| Lage des Stadtteils
St. Georg |
Lage des Bezirks
Hamburg-Mitte |
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| Basisdaten | |
| Bundesland: | Hamburg |
| Bezirk: | Hamburg-Mitte |
| Fläche: | 1,8 km² |
| Einwohner: | 12.802 (2006) |
| Bevölkerungsdichte: | 7.112 Einwohner je km² (2006) |
| Vorwahl: | 040 |
| Geografische Lage: | 53° 33' n. Br. 10° 00' ö. L. |
| Kfz-Kennzeichen: | HH |
St. Georg ist ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Hamburg-Mitte.
Inhaltsverzeichnis |
Der Stadtteil St. Georg wird im Nordwesten durch die Außenalster begrenzt. In diesem Bereich wird er infolge gemischter Nutzung durch Verwaltungsbauten sowie kleinere, meist ältere Wohnhäuser geprägt. Die südliche Begrenzung bilden die Gleisanlagen der Bahn nach Lübeck mit nur wenigen Durchlässen zum Münzviertel. Im Westen markieren die Gleise des Hamburger Hauptbahnhofs im Gebiet des alten Hamburger Wallrings die Grenze zum Stadtteil Hamburg-Altstadt. Im Nordosten begrenzt die Anlage des Krankenhauses St. Georg den Bezirk nach Hamburg-Nord und zum Stadtteil Hohenfelde.
Das Viertel verdankt seinen Namen dem nach dem Heiligen Georg benannten Lepra-Hospital, das um 1200 außerhalb der Stadt gegründet worden war. Dem Hospital St. Georg gehörte der Landstreifen zwischen der Straße Koppel und der Außenalster. Hierhin wurden später störende Gewerbe wie Schweinezüchter und Branntweinbrenner abgeschoben. 1564 wurde ein Pestfriedhof angelegt, der als Armenfriedhof weiterbestand. Später stand hier auch der Galgen von Hamburg.
Nach dem Bau von Bastionen auf dem Gelände des späteren Krankenhauses St. Georg 1681 war das Viertel in die Stadtfestung einbezogen. Zusammen mit dem Hammerbrook bildete es die Vorstadt St. Georg. 1868 wurde St. Georg (nach der Hamburger Altstadt und der Neustadt) formal in das Stadtgebiet eingegliedert.
Nach 1966 war das Stadtviertel vorübergehend vom völligen Verschwinden bedroht, da Planungen der Neuen Heimat zum Bau des Alsterzentrums den nahezu kompletten Abriss von St. Georg beinhalteten. Erst 1973 wurde dieses Projekt endgültig aufgegeben.
St. Georg ist ein Stadtteil, der viele Probleme mit Drogen- und Menschenhandel hatte. Doch seit circa 1998 ist es wieder chic, in St. Georg zu wohnen. Die Drogenszene um den Hansaplatz wird in umliegende Bezirke verdrängt, und gerade im Bereich um die Lange Reihe steigen die Mietpreise. Auch wird vermehrt Mietwohnraum in Eigentumswohnungen umgewandelt. Vor- und Nachkriegsbauten werden abgerissen, um Platz für Neubauten mit Eigentumswohnungen zu schaffen. Die multikulturelle, bunte Einwohnerstruktur der letzten Jahrzehnte wird entsprechend durch eine zahlungskräftigere, nicht selten schwule Klientel verändert.
Die Bild-Zeitung schrieb: "Die Lange Reihe hat sich gemausert. Künstler, Angestellte und Freaks gehen hier shoppen. Abends trifft man sich in einer der Bars oder im Restaurant. Beliebt ist die Straße auch wegen ihrer multikulturellen Vielfalt".
Die bis Ende der 1980er-Jahre zahlreich vertretenen kleinen Handwerks- und Gewerbebetriebe sind nach und nach durch schicke Straßencafés und Boutiquen ersetzt worden. Die Lange Reihe zeichnet sich durch ein sehr gemischtes Angebot an Läden und Gastronomiebetrieben aus.
Durch die zentrale Lage und ein großes Angebot an preiswerten Hotels und Pensionen ist St. Georg insbesondere für Rucksacktouristen ein beliebtes und empfehlenswertes Reiseziel.
siehe auch:
Die multikulturelle Bevölkerungsstruktur schlägt sich auch in den Wahlergebnissen nieder:
Bürgerschaftswahl 2008: CDU: 29,8 % Grüne-GAL: 17,9 % SPD: 35,7 % FDP: 4,3 % Die LINKE.: 10,2 %
Bürgerschaftswahl 2004: CDU: 31,3 % Grüne-GAL: 28,9 % SPD: 29,0 % FDP: 2,0 %
Für die Wahl zur Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Sankt Georg zum Wahlkreis Hamburg-Mitte.
Durch seine zentrale Lage am Hauptbahnhof und an der Außenalster zieht der Stadtteil St. Georg viele unterschiedliche Bevölkerungsgruppen an. Hier leben viele Künstler und finden sich teure Prachthotels und unterschiedliche Kulturen. Es gibt aber auch Prostitution in der Nähe des Hauptbahnhofes. Seit den 1990er-Jahren ist St. Georg auch in der Schwulen-Szene sehr beliebt, es gibt hier viele auf diese Zielgruppe zugeschnittene Cafés und Clubs.
