Johann Heinrich Burchard


Johann Heinrich Burchard, 1905

Johann Heinrich Burchard (* 26. Juli 1852 in Bremen; † 6. September 1912 in Hamburg) war ein Hamburger Rechtsanwalt und Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg.

Burchards Vater war Kaufmann in Bremen. Da dieser 1853 Teilhaber des Handelshauses Joh. Berenberg, Gossler & Co wurde, siedelte die Familie nach Hamburg über. Burchard verlebte seine Schulzeit in Hamburg am Johanneum und meldete sich vor deren Ende im Sommer 1870 als Kriegsfreiwilliger, um am Deutsch-Französischer Krieg teilzunehmen. Er war bis zum Sommer 1871 Angehöriger des preußischen Militärs. Anschließend verließ er das Johanneum mit Erlangung des Abiturs. Von 1872 bis 1876 studierte Burchard Rechtswissenschaften in Leipzig, Heidelberg und Göttingen, 1877 ließ er sich als Anwalt in Hamburg nieder und war unter anderem Partner von Ernst Friedrich Sieveking. 1879 wurde er in den ersten Vorstand der aufgrund der Reichsjustizgesetze errichteten Hanseatischen Anwaltskammer gewählt.[1]

1884 wurde Burchard in die Hamburgische Bürgerschaft und am 2. März 1885 für den verstorbenen Karl Cropp in den Senat gewählt. Diesem gehörte er bis zu seinem Tod 1912 an. 1904 wurde er zum ersten Mal zum Ersten Bürgermeister von Hamburg gewählt. Burchard war im Senat lange für Auswärtiges zuständig, so entstand eine Freundschaft zu Kaiser Wilhelm II. Dieser bot ihm 1898 an, in den Reichsdienst zu wechseln, um Direktor der Kolonialabteilung des Auswärtiges Amt zu werden, was Burchard ablehnte. Er bemühte sich als Bürgermeister stark um die Erweiterung der Hamburger Kunsthalle. Als typischer Hanseat lehnte Burchard Adelstitel und Auszeichnungen jeder Art ab.[2]

Es existiert ein Porträt Burchards von Max Liebermann. Es hängt im Büro des Hamburger Bürgermeisters in der Hamburg-Vertretung in Berlin.

Sein ältester Sohn, Wilhelm Amsinck Burchard-Motz, war ebenfalls Hamburger Senator.

Quellen

  1. Treue, Wilhelm, Rechts-, Wirtschafts- und Steuerberatung in zwei Jahrhunderten, ESCHE SCHÜMANN COMMICHAU, Zur Geschichte einer hamburgischen Sozität, 3. Auflage 1997, ISBN 3-00-001424-1, S 49 ff.
  2. vgl. die Zitate im Artikel Hanseat

Weblinks







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