Konstantinos Alexandrou Karamanlis (griechisch Κωνσταντίνος Αλεξάνδρου Καραμανλής, in der allgemein gebräuchlichen Kurzform Kostas; * 14. September 1956 in Athen) ist ein griechischer Politiker. Er ist seit März 2004 Ministerpräsident Griechenlands. Seit 1997 ist er Vorsitzender der Partei Nea Dimokratia.
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Kostas Karamanlis, ein Neffe des früheren Staatspräsidenten Konstantinos Karamanlis, studierte in Athen Rechtswissenschaft. Er setzte sein Studium an der Tufts University in den USA fort und promovierte dort in Politik und Internationalen Beziehungen.
Karamanlis schloss sich der Jugendorganisation ONNED der Partei Nea Dimokratia an und arbeitete 1974 bis 1979 und 1984 bis 1989 in Organisationen der ONNED und der Nea Dimokratia. Er verfasste historische Abhandlungen und ein Buch über Eleftherios Venizelos.
Karamanlis heiratete 1998 Natasa Pazaitis und ist seit 2003 Vater einer Tochter und eines Sohns (Zwillinge).
1989 zog er als Abgeordneter für die Nea Dimokratia ins griechische Parlament ein. 1997 wurde er Vorsitzender seiner Partei. Bei den Parlamentswahlen im Jahr 2000 verlor er nur knapp gegen die PASOK-Partei.
Nach dem Sieg bei den Parlamentswahlen am 7. März 2004 gegen die Panhellenische Sozialistische Bewegung (PASOK) mit dem Spitzenkandidat Giorgos Andrea Papandreou wurde Karamanlis Nachfolger von Kostas Simitis im Amt des Ministerpräsidenten und ist damit der jüngste in der neueren Geschichte Griechenlands. Am 8. März 2004 wurde er vom Staatspräsidenten Konstantinos Stefanopoulos mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt. Einen Tag später, am 9. März 2004 stellte er seine neue Regierungsmannschaft vor. Zum neuen Außenminister ernannte er den Diplomaten Petros Molyviatis. Dieser gilt als Fachmann für die Zypernfrage und war Vertrauter von Konstantinos Karamanlis. Die neue griechische Regierung hatte 19 Minister, darunter zwei Frauen. Karamanlis erklärte nach seiner Wahl die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele im August 2004 in Athen zur Chefsache.
Am 16. September 2007 verteidigte Karamanlis bei einer auf seine Entscheidung hin vorgezogenen Parlamentswahlen mit seiner Partei den ersten Platz im Parteienspektrum. Damit erreichte die ND auf Grund des griechischen Wahlrechts die Mehrheit der Sitze im Parlament. Die Wahl stand im Schatten der Brandkatastrophe des Spätsommers 2007.
Am 23. Januar 2008 war Karamanlis der seit 49 Jahren erste griechische Premierminister, der die Türkei besuchte (vgl. internationale Beziehungen (Griechenland) und Außenpolitik der Türkei).
Stark erschüttert wird die Regierung Karamanlis durch einen Skandal um umstrittene Immobilientransaktionen zwischen dem griechischen Staat und dem Athos-Kloster Vatopedi. Das Kloster machte Besitzansprüche auf den ihm angeblich vor fast 1000 Jahren von byzantinischen Kaisern vermachten Vistonida-See geltend. Obwohl diese Ansprüche des Klosters zweifelhaft waren, wurden sie vom Staat anerkannt: Im Tausch gegen den See mit seiner gesamten Wasseroberfläche und allen Ufergrundstücken erhielt das Kloster 260 werthaltige Grundstücke in touristisch entwickelten Gebieten, auch im Olympiadorf in Athen, die es teilweise sogleich mit Gewinn weiterverkaufte. "Sie haben dem Staat den See - sprich «Luft» verkauft - und dafür wertvolle Büros, Grundstücke und Gebäude in Athen zum Austausch bekommen" kritisierte die Opposition [1]. Der dem Staat entstandene Schaden, der dadurch entstanden ist, dass die vom Kloster beanspruchten Seegrundstücke stark überbewertet und die staatlichen Tauschgrundstücke stark unterbewertet wurden, wird mit 100 Millionen Euro beziffert [2]. Der Immobilienskandal führte zunächst zum Rücktritt des in die Immobiliengeschäfte verwickelten Handelsmarineminsters Giorgos Voulgarakis. Zwei Staatsanwälte traten zurück, weil sie von der Regierung in ihrer Ermittlungstätigkeit behindert worden seien [3] Unter starken Beschuss der Opposition geriet ferner der Regierungssprecher Staatsminister Theodoros Rousopoulos, ein Freund des Vatopedi-Abtes Efraim und gleichzeitig enger Vertrauten des Regierungschefs, der am 23. Oktober 2008 zurücktrat.
| Vorgänger |
Premierminister von Griechenland 2004-... |
Nachfolger --- |
Herman Van Rompuy (Belgien) | Sergei Stanischew (Bulgarien) | Lars Løkke Rasmussen (Dänemark) | Angela Merkel (Deutschland) | Andrus Ansip (Estland) | Matti Vanhanen (Finnland) | François Fillon (Frankreich) | Kostas Karamanlis (Griechenland) | Brian Cowen (Irland) | Silvio Berlusconi (Italien) | Valdis Dombrovskis (Lettland) | Andrius Kubilius (Litauen) | Jean-Claude Juncker (Luxemburg) | Lawrence Gonzi (Malta) | Jan Peter Balkenende (Niederlande) | Werner Faymann (Österreich) | Donald Tusk (Polen) | José Sócrates (Portugal) | Emil Boc (Rumänien) | Fredrik Reinfeldt (Schweden) | Robert Fico (Slowakei) | Borut Pahor (Slowenien) | José Luis Rodríguez Zapatero (Spanien) | Jan Fischer (Tschechien) | Gordon Bajnai (Ungarn) | Gordon Brown (Vereinigtes Königreich) | Dimitris Christofias (Zypern)
Konstantinos Karamanlis (1974–1980) | Georgios Rallis (1980–1981) | Evangelos Averoff (1981–1984) | Konstantinos Mitsotakis (1984–1993) | Miltiadis Evert (1993–1997) | Kostas Karamanlis (seit 1997)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Karamanlis, Kostas |
| ALTERNATIVNAMEN | Κωνσταντίνος Καραμανλής; Konstantinos Alexandrou Karamanlis |
| KURZBESCHREIBUNG | griechischer Politiker |
| GEBURTSDATUM | 14. September 1956 |
| GEBURTSORT | Athen |
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