| Dieser Artikel erläutert die Expedition als Entdeckungs- oder Forschungsreise; zu anderen Bedeutungen siehe Expedition (Begriffsklärung). |
Eine Expedition (urspr. lat. expeditio „Erledigung, Feldzug“) ist nach Oxford English Dictionary eine Reise einer Gruppe in eine entlegene und schwierige Umgebung oder in weglosem Gelände. Früher zumeist als Entdeckungs- oder Forschungsreise.[1][2][3]
Expeditionen wurden in früheren Zeiten oftmals von Geographischen Gesellschaften und im Auftrag von Regierungen durchgeführt. Gründe waren die Inbesitznahme entdeckter Gebiete als Kolonie oder Protektorat und deren Erforschung sowie bis in die Gegenwart Exploration von Rohstoffvorkommen. Seit dem 18. Jahrhundert dienten Expeditionen häufig der wissenschaftlichen Forschung zur Entdeckung von neuen Pflanzen- und Tierarten oder um herausragende geografische Ziele wie den Nord- und Südpol zu erreichen.
Forschungsreisen als Expeditionen werden auch heute noch von Universitäten oder Forschungsanstalten, wie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe[4] oder dem Alfred-Wegener-Institut[5] sowie der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung im Rahmen von wissenschaftlichen Projekten unternommen. Im Bereich der Naturwissenschaften gilt als eine herausragende internationale Lehrstätte für arktische Wissenschaften das University Centre auf Svalbard UNIS[6] in Longyearbyen. Ziele wissenschaftlicher Expeditionen stammen zu meist aus den Bereichen Biologie mit Zoologie oder Paläontologie, Botanik, Geowissenschaften mit Glaziologie, Geografie, Geophysik sowie Atmosphärenwissenschaften mit Metrologie. Früher wurden häufig Studien im Bereich der Anthropologie und Ethnologie unter anderen für Museen für Völkerkunde wie dem Überseemuseum Bremen oder um archäologische Ausgrabungen durchzuführen unternommen.
Im privaten Bereich werden Trekkingexpeditionen als besondere Form von Natursport und Outdooraktivitäten[7] unternommen. Für ein naturverträgliches Reisen hat der WWF für Expeditionen in der Arktis Grundsätze und Reisehinweise erarbeitet[8], die eine Richtlinie für Arktisbesucher[9] darstellt und einen Kodex für Arktis-Reiseveranstalter [10] bilden.
Bergexpeditionen werden durch den Deutschen Alpenverein im Bereich von Jugendarbeit unterstützt[11] und für und durch seine Mitglieder durchgeführt.
Ziel einer Expeditionen kann ebenso die Produktion von Tier- und Naturfilmen sein.
Bestandteile der Expeditionsvorbereitung ist neben der Finanzierung die Expeditionsplanung mit der Definition des(r) Expeditionsziel(e) unter Berücksichtigung der Klimazone sowie der Beschaffung und Aufbereitung von Informationen durch Reisebeschreibungen, geographische Abhandlungen und in Folge die graphische Planung an Hand von großräumigen Übersichtskarten (Generalstabskarten 1:250.000 und größer) wie TPC-Luftfahrtkarten und Sowjetische Generalstabskarte. Die „Feinplanung“ mit topographischen Karten 1:100.000 und kleiner sowie Luft- und Satellitenbildern[12] legt den geplanten Expeditionsweg mit UTM-Koordinaten von Wegeckpunkten und nach Höhenlinien fest und bestimmt dabei Geländehindernisse und Tagesentfernungen, den daraus resultierenden Zeitbedarf und Sicherungsmassnahmen.
Der Expeditionszeitplan zeigt den Ablauf vor dem eigentlichen Beginn, während und nach der Expedition auf. Der Kosten- und Finanzplan legt den wirtschaftlichen Rahmen der Expedition fest und zeigt entstehende Kosten und deren Finanzierung. Zu diesen gehören unter anderem Flug- und sonstige Transportkosten, Ausrüstung und Verpflegung, Genehmigungen und Versicherungen. Diese Einzelpläne stehen, nach einer generellen Beschreibung der Expedition, vor einer weitern Detailplanung.
