Landkreis Börde


Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Börde Deutschlandkarte, Position des Landkreises Börde hervorgehobenp1
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Verwaltungssitz: Haldensleben
Fläche: 2.366,25 km²
Einwohner:

182.866 (31. Dez. 2008)[1]

Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: BK
Kreisschlüssel: 15 0 83
Kreisgliederung: 43 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Gerikestraße 104
39340 Haldensleben
Webpräsenz: www.boerdekreis.de
Landrat: Thomas Webel (CDU)
Lage des Landkreises Börde in Sachsen-Anhalt
Altmarkkreis Salzwedel Landkreis Stendal Landkreis Börde Magdeburg Landkreis Jerichower Land Landkreis Harz Salzlandkreis Landkreis Anhalt-Bitterfeld Dessau-Roßlau Landkreis Wittenberg Saalekreis Halle (Saale) Burgenlandkreis Landkreis Mansfeld-Südharz Berlin Sachsen Thüringen Niedersachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Börde entstand im Zuge der Kreisgebietsreform am 1. Juli 2007 als Gebietskörperschaft im Bundesland Sachsen-Anhalt durch die Fusion von Bördekreis und Ohrekreis.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der flächenmäßig zweitgrößte Landkreis Sachsen-Anhalts ist landschaftlich vielfältig gegliedert. Die landwirtschaftlich sehr ertragreiche Magdeburger Börde deckt den gesamten Süden ab. Den Gegenpol im Norden bildet die rund 850 km² große Colbitz-Letzlinger Heide, auf deren Sandboden neben Kiefernwäldern der größte geschlossene Lindenwald Europas (ca. 185 ha) steht. Ihr schließt sich westlich, getrennt durch den Mittellandkanal, das Landschaftsschutzgebiet Flechtinger Höhenzug an, das ebenfalls von Wald bewachsen ist, aber Erhebungen bis zu 150 Meter aufweist. Die höchste Erhebung des Landkreises ist jedoch mit 211 Metern der südlich der Bundesautobahn 2 nahe der Grenze zu Niedersachsen gelegene Heideberg. Von zahlreichen künstlich angelegten Entwässerungsgräben zieht sich im Nordwesten das Niederungsmoor Drömling hin. Es wird von Flüssen entwässert, die den Landkreis von Süden nach Norden (Aller) und von Norden nach Süden (Ohre) durchfließen, während die Bode den Süden berührt. Der bedeutendste Fluss ist jedoch die Elbe, die im Osten die Kreisgrenze bildet.

Nachbarkreise:
Der Landkreis liegt im Westen Sachsen-Anhalts und grenzt im Norden an den Altmarkkreis Salzwedel und den Landkreis Stendal, im Osten an Magdeburg und den Landkreis Jerichower Land, im Süden an den Salzlandkreis und den Landkreis Harz und im Westen an den niedersächsischen Landkreis Helmstedt.

Historische Entwicklung

Die historischen Wurzeln des Landkreises sind vielgestaltig und reichen bis in das Mittelalter zurück. Den flächenmäßig größten Anteil hatte das 968 entstandene Erzbistum Magdeburg, dessen Einflussbereich den östlichen und nördlichen Teil des heutigen Kreisgebietes abdeckte und zu dem die Städte Wanzleben, Wolmirstedt und Haldensleben, aber auch ganz im Westen Oebisfelde gehörten. Das noch ältere, im 9. Jahrhundert gegründete Bistum Halberstadt beherrschte den Südwesten, unter anderem mit den Ortschaften Gröningen, Oschersleben und Weferlingen. Mit einer schmalen Landzunge, die von Norden her bis Flechtingen reichte, war auch die zum Kurfürstentum Brandenburg gehörende Altmark am heutigen Kreisgebiet beteiligt.

Während die Gebiete der Bistümer nach dem Dreißigjährigen Krieg ebenfalls unter die Herrschaft Brandenburgs kamen, überlebte die nördlich gelegene braunschweigische Exklave Calvörde als Amt Calvörde mit ihren zehn Gemeinden bis 1945. Sie war seit 1343 Teil der braunschweigischen Herzogtümer, die 1918 zum Freistaat Braunschweig umgebildet wurden. Zuletzt gehörte die Exklave zum Landkreis Helmstedt.

