| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
|---|---|---|---|---|---|
54.09583333333313.3811111111115
Koordinaten: 54° 6′ N, 13° 23′ O
|
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | ||||
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt | ||||
| Höhe: | 5 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 50,5 km² | ||||
| Einwohner: |
54.131 (31. Dez. 2008)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 1072 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahlen: | 17487, 17489, 17491, 17493 | ||||
| Vorwahl: | 03834 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | HGW | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 01 000
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| Stadtgliederung: | 8 Ortsteile | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 17489 Greifswald |
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| Webpräsenz: | www.greifswald.de | ||||
| Oberbürgermeister: | Arthur König (CDU) | ||||
| Lage in Mecklenburg-Vorpommern | |||||
Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald (plattdeutsch: Griepswoold; nach ihrem Wappentier, dem pommerschen Greifen, auch Gryps genannt) ist eine kreisfreie Stadt in Vorpommern im Nordosten Deutschlands. Zusammen mit Stralsund bildet die Stadt eines der vier Oberzentren des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Die Stadt hat etwa 54.000 Einwohner. An der Universität Greifswald studieren gut 12.000 Studenten und sind etwa 5.000 Universitätsangehörige beschäftigt.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt Greifswald liegt zwischen den Inseln Rügen und Usedom an der Mündung des Flusses Ryck in die Dänische Wiek, eine Bucht des Greifswalder Boddens. Die Stadt Greifswald befindet in etwa gleichem Abstand zu den größten Metropolen in Deutschland: Berlin (240 km südlich) und Hamburg (260 km westlich).
Das Gebiet um Greifswald ist flach; das Gelände erreicht kaum 20 m ü. NN. Die höchsten Erhebungen befinden sich im Süden des Stadtgebietes; höchste Erhebung ist der im Naturschutzgebiet Eldena gelegene Ebertberg mit einer Höhe von 29,5 m ü. NN, gefolgt von Studentenberg (27,2 m ü. NN), Martensberg (24,7 m ü. NN) und Helmshäger Berg (24,3 m ü. NN). Die höchsten Erhebungen nördlich des Ryck sind – neben den 10 bis 11 m hohen Hügeln der ehemaligen Mülldeponie – der Dornberg (4,4 m ü. NN) und der Silberberg (4,3 m ü. NN). Innerhalb des bebauten Stadtgebietes sind der Gorzberg (9,4 m ü. NN) und der Epistelberg (8,4 m ü. NN) die höchsten Erhebungen.
Zu Greifswald gehören auch die außerhalb des geschlossenen Stadtgebietes gelegenen vorgelagerten Inseln Koos und Riems sowie als kommunale Exklave ein Teil des Riems gegenüberliegenden Festlandes.
Kommunalrechtlich gibt es nach § 21 der Hauptsatzung vom 30. Juni 2008 acht Ortsteile,[2] in denen zum Teil mehrere der historisch gewachsenen Ortsteile zusammengefasst werden. In diesen kommunalrechtlichen Ortsteilen werden je eine Ortsteilvertretung mit je neun Mitgliedern gewählt.
| Stadtteil (kommunalrechtlich) |
Stadtteil (historisch) |
Eingemeindung | Fläche (ha) |
Einwohner |
|---|---|---|---|---|
| „Innenstadt" | Innenstadt | 87,0 | 3.883 | |
| Steinbeckervorstadt | 349,6 | 163 | ||
| Fleischervorstadt | 52,7 | 2.911 | ||
| Nördliche Mühlenvorstadt | 173,8 | 4.097 | ||
| Südliche Mühlenvorstadt, Obstbausiedlung |
108,1 | 4.650 | ||
| Fettenvorstadt, Stadtrandsiedlung |
657,3 | 2.853 | ||
| Industriegebiet | 634,7 | 583 | ||
| „Schönwalde I und Südstadt" |
Schönwalde I, Südstadt |
132,1 | 12.583 | |
| „Schönwalde II" | Schönwalde II | 88,0 | 9.994 | |
| Groß Schönwalde inkl. Koitenhagen |
1974 | 580,8 | 749 | |
| „Ostseeviertel" | Ostseeviertel | 219,7 | 8.577 | |
| „Wieck" | Ladebow | 1939 | 544,4 | 499 |
| Wieck | 1939 | 44,2 | 395 | |
| „Eldena" | Eldena | 1939 | 675,5 | 1.994 |
| „Friedrichshagen" | Friedrichshagen | 1960 | 436,5 | 196 |
| „Riems" | Riems, Insel Koos |
233,6 | 814 | |
| Stand der Flächen- und Einwohnerangaben: 2002 | ||||
Im Uhrzeigersinn (von Norden beginnend): Mesekenhagen, Neuenkirchen, Loissin, Kemnitz, Diedrichshagen, Weitenhagen, Hinrichshagen, Levenhagen und Wackerow (alle Gemeinden im Landkreis Ostvorpommern).
Der ursprüngliche Name der Siedlung, die sich dann zur eigenständigen Stadt Greifswald entwickelte, ist nicht überliefert.[4] Eine Bestätigungsurkunde Wartislaw III. von 1248, in der dem Kloster Eldena das oppidum Gripheswald cum omnibus pertinentiis suis bestätigt wurde,[4] ist die erste urkundliche Erwähnung des heutigen Namens. In der Lehensurkunde Wartislaw III. vom Juni 1249 findet sich der ausdrückliche Hinweis, dass das oppidum Gripheswald in deutscher Sprache Gripeswald genannt wird, was vermuten lässt, dass die Siedlung ursprünglich einen anderen slawischen, dänischen oder deutschen Namen besaß.[4] Für die Theorie, dass der ursprüngliche Name ein dänischer war, der sich an Gripscogh, den Namen eines Waldes bei Esrom in Dänemark, dem Mutterkloster des Klosters Eldena, anlehnt, gibt es keine Belege.[5] Aus den Folgejahren und -jahrhunderten sind auch die schriftlichen Bezeichnungen Gripeswald (1249), Grifeswolde (1250), Gripesuuolde (1280), Gripesuualde (1280), Gripswalt (1285), Gripeswald (1383), Gripeswolde (1383), Gripswald (1491), Gripswolde (1577), Greipßwalde (1601), Gripheswalde (1602), Gripheswaldt (1602), Greypffswald (1604) und bereits Greifswald (1621) überliefert.[6]
Das mittelniederdeutsche grip steht dabei für den Greif und ist wahrscheinlich als Bezug auf das Wappentier der pommerschen Herzöge zu verstehen,[7] welche später auch als Greifen bezeichnet wurden; das wolt/wold steht für Wald. Greif und Wald finden sich auch im Wappen Greifswalds wieder.
