Diktat


Guru Granth Sahib bei einem Diktat

Ein Diktat (von lat.: dicere, sagen, sprechen; auch: bestimmen) ist ein festgelegter und in der Regel unveränderlicher Text, der eine Anordnung oder einen Befehl darstellt.

Formen

  • In der Schule versteht man unter Diktat einen Text der zur Überprüfung der Orthographiekenntnisse vorgelesen wurde/wird, also eine Nachschrift von etwas Gesprochenem. Diese Form der Leistungsmessung wird zunehmend kritisiert aufgrund mangelnder Objektivität (zu viele Einflussfaktoren wie Geschwindigkeit, Hörvermögen, etc.). Alternative Diktatformen wären z.B. Partnerdiktate, Wörterbuchdiktate, Laufdiktate oder Dosendiktate. Diese Diktatformen dienen nicht dem isolierten Training von Rechtschreibschwierigkeiten, sie sind vielmehr integrativ. Sie ermöglichen Leistungsdifferenzierung für unterschiedliches Lese-, Schreib-, Nachschlag-, Korrekturtempo, Nutzung unterschiedlicher Korrekturhilfen und Wörterbücher. Außerdem fördern sie Selbstständigkeit und Teamfähigkeit.
  • Politisches Diktat. Ein solches kommt vor, wenn einer politischen oder militärischen Partei infolge einer Niederlage in einem Konflikt, durch die Siegermächte die Bedingungen diktiert werden, wenn sie nicht mehr über die notwendigen Mittel verfügt, dagegen wirkungsvoll entgegenzutreten. Dann besteht zur Annahme der Bedingungen ein Zwang. Ein historisches Beispiel eines solches Diktats war der Versailler Vertrag, der am 7. Juli 1807 geschlossene Frieden von Tilsit zwischen Kaiser Napoleon I. von Frankreich, König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Zar Alexander I. von Russland infolge der Niederlage Preußens in der entscheidenden Schlacht bei Jena und Auerstedt im Jahre 1806.
  • In der Diplomatik bedeutet es die endgültige Fassung eines Urkundentextes, die meist besondere Kanzleimitarbeiter oder Hofangehörige vor der Mundierung formulieren.

Siehe auch







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