Das Doppelhaus, je nach Situation auch Dreihaus, Vierhaus, Dreifach-, Mehrfach- oder Doppeldachhaus genannt, stellt eine spezielle Eigenart der Guts-, Schloss- und Herrenhausarchitektur in Schleswig-Holstein dar.
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Das Doppel- oder Mehrfachhaus entwickelte sich meist als Wohnhaus auf befestigen Herrensitzen des Mittelalters. In den burgähnlichen Anlagen waren die Häuser in der Regel von einem schützenden Wassergraben umgeben, der sich vielerorts bis heute erhalten hat. Diese Mehrfachhäuser waren in Schleswig-Holstein vom Mittelalter bis zum Ende der Renaissance populär. Drei- oder sogar vierflügelige Anlagen um einen Hof, wie andernorts für adelige Wohnsitze üblich, waren hier eher selten.
Es handelt sich hierbei um Gebäude, deren Baukörper aus zwei und mehr längs zueinander errichteten Häusern mit charakteristischen parallelen Dächern bestehen. Üblich waren sowohl Sattel-, als aus Walmdächer. Die Stockwerke und Dachkonstruktionen dieser Häuser besaßen meist keine steinernen Gewölbe. Ihre Breite war somit von der Länge der vorhandenen Baumstämme abhängig, mit denen man die Räume überspannen konnte; zwölf Meter Breite pro Langhaus wurden selten übertroffen. Um ausreichend Fläche zu erhalten, wurden zwei oder mehr Häuser längs zueinander errichtet. Vorteilhaft an dieser Bauform war, dass die kleineren Einzeldächer dem Winddruck im stürmischen Land leichter standhalten konnten und die Innenräume durch gemeinsame Wände besser heizbar waren. Nachteilig war die weniger bequeme Aufteilung der Innenräume und die Tatsache, dass die mittleren Langhäuser schlechter mit Tageslicht versorgt werden konnten.
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Die Bauform wurde mit unterschiedlichen Details variiert, die Häuser wurden gelegentlich mit Türmen oder Dachreitern versehen und die Giebelflächen der Satteldächer konnten mit reichlichem Schmuck oder Treppengiebeln gestaltet sein. Die Schauseite mit dem Eingangsbereich konnte sowohl an der Längsfassade (beispielsweise Gut Wensin und Gut Wahlstorf), als auch an den Stirnseite (z. B. Schloss Ahrensburg und Gut Nütschau) liegen. In den Dreifachäusern war der mittlere Bau in der Regel für die Fest- und Gartensäle vorbehalten. Mit dem Ende der Renaissance galten die mehrfachen Häuser langsam als unmodern und wurden häufig umgestaltet oder auch abgetragen, wie es zum Beispiel beim Ursprungsbau von Gut Hasselburg geschah. Bei der Gestaltung neuer Herrenhausbauten orientierte man sich dann an der barocken Schlossarchitektur, wie zum Beispiel auf Gut Wotersen und in Emkendorf.
Zweifache Häuser:
Dreifache Häuser:
Vierfache Häuser:
Das Doppel- oder Mehrfachhaus ist für die Baukunst Schleswig-Holsteins zwar typisch, aber es ist keine ausschließlich lokal beschränkte Erscheinung. Als Beispiele für Doppelhäuser außerhalb Schleswig-Holsteins finden sich das Herrenhaus Fraugdegaard und das Schloss Egeskov auf der dänischen Insel Fünen oder das brandenburgische Schloss Königs Wusterhausen.
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