Bereits in der Planung wird festgelegt, in welchem Rahmen die Expeditionsführung geschieht und wer sie mit welchen Rechten übernimmt. Die Planung wird meist schriftlich in einem Expeditionsvertrag festgehalten – in dem auch Finanzierung und Verwertung geregelt werden. Für einige Expeditionsgebiete sind Genehmigungen der jeweiligen Naturschutz- oder Innenbehörden zu beantragen. Der Abschluss einer Bergeversicherung kann ebenso wie die Mitnahme gesonderter Sicherheitsausrüstung durch Genehmigungsbehörde und Versicherung vorgeschrieben werden.
Grundvoraussetzung für die Teilnahme an einer Expedition ist je nach Belastungsumfang eine ärztliche Untersuchung mit der Erkrankungen oder Vorschäden ausgeschlossen werden können, die zu Expeditionsuntauglichkeit führen könnten. Das AWI hat dazu einen medizinischen Fragebogen entwickelt, der auch für andere Expeditionen als Anhalt dienen kann.[13] Eine wesentlicher Bestandteil der Expeditionsvorbereitung auch zur Unfallverhütung ist die Verbesserung der Leistungsfähigkeit durch gezieltes Sporttraining und Leistungssteigerung durch mehr Ausdauer sowie Sicherheitsreserven in Stresssituationen. Durch einen Schutzmechanismus des Körpers ist die maximal mögliche Leistung eines Menschen normalerweise nur zu zirka 70 % willentlich mobilisierbar, bei Trainierten steigert sich diese auf bis zu 90 %. Die restlichen Energiereserven sind nur bei außergewöhnlichen Stress- und Notfallsituationen sowie durch Doping verfügbar. Durch Training kommt es an einzelnen Organen unter anderem zu Volumenvergrößerungen, verbesserten Transportmechanismen oder erhöhter Energiespeicherung. Der Organismus arbeitet dadurch ökonomischer und erholt sich auch rascher nach Belastungen.[14] Entsprechend dem Vorhaben beginnt die sportliche Vorbereitung je nach Vorhaben bis zu einem Jahr vorher nach den Grundsätzen der Trainingslehre und nach vorheriger sportmedizinischer und ggf höhenmedizinischer Beratung. Hinreichende sportliche Leistungsfähigkeit für Kraftausdauer kann beim Sportabzeichen, zusätzlich dem Laufabzeichen und dem Walkingabzeichen angenommen werden. Trainingsbestandteil kann unter anderem das Ziehen von betongefüllten Reifen statt eines Pulka während der Expedition sein.
Die geplante und vorbereitete Versorgung der Expedition kann im Voraus durch Depot, Anschlussversorgung durch ein Luftfahrzeug oder begleitend Akia, Zugkarren, Träger oder Tragtiere erfolgen. Beim Alpinstil für eine begrenzte Zeit von maximal 14 Tagen durch Selbsttragen. Seltener werden heute noch Schlittenhunde benutzt. Bezeichnend ist jedoch, dass die Sirius-Patrouille in Nordost-Grönland diese immer noch einsetzt.
Expeditionsführung ist das Führen einer Gruppe von individuellen Menschen in schwieriger Umgebung, als richtungsweisendes Einwirken zum Erreichen definierter Expeditionziele, bei freiwilliger Akzeptanz dieser Führung durch die Expeditionsteilnehmer. Der wesentliche Faktor für die Zusammenarbeit ist die Teamfähigkeit des Einzelnen und der sich je nach Definition sich ergebenden Fremd- und Eigenerwartung. Umweltfaktoren wie Wetter, ungewohnte Lebensumstände und Naturgefahren wie Bergsturz, Lawinen, hohe oder niedrige Lufttemperatur oder Wildtiere haben Einfluss auf das Durchhaltevermögen von Menschen aus urbanen Gebieten. Persönliche Bedürfnisse können sich durch Gruppendynamik negativ auf das Erreichen wollen des Expeditionsziel auswirken und persönliche Bequemlichkeit zu einem negativen Verhalten gegenüber der Expeditionsgruppe oder Einzelnen führen. Diese wird durch Selbstdisziplin eingeschränkt.
