50.7317333333337.093813888888910000Koordinaten: 50° 43′ 54″ N, 7° 5′ 38″ O
Die UNESCO war eine der ersten Organisationen der Vereinten Nationen, der die Bundesrepublik Deutschland beitrat – am 11. Juli 1951. Damit endete die geistige Isolation, in die Deutschland durch den Zweiten Weltkrieg geraten war. Bereits am 12. Mai 1950 wurde die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) gegründet.
UNESCO steht für United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization - Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Ziel der UNESCO ist es, "durch Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Völkern in Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Wahrung des Friedens und der Sicherheit beizutragen" (Artikel I der UNESCO-Verfassung). Die UNESCO wurde 1946 als eine der 16 rechtlich selbstständigen Sonderorganisationen der Vereinten Nationen gegründet und hat ihren Sitz in Paris (Frankreich). Sie ist ein weltweites Forum für intellektuelle Zusammenarbeit und für den Austausch von Informationen, Erfahrungen und Ideen. Die UNESCO hat 192 Mitgliedstaaten (Stand: März 2007), die nationale UNESCO-Kommissionen eingerichtet haben.
Die nationalen UNESCO-Kommissionen bilden ein im System der Vereinten Nationen einzigartiges Netzwerk, um die Ziele der UNESCO in ihren Mitgliedstaaten zu fördern und in die Praxis umzusetzen. Sie beziehen die mit Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation befassten Organisationen und Institutionen des jeweiligen Landes in die Planung, Verwirklichung und Evaluierung des breit gefächerten UNESCO-Programms ein. Die Deutsche UNESCO-Kommission ist eine Nationalkommission nach Artikel VII der UNESCO-Verfassung. Als Mittlerorganisation der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik wird sie vom Auswärtigen Amt gefördert. Sitz der Deutschen UNESCO-Kommission ist Bonn.
Inhaltsverzeichnis |
Die Deutsche UNESCO-Kommission ist Koordinierungs-, Verbindungs- und Beratungsstelle in allen Programmbereichen der UNESCO. Sie stellt die Präsenz der UNESCO in Deutschland sicher und arbeitet an der Ausführung des Programms der UNESCO verantwortlich mit. Nach ihrer Satzung übernimmt die Deutsche UNESCO-Kommission folgende Aufgaben:
Die "Charta der UNESCO-Nationalkommissionen" von 1978 betont ausdrücklich, dass jede Kommission ihre Arbeit frei nach ihren Vorstellungen und entsprechend den Interessen ihrer Mitglieder gestalten soll. Die Deutsche UNESCO-Kommission vertritt die UNESCO als Inhaberin der Rechte am Namen und am Signet der UNESCO für Deutschland. Sie ist in der Regel auch Koordinationsstelle für die Umsetzung des UNESCO-Programms in Deutschland.
Die Deutsche UNESCO-Kommission wurde am 12. Mai 1950 noch vor dem Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur UNESCO (11. Juli 1951) gegründet. Am 3. Oktober 1990 wurde sie auch Rechtsnachfolgerin der UNESCO-Kommission der DDR.
Als Mittlerorganisation der Auswärtigen Kulturpolitik wird die Deutsche UNESCO-Kommission vom Auswärtigen Amt finanziert. Der Rechtsform nach ist sie ein eingetragener Verein.
Der Deutschen UNESCO-Kommission gehören bis zu 100 Mitglieder an, darunter Beauftragte der Bundesregierung und der Kultus- und Wissenschaftsministerien der Länder sowie von der Mitgliederversammlung gewählte Vertreter von Institutionen und ad personam gewählte Experten. Die Mitgliederversammlung tritt einmal jährlich zusammen. Sie wählt das Präsidium und einen Vorstand. Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission ist seit November 2002 Walter Hirche. Das Sekretariat der Deutschen UNESCO-Kommission hat seinen Sitz in Bonn. Generalsekretär ist Dr. Roland Bernecker.
Deutschland ist durch eine "Ständige Vertretung" bei der UNESCO in Paris akkreditiert. Diese unterhält den laufenden Arbeitskontakt zum UNESCO-Sekretariat und ist für die Pflege der Beziehungen zur UNESCO zuständig. Ständiger Vertreter Deutschlands bei der UNESCO ist seit Januar 2007 Botschafter Günter Overfeld.
Die Arbeitsschwerpunkte der Deutschen UNESCO-Kommission entsprechen den vier Programmbereichen der UNESCO: Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation/Information. Die Arbeit wird von jeweiligen Fachausschüssen koordiniert.