Greifswalds Gründung in Pommern geht auf das Kloster Eldena zurück, zu dessen Gut es anfangs gehörte.[8] Die Siedlung lag gegenüber den auf der anderen Ryckseite gelegenen Salzpfannen, die nachweislich seit spätestens 1193 bestanden; sie entstand wahrscheinlich im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts als Siedlung der Arbeiter der Greifswalder Saline.[8] Für die Siedlung, an der sich zwei alte Handelswege kreuzten, erhielt das Kloster 1241 sowohl vom rügenschen Fürst Wizlaw I. als auch vom Pommernherzog Wartislaw III. urkundlich das Marktrecht verliehen.[9] Im Juni 1249 konnte Wartislaw III. das Kloster dazu bringen, ihm die Marktsiedlung Greifswald zu Lehen zu geben,[10] und am 14. Mai 1250 verlieh er ihr das Lübische Stadtrecht,[8] wodurch Greifswald fortan auch gegenüber den pommernschen Herzögen sehr viel unabhängiger war.[11] 1254 ernannte Wartislaw die Ryckmündung zum Freihafen und versprach den Kaufleuten Ersatz für durch Seeräuber erlittene Verluste. Am 17. Mai 1264 erlaubte er der Stadt dann, sich selbst zu verteidigen und eine Schutzmauer zu errichten, woraufhin die Befestigungsanlagen entstanden. Neben der Altstadt entwickelte sich westlich die Neustadt mit dem heutigen Rubenow-Platzes als Marktplatz und der St.-Jacobi-Kirche als kirchlichem Mittelpunkt;[5] eine Verfügung Wartislaw III. von 1264, wonach es nur einen Markt, einen Vogt und ein Recht geben sollte verhinderte jedoch, dass die Neustadt gegenüber der Altstadt Eigenständigkeit entwickelte.[4] 1278 wurde Greifswald erstmals in einer Urkunde als Mitglied der Hanse genannt. Die Stadt gehörte zum einflussreichen »Wendischen Quartier«. Bereits 1361 fand einer der ersten Hansetage in Greifswald statt. Allerdings genügte der Greifswalder Hafen schon im 14. und dann im 15. Jahrhundert den Anforderungen des Schiffsverkehrs nicht mehr, da er – anders als die Häfen in Stralsund, Wismar oder Rostock – versandete. Hierdurch fiel Greifswald gegenüber den anderen Hansestädten immer weiter zurück.[12]
1296 befreite Herzog Bogislaw IV. Greifswald von der Heeresfolge und sicherte zu, keinen Hof der Stadt zu halten und zur Peene hin keine Befestigungsanlagen zu errichten. 1289 hatte er bereits eine jüdische Niederlassung in der Stadt gestattet, vermutlich um den Handel zu beleben. Das Privileg wurde jedoch nicht genutzt.
1412 geriet Greifswald mit dem Pommernherzog Wartislaw VIII. aneinander, als seine Bürger dessen Vasallen angriffen. Der Streit zog sich bis 1415 hin, ehe es durch die Vermittlung der Stände zu einer Aussöhnung kam. Die Stadt erhielt außerdem die Fischereirechte im Greifswalder Bodden. Als 1326 Herzog Wartislaw IV. starb und um seine noch unmündigen Kinder der Erste Rügische Erbfolgekrieg mit Mecklenburg um die Herrschaftsfrage entbrannte, schloss sich Greifswald mit seinen Nachbarstädten Stralsund, Anklam und Demmin zu einem Landfriedensbündnis zusammen, um den pommerschen Herzögen die Macht zu erhalten. Mit Hilfe des dänischen Königs konnten die Mecklenburger abgewiesen werden. Das gleiche Städtebündnis wurde erneut geschlossen, als es galt, sich am Ende des 14. Jahrhunderts vor Seeräubern und Raubrittern zu schützen. Als es um 1390 zwischen Pommern und dem Deutschen Orden zu Streitigkeiten kam, der auch die Beziehungen zu Polen beeinträchtigte, räumte Greifswald den polnischen Kaufleuten Verkehrsprivilegien ein, um den Handel mit ihnen aufrecht zu erhalten. Mit der Verleihung der „Goldenen Privilegien“ durch den Pommernherzog Wartislaw IX. im Jahre 1452 erhielt Greifswald weitreichende Handelsrechte, die der Stadt zu wirtschaftlicher Macht und Wohlstand verhalfen.
1456 folgte Herzog Wartislaw IX. der Initiative des Bürgermeisters Heinrich Rubenow und gründete die Universität als pommersche Landesuniversität. Die Universitätsgründung wirkte sich positiv bis in die Gegenwart aus.
Die Reformation hielt im Jahre 1531 in Greifswald Einzug. Auf Veranlassung der Bürger kam der Stralsunder lutherische Geistliche Johannes Knipstro in die Stadt und konnte dort ohne große Gegenwehr Luthers Lehre einführen. Eine neue evangelische gelehrte Stadtschule wurde 1561 im aufgegebenen Franziskanerkloster gegründet. Unter dem Rektor Lucas Tacke gewann sie um 1600 viele Schüler.