Menschführung unter diesen Umständen unterscheidet sich von den Grundsätze her nicht von denen für Führungskräfte der Wirtschaft, da auch Expeditionsleitung Personal- und Kostenverantwortung bedeuten. Warren Bennis als Theoretiker von Führung und Leitung unterscheidet Manager als Verwalter von Führungskräften die Ziele aktiv definieren. Dabei werden Führungspersönlichkeiten nach Bennis nicht geboren sondern gemacht. Erkenntnis nach seinen Untersuchungen ist, dass es nicht den perfekten Stil gibt, aber als wesentliche Gemeinsamkeit ein definiertes und vermitteltes Ziel, Kontinuität und Glaubwürdigkeit des Führenden und Bewusstsein der eigenen Schwächen des Führenden. Eine Führungspersönlichkeit muss nach Bennis in der Lage sein berechtigte Kritik zu akzeptieren und sich verändern, wenn es notwendig ist, und trotzdem weitermachen können. Dieser Prozess des Erlernens von Führen kann auch als horizontale Sozialisation des Lernens von Führung in einem langfristigen Prozess verstanden werden, bei dem das Wie und das Wann des richtungsweisenden Einwirkens erlernt wird. Insofern widerspricht der Begriff der „geborenen" Führungspersönlichkeit nicht der Definition von Bennis. Führung und deren Glaubwürdigkeit wird nicht unwesentlich durch die Tugenden der Führungskraft geprägt.
Wildnisfähigkeiten sind Kenntnissen und Fähigkeiten, die der Sicherung des Vorwärtskommens und (Über-)Lebens in der jeweiligen Klimazone dienen. Hinreichende Kenntnisse und Fertigkeiten sind unabdingbar und dienen der eigenen Sicherheit. Eine Expedition ist kein „Überleben im Busch“. Kenntnisse und Fähigkeiten wie sie sich unter den Stichworten Survival, Einzelkämpferlehrgang oder Combat Survival Course finden lassen, gehören nicht dazu, überschneiden sich jedoch.
Um wissenschaftlichen Expeditionsteilnehmern in hinreichenden Wildnisfähigkeiten auszubilden, werden von einigen Instituten ausschließlich für ihre Studierenden und akademischen Teilnehmer Lehrveranstaltungen zu Wildnisfähigkeiten [15] [16] angeboten.
Allgemeine Expeditionskenntnisse sind Kenntnisse und Fertigkeiten mit staatlich geprüften Berechtigungen wie Sprechfunkzeugnis (Luftfahrt), Funkbetriebszeugnis (Schifffahrt), Erste-Hilfe, Sportbootführerschein See, Jagdschein und Sachkunde Waffen zur Erteilung einer WBK. Diese werden teilweise von den jeweiligen nationalen Behörden gefordert und deren Besitz geprüft. Grundkenntnisse und Fertigkeiten im Fischfang, Skifahren Alpin und Langlauf sowie Berggehen und Bergsteigen mit Knotenkunde sind für einige Expeditionen[17] notwendig. Letztere können durch die DAV-Kletterausbildungen Toprope und Vorstieg[18] erworben werden.
Für die Teilnahme an Expeditionen einiger Institute werden weitere weitergehende Kenntnisse und Fertigkeiten im Brandschutz gefordert, wie sie in Lehrgänge für Selbst- und Brandschutz an der ABC-_und_Selbstschutzschule oder dem Ausbildungszentrum Schiffssicherung gelehrt werden sowie Fertigkeiten für die Kfz-Instandsetzung. Grund dafür ist, dass nicht auf eine Feuerwehr zur Brandbekämpfung auf einer Forschungsstation oder eine Kfz-Werkstatt für Überschneefahrzeuge, Geländewagen und Festrumpfschlauchboot zur Instandsetzung zurückgegriffen werden kann. Große Forschungsstationen halten eigenes technisches Personal, teilweise bereitgestellt durch das jeweilige nationale Militär wie auf den amerikanischen und argentinischen Forschungsstationen der Antarktis, für diese Aufgaben bereit. In der trocken-kalten Klimazone stellt ein Brand, unter anderem als Elektrobrand, Motorenbrand, unvorsichtiger Umgang mit offenem Feuer im Zelt oder Nothütte, die größte Gefahr dar. Extreme Kälte macht Leitungen und Isolierungen aus Kunststoff und Metall extrem brüchig. Aus gebrochenen Leitungen kann dann Kraftstoff austreten oder gebrochene Isolierungen elektrische Kurzschlüsse verursachen. Kraftfahrzeuge und Motoren werden daher wo möglich permanent vorgeheizt oder wo dies nicht möglich auch über Nacht in Betrieb gehalten.
