Gruppenführer


Der Gruppenführer (GruFü; GrpFhr; GrFü; GF) ist eine Funktion von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben für eine Person, die eine Gruppe leitet. Der Gruppenführer trägt die Verantwortung für seine Gruppe.

Inhaltsverzeichnis

Feuerwehr

Taktisches Zeichen Gruppenführer Feuerwehr nach DV 102

Der Gruppenführer in der Feuerwehr befehligt die taktische Einheit „Gruppe“, bestehend aus Maschinist, Melder, Angriffstrupp-führer und -mann, Wassertrupp-führer und -mann sowie Schlauchtrupp-führer und -mann.

Der Gruppenführer

  • erkundet die Lage
  • bestimmt die Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe
  • gibt den Einsatzbefehl – (Wasserentnahmestelle, Lage des Verteilers) Einheit, Auftrag, Mittel, Ziel und Weg
  • ist während des Einsatzes an keinen festen Platz gebunden
  • hat die Fürsorgepflicht für seine Gruppe
  • kann Einsätze mit Personal bis zur Stärke einer Gruppe selbständig leiten

Gruppenführer sind bei der Berufsfeuerwehr Beamte des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes (Hauptbrandmeister). Bei der Freiwilligen Feuerwehr ist der erreichbare Dienstgrad vom Bundesland abhängig, in Hessen beispielsweise Oberlöschmeister.

Gruppenführer einer Freiwilligen Feuerwehr mit blauer Kennzeichnungsweste

Einsatzkräfte mit der Qualifikation zum Gruppenführer erkennt man im Einsatz an einem roten Balken auf jeder Helmseite bzw. in einigen Bundesländern an einem 10 mm schmalen, umlaufenden schwarzen Band am Helm. Diese Kennzeichnung signalisiert ausschließlich die Befähigung zum ausüben der Funktion "Gruppenführer". Es können daher in einer Gruppe durchaus mehrere Einsatzkräfte mit dieser Kennzeichnung vorhanden sein. Pro Einheit kann jedoch immer nur eine Person die tatsächliche Führungsfunktion des Gruppenführers übernehmen. Evtl. weitere vorhandene Einsatzkräfte mit Gruppenführerqualifikation übernehmen dann normale Mannschaftsaufgaben. Der tatsächliche Einheitsführer wird daher zunehmend zusätzlich mit einer Kennzeichnungsweste (meist blau, rot oder gelb) kenntlich gemacht.

Gruppenführer der Feuerwehr werden in der Katastrophenschutz-Terminologie auch Unterführer genannt.

Die Abkürzung in der Feuerwehr für den Gruppenführer ist "GrFü" nach DIN 14033. In der Praxis wird jedoch meist noch die Abkürzung "GF" aus der mittlerweile nicht mehr gültigen Feuerwehrdienstvorschrift 4 verwendet.

Polizei

Der Gruppenführer bei der Bereitschaftspolizei und in Einsatzzügen der Polizei, hat folgende Aufgaben:

  • führt die Gruppe im taktischen Einsatz und im täglichen Dienst (Streifenführer)
  • setzt die Vorgaben des Zugführers um
  • ordnet Maßnahmen / taktische Formationen an
  • bereitet Einsätze innerhalb seines Aufgabenbereiches vor und nach
  • berät den Zugführer
  • Fortbildungsbeauftragter für den praktischen Dienst
  • unterstützt Mitarbeiter

Die Funktion ist eine vollwertige Führungsaufgabe.

Bei der Bereitschaftspolizei kann man im allgemeinen zwischen Gruppenführer in der Einsatzhundertschaft, Gruppenführer bei einem Unterstützungskommando (USK) (Bayern), BFE (Beweis- und Festnahmeeinheit) und Gruppenführer in einem Ausbildungseinheit unterscheiden.

Bei der einigen Ländern und noch vereinzelt bei der BPOL wird die Funktion durch Beamte des mittleren Dienstes wahrgenommen. In anderen Bundesländern und auch zukünftig bei der Bundespolizei ist die Führungsfunktion im gehoben Dienst angegliedert. Die Stellendotierung beginnt da bei A9 Polizeikommissar und reicht je nach Behörde bis A11 Polizeihaupt-kommissar. Üblich ist eine Dotierung A9 / 10. Im mittlerndienst war die Dotierung A8 / 9 (teilweise mZ); vereinzelt je nach Behörde (Bundesland) sogar bei A7 beginnend (Polizeimeister) Der Gruppenführer gibt laufbahnrechtliche Beurteilungsbeiträge seiner Mitarbeiter an den Beurteiler.

Die taktische Kennzeichnung des Gruppenführers besteht aus zwei waagrechten Punkten am rechten Arm (meist hellgrün oder hellblau) oder zwei waagrechten Punkten auf dem Einsatzhelm (Beispiel für taktische Kennzeichnung am Arm).

Technisches Hilfswerk THW

Der Gruppenführer im THW leitet eine Bergungs- oder Fachgruppe. Ihm unterstehen je nach Art der Gruppe ein oder mehrere Truppführer (in der STAN festgelegt). Der Gruppenführer untersteht dem Zugführer. Der Gruppenführer ist neben der Führung seiner Gruppe auch zuständig für die Ausbildung derselben.

Hilfsorganisationen

Die Ausbildung zum Gruppenführer ist in den einzelnen Organisationen geregelt. Gruppenführer kommen als Führungskräfte einer Schnelleinsatzgruppe, als organisatorisches Bindeglied im Vereinsbetrieb, als Einsatzleiter bei kleineren Diensten oder als Gruppenführer im Rahmen des Katastrophenschutzes zum Einsatz.

Bundeswehr

Gruppenführer ist ferner die Funktionsbezeichnung bzw. eine Ausbildungs- und Tätigkeitsbezeichnung (ATB) beim Militär; als Teileinheitsführer ist der Gruppenführer für die Führung von 8 bis 12 Soldaten im Gefecht verantwortlich. Er ist kein Disziplinarvorgesetzter. Die Gruppenführerposten füllen heute meist Dienstgrade von Feldwebel bis Hauptfeldwebel aus, es kann sich aber auch um einen Unteroffizier ohne Portepee handeln, also Unteroffizier, Fahnenjunker oder Stabsunteroffizier. Vorübergehend, beispielsweise bei Ausfall, wird diese Funktion auch von Mannschaftsdienstgraden übernommen.

Gruppenführer in der Zeit des Nationalsozialismus

In mehreren nationalsozialistischen Organisationen wurde Gruppenführer zur Bezeichnung der höchsten (Generals-)Dienstränge verwandt:







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