Hans Krahe


Hans Krahe (* 7. Februar 1898 in Gelsenkirchen; † 25. Juni 1965 in Tübingen) war ein deutscher Philologe und Sprachwissenschaftler.

Krahe war von 1936 bis 1946 Professor an der Universität Würzburg und gründete dort 1942 das Archiv für die Gewässernamen Deutschlands. Von 1947 bis 1950 war er Professor an der Universität Heidelberg und schließlich von 1950 bis zu seinem Tod Professor für vergleichende Sprachwissenschaft und Slawistik sowie Leiter des indologischen und slavischen Seminars an der Universität Tübingen.

Krahe vertrat die Auffassung, dass die Namen von Gewässern die ältesten Belege der europäischen Sprachgeschichte darstellten und dass deshalb jede sprachliche Erforschung der Urzeiten eines Landes von den Gewässernamen ausgehen müsse.[1] Ergebnis seiner Forschung war, dass die ältesten Gewässernamen aus Bezeichnungen für Wasser oder für damit unmittelbar zusammenhängende Faktoren gebildeten sein mussten. Seine Formulierung lautete folgendermaßen: „Hinsichtlich der Semasiologie und Etymologie geht die ursprünglichste und zweifellos älteste Namenschicht von sogenannten Wasserwörtern aus, das heißt von Bezeichnungen für ‚fließendes Wasser‘, ‚Quelle‘, ‚Bach‘, Fluß‘, bzw. ‚fließen‘...mit zahllosen feineren und feinsten Bedeutungsschattierungen, wie sie dem früheren Menschen bei seiner genauen Naturbeobachtung in reichem Maße zu Gebote standen ...“.

Inhaltsverzeichnis

Einzelnachweise

  1. Jürgen Udolph: Anatolien war nicht Ur-Heimat der indogermanischen Stämme. In: Eurasisches Magazin. 03-04, 26. März 2004

Werke

  • Die alten Balkanillyrischen geographischen Namen. Heidelberg, 1925
  • Die Sprache der Illyrier. 1: Die Quellen. 1955. VIII, 120 pp, ISBN 3-447-00534-3
    2: Die messapischen Inschriften und ihre Chronologie von Carlo de Simone.
    Die messapischen Personennamen von Jürgen Untermann. 1964. ISBN 3-447-00535-1 Harrassowitz Verlag, Wiesbaden
  • Unsere ältesten Flußnamen. 1964. ISBN 3-447-00536-X Harrassowitz Verlag, Wiesbaden
  • Germanische Sprachwissenschaft. Wortbildungslehre. 1969. Sammlung Göschen, ISBN 3-11-006290-9 Wissenschaftsverlag Walter de Gruyter, Berlin.

literatur

Weblinks







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