| Dollbergen
Gemeinde Uetze
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| Koordinaten: | 52° 25′ N, 10° 11′ O52.412510.17560Koordinaten: 52° 24′ 45″ N, 10° 10′ 30″ O |
| Höhe: | 60 m ü. NN |
| Fläche: | 8,8 km² |
| Einwohner: | 2319 (2009) |
| Eingemeindung: | 1. März 1974 |
| Postleitzahl: | 31311 |
| Vorwahl: | 05177 |
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| Die Lage von Dollbergen in der Gemeinde Uetze | |
Dollbergen (niederdeutsch Dollbarge[n]) ist ein Ortsteil der Gemeinde Uetze, ca. 30 km östlich von Hannover. Dollbergen hat 2319 Einwohner (Stand April 2009), das sind rund elf Prozent der Gesamtbevölkerung der Gemeinde Uetze.
Die Ortschaft liegt an der Fuhse.
Inhaltsverzeichnis |
Dollbergen wurde zum ersten Mal 1226 als „Dolberge“ urkundlich erwähnt. 1549 belehnten Erzbischof Adolf zu Köln und Graf Otto zu Hildesheim Rudolf von Garßenbüttel mit dem ganzen Dorf Dollbergen. Die erste Schule im Dorf wurde 1613 gebaut. 1625, während des 30-jährigen Krieges, plünderten dänische Soldaten Dollbergen. Die Weihe der Kapelle erfolgte 1783.
Um 1800 begann der Kartoffelanbau in Dollbergen. Im Jahr 1815 kämpfte Hans Heinrich Klusmann, Soldat des Gifhorner Landwehrbataillons, in der Schlacht bei Waterloo gegen die Truppen Napoleons. In Dollbergen wurde er als Waterloo-Klusmann bekannt.
1818 wurde der erste Bürgermeister des Ortes gewählt. 1871 erhielt Dollbergen mit Eröffnung der Eisenbahnlinie Lehrte–Stendal einen Bahnanschluss. Die erste Poststelle wurde 1894 im Gasthaus Frehe eröffnet. Die Freiwillige Feuerwehr Dollbergen wurde 1909 gegründet. 1918 wurde Dollbergen an die elektrische Stromversorgung angeschlossen und die erste Erdölraffinerie errichtet.
Eine Windmühle wurde 1921 errichtet. 1925 wurde die Raffinerie durch die Deutsche Gasolin AG übernommen. Von 1940 bis 1945 erfolgten zahlreiche Bombenabwürfe. Auf einigen Höfen mussten Fremdarbeiter die im Kriege befindlichen männlichen, einheimischen Arbeitskräfte ersetzen. Am Ehrenmal in der Dorfmitte befinden sich mehrere ihrer Gräber.
Die erste Neubausiedlung wurde 1948 an der Wilhelm-Busch-Straße errichtet. Das Dorf erhielt 1954 ein Gemeindewappen. Im Jahr 1956 wurden das Gemeindebüro, das Feuerwehrhaus und der Sportplatz errichtet. Der Anschluss an die zentrale Trinkwasserversorgung erfolgte 1958.
Im Jahr 1963 führte der Gemeinderat Straßennamen ein. Das Gasolinwerk wurde 1969 stillgelegt. Die Kartoffelvertriebe Dolka und Groka wurden 1971 gegründet. Die Gründung einer eigenen evangelischen Kirchengemeinde mit Sitz des Pfarramtes in Dollbergen erfolgte 1974. Außerdem wurde die Gemeinde Dollbergen im selben Jahr aufgelöst; Dollbergen ist seitdem ein Ortsteil von Uetze. 1979 wurde der Glockenturm der Kapelle gerichtet. Seit mehr als 200 Jahren nisten Störche auf dem Turm. Die Umgehungsstraße wurde 1998 gebaut. 2001 wurde die Tankstelle geschlossen und die Löwenzahnschule zur reinen Grundschule umgewidmet. Im Jahr 2003 fand die 777-Jahr-Feier statt. Die Schleusenanlage über der Fuhse wurde abgebaut.
Ortsbürgermeister ist Jürgen Buchholz (SPD).
Das Wappen ist zweigeteilt. Es zeigt in der heraldisch gesehen rechten Hälfte eine silberne Kartoffelstaude mit drei goldenen Kartoffeln und goldenem Blütenkelch auf grünem Grund und auf der linken Seite drei schwarze Destilliertürme auf goldenem Grund.
Dollbergen entwickelte sich in den letzten 100 Jahren vom reinen Bauerndorf zum Industriedorf, so wie es durch die Kartoffelpflanze und die Destilliertürme im Dollberger Wappen dokumentiert wird.
Dollbergen ist an die Bahnlinie Hannover–Wolfsburg angebunden. Im Stundentakt verkehren Züge in beiden Richtungen. Zwei Buslinien des Großraum-Verkehrs Hannover verbinden Dollbergen mit weiteren Uetzer Ortsteilen und mit dem Kernort, eine davon übernimmt ferner Dollbergens Binnenerschließung. Die A 2 von Hannover nach Berlin verläuft wenige Kilometer südlich des Ortes.
Freizeit und Sport können in den über 20 Vereinen oder in der Umgebung ausgelebt werden, beim Reiten, Rad fahren, spazieren gehen oder beim Bogenschießen.
Größtes Unternehmen ist die Mineralöl-Raffinerie Dollbergen GmbH (MRD). Es betreibt die größte Raffinerie Europas für die Altölaufbereitung.
Es wird behauptet, dass Dollbergen den schiefsten Kirchturm Deutschlands besaß (siehe Abschnitt Geschichte, 1979). Er krönt das Dach der kleinen Kapelle (Erlöserkirche) im Dorfzentrum auf dem Kapellenberg. Jahrzehnte lang brüteten auf diesem Turm Weißstörche.
Um in früheren Zeiten den Spott der Bewohner der Nachbardörfer über das Dummen-Dollbergen zu konterkarieren, stellten Einwohner in einem Dollberger Zeughaus Objekte wie ein „Mückenzaumzeug“ und „Katzenhufeisen“ aus, die gegen Eintrittsgeld besichtigt werden konnten.
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