Mit dem Dreißigjährigen Krieg kamen Not und Elend in die Stadt. Noch am 19. Mai 1626 befahl Landesherr Bogislaw XIV. den Greifswaldern, dass die teilweise baufällig gewordenen Befestigungsanlagen so gut wie möglich zu verbessern seien,[13] doch schon am 10. November 1627 überließ der schwerkranke Herzog Pommern durch Kapitulation den kaiserlichen Truppen. Diese zogen unter Wallenstein am 20. November 1627 in Greifswald ein und errichteten ein Schreckensregime, bei dem die Bevölkerung aufs Schlimmste ausgeplündert wurde. Zur Abwehr der schwedischen Truppen ließ Wallenstein die Befestigungsanlagen verstärken und zog dazu die Bevölkerung zur Zwangsarbeit heran. Durch eine Pestepidemie wurden die Einwohner soweit dezimiert, dass zum Kriegsende nur noch die Hälfte der Häuser bewohnt war. Im Juni 1631 standen die Truppen König Gustav Adolf II. vor der Stadt und nahmen sie nach kurzem Kampf ein.
Der nachfolgende Zeitabschnitt, die so genannte Schwedenzeit, dauerte 184 Jahre. Die Schweden waren bis zum Wiener Kongress 1815 Herren über Vorpommern und damit auch für die Geschicke Greifswalds verantwortlich. Allerdings ließen sie die pommerschen Städte recht selbständig gewähren. Greifswald wurde insofern aufgewertet, als es Sitz der obersten Gerichts- und Kirchenbehörden für Schwedisch-Pommern wurde. Mit der Verlegung des Obertribunals im Jahr 1803 erhielt Greifswald zusätzlich zu dem bestehenden Appellationsgericht auch ein Oberappellationsgericht und wurde damit Standort von drei Gerichtsinstanzen. Mehrfach versuchte Brandenburg, das verlorene Gebiet zurückzuerobern, und 1678 gelang es, Greifswald für ein Jahr lang zu besetzen. Bei den vorausgegangenen Gefechten wurde die Innenstadt samt Marienkirche schwer beschädigt. Im Gemäuer der Kirche stecken heute noch etliche Kanonenkugeln der Brandenburger. Die Kriege des 18. Jahrhunderts belasteten die Stadt stark. Während des Großen Nordischen Krieges mussten in den Jahren 1712 und 1713 die durchziehenden dänischen, sächsischen und russischen Truppen versorgt werden, und im Siebenjährigen Krieg explodierte 1758 ein in der Stadt von den Preußen angelegtes Pulvermagazin, wodurch große Teile der Stadt zerstört wurden. Zuvor hatten schon 1713 und 1736 Großbrände Teile der Innenstadt eingeäschert. In guter Erinnerung sind die Bemühungen der Schweden um die Greifswalder Universität geblieben. Nach deren Niedergang zum Ende des Dreißigjährigen Krieges kurbelten sie den Lehrbetrieb wieder an und ließen 1747 das heute noch bestehende Universitätshauptgebäude errichten.
Nach dem Staatsstreich des schwedischen Königs Gustav IV. Adolf und der staatsrechtlichen Ausgliederung Schwedisch-Pommerns aus dem Heiligen Römischen Reich wurde am 26. Juni 1806 die schwedischen Verfassung eingeführt und am 4. Juli die Leibeigenschaft aufgehoben.[14] Der Greifswalder Landtag im August 1806 diente vor allem der Repräsentation der neuen Verhältnisse.
In den Napoleonischen Kriegen wurde Greifswald 1807 bis 1810 sowie 1812/13 durch Truppen Frankreichs und seiner Verbündeten besetzt.
Am 23. Oktober 1815 erwarb Preußen die schwedischen Teile Pommerns. Im Zuge der preußischen Verwaltungsreform wurde Greifswald 1818 Verwaltungssitz des gleichnamigen Landkreises, erhielt aber 1912 den Status einer kreisfreien Stadt. Mit dem Anschluss an die Fernstraße Berlin–Stralsund 1836 und dem Anschluss an das Eisenbahnnetz 1863[15] wurden Voraussetzungen geschaffen, dass sich in der vormaligen Ackerbürgerstadt eine – wenn auch bescheidene – Industrie entwickeln konnte. 1848 waren in Greifswald 53 Handelsschiffe beheimatet.[16] Neben mehreren Maschinenbaubetrieben und Gießereien wurde die 1863 errichtete Eisenbahn-Hauptwerkstatt zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Sie zählte über viele Jahrzehnte zu den größten Arbeitgebern in der Stadt. Größte Bedeutung hatte aber nach wie vor die Universität. Bereits 1856 war mit dem Bau des Klinikviertels im Nordwesten der Stadt begonnen worden.
1871 – sehr spät im Vergleich zu anderen Städten – entstand eine unabhängige jüdische Gemeinde mit etwa 100 Mitgliedern, die von der Stralsunder Gemeinde abgetrennt wurde. Ein jüdischer Friedhof auf eigenem Grundstück bestand seit 1860 an der Straße nach Gützkow-Jarmen. Durch Wegzug schwand die Gemeinde, bis sie in der NS-Zeit bereits vor 1938 auf nur noch wenige Personen geschrumpft war.[17] Eine Gedenktafel am Ort des ehemaligen Betsaals im Marktostquartier erinnert heute an die Gemeinde.
1927 erschloss man im Osten ein weiteres Universitätsgelände. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges waren 1500 Studenten immatrikuliert. Zur Jahrhundertwende entstanden großzügig bebaute neue Straßen, in denen sich die zunehmende wohlhabende Bürgerschaft niederließ, so zum Beispiel die Goethestraße. Die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre machte sich durch die Schließung der Eisenbahnwerkstatt und große Arbeitslosigkeit bemerkbar. Anlässlich der 1939 durchgeführten Gebietsreform wurden die Orte Wieck und Eldena eingemeindet. Damit stieg die Einwohnerzahl auf über 37.000. Von 1940 bis 1945 bestand an der heutigen Franz-Mehring-Straße das große Kriegsgefangenenlager Stammlager IIC, in dem viele Kriegsgefangene aus zahlreichen von Deutschland besetzten Ländern interniert und in Nebenlagern zu Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt, die eine große Garnison der Wehrmacht beherbergte, ohne Zerstörungen. Am 30. April 1945 wurde sie auf Veranlassung des Stadtkommandanten Rudolf Petershagen kampflos der Roten Armee übergeben. Beteiligt an den entsprechenden Verhandlungen waren der damalige Rektor der Universität Carl Engel, der stellvertretende Stadtkommandant Max Otto Wurmbach sowie Gerhardt Katsch als Leiter der Universitätskliniken und dienstältester Sanitätsoffizier in der Stadt.