„Nachhaltigkeit lernen“ ist ein Schwerpunkt im Fachbereich Bildung der Deutschen UNESCO-Kommission. Zur Weltdekade der Vereinten Nationen „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) hat sie ein Deutsches Nationalkomitee einberufen. Es hat einen nationalen Aktionsplan entwickelt und führt Partner, Projekte und Initiativen zusammen.
Die Deutsche UNESCO-Kommission unterstützt die UNESCO im Programm „Bildung für alle“ und die Weltdekade der Alphabetisierung (2003-2012). In dem weltweiten Schulnetzwerk der UNESCO arbeiten rund 170 deutsche UNESCO-Projektschulen mit. Sie leben internationale Verständigung, Nachhaltigkeit und interkulturelles Lernen vor.
Die Sicherung und gerechte Verteilung der Trinkwasservorräte, die Vereinbarkeit der Bio- und Gentechnologie mit den Menschenrechten oder die Teilhabe von Entwicklungsländern am wissenschaftlichen Fortschritt sind konkrete Arbeitsfelder im Wissenschaftsprogramm der UNESCO. Die Deutsche UNESCO-Kommission berät bei wissenschaftspolitischen Abkommen und wirkt an den wissenschaftlichen Langzeitprogrammen der UNESCO mit.
Nachhaltige Entwicklung wird in den UNESCO-Biosphärenreservaten verwirklicht. Zu diesem globalen Netzwerk gehören unter anderen die Wattenmeere, die Rhön und die Flusslandschaft Elbe. In diesen Modellregionen werden Wirtschaftsformen gefördert, die die Lebensbedingungen der Menschen verbessern und gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen langfristig sichern.
Die Deutsche UNESCO-Kommission wirkt mit an der Umsetzung des „Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ (Welterbekonvention). Auf der UNESCO-Liste des Welterbes stehen zahlreiche Stätten in Deutschland, unter anderem der Aachener Dom, das Ensemble Klassisches Weimar und die Zeche Zollverein.
Die Deutsche UNESCO-Kommission koordiniert in Deutschland die Erarbeitung und die Anwendung internationaler Rechtsinstrumente zum Kulturgutschutz. In der bundesweiten „Koalition für kulturelle Vielfalt“ hat sie die Expertise der wichtigsten deutschen Kulturorganisationen zum UNESCO-Übereinkommen über Schutz und Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen vereinigt. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat sich dafür eingesetzt, dass das Menschenrecht auf kulturelle Selbstbestimmung mit der UNESCO-Konvention zu Schutz und Vielfalt kultureller Ausdrucksformen im Völkerrecht verankert wurde.
Die Deutsche UNESCO-Kommission hat gemeinsam mit André Heller im Dezember 2005 die unselbstständige Stiftung "Art in Africa" gegründet. Ziel der Stiftung ist es, nachhaltig Kulturprojekte in Afrika zu fördern. Die Fördervorhaben werden in Zusammenarbeit mit der UNESCO und dem Goethe-Institut ausgewählt und umgesetzt. Die Projekte sollen ausschließlich afrikanischen Interessen und nicht der Umsetzung europäischer Afrikavorstellungen dienen. „Art in Africa“ wird unterstützt von André Hellers Zirkustheater Afrika! Afrika!. Ein Euro von dem Erlös jeder verkauften Eintrittskarte wird für die Kulturförderung in Afrika zur Verfügung gestellt.
Die Deutsche UNESCO-Kommission konzipiert und organisiert seit Beginn des Jahres 2009 den neuen internationalen Freiwilligendienst kulturweit in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt. Der Freiwilligendienst ermöglicht jungen Menschen aus Deutschland, für 6 oder 12 Monate einen Freiwilligendienst im Bereich der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands. Partner sind der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), das Deutsche Archäologische Institut (DAI), das Goethe-Institut (GI), der Pädagogische Austauschdienst (PAD) und das Institut für Auslandsbeziehungen (IFA).
Die Deutsche UNESCO-Kommission unterstützt die Aktivitäten der UNESCO zur Förderung der Pressefreiheit und der Medientechnologie für Entwicklungsländer. Ziel ist die Teilhabe aller Menschen am informationstechnischen Fortschritt.