Das brandenburgische Gebiet wurde zunächst dem Holzlandkreis, einem der vier Kreise des 1680 gegründeten Herzogtums Magdeburg, zugeordnet. Als Preußen 1815 eine Verwaltungsreform durchführte, wurden auf dem Gebiet des heutigen Landkreises die Kreise Oschersleben, Neuhaldensleben (1938 Haldensleben), Wolmirstedt und Wanzleben eingerichtet. Diese Struktur hatte bis zum 30. Juni 1994 Bestand, ehe mit der 1. Kreisgebietsreform Sachsen-Anhalts im Norden der Ohrekreis und im Süden der Bördekreis gebildet wurden. Nach nur dreizehn Jahren wurden auch diese beiden Kreise am 1. Juli 2007 zum Landkreis Börde zusammengelegt.

Kraftfahrzeug-Kennzeichen

Eine besondere Entwicklung im heutigen Landkreis Börde nahmen auch seit der Wiedervereinigung die Unterscheidungszeichen für Kraftfahrzeuge (Kfz-Kennzeichen). Ab 1991 wurden zunächst für die damals auf diesem Gebiet existierenden Landkreise "HDL" für Haldensleben, "OC" für Oschersleben, "WZL" für Wanzleben und "WMS" für Wolmirstedt, eingeführt. Mit der 1. Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt im Jahr 1994 verschwanden diese Kennungen wieder. Fortan wurden für die neuen beiden Landkreise die Kennungen "BÖ" für Bördekreis und "OK" für Ohrekreis eingeführt. Das "BÖ" stellte fortan ein Novum dar, welches so nicht hätte eingeführt werden dürfen, da Kombinationen, die sich nur durch den Umlaut und den dazu gehörigen Vokal unterscheiden, nicht vergeben werden sollen. Bei dem "BÖ" für Bördekreis bestand eine Verwechslungsgefahr mit "BO" für die Stadt Bochum im Ruhrgebiet.

Zum 1. November 2007 wurden die Kennzeichen "BÖ" und "OK" daher wiederum geändert. Der neue Landkreis setzte sich mit seiner Forderung durch, die Kombination "BK" zu erhalten. Die Kombination "BK" ist erst das dritte Unterscheidungszeichen seit Einführung des heutigen Systems im Jahr 1956, welches nach der Verwendung in einer anderen Gebietskörperschaft nochmals vergeben wurde. BK stand bis 1973 für Backnang (Baden-Württemberg). Es waren bislang nur das "L" und das "HZ" nochmals zugeteilt worden. Das "L" stand bis 1979 bzw. 1990 für die Stadt Lahn und den Lahn-Dill-Kreis (Kreisstadt Wetzlar). Seither wird für den Landkreis in Mittelhessen das Kürzel "LDK" verwendet. Seit 1991 tragen Fahrzeuge in der Stadt Leipzig und dem Landkreis Leipziger Land das "L". Das "L" war bis 2007 das einzige nochmal vergebene Zeichen, bis im Juli 2007 mit der 2. Kreisreform Sachsen-Anhalt die Bezeichnung "HZ" für den Landkreis Harz verwendet wurde. Diese war bereits von 1991 bis 1993 dem ehemaligen Landkreis Herzberg in Brandenburg zugewiesen (heute "EE" für Elbe-Elster).

Der Übergang zum "BK" erfolgte auch noch aus dem wichtigen Gesichtspunkt, dem neuen Landkreis Börde gegenüber den alten Landkreisen "BÖ" und "OK" eine neue Identifikation zu geben.

Politik

Landrat

Am 22. April 2007 wurde Thomas Webel (CDU) mit 50,1 Prozent der gültigen Wählerstimmen zum Landrat gewählt. Er war zuvor bereits Landrat in den ehemaligen Landkreisen Wolmirstedt (1990–1994) und Ohrekreis (1994–2007).

Kreistag

(Ergebnis der Kommunalwahlen vom 22. April 2007)

CDU SPD Die Linke FDP Bündnis 90/
Die Grünen
FUWG1 Gesamt
2007 22 13 9 5 2 3 54

1Freie und unabhängige Wählergemeinschaft

Vorsitzender des Kreistages ist Dr. Karl-Heinz Daehre (CDU).