Die Lange Reihe gilt als eine der schönsten Altstadtstraßen Hamburgs und gehört mittlerweile zu den Top 50 der Hamburger Straßen mit den teuersten Eigentumswohnungen. Auch Mietwohnungen haben zum Teil sehr hohe Mieten. Quadratmetermietpreise von zwölf Euro sind keine Seltenheit mehr. Die Lange Reihe ist ein typisches Beispiel für die Gentrifizierung eines Stadtquartiers: Wo bis vor wenigen Jahren in bunter Folge Armeleuteläden und Spezialitätenshops, Eckkneipen und Handwerksbetriebe wechselten, finden sich heute Boutiquen und immer mehr Straßencafés.
Die stadtteilprägende Vielfalt kennzeichnet auch die Lange Reihe: Hier startet jedes Jahr die Parade zum Hamburger Christopher Street Day; entlang dieser Straße befindet sich das Lesben- und Schwulenviertel in Hamburg. Daneben finden hier jährlich die Fronleichnamsprozession der Dompfarrei und ein Sankt-Martins-Zug der Kindergärten und Schulen statt.
In der Langen Reihe 71 wurde der Schauspieler Hans Albers geboren. Folgende Bauten stehen unter Denkmalschutz:
Siehe Artikel Hansaplatz (Hamburg)
Neben dem Hauptbahnhof ist der Bahnhof am Berliner Tor ein wichtiger Verkehrsknoten Hamburgs. Gegenüber der Hauptfeuerwache der Feuerwehr Hamburg, hinter der sich die Ganztagsschule Gymnasium Klosterschule befindet, ist ein ist inzwischen ein modernes Bürozentrum (Berliner Tor-Center) entstanden.
Unmittelbar am Hauptbahnhof steht das Bieberhaus. Es wurde 1909 nach Plänen der Architekten Johann Gottlieb Rambatz und Wilhelm Jollasse als Eisenbetonkonstruktion mit einer Kunstsandsteinfassade erbaut und steht heute unter Denkmalschutz. Das Bieberhaus ist als der neue Standort des Ohnsorg Theater vorgesehen, das nach 72 Jahren vom alten Standort an den Großen Bleichen hierher umziehen wird.
Die Häuser Nr. 41-51 wurden 1860 in der neu angelegten Straße errichtet.
Die spätklassizistischen Gebäude weisen in Gliederung und Dekor historisierende Elemente und „exotische“ Details auf, mit denen die Fassaden um die Jahrhundertmitte häufig ausgestattet wurden.
An der Nordwestecke des Museums für Kunst und Gewerbe war ein Cosmic Garden zu finden.
Der quadratische Garten hatte kreuzförmig Wege eingeschrieben, die die vier Seiten miteinander verbanden. Die Kreuzung der Wege markierte ein Kreis, in dessen Zentrum ein Baum stand. Quadrat, Kreis und Kreuz sind in der Spätantike Formeln für den Kosmos, die in den Klostergärten des Mittelalters und der Architektur der Renaissance wieder aufgenommen wurden. Sie repräsentieren die Harmonie der göttlichen Schöpfung.
Eine Luftaufnahme der US-Air Force vom 25. August 1944 zeigt direkt hinter dem Eingang zum Hof des Krematorium II von Auschwitz/Birkenau einen solchen Ziergarten. Die Aufnahmen entstanden, als geklärt werden musste, ob die Konzentrationslager von den Alliierten bombardiert werden sollten.
Ein solches Motiv im Zentrum der Vernichtung erscheint absurd und unglaublich. Unter der Leitung von Dr. Joachim Caesar wurden die aufwendigen Grünanlagen des KZ-Geländes angelegt. Caesars Hecken hatten nicht nur die Funktion, die Anlage zu verschönern. Sie sollten auch die Tötungsmaschinerie verbergen und einer Massenpanik entgegenwirken. Da der Garten zwischen dem Eingangstor und dem Entkleidungsraum des Krematoriums lag, muss man davon ausgehen, dass dieser unverhofft auftauchende Garten für Hunderttausende ihr letzter Blick auf die Welt war.
Ronald Jones, dessen Vater bei der Einheit diente, von der die Aufnahmen stammen, baute „Caesars Cosmic Garden" im Jahre 2000 für die stadtweite Freilichtausstellung "Außendienst" nach. Der Garten lag zwischen dem Museum für Kunst und Gewerbe und den Bahngleisen. (Dieser Ort ist nur rund einen Kilometer weit entfernt vom Hannöverschen Bahnhof am Ericusgraben, der als Verladebahnhof der Deportationen diente.) Entgegen dem Vorbild stand in der Mitte der Nachbildung kein Brunnen, sondern ein Baum, der sogenannte „Baum des Himmels“.
Im Februar 2008 wurde der Garten im Zuge einer Umgestaltung wieder durch eine Rasenfläche ersetzt.
