Krailling


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Krailling
Krailling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Krailling hervorgehoben
48.111.4548Koordinaten: 48° 6′ N, 11° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Starnberg
Höhe: 548 m ü. NN
Fläche: 16 km²
Einwohner: 7548 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 472 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82152
Vorwahl: 089
Kfz-Kennzeichen: STA
Gemeindeschlüssel: 09 1 88 127
Adresse der Gemeindeverwaltung: Rudolf-von-Hirsch-Str. 1
82152 Krailling
Webpräsenz:
Bürgermeisterin: Christine Borst (CSU)
Schloss und Hofmark Krailling, ca. 1700
Rathaus Krailling

Krailling ist eine Gemeinde im nordöstlichen Landkreis Starnberg, Regierungsbezirk Oberbayern.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Krailling liegt in der Planungsregion München. Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 16,0 km². Der Ort liegt im Würmtal, etwa 14 Kilometer nördlich der Kreisstadt Starnberg und vier Kilometer südwestlich von München.

Das Siedlungsgebiet ist mit dem der Gemeinde Planegg zusammengewachsen und hat dieselbe Postleitzahl, gehört aber im Gegensatz zu Planegg nicht zum Landkreis München, sondern zum Landkreis Starnberg. Genau zwischen Planegg und Krailling durchzieht sich die Landkreisgrenze. Krailling ist der nördlichste Ort des Landkreises Starnberg, ist jedoch der Telefonvorwahl von München (089) zugeordnet. Die weit verstreuten Ortsteile von Krailling sind Pentenried, Frohnloh, Gut Hüll, sowie das mitten in dem Waldgebiet "Kreuzlinger Forst" liegende Gewerbegebiet „KIM“ (Kraillinger Innovations-Meile). Es existieren folgende Gemarkungen: Frohnloh, Krailling.

Geschichte

Die Ursprünge des Ortes gehen nach Vermutungen von Historikern auf eine bajuwarische Siedlung zurück, die um das Jahr 500 am Ufer der Würm entstand. Bis Ende des 18. Jahrhunderts war Krailling Sitz einer Hofmark der Freiherren von Ruffin. Diese Hofmark war Teil des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Seit 1975 besteht eine Städtepartnerschaft mit Paulhan im Département Hérault/Südfrankreich.

Kraillinger Innovations-Meile

Die Kraillinger Innovations-Meile (KIM) ist ein 1996 gegründetes Gewerbegebiet, das etwa 100 kleinen und mittleren Unternehmen Platz bietet. Das ca. 90.000 m² große Areal ist auf dem ehemaligem Truppenübungsplatz der Bundeswehr im Kreuzlinger Forst platziert und grenzt an die Nachbargemeinden Gauting und Germering.

Politik

Die Sitzverteilung im Gemeinderat.
Jahr CSU SPD Grüne FDP FBK UWK gesamt Wahlbeteiligung in %
2008 10 2 3 2 2 1 20 64,0
2002 11 3 1 1 2 2 20 66,8

FBK = Freie Bürgergemeinschaft Krailing
UWK = Unabhängige Wähler Krailing

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Das "Schwarze Haus" in Krailling

Das Wahrzeichen des Ortes ist die Margaretenkirche. Sie wurde 1315 erstmals urkundlich erwähnt. 1747 erhielt sie heutiges Erscheinungsbild mit dem markanten Zwiebelturm. Die Kirche wurde in den Jahren 2005/2006 von außen komplett renoviert.

Fundamente und Keller des ehemaligen Schlosses wurden bei archäologischen Ausgrabungen im Jahr 2005 gefunden. Ihre Erhaltung ist noch nicht geklärt.

Die Villa des Architekten Martin Dülfer (1902), einem der Wegbereiter des Jugendstils in Deutschland, hat eine reizvolle barockisierende Jugendstilfassade. Leider ist die organisch-abstrakte Stuckdekoration nicht mehr erhalten.

Architektonisch bemerkenswert ist das "Schwarze Haus", ein Einfamilienhaus der Stammarbeitersiedlung der Oberbayerischen Heimstätte (1936-1937), das 2006 von Peter Haimerl mit einer veränderten Fensteranordnung versehen und mit Bitumenschindeln verkleidet wurde.

Denkmal

Seit 1989 erinnert eine Bronze-Skulptur des Bildhauers Hubertus von Pilgrim an der Gautinger Straße an den von der SS überwachten Todesmarsch Tausender Häftlinge aus dem KZ Dachau vom April 1945. Identische Plastiken stehen weiterhin an der Marschroute in Fürstenfeldbruck, München-Allach, München-Pasing, Gräfelfing, Planegg, Gauting, Grünwald, Berg-Aufkirchen und Wolfratshausen. Eine Kopie des Denkmals seht seit 1992 als Geschenk der Gemeinde Gauting in der Shoa-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.[1]

Schulen

Krailling hat eine Grundschule (Grundschule Krailling) sowie ein gemeinsames Gymnasium mit Planegg (Feodor-Lynen-Gymnasium).

Berühmte Persönlichkeiten

  • Der Maler Otto Ackermann (1872–1956) verstarb in Krailling.
  • Der Bildhauer Rudolf Belling (1886–1972) lebte und starb in Krailling.
  • Der Architekt Martin Dülfer (1859–1942) lebte in Krailling.
  • Der Bariton Hermann Prey (1929–1998) verstarb in Krailling und ist dort beerdigt.
  • Der Volksschauspieler Gustl Bayrhammer (1922–1993) verstarb in Krailling und wurde dort beigesetzt.

Wappen

Auf blauem Hintergrund quert diagonal von links oben nach rechts unten ein silberner Wellenfluss, der die Würm symbolisiert. Links unten und rechts oben stehen je eine silberne Tanne für die Wälder Kreuzlinger Forst und Forst Kasten.


Einzelnachweise

  1. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 156
  2. Wappen der Gemeinde Krailling

Weblinks

Commons Commons: Krailling – Bilder, Videos und Audiodateien






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