Auf kleineren Forschungsstationen steht Unterstützung durch Fachpersonal nicht immer zur Verfügung. Alle anfallenden Aufgaben auch der Küchendienst müssen dann von den Expeditionsteilnehmern selbst erledigt werden. Daher kann zur Vorbereitung auch ein Kochlehrgang gehören. Da eine unmittelbare Erste Hilfe durch Rettungsorganisationen während einer Expedition nicht zur Verfügung steht, ist eine handlunssichere erweiterte Erste-Hilfe durch die Expeditionsteilnehmer notwendig. Grundfertigkeiten aus dem Tactical Combat Casualty Care sind dazu bedingt hilfreich. Medizinische Erstversorgung ist nach dem deutschen Strafrecht für Ersthelfer strafbewährt. Grundlage der ersten Hilfe ist Handhabungssicherheit zum zielgerichteten Handeln als Ersthelfer in medizinischen Notlagen durch mehrfach wiederholte Erste-Hilfe-Lehrgänge während der Expeditionsvorbereitung. Die erweiteren Kenntnisse der Ersten Hilfe sind durch Fertigkeiten für die Anwendung im Gelände [19] zu ergänzen. Zur erweiteren Ersten Hilfe gehören Grundkenntnissen in der Notfallmedizin mit Herz-Lungen-Wiederbelebung, Verhalten bei Hypothermie durch Windchillfaktor sowie Grundkenntnisse aus der Ausbildung für Rettungssanitäter mit dem Schwerpunkt Traumatologie, Verbandmittel und Medikamente sowie Grundkenntnisse über Infektionskrankheiten durch Tropenkrankheiten. Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten erfolgt durch Impfungen, soweit für das Expeditionsgebiet von Belang. Allgemeine Hygienemassnahmen der Reisemedizin verhindern die meisten Erkrankungen.
Klimazonen und Wetter bestimmen die Ökozonen nach der sich die Anforderungen an eine Expedition richten.
Kenntnisse über Wolken und allgemeine Zusammenhänge der Meteorologie sind für die lokale Wettervorhersage notwendig. Das lokale, tägliche Wettergeschehen bestimmt die Möglichkeiten während der Expedition insbesondere beim Bergsteigen.
Von Nord nach Süd unterteilt sich die Erde in gleiche Wind- und Luftdruckzonen in denen ein grundsätzlich gleichbleibendes Wetter herrscht. Wind weht in einer plantarischer Zirkulation über die Erdoberfläche.
Aufgeteilt sind die Wetterzonen in die Innertropische Konvergenzzone, die Passatzone mit dem Passat (Windsystem), der Hadley-Zelle und den Rossbreiten, der sich nördlich und südlich anschließenden Westwindzone mit der Westdrift, auf den südlichen Halbkugel sich befindenden Roaring Forties als Starkwindzone und über den Polargebieten der Polarzelle mit dem Polaren Ostwind, an der Übergangszone zur Westwindzone mit der Bildung von Polarfronten.
Für eine erfolgreiche Durchführung insbesondere beim Bergsteigen an den Seven Summits oder Arktisexpeditionen ist eine gezielte Wettervorhersage durch einen Meteorologen notwendig. Wetterbeobachtungen werden weltweit durch den SYNOP-Code mit dem Wolkenschlüssel codiert.[20]
Eine angemessene Expeditionsausrüstung ist neben der Verpflegung wichtiger Bestandteil der Expeditionsvorbereitung. Fehlende oder mangelhafte Expeditionsausrüstung kann schwerwiegende Folgen für die sichere Durchführung haben und Rettungsmaßnahmen notwendig machen. Die Beschaffung der Expeditionsausrüstung bildet den Abschluss der Expeditionsvorbereitung. Dabei ist die Klimazone und die jeweilige Jahreszeit zu berücksichtigen.