Wappen

Das Wappen wurde nach Vorlagen von Joachim Hoeft vom Magdeburger Heraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und am 8. August 2007 durch das Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „In Rot ein reitender silberner Krieger, die gesenkte Knebellanze in der Rechten und mit dem Rundschild am linken Arm den oberen Teil des gegürteten Schwertes verdeckend, der gezäumte silberne Hengst schreitend auf einer zum Mäander gewundenen silbernen Schlange, deren Kopf sich am linken Schildrand abwärts in den Schildfuß senkt (Hornhäuser Reiter).“ [2]

Die Wappen der Verwaltungsgemeinschaften, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Börde.

Flagge

Die Flagge ist rot-weiß-rot (1:4:1) gestreift (Längsform: Streifen senkrecht verlaufend; Querform: Streifen waagerecht verlaufend) und mittig mit dem Landkreiswappen belegt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die industriellen Schwerpunkte liegen, beeinflusst von der unmittelbaren Nähe zur Landeshauptstadt Magdeburg, im Osten des Landkreises, wo sich in den Gewerbegebieten bei Barleben über Irxleben, Hermsdorf bis Sülzetal leistungsstarke Unternehmen angesiedelt haben (Magdeburger Speckgürtel). Bei Zielitz befindet sich eine der größten Kaliförderstätten Deutschlands und in Klein Wanzleben hat eine der beiden Zuckerfabriken Sachsen-Anhalts ihren Standort. Die in der Magdeburger Börde ansässigen Landwirtschaftsbetriebe, die hauptsächlich Zuckerrüben und Weizen anbauen, gehören zu den profitabelsten in Deutschland. Zu den größten Arbeitgebern im industriell unterentwickelten Norden gehört die Bundeswehr, die in der Colbitz-Letzlinger Heide einen großen Truppenübungsplatz betreibt. Zunehmend an Bedeutung gewinnen auch die Windkraftanlagen, mit mehr als 310 Aggregaten hält der Landkreis Börde die Spitzenstellung in Sachsen-Anhalt. In der westlich gelegenen Gemeinde Morsleben befindet sich Deutschlands einziges Atommüll-Endlager. Nach Westen und Norden hin nimmt die Wirtschaftskraft stark ab. Einwohner zwischen Oebisfelde und Flechtingen pendeln vielfach nach Westen, z. B. zum grenznahen VW-Werk Wolfsburg.

Mit der Autobahn A 2 und dem Mittellandkanal durchqueren zwei wichtige Verkehrswege Deutschlands den Landkreis. Künftig wird auch die Autobahn A 14, die zurzeit (2007) bis nahe Wolmirstedt reicht, fast das gesamte östliche Kreisgebiet berühren. Die wichtigsten Bahnstrecken sind die Verbindungen Magdeburg - Braunschweig, Magdeburg - Stendal, Magdeburg - Halberstadt und Magdeburg - Wolfsburg.

Bevölkerung

Mit 79 Einwohnern je km² liegt der Landkreis Börde weit unter dem Durchschnitt des Bundeslandes Sachsen-Anhalt mit 119 Einwohnern (2007). Die Kreisstadt Haldensleben hat weniger als 20.000 Einwohner, dagegen gibt es im Bördegebiet zahlreiche Orte mit mehr als 1.000 Einwohnern. In der Bevölkerungsdichte gibt es ein deutliches Gefälle von Osten nach Westen.

Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerentwicklung des Gebietes des heutigen Landkreises Börde (Einwohnerzahl 1990 vom 3. Oktober, sonst jeweils 31. Dezember des Jahres).

