Als Kunstwort bezeichnet man ein Wort, das nicht mit den natürlichen Mitteln der Wortbildung einer Sprache gebildet und auch nicht aus einer anderen Sprache entlehnt wurde. Neugebildete Kunstwörter gelten eine gewisse Zeit lang als Neologismen.
Die häufigsten Bildungsmuster für Kunstwörter sind: Zusammenziehung, Abkürzung und ungewöhnliche Kombination von Graphemen.
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Beispiele:
Besonders diejenigen Abkürzungen, die wie ein Wort ausgesprochen werden können (Akronym), kann man als Kunstwörter betrachten, Beispiel:
Beispiele:
Es ist nicht einfach, Kunstwörter von anderen Wörtern zu unterscheiden.
Bei den folgenden Wörtern
wird es sich eher um Entlehnungen von Kunstwörtern handeln, die im Englischen gebildet wurden. Sie sind damit als Entlehnungen einzuordnen. Hingegen dürfte Handy ein Kunstwort sein, da es kein entsprechendes lexikalisches Zeichen im Englischen gibt. Für das Wort Mobbing gibt es ebenfalls kein entsprechendes lexikalisches Zeichen im Englischen, es könnte sich aber um eine Entlehnung aus einer skandinavischen Sprache handeln.
Es ist auch nicht einfach, zu entscheiden oder festzulegen, ob es sich bei der Zusammenziehung um ein natürliches Mittel der Wortbildung handelt oder nicht, da der Terminus 'natürlich' in diesem Zusammenhang nicht klar definiert ist.
Kunstwort und Neologismus
Nicht alle Kunstwörter sind Neologismen. Ein lexikalisches Zeichen wird nur eine gewisse Zeitlang als Neologismus betrachtet. Mit zunehmender Verbreitung und Dauer des Gebrauchs werden sie zu etablierten Teilen des allgemeinsprachlichen Wortschatzes.
Besonders die Zusammenziehungen erfüllen einen sprachökonomischen Zweck, komplexe Ausdrücke werden auf kürzere reduziert. Dies findet besonders bei technischen Neuerungen Verwendung, wie zum Beispiel im Wort Emoticon, das aus den beiden englischen Wörtern emotion und icon gebildet wurde und die im Internet und bei Sms häufig verwendeten Smilies und ähnliches bezeichnet. Die Verwendung des Kunstwortes verhindert somit, Dinge, für die es noch keine Bezeichnung gibt, umständlich umschreiben zu müssen.
Außerdem signalisieren neugebildeten Kunstwörter oft Modernität und Originalität. Aus diesen Gründen werden sie oft in der Werbesprache geprägt. Hier sollen wissenschaftlich klingende Kunstwörter oft den Eindruck des Produktes beim potenziellen Kunden verbessern. (Beispiel: Aktiv-Sauerstoff)
Ein weiterer Aspekt ist die Internationalisierung: Markennamen müssen positive Assoziationen wecken und dürfen im internationalen Kontext keine missverständliche oder kontraproduktive Bedeutung haben. Kunstwörter bieten hier die Möglichkeit, Fettnäpfchen wie den "Pajero" von Mitsubishi zu vermeiden. Spezialisierte Agenturen entwickeln neue Wörter, die zwar aus bestehenden Wörtern oder Wortteilen entwickelt werden, selbst aber explizit bedeutungsfrei sein sollen (vgl. z. B. die Typen-Bezeichnungen des Autoherstellers Opel).
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