Nachfolgende Schädigungen und Verluste wichtiger Teile der Bausubstanz der historisch wertvollen Altstadt sind auf Abriss sowie unterlassene Restaurierungen und Instandhaltungen in der DDR zurückzuführen. Durch Abrisse, zum Beispiel des klassizistischen Steinbecker Tores (auch Brandenburger Tor genannt) von Carl August Peter Menzel im Jahr 1951, und historisierenden (Platten-)Neubau im Norden der Altstadt ging zwischen 1945 bis 1990 etwa die Hälfte der historischen Bausubstanz verloren. Stattdessen wurden von etwa 1965 bis 1988 die großen Wohngebiete Schönwalde I/Südstadt (1496 Wohnungen-WE), Schönwalde II (5.250 WE), Altes Ostseeviertel (731 WE), Ostseeviertel/Parkseite (2202 WE) und Ostseeviertel/Ryckseite (804 WE) im Süden und Osten in Plattenbauweise errichtet. Ende der 1960er Jahre begann die Umgestaltung eines innerstädtischen Teilgebietes zwischen Brüggstraße und Bachstraße, Altem Hafen und Markt im Rahmen eines Forschungsprojektes der Bauakademie der DDR in angepasster Plattenbauweise. Dabei wurden denkmalgeschützte Objekte restauriert, darunter die Stadtbibliothek, das Kapitänshaus, das heutige Bestattungsinstitut und die Gebäude an der Nordseite des Marktes. Nach Abschluss des Projekts Ende der 1970er Jahre wurden weitere Teile der nördlichen Altstadt nach diesem Muster umgestaltet.
Die seit 1991 erfolgten Sanierungen des historischen Stadtkerns im Rahmen der Städtebauförderung haben mittlerweile die noch erhaltenen Teile der Altstadt wieder sehenswert gemacht. Insbesondere der Marktplatz mit seinem freistehenden Rathaus gilt als einer der schönsten in Norddeutschland. Seit 1993 erfolgte zunächst die Umgestaltung und Aufwertung und ab 2000 auch der Rückbau in den Plattenbausiedlungen (Stadtumbau).
Greifswald ist Sitz des Landesverfassungs-, des Oberverwaltungs- und des Finanzgerichts Mecklenburg-Vorpommern. Ferner haben auch das für den gesamten östlichen Teil Mecklenburg-Vorpommerns zuständige Verwaltungsgericht und das für den Greifswalder Umkreis zuständige Amtsgericht ihren Sitz in Greifswald.
Im Zuge der Kreisreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 wird Greifswald seine Kreisfreiheit verlieren und Teil des neu zu bildenden Landkreis Südvorpommern werden. Als Sitz der Kreisverwaltung wurde Anklam hier trotz seiner weit geringeren Einwohnerzahl dem in Südvorpommern sehr dezentral gelegenen Greifswald vorgezogen.[18] Die Stadt versucht deshalb den Status als kreisfreie Stadt besonderer Art zu erhalten. Zusammen mit einigen Nachbargemeinden, die aber allesamt selbstständig bleiben, möchte die Hansestadt einen eigenen Stadtkreis bilden.[19]
Der per Direktwahl gewählte Oberbürgermeister der Hansestadt Greifswald ist seit dem Jahr 2001 Dr. Arthur König (CDU). König wurde zuletzt im April 2008 bereits im ersten Wahlgang mit 59,8 % der Stimmen für eine zweite 7-jährige Amtszeit gewählt.
Die Bürgerschaft Greifswalds besteht aus 43 Abgeordneten. Seit der Wahl vom 7. Juni 2009 setzt sie sich wie folgt zusammen:
| Partei | Sitze |
|---|---|
| CDU | 13 |
| Die Linke | 10 |
| SPD | 6 |
| Grüne | 5 |
| FDP | 4 |
| BG * | 4 |
| FW ** | 1 |
Die Stadt besteht aus 5 Wahlbereichen, die in 52 Wahlbezirke untergliedert sind. 2009 gab es 46.005 Wahlberechtigte, die Wahlbeteiligung lag bei 39,8 %.
Näheres zum Wahlverfahren und zu rechtlichen Bestimmungen: Kreistag (Mecklenburg-Vorpommern)
* BG = Wählergruppe Bürgerliste Greifswald
** FW = Freie Wähler
Blasonierung: „In Silber ein aufrechter roter Greif mit goldener Bewehrung, mit der linken Hinterpranke auf einem gespaltenen, zweiästigen und vierblättrigen Eichenbaumstumpf in natürlichen Farben stehend.“ Die Symbole des Wappens, der rote Greif Pommerns, sowie der Baum als Zeichen für den Wald, erscheinen bereits auf dem ältesten bekannten Stadtsiegel aus dem Jahr 1255. Lediglich einige spätere, kleinere Siegel zeigen nur den Greifen. Ältere Wappen zeigen den roten Greifen aufrecht mit dem linken Hinterbein auf dem Waldboden vor dem daraus wachsenden rechtsgeneigten blattlosen Baumstumpf mit Aststümpfen im Schildfuß stehend, das rechte auf dem Stumpfunterstamm ruhend und mit der linken Vorderkralle den Stumpf im oberen Teil haltend.