Medientechnologie und Kulturerhalt verbindet das UNESCO-Programm „Memory of the World“. Ziel ist es, das dokumentarische Erben der Menschheit zu erhalten und durch Digitalisierung weltweit zugänglich zu machen. Ein Nominierungskomitee der Deutschen UNESCO-Kommission schlägt deutsche Beiträge für das UNESCO-Weltregister des Dokumentenerbes vor. Zum „Weltgedächtnis“ gehören zum Beispiel der literarische Nachlass Goethes und die Göttinger Gutenberg-Bibel.
Die Deutsche UNESCO-Kommission steht mit der UNESCO-Zentrale in Paris in täglichem Kontakt. Der weltweite Ideen- und Meinungsaustausch wird auch über die auf alle Kontinente verteilten UNESCO-Büros und die internationalen Fachinstitute der UNESCO gewährleistet. Partner in Deutschland sind das UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen in Hamburg und das Internationale Berufsbildungszentrum der UNESCO in Bonn.
Im Sinne der "Charta der UNESCO-Nationalkommissionen" arbeitet die Deutsche UNESCO-Kommission mit Nationalkommissionen aller anderen Weltregionen direkt zusammen. Seit den Sechzigerjahren hat sie sich besonders für die Verbesserung der Beziehungen zu den Staaten Mittel- und Osteuropas eingesetzt. Gemeinsam mit der Polnischen UNESCO-Kommission richtete die Deutsche UNESCO-Kommission 1972 die deutsch-polnische Schulbuchkommission ein. Gemeinsam mit der israelischen und der palästinensischen UNESCO-Kommission hat die Deutsche UNESCO-Kommission Projekte zu Frieden und Sicherheit im Nahen Osten ins Leben gerufen. Die Veränderungen innerhalb Europas und die neue Arbeitsteilung der europäischen Staatenorganisationen (EU, Europarat, OSZE, OECD) bedingen, dass die Deutsche UNESCO-Kommission verstärkt mit anderen europäischen Kommissionen zusammenarbeitet.
Die Kooperation zwischen Deutschland und der UNESCO erfolgt auch in einigen der rund 20 zwischenstaatlichen Komitees und Programmen der UNESCO. Beispiele sind das Internationale Bioethik-Komitee (IBC), das Umweltprogramm "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB), das Internationale Hydrologische Programm (IHP), das sich mit Fragen der Wasserwirtschaft beschäftigt, oder der Rat des Internationalen Programms "Information für Alle" (IFAP).
An der internationalen Zusammenarbeit unter dem Dach der UNESCO wirken neben der Deutschen UNESCO-Kommission als weitere Akteure mit: die rund 170 deutschen UNESCO-Projektschulen, die neun deutschen UNESCO-Lehrstühle, die 32 UNESCO-Welterbestätten in Deutschland, die elf deutschen UNESCO-Clubs sowie die beiden UNESCO-Depotbibliotheken in Berlin und Leipzig.
Weltkulturerbe: Aachener Dom | Dom zu Speyer | Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz | Wallfahrtskirche auf der Wies | Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl | Dom St. Mariae und Michaeliskirche in Hildesheim | Römisches Trier (Igeler Säule, Igel), Dom St. Peter und die Liebfrauenkirche in Trier | Historische Hansestadt Lübeck | Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin | Abtei und Altenmünster des Klosters Lorsch | Bergwerk Rammelsberg und die Altstadt von Goslar | Zisterzienserabtei Kloster Maulbronn | Eisenhütte in Völklingen | Kölner Dom | Bauhaus-Stätten: Bauhaus Dessau, Kunstschule und Kunstgewerbeschule Weimar, Musterhaus „Am Horn“ | Lutherstädte Eisleben und Wittenberg | Klassisches Weimar | Museumsinsel in Berlin | Wartburg bei Eisenach | Dessau-Wörlitzer Gartenreich | Klosterinsel Reichenau im Bodensee | Zeche Zollverein und Kokerei Zollverein | Kulturlandschaft „Oberes Mittelrheintal“ | Die historischen Altstädte Stralsund und Wismar | Bremer Rathaus und Bremer Roland | Fürst-Pückler-Park Bad Muskau | Obergermanisch-Rätischer Limes | Stiftskirche und Altstadt Quedlinburg | Altstädte von Bamberg und Regensburg | Siedlungen der Berliner Moderne
Weltnaturerbe: Grube Messel | Wattenmeer der Nordsee
Ehemaliges Welterbe: Dresdner Elbtal
stock | retire | vm
Why are we here?
All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License
This page is cache of Wikipedia. History