LM-Funktion


Die LM-Funktion stellt die Gleichgewichtsbedingung auf den Geld- und Finanzmärkten dar.[1] Sie leitet sich aus der Gleichsetzung der Geldangebots- und Geldnachfragefunktion ab. Sie besagt, dass sich der Zins im Gleichgewicht so einstellen muss, dass bei gegebenen Einkommen die Menge an Geld nachgefragt wird, die der Höhe des gegebenen, zinsunabhängigen Geldangebotes M entspricht.[2] Die LM-Funktion ist ein Begriff aus der Makroökonomie. Das „L“ steht für Liquidität, das „M“ steht für "money“.[3]

Inhaltsverzeichnis

Die Ableitung der LM-Funktion

Die Geldnachfrage

Die Geldnachfrage MD entspricht dem Produkt aus dem Nominaleinkommen (PY) und der Funktion des Zinssatzes L(i).

MD = PYL(i)( − )

Das Minuszeichen sagt aus, dass bei steigendem Zinssatz die Liquiditätspräferenz und somit die Geldnachfrage sinkt, da die Wirtschaftssubjekte ihr Geld bei hohen Zinssätzen bevorzugt anlegen. Folglich steigt die Geldnachfrage bei sinkendem Zinssatz, da investieren gewinnbringender ist als sparen. Die Geldnachfrage hängt somit negativ vom Zinssatz ab. Des Weiteren besteht ein Zusammenhang zwischen Geldnachfrage (MD) und Nominaleinkommen (PY). Das Nominaleinkommen entspricht dem Einkommen in Euro. Steigt das Nominaleinkommen, können die Wirtschaftssubjekte mehr Transaktionen durchführen. Einfach gesprochen: Mehr Einkommen – mehr Ausgaben. Die Menge an Transaktionen und die Höhe des Zinssatzes bestimmen die Geldnachfrage für die Volkswirtschaft als Ganzes. Es ist anzunehmen, dass die Geldnachfrage proportional zum Nominaleinkommen steigt.[4]

Das Geldangebot

Es wird davon ausgegangen, dass die Menge des Geldangebotes durch die Zentralbank gesteuert wird und dieses somit exogen vorgegeben ist. Die Zentralbank bestimmt eine Geldmenge M, welche dem Geldangebot entspricht. [5]

MS = M

Die abgeleitete LM-Funktion

Durch die Gleichsetzung der Geldnachfrage- und Geldangebotsfunktion, ergibt sich die folgende Gleichung, welche als LM-Funktion bezeichnet wird:

M = PYL(i)

Es werden alle Kombinationen von Geldnachfrage, Nominaleinkommen und Zinssatz dargestellt, die bei gegebenem Geldangebot ein Gleichgewicht entstehen lassen.

Die wesentlichen Zusammenhänge der LM-Funktion

Mit der LM-Kurve können zwei wesentliche Zusammenhänge der LM-Funktion dargestellt und beschrieben werden:

1. Ein Sinken oder Steigen des Nominaleinkommens bei gegebener Geldmenge führt zu einem Sinken bzw. Ansteigen des Zinssatzes.

2. Die Abnahme oder Zunahme des Geldangebotes bewirkt ein Steigen bzw. Sinken des Gleichgewichtszinssatzes.

Verändert sich das Nominaleinkommen wirkt sich dies auf den Zinssatz aus. Bei steigendem Nominaleinkommen nehmen die in der Volkswirtschaft durchgeführten Transaktionen zu. Das führt zu einem Anstieg der Geldnachfrage. Die Geldnachfragekurve verschiebt sich nach rechts, wodurch sich der Gleichgewichtszinssatz erhöht. Diese Zusammenhänge sind in Abbildung 1 grafisch dargestellt.[6]

Bild:LM-Funktion1.png

In Abbildung 2 sollen die Auswirkungen einer Veränderung des Geldangebotes wiedergegeben werden.[7] Erhöht die Zentralbank das Geldangebot führt dies zu einer Verschiebung der Geldangebotskurve nach rechts. Die Geldmenge M steigt. Da sich der Zins im Gleichgewicht so einstellen muss, dass Geldangebot und Geldnachfrage übereinstimmen, sinkt der Zins. Folglich führt eine Senkung des Geldangebotes zu einer Verschiebung der Geldangebotskurve nach links, die Geldmenge sinkt, der Zinssatz steigt.

Bild:LM-Funktion2.png

Einzelnachweise

  1. Vgl. Blanchard, O./Illing, G.: Makroökonomie, 3., aktualisierte Auflage, München 2004, S. 849
  2. Vlg. Blanchard, O./Illing, G.: Makroökonomie, 3., aktualisierte Auflage, München 2004, S. 109
  3. Vlg. Blanchard, O./Illing, G.: Makroökonomie, 3., aktualisierte Auflage, München 2004, S. 109
  4. Vgl. Blanchard, O./Illing, G.: Makroökonomie, 3., aktualisierte Auflage, München 2004, S. 107
  5. Vgl. Blanchard, O./Illing, G.: Makroökonomie, 3., aktualisierte Auflage, München 2004, S. 108
  6. Vgl. Blanchard, O./Illing, G.: Makroökonomie, 3., aktualisierte Auflage, München 2004, S. 110
  7. Vgl. Blanchard, O./Illing, G.: Makroökonomie, 3., aktualisierte Auflage, München 2004, S. 111

Literatur

  • Oliver Blanchard, Gerhard Illing: Makroökonomie, 3., aktualisierte Auflage, München 2004, ISBN 3-8273-7051-5






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