Karaya


Strukturformel
Strukturformel Karaya Gummi
Allgemeines
Name Karaya
Andere Namen

Indischer Traganth, Karayagummi, Sterculia-Gummi, E 416

CAS-Nummer 9000-36-6 [1]
PubChem

11019

Art des Polymers Polysaccharid
Monomer
Monomer D-Galactose, L-Rhamnose, D-Galacturonsäure, D-Glucuronsäure Essigsäure
Summenformel C6H12O6, C6H12O5, C6H10O7, C6H10O7, C2H4O2
Molare Masse 180,16 g·mol–1, 164,16 g·mol−1, 194,14 g·mol−1, 194,14 g·mol−1, 60,05 g·mol−1
Eigenschaften
Aggregatzustand fest [1]
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Gefahrensymbole
R- und S-Sätze R: keine R-Sätze
S: keine S-Sätze
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Karaya (Indischer Traganth, Karayagummi, Sterculia-Gummi, E 416) ist Pflanzengummi, das vor allem aus Kohlenhydraten und Galacturonsäure besteht. Es handelt sich um ein saures Polysaccharid aus D-Galactose, L-Rhamnose, D-Galacturonsäure, D-Glucuronsäure und Essigsäure. Das helle Pulver hat entsprechend einen essigartigen Geruch.[2]

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Karaya ist pflanzlichen Ursprungs. Es handelt sich um das getrocknete Sekret verschiedener Arten der indischen Stinkbäume (Sterculia), insbesondere des auch als Gulu bekannten Sterculia urens. Der Baum findet sich vor allem in den zentralindischen Provinzen und wird dort traditionell genutzt.

Eigenschaften

Karaya kann in seiner chemischen Zusammensetzung stark variieren, entsprechend gibt es eine Reihe von unterschiedlichen Zusammensetzungen, die unter Karaya zusammengefasst werden. Als Summenformel werden vier verschiedene Möglichkeiten angegeben: C6H12O6, C6H12O5, C6H10O7, C6H10O7 und C2H4O2, die sich auch in der molaren Masse deutlich unterscheiden (180,16 g·mol–1, 164,16 g·mol−1, 194,14 g·mol−1, 194,14 g·mol−1, 60,05 g·mol−1). Die molare Masse des Gesamtpolymers kann bis zu 9.500.000 g·mol−1 betragen.

Reines Karaya ist durchscheinend weiß und enthält keine Verunreinigungen, auf dem Markt befindliche Reinheiten beinhalten bis zu 3 Prozent Verunreinigungen durch Rindenbestandteile und ähnlichem, ihre Färbung variiert von hellem Gelb bis braun. Als Pulver ist Karaya weiß bis grau und hat einen deutlichen Essiggeruch.

Nutzung

Karayagummi wird aufgrund seiner hohen Quellfähigkeit Nahrungsmitteln (Knabbergebäck, Saucen, Kaugummi, Eierlikör) und Medikamenten als Gelier- und Verdickungsmittel zugesetzt. In der EU ist es als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 416 auch für sogenannte „Bio-Produkte“ und Medikamente begrenzt zugelassen.[3] Es wirkt in hoher Dosierung leicht abführend und kann die Aufnahme von Mineralstoffen wie z. B. Calcium behindern.

Stofflich wird es u.a. als Zusatz in Klebstoffen, als Bindemittel in der Papierindustrie sowie in Haftpulvern für Zahnersatz, in Kolostomie-Beuteln und Haarsprays verwendet.

Belege

  1. a b c Sicherheitsdatenblatt des Herstellers Sigma-Aldrich
  2. Stichwort Karaya Gum In: Hans Zoebelein (Hrsg.): Dictionary of Renewable Ressources. 2. Auflage, Wiley-VCH, Weinheim und New York 1996; Seite 92. ISBN 3-527-30114-3.
  3. ZZulV: Anlage 4 (zu § 5 Abs. 1 und § 7) Begrenzt zugelassene Zusatzstoffe

Weblinks

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