Bei Hautleim handelt es sich ähnlich wie beim Knochenleim um einen Glutinleim.
Genau wie Knochenleim gehört der Hautleim zu den Warmleimen, die nur erwärmt verwendet werden können. Beim Erkalten bindet der Leim ab. Warmleime werden meist im Wasserbad erwärmt, da die Temperatur nicht deutlich über 60 °C steigen darf, sonst beginnt sich das Eiweiß zu zersetzen und der Leim wird unbrauchbar. Die Wasseraufnahme beträgt 480 % nach 3 Stunden. Er ist beim Quellen klarer als Hasenleim.
Hautleim wird aus Kollagen, dem Bindegewebe tierischer Häute wie Hautabschnitten und Spalthäuten hergestellt.
Da er lange elastisch bleibt (hohe Viskosität), ist er zum Grundieren flexibler Malgründe (z. B. Leinwand) ebenso wie bei der Vergoldung für Kreidegründe, Poliment und Drückmassen geeignet. Hautleim ist außerdem ein vielseitiger Klebstoff für Papier, Pappe und Holz. Er wird für Gummierungen, im Buchbinderhandwerk und Instrumentenbau verwendet.
Hautleim ist nicht feuchtigkeitsbeständig, Verklebungen können sich bei längerer Einwirkung von Wasser bzw. hoher Luftfeuchtigkeit wieder lösen.
Beim Bau von Bögen wurde in vielen Teilen der Welt Hautleim verwendet um eine Schicht von Tiersehnen auf den Bogenrücken zu kleben um die Wurfkraft zu erhöhen. Auch die asiatischen Kompositbögen wurden mit Hautleim verklebt. (siehe Buch "Die Bibel des traditionellen Bogenbaus", Band 1, Kapitel "Leim und Klebstoffe")
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