Die Flagge der Hansestadt Greifswald ist längsgestreift von Rot, Weiß, Rot, Weiß, Rot, Weiß und Rot. Die roten und weißen Streifen an der Ober- und Unterkante nehmen je drei Achtzigstel, die beiden anderen roten Streifen je ein Achtel und der weiße Mittelstreifen nimmt drei Fünftel der Höhe des Flaggentuchs ein. In der Mitte des weißen Mittelstreifens liegen die Figuren des Stadtwappens: ein aufgerichteter, gold bewehrter roter Greif, mit der linken Hinterpranke auf einem gespaltenen, aber noch grünenden natürlichen Baumstumpf stehend, die zusammen drei Achtel der Höhe des Flaggentuchs einnehmen. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 4:7.
Siehe auch: Liste der Wappen der kreisfreien Städte in Mecklenburg-Vorpommern
Seit 1947 ist Greifswald Sitz der Kirchenleitung und des Bischofs der Pommerschen Evangelischen Kirche. Die PEK hat hier neben den drei historischen Kirchen St. Jacobi, St. Marien und dem Dom St. Nikolai in der Innenstadt vier weitere Kirchen in den Stadtteilen Nördliche Mühlenvorstadt (Johanneskirche), Schönwalde II (Christuskirche), Stadtrandsiedlung und Wieck.[20] Auch die Theologische Fakultät der Universität Greifswald ist eine evangelische Fakultät; sie steht mit der PEK in Verbindung.
Die katholische Propsteigemeinde St. Joseph in der Innenstadt gehört zum Dekanat Vorpommern im Erzbistum Berlin.
In Greifswald sind zudem eine Reihe evangelischer Freikirchen wie die Adventistengemeinde[21], eine Brüdergemeinde[22], eine Pfingstgemeinde[23], eine Mennonitische Brüdergemeinde und eine Baptistengemeinde ansässig.[24] Weiterhin gibt es eine Gemeinde der altkonfessionellen Selbständigen Evangelisch-Lutherische Kirche. Eine neuapostolische Gemeinde gibt es seit 1916. Ihre ersten Greifswalder Mitglieder wurden 1910 aufgenommen. Da es damals noch keine Gemeinde in Greifswald gab, reisten diese zunächst nach Stralsund und nach Pasewalk.
Eine jüdische Gemeinde gibt es in Greifswald nicht; die nächsten jüdischen Gemeinden befinden sich in Rostock und Schwerin[25] bzw. in Berlin.
Im Jahre 1989 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt Greifswald mit über 68.000 ihren historischen Höchststand. Danach ist die Einwohnerzahl wieder gesunken. Seit der Wende in der DDR hat die Stadt durch Geburtenrückgang, Wegzug auf Grund hoher Arbeitslosigkeit und durch Umzug in umliegende Gemeinden bis 2005 etwa 15.000 Einwohner weniger. Die Anzahl der Studenten an der Universität nahm kontinuierlich zu, derzeit (2008) gibt es mehr als 12.000[26] Studenten in Greifswald. Nach einer Studie aus dem Jahr 2008 ist Greifswald die „jüngste“[27] Stadt Deutschlands, sie hat die meisten Haushalte mit Menschen unter 30 Jahren.[28]
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
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¹ Volkszählungsergebnis
Des weiteren bestehen zu folgenden Städten freundschaftliche Beziehungen:
Obwohl keine Großstadt, hat Greifswald einen weiträumigen Einzugsbereich in der ansonsten dünn besiedelten, bis an die polnische Grenze reichenden Region. Greifswald ist neben Stralsund die größte Stadt im Landesteil Vorpommern und bildet gemeinsam mit Stralsund eines der vier Oberzentren Mecklenburg-Vorpommerns.
Durch die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und diverse weitere Forschungseinrichtungen hat Greifswald als Forschungsstandort einen Ruf der weit über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinausgeht. Heute ist die Universität, zusammen mit und ihren angegliederten Forschungseinrichtungen und dem Universitätsklinikum Greifswald, der größte Arbeitgeber der Stadt. Nicht zu vernachlässigen ist die für eine Stadt der Größe Greifswalds bedeutsame Kaufkraft von circa 12.000 Studenten. Im Jahre 1991 betrug deren Zahl lediglich 3000. Da Greifswald in der Vergangenheit nie ein starker Industriestandort war, ist die Ansiedelung zusätzlicher Arbeitsplätze von der Verzahnung mit Wissenschaft und Forschung abhängig. Aus dem Umfeld der Universität haben sich zahlreiche kleinere Forschungsunternehmen gebildet. Die Riemser Arzneimittel AG ist ein internationaler Pharmakonzern mit Sitz auf der Insel Riems.
Wie viele Städte in den neuen Bundesländern hat Greifswald seit der Wiedervereinigung mit erhöhter Arbeitslosigkeit zu kämpfen, die sich jedoch in den letzten Jahren signifikant auf 12,0 % (Oktober 2009[29]) reduziert hat. Der Bevölkerungsrückgang durch die Abwanderung von Arbeitskräften konnte durch den Zuzug von Studenten in den letzten zehn Jahren ausgeglichen werden, die Bevölkerungszahl stieg sogar leicht an.
Im 20 km von Greifswald entfernten Lubmin befindet sich das Gelände des inzwischen stillgelegten und teilweise zurückgebauten Kernkraftwerk Greifswald, welches etwa 10 % des Strombedarfes der DDR deckte und mehr als 10.000 überwiegend in Greifswald wohnende Menschen beschäftigte (nähere Einzelheiten unter Energiestandort Lubmin)
Die Solon SE aus Berlin stellt in Greifswald Photovoltaikmodule für Solarstromerzeugung her.
Die maritime Wirtschaft spielt für Greifswald eine wichtige Rolle. Die Werft Hanse Yachts ist der weltweit drittgrößte Serienhersteller von Segelyachten.[30]
Aus einem Teil des früheren Geschäftsbereiches Communications der Siemens AG entstand im Rahmen einer Ausgliederung im Jahr 2002 mit der ml&s manufacturing, logistics and services GmbH und Co. KG ein mittelständischer Hersteller von Elektronik-Komponenten. Die am Standort verbliebenen Bereiche der Festnetzsparte der Siemens AG wurden im Jahr 2007 in das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks überführt, das in Greifswald weiterhin mit der Entwicklung von Netzzugangstechnologien vertreten ist. Im Bereich der Erbringung von Dienstleistungen im gesundheitlichen und sozialen Bereich ist seit 1990 die in Greifswald und anderen Städten vertretene Medigreif Unternehmensgruppe tätig.