Expeditionsausrüstung – Bekleidung und Grundausrüstung
Trekking- oder Bergstiefeln, Trekkingbekleidung nach dem Zwiebelprinzip sowie Schlafsack, Isomatte, Zelt[21] und Trekking-Rucksack – bei Trekkingexpeditionen im Alpinstil zu meist nicht unter 100 l bilden den Grundbestandteil der Expeditionsausrüstung.
| Klimazone | Jahreszeit | Vegetationszone | Lufttemperatur | Schutzwirkung | ||||
| trocken-kalt | Winter | Polarzone und Tundra | < -20° C | Wärme- und Windschutz | ||||
| feucht-kalt | Winter | boreale Waldzone sommergrüner Laubwald |
= | trocken-kalt | Sommer | < -5° C | Wind- und Nässeschutz, bedingter Wärmeschutz |
|
| trocken-heiß | Winter | = | feucht-kalt | Sommer | < +15° C | bedingter Wärme- und Nässeschutz | ||
| trocken-heiß | Sommer | Wüste und Savanne | > +25° C | Schutz vor Sonnenstrahlung und Hitze | ||||
| feucht-heiß | ganzjährig | Regenwald | > +30° C | Schutz vor permanenter Hautfeuchtigkeit |
Expeditionsausrüstung – Orientierung
Navigationsmittel zur terrestrischen Navigation sind topographische Karten und Luftbilder, Kartenwinkelmesser mit Planzeiger, Fernglas, Kompass unter Berücksichtigung von Deklination (Geographie) und Inklination (Magnetismus), Satelliten-Navigationssystem – Globales Navigationssatellitensystem – Global Positioning System oder Galileo (Satellitennavigation) zur Orientierung nach UTM-Koordinatensystem/MGRS mit GPS-Empfänger und ein Höhenmesser. Behelfsweise kann mit der astronomischen Navigation nach der Sonne mit Sonnenuhr oder dem Mond mit Mondphasen orientiert werden. In den Polarregionen und Regionen mit großer magnetischer Abweichung mit einem Sonnenkompass.
Als Rettungs- und Kommunikationsmittel dienen Satellitenkommunikationsgeräte wie Iridium (Kommunikationssystem), Funkgeräte und eine Notfunkbake via COSPAS-SARSAT-Notfunksystem.
Expeditionsnahrung
Der Expeditionsproviant kann aus Grundnahrungsmitteln oder gefriergetrockneter Trekkingnahrung bestehen. Für deren Zubereitung wird ein Kocher mit Kochgeschirr benötigt. Der Nahrungsbedarf[22] errechnet sich nach dem Leistungsumsatz. Der Grundumsatz in Ruhestellung beträgt 1 kcal pro Kilogramm Körpergewicht. Grundsätzlich geht man daher von 3000 bis zu 6000 kcal pro Person und Tag bei Trekkingexpeditionen aus. Der Grundfaktor steigt durch Umweltfaktoren und Belastung.[23] Zur Expeditionsverpflegung gehört ebenfalls Trinkwasser. Wasseraufbereitung erfolgt mit einem Wasserfilter. Zum Transport dienen Wassersack bedingt eine Feldflasche, bei größerem Bedarf 20 l Wasserkanister, für Warmgetränke Thermosflaschen. In diese ist zur Vermeidung von Infektionen nur Trinkwasser zu füllen.
zusätzliche Sicherungsausrüstung
Im (Hoch-)Gebirge und Gletschern ist Klettermaterial [24] zum Klettern und zur Klettersicherung erforderlich.
zu Fuß
zu Land motorisiert mit
luftunterstützt
wassergestützt
Die Entdeckungsreisen am Beginn der Expeditionsgeschichte waren geprägt von einer Welle der Neuentdeckungen, bedingt durch ein unvollkommenes Bild der Erde. Die Phase der sich anschließenden Forschungsreisen hatte das Ziel Kenntnissen im Bereich der Erdwissenschaften zu gewinnen und gleichzeitig unterentwickelte Staaten und deren Rohstoffe im Rahmen der aufkommenden Industrialisierung für die jeweils eigene Nation zu sichern. Durch Übereinkommen zwischen den Kolonialmächten wurden in dieser Zeit des 19. Jahrhunderts dabei häufig Kolonialgrenzen gezogen, die bis zum heutigen Tag Gültigkeit als Staatsgrenzen haben, Bevölkerungsgruppen zerschneiden, Staaten teilen und daraus in Folge zu Konflikten des 21. Jahrhunderts führen. Während das 20. Jahrhundert ab dessen Mitte durch Unabhängigkeitskonflikte geprägt war. Dieses Konfliktpotential hat für heutige Expeditionen entsprechenden Einfluss auf die Durchführbarkeit nach der Sicherheitslage in diesen Gebieten.
