen der Polymersparte der Bayer AG. Am Umsatz gemessen ist Lanxess der viertgrößte Chemiekonzern in Deutschland. Die Hauptprodukte des Unternehmens sind in die Bereiche Spezial-, Basis- und Feinchemikalien, sowie Kunststoffe und Kautschuke einzuordnen.
Inhaltsverzeichnis |
Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1863, dem Gründungsjahr der Bayer AG, zurück. Im Rahmen der letzten großen Umstrukturierungsmaßnahme der Bayer AG wurde die Chemiesparte, sowie Teile der Polymeraktivitäten in ein eigenständiges Unternehmen ausgegliedert. [1]
Der Kunstname LANXESS setzt sich aus dem französischen Wort „lancer“ (in Gang bringen, lancieren) und dem englischen Wort „success“ (Erfolg) zusammen.
Seit der Ausgliederung aus der Bayer AG wurden mehrere Restrukturierungsprogramme durchgeführt, anfangs hauptsächlich Desinvestitionen. Zunächst wurde das Geschäft von Fine Chemicals in das selbstständige Tochterunternehmen Saltigo GmbH überführt.[2] Anschließend wurde das Dorlastan-Geschäft an das japanische Unternehmen Asahi Kasei Fibers verkauft.[3]. Die ISL-Chemie aus Kürten, die Pigmentpräparationen und Speziallacke herstellt, wurde für 20 Millionen Euro an die Schweizer Berlac AG aus Sissach veräußert. Der Geschäftsbereich Paper wurde für 88 Millionen Euro an den finnischen Papierkonzern Kemira aus Helsinki abgegeben.[4]
2006 verkaufte Lanxess für 54 Millionen Euro die Business Unit Textile Processing Chemicals (ohne Nordamerika) an den niederländischen Investor Egeria.[5] Das Nordamerika-Geschäft wurde an das Unternehmen StarChem abgegeben.[6]
2007 ging aus dem ehemaligen Bereich der technischen Dienste die 100 prozentige Tochter Aliseca GmbH hervor.[7] Außerdem wurde das Tochterunternehmen Borchers GmbH, das Lacke, Dispersions- und Druckfarben herstellt, an die amerikanische OM Group abgegeben.[8] Im Juni desselben Jahres brachte Lanxess seine Tochtergesellschaft Lustran in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem britischen Chemiekonzern Ineos Ltd. ein.[9]
Ende 2006 übernahm Lanxess einen 50 prozentigen Anteil von Dow Chemical an deren Chromchemikalien-Geschäft in Südafrika, Chrome International South Africa (CISA) in Newcastle.[10] Im Dezember 2007 gab Lanxess bekannt, den brasilianischen Chemiekonzern Petroflex S.A., einen Kautschukproduzenten zu übernehmen. Am 16. Februar 2009 wurde Petroflex in Lanxess Elastomeros do Brasil umbenannt.[11] Mit dem Kauf zweier Produktionsanlagen für Eisenoxidpigmente des chinesischen Kooperationspartners Jinzhou Chemicals Company Ltd. im Juni 2008 baute das Unternehmen sein Asiengeschäft für anorganische Pigmente aus.[12] Am 10. März 2009 eröffnete Lanxess eine Vertriebsgesellschaft in Moskau zur Steuerung der Geschäfte in Russland und anderen Staaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten.[13] Für 82,4 Millionen Euro kaufte Lanxess am 8. Juni 2009 das indische Unternehmen Gwalior Chemical Industries Ltd. und erwarb außerdem die Produktionsanlagen und Geschäfte der Jiangsu Polyols Chemical Co. Ltd. (China). Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.[14]
Seit dem 2. Juni 2008 trägt die Kölnarena in Köln den Namen Lanxess-Arena aufgrund einer auf zehn Jahre vertraglich geregelten Kooperation zwischen den Betreibern der Kölnarena und dem Konzern.
