Ekkehard I. (Meißen)


Ekkehard I. (* ca. 960; † 30. April 1002 in Pöhlde) aus der Familie der Ekkehardiner war Markgraf von Meißen. Er war mit Suanhilde, Tochter von Hermann Billung verheiratet. Er war der Sohn des Grafen Gunther von Merseburg und angeblich der Dubrawka von Böhmen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ekkehard wurde 987 oder kurz danach von Otto III. als Markgraf von Meißen eingesetzt, nachdem der böhmische Herzog Boleslav II. kurz zuvor die Besetzung der Burg hatte aufgeben müssen.

990 geriet er auf einer Verhandlungsreise, die einen Frieden zwischen Polen und Böhmen herbeiführen sollte, in lutizische Gefangenschaft, wurde jedoch durch die Vermittlung Boleslavs wieder freigelassen.

In den Folgejahren schloss Ekkehard ein enges Bündnis mit seinem Halbbruder, dem polnischen Herzog Boleslaw I., wurde zum Herzog Thüringens ernannt.

Ekkehard gehörte zu den einflussreichen Männern in der Umgebung Ottos III. Für die Italienfeldzüge des Kaisers wurde er zu einem unentbehrlichen Heerführer. Der Ekkehardiner, den Thietmar von Merseburg in seiner Chronik “die Zierde des Reiches” nannte, war sich seiner Macht (und Herkunft) durchaus bewusst. So verwundert es nicht, dass er nach dem Tode Ottos III., er war im Januar 1002 auf der Burg Paterno nördlich von Rom gestorben, in den Kampf um die Krone eintrat (siehe auch: Königswahl von 1002). Dies war möglich, da der Kaiser kinderlos geblieben und die Nachfolge keineswegs gesichert war. Neben Ekkehard gab es mit Heinrich von Bayern und Hermann von Schwaben weitere ernsthafte Bewerber um die Königskrone. Besonders Heinrich versuchte eine schnelle Entscheidung herbeizuführen. Als der Trauerzug mit dem Leichnam Ottos III., die Beisetzung sollte in Aachen erfolgen, die Alpen überquerte, hielt Heinrich ihn in Bayern auf und brachte die mitgeführten kaiserlichen Insignien in seinen Besitz. Der gewünschte Erfolg blieb jedoch zunächst aus. Mit Ausnahme des Bischofs Siegfried von Augsburg wichen alle anderen Fürsten einer direkten Parteinahme aus.

Auch die erste Zusammenkunft der Fürsten in Frohse brachte kein Ergebnis, obwohl Markgraf Ekkehard inzwischen versucht hatte, die sächsischen Fürsten für seine Thronkandidatur zu gewinnen. Erst die Wahl in der Pfalz Werla brachte die Entscheidung. Und zwar zugunsten Heinrichs. Ekkehard gab aber seine Ansprüche offensichtlich nicht auf. Er wurde jedoch auf seinem Zug nach Westen, wo er neue Verbündete zu finden hoffte, am 30. April 1002 bei Pöhlde im Harz von feindlichen Rittern überfallen und ermordet. Er wurde dem Annalista Saxo zufolge „in seiner Burg namens Gene im Bistum Mainz an der Stelle, wo Saale und Unstrut zusammenfließen, begraben“. [1]. Bei der Verlegung des Hausklosters nach Naumburg dürfte sein Leichnam dorthin überführt worden sein.

Nachkommen

Quellen

  • Thietmar von Merseburg: Chronik (= Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Bd. 9), Neu übertragen und erläutert von Werner Trillmich, Darmstadt 1957 (mehrere Neuauflagen).

Literatur

Einzelnachweise

  1. in sua urbe nomine Gene in parrochia Mogontiensi, in loco ubi Sala et Unstrod confluunt, sepeliri fecit“ Annalista Saxo, MGH SS 6 S. 648. Digitalisat.: http://mdz10.bib-bvb.de/~db/bsb00001094/images/index.html?id=00001094&nativeno=648






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