Die Stadt ist Sitz der Sparkasse Vorpommern und einiger Landeseinrichtungen wie dem Landesverfassungsgericht Mecklenburg-Vorpommerns. Greifswald hat, anders als sonstige Städte dieser Größenordnung und obwohl nicht gesetzlich vorgesehen, eine Berufsfeuerwehr, die zudem eine der ältesten Berufsfeuerwehren Deutschlands ist.
Greifswald profitiert zudem im Tourismus davon, dass die nahe gelegenen Inseln Usedom und Rügen zu den beliebtesten Ferienregionen Deutschlands gehören. Zudem sind drei der 14 deutschen Nationalparks innerhalb einer Stunde von Greifswald aus erreichbar. In der Stadt selbst gibt es Hotels, Pensionen und Jugendherbergen und mit der Stadthalle Greifswald ein mittelgroßes Veranstaltungs- und Kongresszentrum.
Der Trinkwasserbedarf Greifswalds wird durch die Brunnenanlagen der Wasserwerke Groß Schönwalde und Hohenmühl bei Hinrichshagen (und früher zudem aus Levenhagen) gedeckt; für die ebenfalls zu Greifswald gehörende Insel Riems kommt das Trinkwasser aus Tremt.[31] Die Versorgung Greifswalds erfolgt zu 100 % durch die Wasserwerke Greifswald GmbH, ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Greifswald GmbH. Sie fördert pro Jahr rund 3,4 Millionen m³ Trinkwasser.[32]
Noch Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Wasserbedarf hauptsächlich durch Wasser aus oberirdischen Gewässer gedeckt: In einem Plan von 1704 über die Wasserversorgung sind 51 öffentliche Brunnen eingezeichnet, die ihr Wasser zumeist mit Pumpen ungefiltert aus dem Ryck und aus dem Stadtgraben bezogen. Nur sechs Brunnen speisten sich allein aus Grundwasser.[33] Letztere hatten jedoch den Nachteil, dass bei hohem Wasserstand des Ryck auch ihr Wasser brackig schmeckte.[34] Von der Möglichkeit, sich mit gutem Wasser aus einer 4 km südöstlich Greifswalds gelegenen Quelle in Koitenhagen zu versorgen, konnten nur Begüterte Gebrauch machen.[34]
Das erste städtische Wasserwerk zur Versorgung Greifswalds entstand 1887/88 in Diedrichshagen. 1906 wurde eine weitere Wasserfassung im Koitenhäger Gelände fertiggestellt. Um 1914 entstand dann das Wasserwerk Groß-Schönwalde, dessen Gebäude heute unter Denkmalschutz steht. Anfangs nur zur Versorgung der Kasernen entstand in den 1930er Jahren das Wasserwerk Hohenmühl. Das Wasserwerk in Levenhagen schließlich wurde in den 1970er Jahren gebaut.[35]
Wird die Nutzung des Fahrrads für Alltagswege als Beurteilungsmaßstab zugrunde gelegt, so ist Greifswald noch vor Münster die Fahrradhauptstadt Deutschlands, da 44 Prozent der Bevölkerung das Fahrrad für ihre Alltagswege benutzen.[36]
Greifswald hat einen Hauptbahnhof und einen Südbahnhof, welche beide an die Strecke Stralsund-Berlin angeschlossen sind. Daher gibt es Zugverbindungen in die Ballungsräume Hamburg (über Stralsund, Rostock und Schwerin) sowie Berlin. Seit Dezember 2008 gibt es unter der Woche eine tägliche IC-Verbindung über Hamburg und das Ruhrgebiet nach Stuttgart.[37] Die Usedomer Bäderbahn (UBB) verbindet Greifswald mit den Seebädern auf der Insel Usedom. Seit 20. September 2008 fährt die Usedomer Bäderbahn grenzüberschreitend bis in die auf der Insel Usedom gelegene polnische Stadt Swinemünde (Świnoujście). Die Insel Rügen ist ebenfalls per Zug von Greifswald aus (über Stralsund) erreichbar. Bis 1999 existierte zudem eine Verbindung nach Lubmin, die bis zur Wende vor allem von Angestellten des Kernkraftwerks genutzt wurde. Diese Bahnstrecke wird heute noch bedarfsweise für den Güterverkehr benützt. Seit 1897 besaß der Ort auch einen Eisenbahnanschluss der Greifswald-Jarmen-Kleinbahn (GJK). Die Strecke wurde 1945 stillgelegt und die Gleisanlagen als Reparationsleistungen demontiert.
Südwestlich von Greifswald verläuft die A 20 mit der Anschlussstelle Greifswald, durch die Greifswald ebenfalls per Auto gut an Hamburg und Berlin angeschlossen ist. Durch die Stadt führen die Bundesstraßen 105 und 109. Von Greifswald aus kommt man mit dem Auto in etwa 25 Minuten zu der Insel Usedom und in einer halben Stunde zur Insel Rügen. Greifswald ist während der Sommersaison auch durch eine Fernbuslinie zu erreichen.
Greifswald liegt an der schiffbaren Mündung des Flusses Ryck in die Ostsee und besitzt einen Seehafen. Das zwischen den größten deutschen Inseln Rügen und Usedom gelegene Segelrevier im und um den Greifswalder Bodden ist eines der beliebtesten und schönsten Segelreviere Deutschlands, wodurch auch der Segelstandort Greifswald gestärkt wird. Somit gibt es neben dem Seehafen auch verschiedene Yachthäfen und Bootsanlegeplätze entlang des Rycks. In dem in der Innenstadt gelegenen Museumshafen Greifswald liegen etwa 40 Traditionsschiffe, neben einer Reihe von Segel- und Arbeitsschiffen auch ein heute als Restaurant genutzter ehemaliger Eisbrecher.