Die Geschichte der Nordpolexpeditionen und das Goldene Zeitalter der Antarktisforschung war von nationaler Konkurrenz geprägt, um die letzten unerreichten Ziele der Erde zu "erobern". Die Expeditionen wurden teilweise in kürzester Zeit geplant und mit unerprobten Mitteln durchgeführt. Diese führten bei einigen Expeditionen zu einem tödlichem Ausgang. Die technische Ausrüstung und die Bekleidung entsprachen teilweise nicht heutigem Stand und Gebrauchssicherheit. Wollbekleidung und Zydarskisack sind jedoch bis heute gültige Ausrüstung. Gleichzeitig nutzte man nur teilweise oder unzureichend Kenntnisse und Fertigkeiten von Landesbewohnern dieser Klimazonen. So verzichteten die Engländer auf den Einsatz von Schlittenhunden, während die Norweger diese mit Erfolg einsetzten und sich auch in der Bekleidung den Inuit anpassten.
Erst ab den späten 1980er Jahren stand GPS zur Ortsbestimmung zur Verfügung. Bis dahin wurde zur Bestimmung des Breitengrades ein Sextant, zur Längenbestimmung ein Taschenchronometer, Taschen-Sonnenuhr oder Höhensonnenuhr benutzt. Zusätzlich diente ein Barometer-Höhenmesser zur Orientierung aber auch Vermessungszwecken, da die ersten Expeditionen in ein bis dahin unbekanntes Gebiet auch immer geografische Vermessungen unternahmen.
Bis zum Aufkommen von Kunstfasern wurde Bekleidung aus Baumwolle teilweise auch aus leichtem Loden in trocken- und feucht-heißen Gebieten getragen, Wolle und Loden für trocken- und feucht-kalte Gebiete. Die frühe Bekleidung der englischen Everestbesteiger bestand aus Tweet. Schlacksäcke bestanden aus Rentierfell oder waren wie bei der Schröder-Stranz-Expedition mit Kapok als Isoliermaterial gefüllt. Daunenschlafsäcke kamen erst ab dem 20. Jahrhundert auf. Zelte bestanden aus Baumwolle. Als Schutz des Schlafsacks vor Feuchtigkeit und Schmutz diente der Zdarskysack.
Da die Anreise häufig mit dem Schiff erfolgte, wurde "normale" Schiffs- und Frischverpflegung, die zubereitet werden musste, mitgeführt. Diese war wie Zwieback, Dörrfleisch, Stockfisch oder Erbswurst lange haltbar oder bestand aus Frischverpflegung wie lebenden Tieren die bei Bedarf geschlachtet wurden. Seit dem 19. Jahrhundert wurden erste Konservendosen benutzt. Frühe Formen führten wie bei der Franklin-Expedition zu Bleivergiftung. Um Skorbut zu vermeiden war Vitamin C haltiges Sauerkraut und Zitronensaft Bestandteil der Verpflegung. Ansonsten wurde die Expeditionsverpflegung häufig aus dem Land durch Einkauf vor Ort oder auch Jagd mit einem entsprechenden Unsicherheitsfaktor für die Verfügbarkeit und die Hygiene beigetrieben.
Bekannte Tierfilmer die Expeditionen zur Produktion von Natur- und Tierfilmen unternommen haben sind unter anderem Michael und Bernhard Grzimek, Heinz Sielmann, David Attenborough, Ernst Arendt und Hans Schweiger, Andreas Kieling, Matto Barfuss, Dieter Glogowski[28], Norbert Rosing[29] und David Bittner[30].
Dass es noch terra incognita gibt, zeigt die Teilnahme eines NDR-Fernsehteam an der Expedition Ultima Thule 2008 zur Erforschung des nördlichsten Landpunktes der Welt in Grönland. [46] Häufige vielfach kommerzielle Expeditionsziele sind die Seven Summits also die höchsten Gipfel der Welt und die Second Seven Summits.
Weitere Expeditionsgebiete der Wildnis sind unter der Kategorie:Wildnisgebiet, für die USA unter Wilderness Area USA zu finden.
Portal:Berge und Gebirge
Portal:Geowissenschaften
stock | retire | vm
Why are we here?
All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License
This page is cache of Wikipedia. History