Jahr Einwohner
1964 230.089
1970 225.371
1981 205.365
1985 201.330
1989 196.030
1990 191.598
1995 191.052
Jahr Einwohner
2000 197.663
2001 196.566
2002 195.423
2003 193.965
2004 192.213
2005 190.080
2006 187.833

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt


Städte und Gemeinden

(Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2008[3])

Einheitsgemeinden

  1. Barleben (9217)
  2. Haldensleben, Stadt (19.101)
  3. Hohe Börde [Sitz: Irxleben] (17.331), verwaltet
    1. Bornstedt (456) und
    2. Rottmersleben (727) mit.
  4. Niedere Börde [Sitz: Groß Ammensleben] (7492)
  5. Oebisfelde-Weferlingen, Stadt (14.274), verwaltet
    1. Everingen (182) mit.
  6. Sülzetal [Sitz: Osterweddingen] (9610)
  7. Wanzleben-Börde (13.082), verwaltet
    1. Klein Wanzleben (2391) mit.
  8. Wolmirstedt (12.334)

Verwaltungsgemeinschaften und Verbandsgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden

* Sitz der Verbandsgemeinde oder Verwaltungsgemeinschaft

** Gemeinden werden von der Verbandsgemeinde mitverwaltet, sind aber keine Mitgliedsgemeinden

  1. Angern (2172)
  2. Burgstall (1703)
  3. Colbitz (3359)
  4. Loitsche-Heinrichsberg (1036)
  5. Rogätz * (2240)
  6. Westheide (1809)
  7. Zielitz (1982)
  1. Altenhausen (1128)
  2. Beendorf (957)
  3. Bülstringen (946)
  4. Calvörde (3839)
  5. Erxleben (3143)
  6. Flechtingen * (2852)
  7. Ingersleben (1491)
  8. Süplingen (1001)
  1. Eilsleben * (2746)
    1. Drackenstedt ** (419)
    2. Druxberge ** (408)
    3. Ovelgünne ** (402)
  2. Harbke (1801)
  3. Hötensleben (3995)
  4. Sommersdorf (1534)
  5. Ummendorf (1012)
  6. Völpke (1532)
  7. Wefensleben (2012)
  1. Hadmersleben, Stadt (1760)
  2. Oschersleben (Bode), Stadt * (19.671)
  1. Am Großen Bruch (2398)
  2. Ausleben (1877)
  3. Gröningen, Stadt * (3902)
  4. Kroppenstedt, Stadt (1579)

Gebietsänderungen

Veränderungen auf Gemeindeebene

Durch Eingemeindungen verringerte sich Anzahl der Gemeinden am 1. Juli 2009 von 117 auf 112.

Durch Gemeindeneugründungen und Eingemeindungen verringerte sich die Anzahl der Gemeinden am 1. Januar 2010 von 112 auf 44, am folgenden Tag auf 43.

Eingemeindungen

  • Auflösung der Gemeinde Farsleben - Eingemeindung nach Wolmirstedt (1. Januar 2009)
  • Auflösung der Gemeinde Glindenberg - Eingemeindung nach Wolmirstedt (1. Juli 2009)
  • Auflösung der Gemeinden Altbrandsleben, Hornhausen und Schermcke - Eingemeindung nach Oschersleben (Bode) (1. Juli 2009)
  • Auflösung der Gemeinden Bartensleben, Bregenstedt, Hakenstedt und Uhrsleben - Eingemeindung nach Erxleben (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinde Wieglitz - Eingemeindung nach Bülstringen (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinde Barneberg - Eingemeindung nach Hötensleben (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinde Marienborn - Eingemeindung nach Sommersdorf (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinde Wormsdorf - Eingemeindung nach Eilsleben (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinde Peseckendorf - Eingemeindung in die Stadt Oschersleben (Bode) (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinde Wackersleben - Eingemeindung nach Hötensleben (2. Januar 2010)

Gemeindeneugründungen

Veränderungen bei Verwaltungsgemeinschaften und Verbandsgemeinden

Am 1. Januar 2009 verringerte sich die Anzahl der Verwaltungsgemeinschaften von neun auf acht.

Am 1. Januar 2010 verringerte sich die Anzahl der Verwaltungsgemeinschaften von acht auf eine.

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt - Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2008 (PDF; 789 KB) (Hilfe dazu)
  2. Presseinfo Nr: 018 Landkreis Börde
  3. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt - Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2008 (PDF; 789 KB)

Weblinks

Artikel der Zeitung Volksstimme über den Landkreis Börde

Commons Commons: Landkreis Börde – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien






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