Laut einer Erhebung des Schweizer Unternehmens „Prognos“ [38] hat sich Greifswald im Zeitraum von 2004 bis 2007 unter allen deutschen Städten am positivsten entwickelt und ist damit die dynamischste Stadt Deutschlands. Berücksichtigt wurden Wachstum, Abbau der Arbeitslosigkeit, Innovationskraft und demografische Entwicklung. Damit liegt die Hansestadt auf Platz 101 (in drei Jahren 224 Plätze gutgemacht) der Statistik.
Kritiker bemängeln jedoch die Aussagekraft der Prognos-Studie. So lebten zum Zeitpunkt des Erscheinens der Prognos-Studie laut einer Studie des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe e. V. (BIAJ) genau 2131 Kinder unter 15 Jahren in Greifswald von Hartz-IV-Leistungen. Das sind 40,4 % aller Kinder in Greifswald unter 15 Jahren. Greifswald belegt damit unter den 439 Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland den achtletzten Platz.
Die amtliche Bekanntmachungen der Stadt Greifswald werden im wöchentlich erscheinenden Greifswalder Stadtblatt bekanntgegeben. Neben der Printausgabe ist das Stadtblatt seit 2007 auch auf der offiziellen Internetseite der Stadt Greifswald abrufbar.[39] Weiterhin ist in Greifswald die Rostocker Ostsee-Zeitung GmbH & Co. KG mit einem Verlagshaus ansässig.[40]
Siehe auch: Studentische Medien
→ Hauptartikel: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald wurde 1456 gegründet und ist damit eine der ältesten Universitäten der Welt. Zu ihr gehören unter anderem das Universitätsklinikum Greifswald und die Universitätsbibliothek Greifswald. Um die traditionsreiche Universität Greifswald herum haben sich zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen gruppiert:
In der Universität sowie den mit ihr kooperierenden Einrichtungen finden regelmäßig öffentliche Veranstaltungen statt, wie z.B. Vortragsreihen und Vorlesungen.
Im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern dauert die Grundschule sechs Jahre. Anschließend gibt es in Greifswald ab der 7. Klasse zum einen klassische Gymnasien und zum anderen die Schulformen „Regionale Schule“ und Förderschule.
Die Gymnasien der Stadt sind das Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium (gegründet 1561 als schola senatoria, eine der ältesten deutschen Schulen, das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium sowie das Abendgymnasium „Wolfgang Koeppen“. Weiterhin besteht ein Fachgymnasium sowie Schulen in freier Trägerschaft, die gymnasiale Bildung anbieten: das Ostseegymnasium Greifswald, die Waldorfschule Greifswald und das Evangelische Schulzentrum Martinschule.
Über die Stadt verteilt gibt es verschiedene weitere kommunale Schulen, u.a. fünf Grundschulen, zwei Regionalschulen, eine Integrierte Gesamtschule, eine Förderschule und mehrere Berufsschulen[41].
Die Stadt Greifswald betreibt ebenfalls eine Volkshochschule, eine Musikschule sowie Kunstwerkstätten.
Gemessen an ihrer Größe hält die Universitätsstadt Greifswald ein reichhaltiges Kulturangebot für Bürger und Gäste bereit. Die größten Kultureinrichtungen in der Stadt sind das Theater Vorpommern und das Pommersche Landesmuseum, welches u. a. Bilder des in Greifswald geborenen Malers Caspar David Friedrich ausstellt.
Die 1915 fertiggestellte und 1989 stillgelegte Stadthalle Greifswald wurde aufwendig restauriert und ist zusammen mit dem nebenstehenden Theaterhaus der zentrale Veranstaltungs- und Konferenzkomplex der Stadt Greifswald. Die Stadthalle hat unter anderem einen 500 Plätze umfassenden Kaisersaal sowie den 150 Plätze umfassenden Rubenow-Saal.
Das Caspar-David-Friedrich-Zentrum widmet sich dem Leben und Werk des in Greifswald geborenen Malers der Romantik. Im Museumshafen Greifswald, direkt am Ryck in der Innenstadt gelegen, werden historische Schiffe restauriert, gepflegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das „Sozio-kulturelle Zentrum St. Spiritus“, das „Literaturzentrum Vorpommern“ (auch Koeppenhaus) nach Wolfgang Koeppen) und das „IKuWo“ (Internationales Kultur- und Wohnprojekt) sind u.a. regelmäßig Orte kultureller Veranstaltungen. Mit radio98eins besteht ein freier Hörfunksender für Greifswald und Umgebung. Auch in einigen öffentlichen Einrichtungen werden Kunstobjekte ausgestellt, u.a. in der Galerie „KunstimGericht“.
Durch aktives universitäres und bürgerschaftliches Engagement haben sich in der Stadt Greifswald zahlreiche internationale Festivals und jährliche Veranstaltungen etabliert. Das Kulturfestival „Nordischer Klang“ ist das größte Festival für die Kultur der nordischen Länder außerhalb der nordischen Länder. Ein weiteres Kulturfestival ist der jährliche deutsch-polnische "polenmARkT". Die Greifswalder Bachwoche ist ein Musikfestival mit zahlreichen musikalischen Aufführungen in und um Greifswald. Auch die „Greifswalder Musiknacht“ und die „Eldenaer Jazzevenings“ eine weit überregionaler Reichweite. Zudem ist Greifswald einer der Spielorte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und der Ostseefestspiele. Jährlich finden in Greifswald Sommerfeste wie das Fischerfest „Gaffelrigg“ und das Greifswald International Students Festival (GrIStuF) statt.
Über das Jahr hinweg finden an der Universität Greifswald sowie im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald zahlreiche wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Veranstaltungen statt, die nicht selten auch der Allgemeinheit offen stehen.
