Ernst Deutsch-Dryden (* 3. August 1887 in Wien als Ernst Deutsch; † 17. März 1938 in Los Angeles), auch Ernst Dryden oder Ernest Dryden, war ein österreichischer Kostümbildner und Gebrauchsgrafiker. Seine bis 1918 entstandenen Werbeplakate zählen zur „goldenen Zeit der Posterkunst“. Neben Lucian Bernhard, Ludwig Hohlwein, Julius Klinger und Hans Rudi Erdt zählt Dryden zu den bedeutendsten Vertretern der Reklamekunst. Danach machte er sich als Designer modern-eleganter Kleidung, unter anderem in Paris für Coco Chanel, einen Namen, war als Grafikdesigner für Hersteller von Luxusgütern tätig und zuletzt Kostümbildner in Hollywood-Filmproduktionen.
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Ernst Deutsch, der ein Schüler Gustav Klimts und Anhänger des Jugendstils war, begann seine Karriere in Wien als Zeichner von Werbeplakaten. 1911 übersiedelte er nach Berlin, wo er diese Tätigkeit fortsetzte und sich mit seinen glamourösen Plakaten einen Namen machte.
Seine beginnende Karriere in Berlin wurde durch den Ersten Weltkrieg jäh unterbrochen und ein Neubeginn in Berlin nach Kriegsende scheiterte. Deutsch ging daher zurück nach Wien, wo er als Damen- und Herrenmodedesigner für Knize arbeitete und diesem in der Folge zu Weltgeltung verhalf. Zu dieser Zeit änderte er auch seinen Nachnamen auf „Dryden“. Dryden galt als stets elegant gekleideter Bonvivant und „Partylöwe“. Billy Wilder sah in ihm sogar den „elegantesten Mann der Welt“.[1]
1926 zog Deutsch-Dryden nach Paris, wo er die Artdirektion der Zeitschrift „Die Dame“ übernahm. Zugleich entwarf er auch für Coco Chanel und seine gewagtesten Werbearbeiten als Grafikdesigner für Kunden und Produkte wie „Bugatti“, „Cinzano“, „Canadian Club Whiskey“ oder auch das Parfum „Eau de Vie“ entstanden ebenfalls zu dieser Zeit. Leitmotiv seiner Arbeit war dabei weniger der Luxus, als vielmehr die Etablierung eines eigenen Werbestils. Ein Stil den er zugleich mit seiner jungen Geschäftpartnerin Helene "Hello" Wolff-Budischovsky zur Hello Wear umsetzte und damit das gleichnamige Wiener Geschäft, die Hello Boutique beschickte, welche er auch noch aus Hollywood weiterhin mit Modeentwürfen und Tips versah. Direkt nach der Eröffnung 1936 am Graben (im Zentrum Wiens), zählten zu ihren ersten Kunden Prince Edward und seine Frau Wallis Simpson, Stilikonen ihrer Zeit und damalige Botschafter der modischen zeitlosen Eleganz, schlechthin.
Um 1929 wanderte Deutsch-Dryden in die USA aus, wo er zuerst in New York Station machte. Dort gestaltete er erstmals Entwürfe für den aufkommenden Markt der Massenkonfektion. 1933 schließlich konnte er als Kostümdesigner in Hollywoods Filmindustrie Fuß fassen. Er war für die Studios Universal, Columbia und Selznick tätig. Seine Kostümentwürfe für Grace Moore, Mary Astor und Jane Wyatt wurden später auch für die Konfektion adaptiert. Auch Marlene Dietrich, die er noch aus Berlin kannte, stattete er für den ersten Technicolor-Film „The Garden of Allah“ persönlich aus, was ihm eine große Freude war, da sie sein „optisches Ideal“ darstellte.
Aufgeregt über Radio die Geschehnisse rund um den Anschluss Österreichs an Deutschland verfolgend, starb er am 17. März 1938, fünf Tage nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich, an einem Herzinfarkt in West Los Angeles.[2]
Das Museum für angewandte Kunst (MAK) in Wien widmete Ernst Deutsch-Dryden von April bis Juli 2002 eine Ausstellung, in der vor allem Plakaten und Werbegrafiken zu sehen waren. Darunter etwa Plakate für „Salamander Schuhe“, die „Anker Versicherung“ und „Austro-Daimler“ oder Werbeanzeigen für die „Elegante Welt“, „Die Dame“ sowie die „Neue Freie Presse“.[3]
Deutsch-Dryden entwarf Kostüme in neun Filmproduktionen:
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Deutsch-Dryden, Ernst |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Kostümbildner |
| GEBURTSDATUM | 3. August 1887 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 17. März 1938 |
| STERBEORT | Los Angeles |
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