Im August 2008 kündigte die Lanxess AG an, die Firmenzentrale von Leverkusen nach Köln zu verlegen. Der Umzug soll bis zum Jahr 2011 vollständig abgeschlossen sein. Im Januar 2009 wurde bekannt, dass der Umzug verschoben wird.[15]
Lanxess umfasst 13 Geschäftsbereiche (Business Units), die sich in drei Segmente gruppieren:
Das Segment Performance Polymers umfasst die Geschäftsbereiche Butyl Rubber (BTR), Performance Butadiene Rubber (PBR), Semi-Crystalline Products (SCP) und Technical Rubber Products (TRP). Das Segment wies im Jahr 2008 einen Anteil von 50% am Unternehmensumsatz aus und ist somit das größte der drei Segmente.[16]
Das Segment Advanced Intermediates umfasst die Geschäftsbereiche Basic Chemicals (BAC), und Saltigo (SGO). Es hat einen Anteil von 20% am Unternehmensumsatz.[17]
Das Segment Performance Chemicals umfasst die Geschäftsbereiche Functional Chemicals (FCC), Inorganic Pigments (IPG), Ion Exchange Resins (ION), Leather (LEA), Material Protection Products (MPP), Rhein Chemie (RCH) und Rubber Chemicals (RUC). Diese Geschäftsbereiche tragen fast 30% zum Umsatz des Unternehmens bei.[18]
Die Business Unit Inorganic Pigments (BU IPG) von Lanxess ist weltweit einer der führenden Hersteller von Eisenoxid- und Chromoxidpigmenten und synthetisiert diese Pigmente in Deutschland (Krefeld-Uerdingen) und Brasilien (Porto Feliz). Daneben werden auch staubarme Granulate, Kompaktate und Slurries angeboten.
Diese Business Units werden wiederum von 16 Group Functions unterstützt. Eine Group Function hat beratende Funktion gegenüber den Business Units und ist ein Dienstleister im eigenen Unternehmen. Bei Lanxess sind dies Accounting (ACC), Corporate Communications (COM), Corporate Controlling (CON), Corporate Development (DEV), Human Resources (HR), Industrial & Environmental Affairs (IEA), Information Technology (IT), Innovation (INN), Internal Auditing (IA), Investor Relations (IR), Law & Intellectual Property (LIP), Mergers & Acquisitions (MA), Procurement (PRO), Tax und Treasury (TR).
Die hundertprozentige Tochterfirma Aliseca ist für die technische Instandhaltung zuständig.
Lanxess ist in 23 Ländern vertreten. Weltweit sind ca. 14.600 Mitarbeiter beschäftigt (Stand: März 2009).[19]
In Deutschland betreibt Lanxess 10 Standorte, darunter die Konzernzentrale in Leverkusen. Außerdem gibt es Niederlassungen in Bitterfeld, Brunsbüttel, Dormagen, Hamm-Uentrop, Köln, Krefeld-Uerdingen, Langenfeld, Mannheim und Marl.
In Europa und Afrika unterhält das Unternehmen Standorte in Antwerpen, Barcelona, Branston, Castres, Filago, Granges-Paccot, Isithebe, Johannesburg, La Wantzenau, Merebank, Milano, Newbury, Newcastle, Paris, Port Jérôme, Rustenburg, Tarragona, Vilassar de Mar und Zwijndrecht.
Es existieren vier regionale Konzernzentralen in Seoul, Shanghai, Singapur und Tokio. Außerdem gibt es Niederlassungen in Hong Kong, Jinshan, Kandla, Katol, Madurai, Map Ta Phut, Moxi, Nandesari, Qingdao, Sydney, Thane, Tongling, Toyohashi, Weifang und Wuxi.
Standorte im Raum Nord-, Süd- und Mittelamerika sind Addyston, Baytown, Birmingham, Buenos Aires, Bushy Park, Chardon, Lerma, Mexiko-Stadt, Orange, Pittsburgh, Porto Feliz, Sao Paolo, Sarnia, Starpointe und Zarate.
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