Veranstaltungen sportlicher Art sind beispielsweise verschiedene Segel- und Ruderwettbewerbe, Wohltätigkeits- und Wettbewerbsläufe, das Boddenschwimmen, das Greifswalder Drachenbootfest und der Sparda-Bank-Cup.[42]
Auf dem Gebiet Greifswalds liegen die Naturschutzgebiete Eldena, Ladebower Moor und Insel Koos. Am Ryck liegt zudem das Ladebower Loch, das seit 1994 Geschützter Landschaftsbestandteil ist. Ferner gibt es fünf Flächennaturdenkmale und 14 Einzelbäume als Naturdenkmale.
Darüber hinaus sind besonders sehenswert:
Folgende weitere sehenswerte Gebäude gibt es vornehmlich im Stadtzentrum und in der Fleischervorstadt:
In Greifswald gibt es eine sehr lange und überregional bekannte Fußballtradition, jedoch haben die Vereinsnamen im Laufe der Zeit häufig gewechselt. Bekannte Vereine sind der Greifswalder SV 04, HFC Greifswald 92 (ehemals Greifswalder Hengste), Greifswalder SV Puls, Blau-Weiß Greifswald, Fichte Greifswald und GRC Hilda Greifswald. Nicht mehr existierende beziehungsweise im Greifswalder SV 04 aufgegangene Vereine sind der Greifswalder SC, ESV/Empor Greifswald, Einheit Greifswald und die BSG KKW Greifswald.
Wegen der Lage an der Ostsee wurde in Greifswald schon früh gesegelt, zumeist mit Booten der Fischer auf dem Bodden. Jedoch entstanden erst spät eigene Segelvereine. 1902 wurde der erste Segelclub gegründet, nachdem es zu mehreren Unglücken gekommen war. Seit 1908 existiert der ASV zu Greifswald, welcher damit der erste Akademische Seglerverein an einer Universität war. Dieser hat sich 1968 in Lübeck wiedergegründet. Der Greifswalder Jacht Klub (GJK) wurde 1926 gegründet, da der ASV Bürgern der Stadt, die zwar segeln wollten, jedoch keine Akademiker waren, die Aufnahme verweigerte. Nach 1945 wurden die Seglervereine wie alle anderen Vereine aufgelöst. Viele ASVer gingen in die Sektion Segeln der Hochschulsportgemeinschaft (HSG) Uni Greifswald, Mitglieder des Greifswalder Jacht Klubs gingen in die BSG Einheit, Sektion Segeln. In den 1960er Jahren wurde die BSG KKW Sektion Segeln neu gegründet. Nach der friedlichen Revolution in der DDR wurden 1990 die alten Namen wieder aktiviert. Die Sektion Segeln trennte sich von der HSG Uni Greifswald und nannte sich wieder ASV zu Greifswald. Dies führte zu langjährigen Auseinandersetzungen mit dem ASV Greifswald zu Lübeck, da diese als Wiederbegründung das alleinige Recht für sich beanspruchten, den Namen zu führen. Mittlerweile ist der Konflikt beigelegt und es werden gegenseitige Besuche durchgeführt. Der Greifswalder Yachtclub (GYC) entstand wieder aus der BSG Einheit und änderte dabei die Schreibweise seines Namens. Die BSG Kernkraftwerk Sektion Segeln benannte sich in Yacht Club Wieck um. Diese drei Vereine betreiben eine gemeinsame Jugendausbildung mit dem Riemser Segel Verein, deren Mitglieder in den letzten Jahren mehrfach in verschiedenen Bootsklassen Deutsche Meistertitel gewinnen konnten. Im Jahre 2007 gründeten Greifswalder Jollensegler den Studentischen Regatta Verein. Damit soll das Segeln mit Jollen auf dem Greifswalder Bodden gefördert werden: Mitgliedern werden unentgeltlich Jollen zur Verfügung gestellt um damit auf Regatten anzutreten. Für einige Jahre wurde der Greifswalder Jollencup veranstaltet. Dieser wurde zuerst in Nordic Jollencup umbenannt und dann zum Jahre 2009 in kleinerer Form wieder neu begründet.
Am 22. Juni 1892 gründete der Greifswalder Kaufmann Cohn den Kaufmännischen Ruderclub Hilda. Dieser heute noch existierende Verein konnte in den 70er Jahren mehrere Olympiasieger und Weltmeister vorweisen. Der Verein besitzt ein eigenes Vereinsheim direkt gegenüber der Altstadt am alten Greifswalder Hafen gelegen.
In Greifswald gibt es seit 1998 ein Freizeitbad mit Sport- und Freizeitbecken und ein großes Strandbad mit sehr breitem Sandstrand. Dieser war 2006 Austragungsort der Deutschen Meisterschaften im Beachvolleyball, Veranstalter war der ESV Turbine Greifswald.
Greifswald beherbergt das »Landesleistungszentrum Mecklenburg-Vorpommern -Sport mit Handicap-« und ist damit bundesweit einer der Vorreiter im Behindertensport vor allem im Schwimmen, Tischtennis und Rollstuhlrugby. Greifswalder Paralympicsteilnehmer wie der Rollstuhlsportler Karl-Christian Bahls (Goldmedaille im Bogenschießen - Barcelona 1992) und die blinde Schwimmerin Natalie Ball (3 Silber, 1 Bronze - Athen 2004) sind Vorbilder für behinderte Aktive. Im Hanse-Schwimmclub Greifswald trainierten außerdem der Nationalschwimmer Sven Lodziewski und die Weltmeisterin im Rettungsschwimmen Alexandra Berlin.
Rudern und Kanusport auf dem Ryck und daran anschließenden Gewässern, Badminton, Tennis, Kiten, Surfen und Segeln auf dem Greifswalder Bodden und der Ostsee sind, neben dem Fußball und dem Sportschießen, weitere beliebte Greifswalder Sportarten.
Deutsche Meister, Vizemeister etc. kann auch der Seesportclub Greifswald aufweisen.
Seit 1921 gibt es das Dauerschwimmen der Querung der Dänische Wieck über 2600 m, das heute als „Boddenschwimmen“ bekannt ist.
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