Weblinks:
Quelle: Infotafel an der Anlage
Das Deutsche Schauspielhaus liegt direkt am Hamburger Hauptbahnhof und ist mit 1800 Plätzen eines der größten Theater Deutschlands. Es wurde 1900 durch das auf Theaterbauten spezialisierte Wiener Büro Fellner & Helmer (Architekt: Ferdinand Fellner d. J.) gebaut.
2001 wurde nach 107-jährigem Betrieb das Hansa-Theater am Steindamm geschlossen. Damit verlor Hamburg sein letztes klassisches Varieté. Im Januar 2009 wurde es jedoch wieder eröffnet. Die Leiter des St. Pauli-Theaters Collien und Waller planten zunächst einhundert Vorstellungen, haben mittlerweile aber den BEtrieb des Theaters bis Januar 2010 verlängert.
Im Jahr 2003 eröffnete im ehemaligen 'Neuen Cinema' am Steindamm die Kabarett-und Kleinkunstbühne Polittbüro.
Im ehemaligen "Savoy"-Kino am Steindamm befindet sich heute das kommunale Metropolis-Kino.
Im Museum für Kunst und Gewerbe sind verschiedene Sammlungen zu kunstgewerblichen Themen, Keramik und Möbeln untergebracht. Hervorzuheben sind die Sammlungen an Asiatica und zur Stilrichtung Art Déco und Jugendstil.
Die evangelisch-lutherische Dreieinigkeitskirche, oft auch St. Georgskirche genannt, befindet sich am Anfang der Langen Reihe. Das heutige Kirchengebäude stammt aus dem Jahr 1957, der barocke Turm wurde 1962 nach der fast vollständigen Zerstörung der Kirche im Zweiten Weltkrieg wiedererrichtet.
Der Neue Mariendom (Architekt: Arnold Güldenpfennig) ist Sitz des Erzbischofes des Erzbistum Hamburg.
In der Böckmannstraße liegt die Centrum-Moschee und auf dem Steindamm die Al-Quds-Moschee.
Am Steindamm 87 befindet sich die erste Kirche in Deutschland, die sich vorwiegend an Schwule und Lesben richtete und heute als MCC Hamburg, die Kirche nicht nur für Lesben und Schwule, integrativ wirkt.
Der Hauptbahnhof ist ein Beispiel der Industriearchitektur des beginnenden 20. Jahrhunderts mit einer großen freitragenden Bahnhofshalle.
Am Carl-von-Ossietzky-Platz an der Langen Reihe steht eine „Sonnenuhr“ besonderer Art:
Das Solarpanel speist neben dem Uhrwerk auch einen Schrittmotor, der das Panel zur Sonne ausrichtet.
Am Berliner Tor befindet sich die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. An der Schmilinskystraße liegt das Priesterseminar des Erzbistums Hamburg. Außerdem gibt es im Stadtteil mehrere Grundschulen, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien.
St. Georg liegt unmittelbar am Hamburger Hauptbahnhof. Hier laufen alle U-Bahn- und S-Bahnlinien zusammen. Fast alle Linien bedienen auch in ihrem weiteren Verlauf das Gebiet St. Georgs. Außerdem verfügt der Hauptbahnhof über mehrere Bushaltestellen, die durch verschiedene Bus-, Metrobus- und Nachtbuslinen bedient werden.
Daneben ist der Zentrale Omnibusbahnhof angesiedelt, von dem aus Fernbuslinien nach ganz Europa führen.
Im Zentrum des Stadtteils St. Georg verlaufen außerdem die stärker befahrenen Straßen Steindamm, Adenauerallee (früher Große Allee) und Lange Reihe.
Außerdem liegt die Haltestelle Lohmühlenstraße der U-Bahnlinie U1 in St. Georg.
Im Haus der Gerichte am Berliner Tor sind über das Amtsgericht Hamburg-St. Georg hinaus das Verwaltungsgericht Hamburg, das Hamburgische Oberverwaltungsgericht und das Finanzgericht Hamburg ansässig.
Im Generalvikariat in der Danziger Straße befindet sich die Hamburger Außenstelle des Bischöflichen Offizialats (Kirchengericht) der Diözesen Hamburg und Osnabrück.
Das Hotel Atlantic ist ein traditionsreiches Nobel-Hotel an der Außenalster. Es wurde 1909 eröffnet und gehört seit 1957 zu Kempinski, der 1897 in Berlin gegründeten, ältesten Luxushotelgruppe der Welt. Aufsehen erregte das Atlantic nicht nur als Dauer-Domizil der Deutschrock-Legende Udo Lindenberg sondern auch 2008, als die einstige Fünf-Sterne-Herberge die Klassifizierungsstandards nicht mehr erfüllte und offen zum Sanierungsbedarf stehen musste.[1]
Billbrook | Billstedt | Borgfelde | Finkenwerder | HafenCity | Hamburg-Altstadt | Hamm-Nord | Hamm-Mitte | Hamm-Süd | Hammerbrook | Horn | Kleiner Grasbrook | Neustadt | Neuwerk | Rothenburgsort | Steinwerder | St. Georg | St. Pauli | Veddel | Waltershof | Wilhelmsburg
53.5551310.01231Koordinaten: 53° 33′ N, 10° 1′ O
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