Gregor von Brück (eigentlich Gregorius Henisch, Heinse, Heintz, Heinis und anders geschrieben, latinisiert: Pontanus; * Oktober 1484 in Brück bei Belzig; † 15. Februar 1557 in Jena) war ein Politiker und sächsischer Kanzler der Reformationszeit.
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Gregor von Brück wurde als Sohn des Schultheiß, nachmaligen Bürgermeisters und Ackerbürgers Georgius Heinse um 1483, in dem Landstädtchen Brück bei Belzig geboren. Er wurde im Wintersemester 1502 in der neu errichteten Universität in Wittenberg immatrikuliert, wo er 22. Dezember 1505 Baccalaureus der freien Künste wurde.
Er studierte 1506 dann in Frankfurt/Oder und kehrte 1508 nach Wittenberg zurück, wo er sein Baccalaureat in den beiden Rechten am 14. März 1509 anmeldete. Nach sehr gut bestandenen Examen, wurde er am 29. März 1509 durch Hieronymus Schurff promoviert. Unter dem berühmten Juristen Henning Göde wurde Gregor Brück in die juristische Praxis eingeführt, so dass er selbst zum gefragten Advokat wurde.
1519 wird er in den Wittenberger Rat gewählt und der Kurfürst Friedrich der Weise verpflichtet ihn an seinem Hof als Hofrat, und erscheint 1520 erstmals als Kanzler des mitregierenden Bruders Johann dem Beständigen und dies bis Januar 1529 bleibt. Mit diesem zog er beispielsweise zum Reichstag zu Worms, wo er verschiedene Verhandlungen führte. 1521 erhielt er in Wittenberg den Grad eines Doktors beider Rechte.
Als die Augustiner Mönche mit dem Beginn der Wittenberger Bewegung im Oktober 1521 die Abschaffung der Messe anstrebten, verhandelte er mit der Universität und dem Kapitel der Stadtkirche. So war er an vielen Angelegenheiten der Reformation beteiligt. Er begleitete und beriet seinen Kurfürsten auf den Reichstagen zu Speyer 1526 und 1529. Allerdings letzteres nicht mehr als Kanzler, den dieses Amt gab er im Januar 1529 an seinen damaligen Mitstreiter Christian Beyer ab.
Auch finden wir in auf dem Reichstag zu Augsburg am 25. Juni 1530, als das erste amtliche und bis heute verbindliche gebliebene Bekenntnis der lutherischen Kirchen, die Confessio Augustana vor Kaiser Karl dem V. vorgetragen und überreicht wurde. Von Dr. Gregor Brück stammt auch die Idee dass die Glaubensartikel schriftlich aufzusetzen und vorzutragen seien. Die von Christian Beyer vorgetragene deutsche Fassung der „Augsburger Konfession“ rührt von ihm und schlussendlich übergab er an demselben Tage, dem Kaiser Karl V. das lateinische Exemplar.
Am 22. September 1530 wurde von ihm im Namen der evangelischen Stände auf die Verlesung des Reichstagsabschiedsentwurfes betreffs des Glaubens geantwortet. Er war zugegen bei der Gründung des protestantischen Bündnisses von Schmalkalden 1530. Weiterhin finden wir ihn 1531 bei Unterhandlungen zwischen Katholiken und Protestanten, im Frühjahr 1532 beim Konvent in Schweinfurt und Nürnberg und trug zum Zustandekommen des Religionsfriedens am 2. August 1532 bei.
Als der Kurfürst Friedrich der Weise verstarb, blieb er auch unter den neuen Kurfürsten Johann dem Beständigen und Johann Friedrich dem Großmütigen weiterhin am Hofe. So war er ab 1529 Assessor des Hofgerichts in Wittenberg, den er aber auf eigenen Wunsch auf Verlangen am 26. Januar 1533 wieder aufgab. Durch diese Arbeiten wurde er zu einem unentbehrlichen Berater Martin Luthers und Philipp Melanchthons.
Nach dem Verlust der Kurwürde der Wittenberger Linie 1547, übte Gregor Brück sein Amt als sächsischen Hofrat nicht mehr aus. Er ging zunächst nach Weimar und wandte sich dann Jena zu, wo er sich als Professor der Rechte für die Gründung des Gymnasiums einsetzte, das nach seinem Tode am 15. Februar 1557 im gleichen Jahr zur Universität erhoben wurde.
Über seine familiären Verhältnisse liegen nur stark abweichende Angaben vor, die von 11 bis 12 Kindern sprechen. Demnach war er in erster Ehe ab 1515 verheiratet mit Anna Bule († 17. November 1527), Tochter eines Wittenberger Ratsherren Kilian Bule und dessen Frau Ursula Zülsdorf. Die zweite Ehe schloss er Anfang 1535 mit Barbara (†4. April 1567 in Jena), Tochter des Jenaer Amtsschössers Sebastian Wöllner d. Ä. und seiner Frau Catharina (Leubel?). Bekannt sind die Kinder:
Caspar († 5. Januar 1541)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Brück, Gregor |
| ALTERNATIVNAMEN | Brück, Gregor von; Henisch, Gregor; Heinse, Gregor; Heintz, Gregor; Heinis, Gregor; Pontanus, Gregorius (latinisiert) |
| KURZBESCHREIBUNG | Politiker und sächsischer Kanzler der Reformationszeit |
| GEBURTSDATUM | Oktober 1484 |
| GEBURTSORT | Brück bei Belzig |
| STERBEDATUM | 15. Februar 1557 |
| STERBEORT | Jena |
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