| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bandelier (Begriffsklärung) aufgeführt. |
Das Bandelier (auch Bandolier oder Bandalier, französisch, bandoulière oder spanisch bandolera, „Bändchen“) ist ein über die Schulter gelegter, schräg über den Oberkörper getragener breiter Lederriemen, an dem militärische Ausrüstungsgegenstände befestigt waren, die sich aufgrund des Gewichts schlecht am Gürtel oder Leibgurt tragen ließen.
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Mit dem Aufkommen der Feuerwaffen hatten die Schützen nicht nur die eigentliche Waffe zu tragen, sondern auch die dazugehörende Munition. Am Bandelier der Schützen waren befestigt
Diese Gegenstände waren mit Lederriemen am Bandelier befestigt. Der Regensburger Stadtobrist Alexander von Haslang empfahl in einem Musterungsbuch 1606 allerdings, man solle zur Befestigung der Pulvermaße nicht „lidere rhüemlein (lederne Riemchen)“, sondern „guete, starckhe träte schnierlein (gedrehte Schnürlein)“ verwenden, „die Jm regen zu veld etwas erdulden khünnen, dann die rhümlein den nechsten erfault (weil die Riemlein beizeiten verfaulen)“. Alles zusammen wog ca. 3,8 Kilogramm [2].
An einem eigenen Bandelier konnte auch ein Degen befestigt sein, Grenadiere trugen daran die Granatentasche. Die berittenen Schützen trugen ihre Arkebuse an einem Bandelier, damit sie im Kampf nicht verloren ging. „Dazu besaß das Bandelier einen besonderen Haken, den Karabinerhaken, der in einen Ring eingriff, der auf einer Stange verschiebbar am Arkebusenschaft befestigt war“ [3]. Sie wurden daher u. a. auch als Bandelierreiter bezeichnet.
Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die Papierpatronen in einer Patronentasche (Kartusche) untergebracht, die weiterhin an einem Bandelier getragen wurde.
Von Beginn des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde von der Infanterie teilweise das doppelte oder Kreuzbandelier über beide Schultern getragen: an dem einen Bandelier hing die Patronentasche, am anderen das Seitengewehr.
Im späten 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Bandelier bei den berittenen Truppen eine Zierde, die über der linken Schulter getragen wurde und bei den Offizieren mit goldenen oder silbernen Tressen verziert waren, die daran hängende Kartusche war mit einem Adler, Stern, Wappen oder Namenszug besetzt.
In außereuropäischen Ländern, vorwiegend in Amerika und Lateinamerika, wurden auch Bandeliers getragen, an denen eine größere Menge einzelner Patronen für die Schusswaffe, Gewehr oder Revolver, eingeschlauft ähnlich einem MG-Gurt, getragen wurden. Die Patronen wurden teils durch Lederklappen in Stellung gehalten, der Gurt als Patronengurt über dem Hosenbund oder kreuzweise über der Schulter getragen. Für feuchtheißes Klima wurde das Leder mancher Gurte durch Baumwolle ersetzt, was Rost an den Messingpatronen verminderten und günstiger herzustellen waren.
Die heute militärisch genutzten Bandoliers werden aus gefärbten Nylon- oder sonstigem Gewebe hergestellt; in den halb- oder ganzseitig vorhandenen gedeckten Taschen findet jeweils ein Magazin für die Hauptwaffe, das Sturmgewehr, Platz; alternativ können kleinere Ausrüstungsgegenstände wie Kompass, Verbandspäckchen oder Handgranaten transportiert werden. Weitere Befestigungsmöglichkeiten wie beim regulär getragene Gurtzeug finden sich in der Regel nicht oder werden improvisiert, das Bandolier ist eher als günstig und schnell herzustellende Ergänzung gedacht. Auf zahlreichen Bildern aus dem Vietnamkrieg ist dieses Bandolier, meist einzeln schräg über der Schulter getragen, zu sehen.
Die eher selten anzutreffende, zerschnittene Tragweise in Hosenträgerform kann als Vorläufer heutiger Webbings angesehen werden und wurde im Ersten Weltkrieg produziert. Mit Hosenträgergurten als Gürtel getragen war eine andere Form lange Zeit in Vietnam und den angrenzenden Ländern üblich.
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